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Raub statt Sex

Gayromeo-Räuber "Marcus" muss für zweieinhalb Jahre in den Knast

Der 20-Jährige hatte im vergangenen Jahr in München zusammen mit zwei Komplizen einen 38-jährigen Schwulen in die Falle gelockt, zusammengeschlagen und beraubt.


Eine unverpixelte Version dieses Bildes schickte der 20-jährige Haupttäter auf Planetromeo an sein späteres Opfer – nachdem die Polizei es veröffentlichte, wurde er identifiziert und festgenommen (Bild: Polizei München)

Ein hinterhältiger Überfall auf einen schwulen Mann endete nun mit teils langen Freiheitsstrafen. Vor dem Jugendgericht München hatten sich nach einem Bericht der "Abendzeitung" vom Montag ein 20-jähriger Koch, seine gleichaltrige Freundin und einen 25-jährigen Mittäter zu verantworten.

Der 20-Jährige hatte im vergangenen Sommer auf dem schwulen Datingportal Planetromeo (ehemals Gayromeo) ein Profil unter dem Namen "Marcus" angelegt und dort sein späteres Opfer kennengelernt. Der damals 38-Jährige kam am 1. Juli 2016 gegen 23.10 Uhr zum vereinbarten Treffpunkt am Münchner S-Bahnhof Aubing, doch es kam nicht zum Sex.

Die Männer unterhielten sich zunächst, als plötzlich zwei weitere Personen hinzustießen. Im weiteren Verlauf wurde der 38-Jährige unvermittelt von "Marcus" zu Boden getreten und von den beiden anderen Unbekannten geschlagen. Dabei wurde ihm die Brusttasche mit Geldbeutel und Mobiltelefon vom Körper gerissen. Die Täter flüchteten mit der Beute. Der 38-Jährige erlitt bei dem Überfall eine Gehirnerschüttung, einen Nasenbeinbruch sowie Hämatome am Kopf und im Brustbereich; er musste für drei Tage im Krankenhaus behandelt werden.

Ein Bild aus dem Chat führte zur Festnahme

Aus dem vorangegangenen Chat-Verlauf auf Planetromeo konnte die Polizei ein Foto von "Marcus" sichern, das Ende November im Rahmen einer Öffentlichkeitsfahndung veröffentlicht wurde (queer.de berichtete). Aufgrund der eingegangenen Hinweise konnte der Haupttäter nur wenige Tage später an seinem Arbeitsplatz festgenommen werden (queer.de berichtete).

Vor dem Münchner Jugendgericht zeigten sich alle drei Angeklagten laut "Abendzeitung" geständig. Der Richter verurteilte "Marcus", dem er unter anderem wegen Drogenmissbrauchs eine Reifeverzögerung attestierte, wegen Raubes und gefährlicher Körperverletzung zu einer Jugendstrafe von zweieinhalb Jahren. Sein fünf Jahre älterer Komplize muss ebenfalls für dreißig Monate hinter Gitter. Die 20-jährige Freundin kam mit 60 gemeinnützigen Arbeitsstunden und zwei Wochen Dauerarrest wegen Beihilfe vergleichsweise milde davon. Das Urteil ist rechtskräftig. (cw)



#1 OrthogonalfrontAnonym
  • 01.11.2017, 07:48h
  • Eine ungewöhnlich harte (eigentlich angemessene) Strafe. Sehr gut! Wohlgemerkt deutet der Verzicht auf Bewährung ziemlich sicher darauf hin, dass die Täter schon mal straffällig wurden. Sonst wären die ja normalerweise sofort wieder draußen.
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#2 andreAnonym
#3 TheDadProfil
  • 01.11.2017, 08:53hHannover
  • Antwort auf #1 von Orthogonalfront
  • ""Wohlgemerkt deutet der Verzicht auf Bewährung ziemlich sicher darauf hin, dass die Täter schon mal straffällig wurden. Sonst wären die ja normalerweise sofort wieder draußen.""..

    Bewährungsstrafen werden nur für Strafen ausgesprochen die maximal 24 Monate hoch sind..
    Bei Dreißig Monaten ist also gar keine Bewährungsstrafe drin..
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#4 OrthogonalfrontAnonym
#5 herve64Profil
  • 01.11.2017, 09:22hMünchen
  • Antwort auf #4 von Orthogonalfront
  • Na, endlich kriegt da mal jemand einen Schuß vor den Bug, der nicht so leicht wegradierbar ist. Das wurde aber auch mal höchste Zeit! Zu hoffen bleibt, dass dieses Urteil Schule macht und Signalwirkung zeigt.
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#6 Patroklos
#7 hugo1970Profil
  • 01.11.2017, 12:01hPyrbaum
  • Antwort auf #5 von herve64
  • Ohne Frage, ein gerchtes Urteil!

    "Na, endlich kriegt da mal jemand einen Schuß vor den Bug,"

    Na ja, die Betreffende Person muß es auch wollen, sich zu ändern. Es gibt auch Fälle das sie in der Haft erst recht abrutschen.
    Keine Sorge, ich will nicht jetzt jeden Häftling pauschal als Verbrecher brandmarken!
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#8 FrageAnonym
#9 TheMumProfil
  • 01.11.2017, 12:34hHannover
  • Antwort auf #7 von hugo1970
  • "ich will nicht jetzt jeden Häftling pauschal als Verbrecher brandmarken"

    Häftlinge haben per Definition Strafgesetzte gebrochen und sind daher korrekt als Verbrecher zu bezeichnen.
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#10 FrageAnonym
  • 01.11.2017, 14:18h
  • Antwort auf #9 von TheMum
  • Warum arbeitest Du Dich ständig an den rhetorischen Defiziten des herzensguten Hugo ab?
    Dessen Kernaussagen fast immer verstanden werden können, wenn man denn verstehen will.
    Bringt das die erwünschte Befriedigung, den erhofften Zuspruch?
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