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Kommentare zu:
Querverlag und Männerschwarm boykottieren Messe "Queeres Verlegen"


#73 TheDadProfil
  • 06.11.2017, 23:47hHannover
  • Antwort auf #72 von goddamn liberal
  • ""Schon deswegen habe ich einen Widerwillen gegen einen Rassismus-Diskurs in Bezug auf die große Mehrheit der Migranten aus der islamischen Welt.""..

    Ich halte es schon aus rein praktischen Gründen nicht für Zielführend Rassismus gegenüber Zuwanderern nicht diskutieren zu wollen, weil das Konzept der "verschiedenen Rassen" längst widerlegt ist..

    Es gibt keine Rassen, aber es gibt Rassismus..

    ""Aus Deiner sehr deutschen Perspektive kann Dir nicht eine Diskussion mit mir, sondern eine mit Yeziden, Aleviten und säkularen Sunnitinnen wie Lale Ajgün und Seyran Ates raushelfen.""..

    Die führe ich bereits seit langem..
    Meine Arbeitskollegin ist Yesidin..
    In dem Kursen die sie mit mir gemeinsam an der IGS organisiert haben wir es mit Sunniten, Schiiten, Yesiden, Aleviten, Christen zu tun, und es geht um gemeinsames Kochen und Essen vor dem Hintergrund verschiedener Kulturen und Erfahrungen..
    Inklusive der Grabenkämpfe bezüglich des Halal, Haram, Koscher, Vegetarisch und Vegan..

    In einer anderen AG der IGS geht es in einem Musical-Projekt um Rassismus, Gender und Sexuelle Identitäten im Konflikt Kind/Jugendliche = Eltern/Erziehungsberechtigte..

    Wie bereits mehr als nur einmal erwähnt arbeite ich an solchen Projekten seit jetzt 3 Jahren mit, und ich bin deshalb auch ständig in der Diskussion und im Thema..
    Wie kann man da immer noch annehmen bei mir bestünde "ein nachholbedarf an diskussion" ?

    In unserem Kiez herrscht eine Mischung aus über 45 Ethnien bei einem Anteil von um die 50 Prozent Menschen mit "Migrationshintergrund" wie es immer so schön schrecklich heißt..

    Aber die Migrationserfahrung inklusive meiner, dem nicht hier geboren und ausgewachsen sein, teilen dann über 90 Prozent der Kiez-Bewohner..

    Auch ich bin nur Zugewandert, und das aus wirtschaftlichen Gründen, und damit ein "Wirtschaft-Migrant"..
    Bloß mir wirft das Niemand vor..

    Die Flucht der Yesidischen Familien die Teils seit Mitte der Neunziger im Kiez leben wird ihnen noch Heute vorgeworfen..

    "Kurde" ist eine ebenso abfällig gebräuchliche Bezeichnung wie Alevit..
    Das kriegt man dann hautnah im Ramadan mit, wenn sich "gläubige Muslime" "beschweren" daß "die anderen" nicht fasten, weil Aleviten nun einmal einen andren Kalender haben und ihr Ramadan dann nicht im Juli/August sondern in den Oktober fällt..

    Nicht-Wissen ist das Kennzeichen des Gegenseitig Nicht-verstehen..

    Russisch-Orthodoxe feiern dann "doppelt" Weihnachten..
    Einmal nach unserem Kalender, einmal nach dem eigenem..
    Da wird schon das wöchentlich gemeinsame Kochen im Jugendzentrum für die freie Jungs-Gruppe zum Balance-Akt der "unterschiedlichen Kulturen", und die Pizza ist dann "Gemeinschafts-stiftender" als man sich vorstellen kann..

    Mit welchen Recht soll ich mich dann dafür einsetzen irgendeiner dieser Ethnien irgendein "kultur-stiftendes Zeichen" wegzunehmen, und dann noch den Mädchen und Frauen, die eh nur dabei sein dürfen, wenn wir Erwachsene den Aufpasser spielen, und ich mir dann denke, "besser meine kollegin und ich, als irgendein imam oder eltern-teil in der moschee oder gebets-saal", die dann wieder nur ihren Teil vermitteln und ihre Sicht der Dinge zum Dogma erheben..

    Ich kann mich gar nicht benehmen wie die..
    Denn dann verhalte ich mich ebenso segretativ wie sie..
    Das ist nicht mein Job..
    Und vor allem nicht mein Beruf..
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#72 goddamn liberalAnonym
  • 05.11.2017, 22:30h
  • Antwort auf #71 von TheDad
  • "Mir aber..
    Denn Atatürk'sche Visionen lassen sich hier mangels Willen der Parteien die "Religionen" an die Kandare zu legen, und mangels Personal vor allem auch in der Linken Partei und der SPD nicht verwirklichen.."

    Exakt so ist es.

    Und das ist unser Problem, an dem wir arbeiten müssen.

    Mit Naturschutz für Wahabiten ist da nichts gewonnen. Genausowenig wie für Pius-Brüder und Opus Dei.

    Wie gesagt: Im Gegensatz zu den USA ist der Begriff 'Rasse' hier seit jeher meist eine rechte (Wahn-)Fiktion. Für eine 'Rasse' wäre ein Judenstern unnötig gewesen.

    Schon deswegen habe ich einen Widerwillen gegen einen Rassismus-Diskurs in Bezug auf die große Mehrheit der Migranten aus der islamischen Welt.

    Aus Deiner sehr deutschen Perspektive kann Dir nicht eine Diskussion mit mir, sondern eine mit Yeziden, Aleviten und säkularen Sunnitinnen wie Lale Ajgün und Seyran Ates raushelfen.

    Schlechtes Gewissen am falschen Ort nutzt manchmal den Schlechten.
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#71 TheDadProfil
  • 05.11.2017, 21:52hHannover
  • Antwort auf #70 von goddamn liberal
  • ""Die 'Rasse' kann man bei Gesichtsverhüllung gar nicht erkennen.""..

    Stimmt..
    Denn "einheimische Burka-Trägerinnen" sind eine noch viel kleinere Minderheit in der Gilde der sich verhüllenden Frauen, die sich damit versuchen auch dem Sexismus der Männer zu entziehen, und sich gleichzeitig eine sexistische Diskussion aufhalsen..

    In der öffentlichen Wahrnehmung vermischen sich dann auch die Trägerinnen zu Emigrierten; in der falschen Denke
    "sowas tragen doch nur ausländerinnen";
    wie "Muslime" zwischenzeitlich zu einem Sammelbegriff für alles abzulehnende geworden ist, unter die man Menschen aus Hunderten Ethnien stammend zu einer Soße zusammenschüttet, und der "bösartige muslim" dabei aus dem Reagenzglas herausschaut..

    Den eigenen Rassismus, die eigne Phobie die in der genutzten Sprache immer mitschwingen kann und seine häßliche Fratze aus dem Subtext herausstrahlt, nimmt man gar nicht wirklich selbst wahr..

    ""Auch die Hautpigmente 'ausländischer' Frauen unterscheiden sich hierzulande meist nicht von denen 'weißer' Männer. Wir sind hier nicht in den USA.""..

    Weil es "pigment-basierten Rassismus" ja auch nur in den USA gäbe, und die Ablehnung "des Türken", "des Kurden", "der Yesiden", und nicht zuletzt das durch die Silvesternacht bekannte "Nafris" ja auch überhaupt nicht stattfindet ?

    "Der Deutsche" ist mindestens so weiß und Privielg-fokussiert wie "die Weißen" in den USA..
    Und Rassismus funktioniert überall nach den gleichen Prinzipien..

    ""Und: Deutschland ist mir nicht wichtig.""..

    Mir aber..
    Denn Atatürk'sche Visionen lassen sich hier mangels Willen der Parteien die "Religionen" an die Kandare zu legen, und mangels Personal vor allem auch in der Linken Partei und der SPD nicht verwirklichen..

    Ich lebe hier, und ich brauche meine Kraft dann auch "für hier" auf..
    An internationalen Veränderungen sollen sich andere abarbeiten..
    Nicht daß das unwichtig wäre..
    Aber dazu gehören neben Engagement dann auch die Fähigkeiten sich auf internationalen Ebenen Gehör zu verschaffen, wozu entsprechenden Netzwerke (damit sind nicht die "sozialen netzwerke" gemeint) gehören, über die ich nicht verfüge..
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#70 goddamn liberalAnonym
  • 05.11.2017, 18:17h
  • Antwort auf #69 von TheDad
  • "Das geht mich bestenfalls gar nichts an, und ich halte beinahe alle vorgebrachten "Argumente" gegen eine Hijab, Nijab, oder Burqa für den Versuch "weißer Männer" über die "indigene Frau" und vor allem die "Ausländerin" zu herrschen, was nicht automatisch besser wäre, als wenn sich die Frau durch ihre Ehemänner zwingen ließen sich so zu kleiden.."

    Die 'Rasse' kann man bei Gesichtsverhüllung gar nicht erkennen.

    Die total verhüllte 'Ausländerin' ist ohnehin oft eine 'germanische' Konvertitin.

    Auch die Hautpigmente 'ausländischer' Frauen unterscheiden sich hierzulande meist nicht von denen 'weißer' Männer. Wir sind hier nicht in den USA.

    Die Semiotik der Verhüllung ist schlagend im Wortsinn und das gilt für alle abrahimischen Religionen.

    Ich weiß, auf welcher Seite ich da stehe:

    www.spiegel.de/spiegel/print/d-40350206.html

    Und: Deutschland ist mir nicht wichtig.

    Wichtig ist die Zivilsation, wie Atatürk sie verstanden hat.

    Ein antiimperialistischer Kämpfer nach außen, ein Kämpfer gegen Zivilisationsverweigerung nach Innen.

    Es ging und geht leider hart zu da draußen.
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#69 TheDadProfil
  • 05.11.2017, 17:36hHannover
  • Antwort auf #60 von goddamn liberal
  • ""Wo lebst Du eigentlich?""..

    In der BRD..
    In einem Land in dem Frauen für die freiwillig Entscheidung eingeschränkt sind welche Kleidung sie tragen, weil sie zu einem "Ausdruck der Religion" erklärt wird, ohne zu hinterfragen, ob sie das wirklich ist, und wie viel diese Kleidung mit den Traditionen zu tun hat..

    In einem Land in dem auch "Deutschen Frauen" immer noch vorgeschrieben wird welche Kleidung sie zu tragen haben..
    Man lese dazu einmal die Artikel die sich mit dem "Kleidungs-Stil" einer Alice Weidel befassen..
    Wer denkt die Beschäftigung mit ihren angeblichen oder so wahrgenommen Auftritten im Stile von Marlene Dietrich käme da nur als Beiwerk zum Tragen, der irrt sich auch in der Sexismus-Debatte gründlich..

    In einem Land in dem Männer im Rock immer noch als Pardies-Vögel wahrgenommen sind, und selbst die vor 15 Jahren verstorbene Charlotte von Mahlsdorf immer noch als "Unikum" betrachtet wird..

    Vor allem lebe ich aber in einem Land in dem man es immer noch ablehnen kann anderen Menschen vorzuschreiben wie sie sich zu kleiden haben..
    Das geht mich bestenfalls gar nichts an, und ich halte beinahe alle vorgebrachten "Argumente" gegen eine Hijab, Nijab, oder Burqa für den Versuch "weißer Männer" über die "indigene Frau" und vor allem die "Ausländerin" zu herrschen, was nicht automatisch besser wäre, als wenn sich die Frau durch ihre Ehemänner zwingen ließen sich so zu kleiden..

    Ich weiß gar nicht wie oft man das noch wiederholen muß ?

    Man kann Frauen die sich so kleiden WOLLEN das nicht verbieten ohne gegen die Verfassung zu verstoßen..

    Also muß hier zunächst genau darauf geschaut werden, wie man ein Verbot mit der Verfassung vereinbart..

    Das geschieht allerdings eben NICHT dadurch, daß man einfach die Verfassung änderte !

    Denn wenn man das einmal macht (und da haben wir bereits geschehen lassen), dann wird man das immer wieder machen, und wir haben dann irgendwann eine Verfassung die den Herrschenden gehorcht, und keine Gesetze mehr die der Verfassung gehorchen !

    Ich bin auch weiterhin nicht bereit ein Recht aufzugeben, nur weil es mich angeblich persönlich nicht tangiert..

    Was ist dann also mit den angeblichen "Argumenten" ?

    Nehmen wir mal 2 heraus :
    Weil man an einem Tag für 10 Sekunden seine Identität an einem Bank-Automaten oder Angestellten von Behörden offenbaren muß, darf man die anderen 23 Stunden 59 Minuten und 50 Sekunden dann auch diese Kleidung nicht tragen ?

    Weil angeblich irgendwer nicht in der Lage sei auf einem Foto einer Blitzanlage die Fahrerin einwandfrei zu identifizieren, muß Frau unverhüllt fahren ?

    Während das für Motorrad-Pilotinnen und Fahrradfaherrinnen nicht gilt !

    Und mehr noch..
    Mit derlei absurden Begründungen schließt man Frauen ganz in der chauvinistischen Traditionen dieses Landes von ganzen Berufs-Gruppen aus ?

    Von dem Anästhesisten der mich vor 2 Jahren mal Narkotisiert hat, kenne ich auch nur einen schmalen Schlitz mit schwarzen Augenbrauen und braunen Augen, denn das Vorgespräch führte eine junge blonde Ärztin mit russischem Akzent..

    Die erhobenen Einwände genügen mir einfach nicht um ALLEN Frauen, und das ist dann auch der Kasus Knaktus, ein "Verhüllungs-Verbot" aufzuerlegen, und damit das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit einzuschränken..

    Das, um auf Deine Frage zurückzukommen, absolut nichts an den Verhältnissen in anderen Ländern ändern wird, denn dort haben wir gar keinen Einfluß..

    Verschwörungstheoretisch könnte ich hier nun noch anmerken, ein Verbot von Burqu, Hijab und Niqab könnte Tausende Frauen in den dortigen Staaten auf die Idee zur Flucht bringen, und zu einem Anstieg der Flüchtlings-Zahlen führen..
    Hat man das auch einmal bedacht ?
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#68 TheDadProfil
  • 05.11.2017, 17:01hHannover
  • Antwort auf #59 von Moholi
  • ""Aber ich als schwarzer Südafrikaner finde es wieder typisch, und durchaus rassistisch, dass die Diskussion auf englisch stattfindet. Der Sprache der Erfinder der Segregation der Rassen, der Ausbeutung der südafrikanischen Rohstoffe, etc... Es gibt mehr Muttersprachler Zulus als muttersprachliche Englische in Südafrika.""..

    Ich verstehe und teile Deine Kritik..

    Blöderweise sprechen hier in der BRD aber nur sehr wenige Menschen Zulu, dafür viele Englisch..

    Vor dem Hintergrund böte sich dann aber auch die Diskussion an einmal zu hinterfragen wieso sich Südafrika am Ende des Apartheid-Regimes nicht dazu entschlossen hat Englisch in der Kategorie der Amtsprachen im Land herab zu stufen, und die einheimischen Sprachen damit herauf zu stufen ?
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#67 goddamn liberalAnonym
#66 LorenProfil
#65 goddamn liberalAnonym
  • 04.11.2017, 11:14h
  • Antwort auf #64 von antos
  • "Selbstverständlich ist er das, ältere Frauen wie meine in Tehran geborene Freundin erinnern sich gut an den Kampfruf der Prügel androhenden Khomeini-Anhänger (wo wir grad so gemütlich bei Sprachen sind...): Ya rusari, ya to-sari!"

    Herzlichen Dank für Deinen Beitrag!

    Ja, die Welt außerhalb der angegrünten Latte-Zone ist oft gar nicht gemütlich.

    Aber leider REAL!

    Deine Freundin sollte mal im deutschen Fernsehen auftreten.

    Und sie sollte mal an Burka-Prigge schreiben.

    Hilft aber nichts, denn deutsche Idealisten leben seit jeher gern im Wolkenkuckucksheim.
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#64 antos
  • 04.11.2017, 10:56h
  • Antwort auf #60 von goddamn liberal
  • Aber der Tschador ist natürlich spätestens seit 1979 ein Symbol faschistischer Unterdrückung.

    Selbstverständlich ist er das, ältere Frauen wie meine in Tehran geborene Freundin erinnern sich gut an den Kampfruf der Prügel androhenden Khomeini-Anhänger (wo wir grad so gemütlich bei Sprachen sind...): Ya rusari, ya to-sari!
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#63 goddamn liberalAnonym
  • 04.11.2017, 10:40h
  • Antwort auf #62 von Traumzerstörerin
  • Gerade weil ich in Wort und Schrift keine Probleme mit Englisch habe, weiß ich auch um die Ausdrucksgrenzen dieser Sprache.

    Politische Probleme habe ich nie mit dieser Sprache gehabt ("Lieber Tommy, fliege weiter, hier sind doch nur Bergarbeiter!").

    Mit der deutschen Sprache habe ich auch keine Probleme. Sie ist nicht nur die Sprache der Täter, sondern auch die Sprache von Heine, Marx, Freud und Kafka usw. usw..

    Man kann sich ein Leben lang mit deutscher Kultur beschäftigen, ohne auf einen einzigen Germanen zu stoßen.

    Das ist doch schon mal was.
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#62 TraumzerstörerinAnonym
  • 04.11.2017, 09:36h
  • Antwort auf #61 von goddamn liberal
  • "Sprachen haben keine Pigmente. "

    Das nicht, aber eine historische und ethnologische Geschichte, das wird z.B. dort deutlich, wo in einer Sprache Bezeichnungen für Dinge nicht vorkommen, die es in einer anderen Sprache gibt, weil diese Objekte oder Bräuche geographisch gebunden sind. z.B, bestimme Pflanzen, Tiere usw.
    Auch soziale Sachverhalte oder Konzepte können mit einer Sprache aufgrund ihrer kulturhistorischen Entwicklung nicht beschrieben werden, so werden dann Fremdwörter aus anderen Sprachen eingeführt, oder neue erarbeitet.
    Passiert heute ja auch, mit starkem Widerstand der Rechten, die sich gegen jegliche sprachliche Entwicklung mit ganzer Kraft stemmen.

    "Englisch ist praktisch, aber es auch eine Dampfwalze gegen die Vielfalt. "

    Ah okay? Ich sehe das eher als universelle Sprache, die mir z.B. ermöglicht hat, auf diverse Fachliteratur zuzugreifen, die niemals ins Deutsche übersetzt wird.
    Ich kann dank meiner Englischkenntnisse ohne Probleme die neusten Publikationen zu diversen Themen im Internet lesen, Vorträge anhören, das wäre mir sonst alles verschlossen.

    "Und jede Sprache hat so ihre Geschichte.

    Deutsch war z. B. die Sprache der Täter und der Opfer des Holocaust. "

    Oh das ist aber sehr kurz gedacht, wegen 12 schlimmer Jahre gleich eine mehrere Tausend Jahre lange Sprachentwicklung nur darüber zu definieren?

    Deutsch ist erst einmal wie Englisch eine indogermanische Sprache, aus dem Indoeuropäischen Kulturkreis, eine wohl ursprünglich erst vor etwa 5000 Jahren eingeführte Sprache aus Zentralasien, die sich bis in den westlichsten Winkel Europas und östlich bis nach Indien ausgebreitet hat.

    de.wikipedia.org/wiki/Indogermanische_Sprachen

    Wie so viele andere Ethnien auf der Welt auch, spreche auch ich nicht die Sprache, die ursprünglich mal zu meiner Ethnie gehört hat, diese Sprache scheint völlig ausgestorben zu sein.
    Trotzdem sind wohl einige Wörter davon in die indoeuropäischen Sprachen Nordeuropas übergegangen.

    www.eupedia.com/linguistics/non-indo-european_germanic_words
    .shtml


    Von Moholi: "Aber ich als schwarzer Südafrikaner finde es wieder typisch, und durchaus rassistisch, dass die Diskussion auf englisch stattfindet. "

    Meine Freundin argumentiert da ähnlich, nicht aus rassischer, aber aus klassistischer Perspektive. Sie Unterschichtlerin, ist auf der Sonderschule gewesen, hat deshalb niemals Englisch gelernt. Sie regt sich fürchterlich darüber auf, dass sie vieles im Internet nicht lesen kann, neue Serien oder Filme die nicht auf Deutsch übersetzt werden, bleiben ihr verschlossen. Sie kann deshalb gewisse PC-Spiele nicht spielen, kann diverse Fachbücher nicht lesen. Im Ausland ist sie wegen ihrer eingeschränkten Kommunikationsfähigkeit aufgeschmissen ohne mich.

    In ihrer Jugend war sie rechts, da argumentierte sie so, dass Englisch eine Besatzersprache sei, und es deshalb gut sei, dass sie diese nicht gelernt hätte.
    Demnächst wir sie an der VHS einen Einsteigerkurs für Englisch machen ;)

    Da ist dann jetzt die Frage, sollte es diese Sachen immer als regionale Variante mit einheimsicher Sprache geben, oder sollte die Bildung verbessert werden, für unterdrückte Minderheiten und sozial schwache Menschen? Oder beides?
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#61 goddamn liberalAnonym
  • 04.11.2017, 08:29h
  • Antwort auf #59 von Moholi
  • "Aber ich als schwarzer Südafrikaner finde es wieder typisch, und durchaus rassistisch, dass die Diskussion auf englisch stattfindet."

    'Rasse'?

    Sprachen haben keine Pigmente.

    Aber Deinen Grundansatz finde ich schon richtig.

    Englisch ist praktisch, aber es auch eine Dampfwalze gegen die Vielfalt.

    Und jede Sprache hat so ihre Geschichte.

    Deutsch war z. B. die Sprache der Täter und der Opfer des Holocaust. Lotti Huber tröstete sich im KZ damit, dass das Deutsch der KZ-Wächterinnen, die sie unterdrücken und töten wollten, grottenschlecht war.
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#60 goddamn liberalAnonym
  • 04.11.2017, 08:23h
  • Antwort auf #58 von TheDad
  • Nein, keine Kopftücher (obwohl die für die türkische Reaktion nach Selbstaussage natürlich auch eine politische Fahne sind).

    Aber der Tschador ist natürlich spätestens seit 1979 ein Symbol faschistischer Unterdrückung.

    Frauen im Iran wurden seinetwegen gefoltert und gelyncht.

    Wo lebst Du eigentlich?

    Komm raus aus Deiner deutschen Idylle.

    Sprich und disktutier mit betroffenen Frauen.

    Da draußen ist eine ziemlich brutale Welt.
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#59 MoholiAnonym
  • 04.11.2017, 00:16h
  • Das Kollektiv der sogenannten Buchmesse ist stets bemüht politisch korrekt zu arbeiten, gerät dadurch aber in immer neue Fallen, auch des Rassismus und Sexismus. Die Zensur eines Buches ist mehr als fragwürdig. Warum wird es nicht in einer öfffentlichen Runde diskutiert. Und nebenbei: Südafrika als Thema auf der Messe finde ich wunderbar. Aber ich als schwarzer Südafrikaner finde es wieder typisch, und durchaus rassistisch, dass die Diskussion auf englisch stattfindet. Der Sprache der Erfinder der Segregation der Rassen, der Ausbeutung der südafrikanischen Rohstoffe, etc... Es gibt mehr Muttersprachler Zulus als muttersprachliche Englische in Südafrika. Aber das ist den queeren Machern der Messe egal. Das wäre ja nicht so leicht, wie englisch....
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#58 TheDadProfil
  • 03.11.2017, 23:00hHannover
  • Antwort auf #57 von goddamn liberal
  • ""Die Gedanken mache ich mir natürlich beim Verbot weniger auslöschender Verhüllungen, die natürlich auch prüde und körperfeindlich sind.""..

    Welche da wären ?
    Kopftücher ?
    Ist noch gar nicht so lange her da liefen bei den Prét á porter in Paris die Modells mit Kopftüchern über die Laufstege..
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#57 goddamn liberalAnonym
  • 03.11.2017, 18:22h
  • Antwort auf #56 von TheDad
  • "Das darf uns dann auch nicht davon abhalten darüber nachzudenken was wir damit anrichten wenn wir ein solches Verbot einfordern oder nur unterstützen.."

    Da hast Du natürlich recht.

    Die Gedanken mache ich mir natürlich beim Verbot weniger auslöschender Verhüllungen, die natürlich auch prüde und körperfeindlich sind.

    Da bin ich gegen ein Verbot, weil sie die Frommen zu Opfern machen, die statistisch von Kabul bis Teheran meistens die (oft mörderischen) Täter sind.

    Bei Burka u. Co. vertraue ich aber z. B. progressiven Türkinnen wie Lale Akgün und Seran Ates mehr als indifferenten deutschen Orientromantikern.
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#56 TheDadProfil
  • 03.11.2017, 11:51hHannover
  • Antwort auf #53 von goddamn liberal
  • ""Die Auslöschung des Gesichts ist die symbolische Auslöschung des Menschen.""..

    Der angewendete Zwang erklärt immer noch nicht die Freiwilligkeit mit der sich Menschen dem dann unterwerfen..

    ""Das ist ein hochpolitischer Akt, der übrigens durch keine Koranstelle zu rechtfertigen ist.""..

    Nicht alles was sich als "geschaffene Kultur" nennt, stammt dann wirklich aus den Büchern der "Religionen"..

    Das darf uns dann auch nicht davon abhalten darüber nachzudenken was wir damit anrichten wenn wir ein solches Verbot einfordern oder nur unterstützen..

    Im Vorstellungs-Text der seit dem 19.Oktober geltenden neuen Verordnung der "Vollverschleierung" ist dann auch die Rede davon was alles "erlaubt" bleibt, etwa das Tragen von Seh-Brillen und Sonnenbrillen, oder von Mützen..
    Allein daß man derlei dann noch betonen muß zeigt die Farce der Diskussion auf..
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#55 goddamn liberalAnonym
  • 03.11.2017, 00:20h
  • Antwort auf #51 von queeer
  • "Und was soll diese Whataboutism-Diskussion zu Muslim_innen schon wieder?"

    Kann ich als 'kleinbürgerlicher' Jakobiner und linker Antikulturalist gerne beantworten:

    In Somalia, dem Iran, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien steht die Todesstrafe auf Homosexualität und wird auch verhängt und ausgeführt.

    Welche Religion haben diese Länder bzw. welche Religion missbrauchen sie?

    Mir ist mein Lebensrecht nicht egal.

    Selbsthass ist nicht emanzipatorisch, nicht unter germanischen, nicht unter ideologisch anders gepolten Faschisten.

    Alles klar?
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#54 godamn liberalAnonym
  • 03.11.2017, 00:10h
  • Antwort auf #50 von TheDad
  • Kleiner Nachtrag zur Kopftuchfrage, die ich allein aus Respekt vor der Volkstracht der Mütter meiner Freunde gar nicht so eng sehe:

    "Die schwarzäugige Kopftuchträgerin an der Supermarktkasse befremdet mich weniger als ihre wildgefärbte, kaugummikauende Kollegin mit all den Ringlein in Lippe und Augenbrauen. Ebenso wähnte ich meine Kinder bei einer Ferestha Ludin als Englischlehrerin besser betreut als bei einem franseligen Sozialkundepädagogen, der zugleich für Die Linke im Kreistag sitzt und in seinen Klassenarbeiten Aufgaben stellt, deren Musterlösungen hanebüchen sind."

    "Wäre das Christentum hierzulande potenter, hätte Schwarzer für die ethnische Zugehörigkeiten an sich keine Rolle spielen wenig Anlaß, ausgerechnet gegen »den Islamismus« zu trompeten. In der Tat wird mit ähnlichen Argumentationsmustern in der aktuellen Emma auch Familienministerin Kristina Schröder verdächtigt, eventuell eine »erzkonservative Christin oder gar Fundamentalistin «(!) zu sein."

    "Aus Sicht des universalen Feminismus und Genderismus ist eine strikt antireligiöse Haltung deshalb konsequent. Anders als der egalitäre Feminismus , der die Kategorie Geschlecht ablehnt, geht jegliche traditionale Sichtweise von einem grundlegenden Unterschied zwischen Mann und Frau aus."

    Zitate von Ellen Kositza aus Schnellroda.

    Die kann Kleidungssymbole klar deuten und weiß, mit wem sie sich als Reaktionärin und Zivilisationsverweigerin zu solidiarisieren hat.
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#53 goddamn liberalAnonym
  • 02.11.2017, 23:57h
  • Antwort auf #50 von TheDad
  • Ein Kemalist ist ein Liberaler, der verstanden hat, dass nur die Harten in den Garten kommen.

    Die Auslöschung des Gesichts ist die symbolische Auslöschung des Menschen.

    Das ist ein hochpolitischer Akt, der übrigens durch keine Koranstelle zu rechtfertigen ist.

    In der Burka-Welt lauert für uns und für alle freiheitsliebenden Menschen der Tod an jeder Ecke.

    Für Dich als Atheisten( wie ich das jetzt mal einfach so von Dir annehme) sowieso.

    Ich lebe nicht in der Illusion, dass mich Menschenrechtsverletzungen in einem angeblich völlig anderen Kulturkreis nichts angehen.

    Ich weiß genau; auf welcher Seite ich stehe, und weiche keinem Kampf aus.

    Siehe hier:

    nytlive.nytimes.com/womenintheworld/2015/09/15/the-day-10000
    0-iranian-women-protested-the-head-scarf/


    Nebenbei: Meine durchaus auch vorhandene Abneigung gegen Jens Spahn u. Co. trübt mein Urteilvermögen dabei nicht.

    So schlimm wie der Tod ist Herr Spahn nämlich dann doch nicht.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #50 springen »
#52 OrthogonalfrontAnonym
#51 queeerAnonym
  • 02.11.2017, 23:37h
  • Ich pflichte dem Gesagten bei, dass es sich bei dieser Veranstaltung um eine politische, emanzipatorische und linke Veranstaltung handelt. Natürlich suchen sie Bücher aus, die in dieses Konzept passen. Patsy L'Amour LaLoves Sammelband wurde in den letzten Monaten zurecht kritisiert (wenn er denn auch Punkte enthält, über die diskutiert werden muss).
    Von Zensur kann man also nicht sprechen. Wenn ich auf eine Viehzuchtmesse gehe, brauche ich mich auch nicht wundern, wenn dort Stände zu Vegetarismus nicht erwünscht sind.
    Aber ich sehe schon länger, dass die Kommentator_innen auf queer.de mehrheitlich zur kleinbürgerlichen Gruppe der LSVD-Schwulen gehören, die zufrieden sind, dass sie jetzt wie ihre Vorbilder die Heteros heiraten dürfen und glauben, Diskriminierung sei zu Ende. Wer die Verschränkung von Homophobie, Rassismus, Sexismus etc. nicht sehen will, hört eben bei der Ehe für alle auf zu denken.
    Und was soll diese Whataboutism-Diskussion zu Muslim_innen schon wieder?
  • Antworten » | Direktlink »
#50 TheDadProfil
  • 02.11.2017, 23:13hHannover
  • Antwort auf #49 von goddamn liberal
  • ""Kleidung ist nie individuell, sondern immer symbolisch.""..

    Darüber kann man ausführlich streiten..

    Unbestritten ist hier nicht nur das es hier bei uns viele Frauen gibt die Burka oder Nijab tragen, und das freiwillig tun, weil sie damit ihre eigene Form der "Religionszugehörigkeit" ausdrücken wollen, und zu diesen Frauen gehören dann auch Singles..
    Unbestritten ist es auch, das es solche Frauen auch weltweit gibt..

    Gleichfalls unbestritten ist das Gegenteil, die Frauen die dazu gezwungen werden Burka und Nijab zu tragen..

    Blöderweise kann man diesen Frauen Burka und Nijab aber nicht ausziehen und sie damit "befreien", aber mit einem verbot dann die Frauen bestrafen die ihre freiwillige Wahl-Möglichkeit verlieren, und damit das Recht auf freie Entscheidung..

    Hier muß also genau abgewogen werden was schwerer wiegt :
    Das freie Recht sich zu entscheiden gewinnt dort bei mir allerdings immer..

    Um die anderen Frauen zu befreien muß man dann andere Wege finden..

    Einen Vergleich mit einer Uniform lasse ich hier nicht als Argument zu, denn es wäre auch hier ausführlich darüber zu diskutieren wie viele der "SS-Angehörigen" diese wirklich freiwillig angezogen haben, und wie viele von denen dann auch "gesellschaftlichen Zwängen" gehorchten..
    Für zielführend in der Burka/Nijab-Frage halte ich diese Klärung aber keinesfalls..

    Und als Gegen-Argument setze ich hier dann mal das Verbot des öffentlichen Tragens der "Hells-Angels-Kutte" beispielsweise in HH und S.-H...

    Die zumindest haben dann nämlich ALLE Mitglieder des Clubs freiwillig getragen..
    Nur dort ist dann auch klar wieso sie verboten wurde..

    Hier tut sich dann noch eine weitere Frage auf, denn die Kutte wurde von den einzelnen Bundesländern verboten, Leute wie Jens Spahn &Co fordern aber ein Verbot über ein Bundesgesetz ein, denn nur das kann dann auch in ein Grundrecht wie der "freien entfaltung der persönlichkeit" eingreifen..

    Was die Ermordung eines von den Russen gestützten Ex-Diktators in Afghanistan, der sich auch noch in die Hände und den Schutz der UN geflüchtet hatte, und damit dem Kriegsverbrecher-Tribunal zugeführt hätte werden müssen, mit einer "Kemalistischen Haltung" gegenüber der "Religion" zu tun haben soll, und wie das dann noch in die Idee "ein burka-verbot ist links" passen soll, erschließt sich mir dagegen immer noch nicht, denn in die durch die Verfassung garantierten Freiheitsrechte von Bürgern einzugreifen halte ich immer noch nicht für "Links"..

    Mein seit 2014 angeführtes Nonnen-Beispiel dient der Erinnerung daran sich an die gleichen Rechte zu halten..
    Will man Burka/Nijab verbieten, die nachweislich Ausdruck der eigenen "Religionszugehörigkeit" AUCH im Öffentlichem Raum sind, muß man mit der Nonnentracht und den Bruder-Kutten GLEICHES tun, denn die "Religionsfreiheit" verlangt ein "ausgewogenes" Verhältnis im öffentlichem Umgang mit diesen "Religionen"..

    Das wurde auch schon ausführlich bei Gericht diskutiert, wo sich Richter dazu entschlossen Kopftuch-Verbote für Lehrerinnen zu beschließen, und darauf verwiesen daß dies, weil der Neutralität dienend, dann auch für Halbmond-Kettchen und Kruzifix-Kettchen gelten müsse..
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#49 goddamn liberalAnonym
  • 02.11.2017, 10:19h
  • Antwort auf #48 von TheDad
  • Das kann ich gerne erklären.

    Wir stehen hier im Fall Schnellroda in einem harten Kampf zwischen Zivilisation und Zivilisationsverweigerung.

    Wie hart der ist, zeigt z. B. die von Burka-Taliban verstümmelte Leiche des afghanischen Präsideten in Kabul 1996:

    de.wikipedia.org/wiki/Mohammed_Nadschibull%C4%81h

    Kleidung ist nie individuell, sondern immer symbolisch.

    Das gilt gerade in der islamischen Welt und es gilt auch für Männerkleidung.

    Es kann und darf keinen Zwang zur Enthüllung von Körperteilen geben, aber es ist kommunikativ notwendig, dass man Gesicht und Individualität zeigt und damit Identität. Das bedeutet dann Burka-Verbot, aber nicht Kopftuch-Verbot. SS-Uniformen sind ja auch verboten.

    Zudem: Natürlich darf man wie Lale Akgün und Seyran Ates auch Verhüllungen jenseits des Gesichtschleiers rückschrittlich, körperfeindlich und prüde finden, verbieten kann man sie aber natürlich nicht. Das gilt auch für kath- Nonnen: Je reaktionärer der Orden, desto mehr Schleier.

    Zur Geschichte von der Geschichte:

    1789 in Frankreich und 1909/1923 in der Türkei belegen:

    Bürgerliche Revolutionen sind die Basis weiterer progressiver Entwicklungen.

    Deswegen legt der Kemalismus die Basis für die Gezi-Proteste, auch die LGTBI-Bewegung.
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#48 TheDadProfil
  • 02.11.2017, 09:40hHannover
  • Antwort auf #46 von goddamn liberal
  • ""Schon mal was von sexueller Revolution und Lebensreform gehört? Soll das alles jetzt zurückgedreht werden?""..

    Mal abgesehen davon daß sich mir grad gar nicht erschließt was hier diese "sexuelle Revolution" damit zu tun haben soll..

    Woraus ergibt sich dabei dann die Möglichkeit das sich dieser "sexuellen Revolution und Lebensreform" dann automatisch ALLE Menschen anpassen müssen, oder mitgenommen fühlen sollen ?

    Freiheit besteht doch wohl immer noch darin, selber zu entscheiden welchen Weg man hier gehen will, und darin liegt dann auch die Notwendigkeit die andere Entscheidung der Anderen respektieren zu müssen !

    ""Nichts ist so links wie ein Burka-Verbot!""..

    ""Kemalismus ist Leben!""..

    Magst Du diesen Widerspruch mal auflösen ?
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#47 goddamn liberalAnonym
  • 02.11.2017, 09:14h
  • Antwort auf #45 von Julian 80
  • "Das sieht man auch daran, dass viele früher extrem Linke heute zum rechten Spektrum gehören."

    Jürgen Elsässer ist so einer.

    Bei den Alt-Linken und Neu-Rechten ist das auch nachvollziehbar:

    Um '68 konnte man den Antiamerikanismus und Antisemitismus der Nazi-Eltern perfekt 'links' als Kampf gegen den barbarischen Vietnam-Krieg und Antizionismus tarnen (auch vor sich selbst).

    Den Antiamerikanismus als Frust von Kriegsverlierern hat erst Obama als 'linkester' US-Präsident ever entlarven können.

    Der Antizionismus kippt gerade in unverhohlenen Antisemitismus um (siehe Sieferles 'Finis Germania').
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#46 goddamn liberalAnonym
  • 02.11.2017, 09:02h
  • Antwort auf #37 von Isaak
  • "für die meisten Trägerinnen von Nikab und Burka ist diese Bekleidung nämlich der Ausdruck einer tiefen spirituellen Verbindung mit dem Göttlichen und eine persönliche Glaubensentscheidung ohne jedwede politische Konnotation."

    Schon mal was von sexueller Revolution und Lebensreform gehört? Soll das alles jetzt zurückgedreht werden?

    Afghanische, arabische und türkische GenossInnen können bestätigen:

    Nichts ist so links wie ein Burka-Verbot!

    Zumal auch Islamgelehrte Fatwas gegen die unislamische Gesichtsverschleierung aussprechen:

    de.soc.weltanschauung.islam.narkive.com/kALZLTKS/fatwa-al-az
    har-aus-fur-den-gesichtsschleier-niqab-und-die-burka


    Die Gesichtsverhüllung ist die symbolische Auslöschung eines Menschen.

    Eine hochpolitische Verneinung aller Grundlagen der Zivilisation.

    Da sie etwa in Afghanistan auch für tödliche Homophobie steht, ist sie für uns auch ein Todessymbol!

    Zivilisation oder Tod!

    Kemalismus ist Leben!

    Hier tanzt die Zivilisation:

    www.youtube.com/watch?v=pF_hSoDBzNI
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#45 Julian 80Anonym
  • 02.11.2017, 07:19h
  • Antwort auf #28 von goddamn liberal
  • Ja, die extreme (!) Linke ist oft nicht nur homophob, sondern auch antisemitisch.

    Das politische Spektrum ist keine Linie, sondern eher ein Kreis, wo sich die extreme Linke und die extreme Rechte treffen. Und beide eint ihr totalitäres Weltbild, das keine anderen Positionen oder überhaupt nur Diskussionen über etwas zulässt.

    Das sieht man auch daran, dass viele früher extrem Linke heute zum rechten Spektrum gehören.
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#44 GronkelAnonym
  • 02.11.2017, 05:53h
  • Antwort auf #35 von Isaak
  • "Ich weiß beim besten Willen nicht, was aufgeklärte Menschen dazu treibt, diesen eindeutig rechtsextremen und einzig der Delegitimierung antirassistischer Kritik dienenden Kampfbegriff zu verwenden. "

    Gibt es nur diese eine Möglichkeit (der Legitimität)? Kannst du dir nicht vorstellen, dass es auch überzogene Nazivorwürfe gibt und es dafür einen Begriff bedarf?
  • Antworten » | Direktlink » | zu #35 springen »
#43 GronkelAnonym
  • 02.11.2017, 05:44h
  • Antwort auf #36 von Isaak
  • "Ein Buch auf einer privaten (=nichtstaatlichen) Veranstaltung nicht vorzustellen hat nicht auch nur das geringste mit Zensur zu tun. "

    Es ist aber keine rein private Veranstaltung, sondern eine Veranstaltung die durchsubventioniert und gefördert wird. Womit wir eine staatlich unterstützte Zensur haben.
    Aber du hast recht, dennoch können sie sich als Zensor aufschwingen ohne formal dafür belangt zu werden, doch dann müssen eben sämtliche finanziellen, logistischen und was auch immer Beihilfen vollends eingestellt werden.
    Das muss natürlich auch den Trägerverein treffen.
    Nicht umsonst haken die Bundesstiftungen direkt nach.
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#42 KoppsiProfil
  • 02.11.2017, 04:13hSeligenstadt
  • Antwort auf #2 von Patroklos
  • "...Ich finde, daß die Reaktion der beiden Verlag etwas voreilig ist. Die Teilnahme absagen nur weil bei der Messe ein Buch, das für kontroverse Diskussionen sorgt und polarisiert, nicht vorgestellt wird, ist nicht nachvollziehbar..."

    IMHO müßten noch mehr Verlage ihre Teilnahme absagen. Und vllt denken einige Stiftungen auch über die Finanzierung nach.

    "...Die Ausrichtung der Veranstaltung spiegelt daher den Anspruch wider:
    ...
    - einen Raum des Austauschs darüber zu bieten, wie queere Publikationen Normen im Verlagswesen und in Texten herausfordern können
    - die Diskussion weiterzuführen, welche Interventionen durch Sprache möglich und wirksam sind
    - gemeinsam Visionen zu entwerfen sowie Probleme und Praktiken zu diskutieren..."
    (
    www.queeres-verlegen.org/politik/)

    Die Orga handelt somit gegen das eigene Programm.
    Das sind schon teilweise schizophrene Handlungen.
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#41 TheDadProfil
  • 01.11.2017, 23:30hHannover
  • Antwort auf #19 von TheMum
  • ""Darüber hinaus mag es noch andere geben, die ein Kopftuch tatsächlich freiwillig tragen, wie zum Beispiel ein Teil der katholischen Nonnen"2..

    Nun..
    Nach offiziellen Angaben gibt es in der BRD 22.000 katholische Nonnen die Ornat tragen, und damit ebenso verschleiert herumlaufen wie bundesweit ein paar hundert Nijab tragende Frauen..
    Offizielle Schätzungen gehen dort nämlich von "weniger als 1.000" aus..

    Das "Problem" ist damit wirklich vernachlässigbar..
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#40 TheDadProfil
  • 01.11.2017, 23:25hHannover
  • Antwort auf #16 von Ganz ehrlich
  • ""Es ging um Komplett-Vermummungen, wo man nicht mal weiß, mit wem man es zu tun hat,""..

    Denn jeder hat ja auch seinen Namen auf der Stirn gut lesbar tätowiert..

    ""Ich habe selbst einige Freundinnen, die Kopftuch tragen, wogegen rein gar nichts zu sagen ist.""..

    "Arschloch-Argument" frei nach de Motto
    "ich habe ja selbst viele gute schwule freunde"
    Das ist irrelevant !
    Vor allem wenn Du hier dann noch vorgibst, sie würden Deine Auffassung teilen, was Deine Auffassung hier dann "erhärten" soll, denn Du und die, das sind ja schon viele..
    Ebenso irrelevant..
    Wie auch insgesamt die Meinung
    "ich lehne das ab weil ich das scheiße finde"
    nicht so wirklich überzeugend ist in die Freiheit eines Menschen einzugreifen sich zu kleiden wie er will..
  • Antworten » | Direktlink » | zu #16 springen »
#39 IsaakAnonym
  • 01.11.2017, 23:17h
  • Antwort auf #21 von TheMum
  • Was an dieser Kurzanalyse jetzt "linksradikal" sein soll, können Sie sicher einleuchtend darstellen? Die Kritik an Praktiken der Entsolidarisierung und der Verweis auf zunehmende Xeno- und Islamophobie (auch und gerade innerhalb der LGBT-Community) sind für mich nun alles andere als radikal. Eher ein Potpourri ziemlicher - aber nichtsdestotrotz wahrer - Allgemeinplätze.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #21 springen »
#38 TheDadProfil
  • 01.11.2017, 23:16hHannover
  • Antwort auf #9 von Ganz ehrlich
  • ""Aber bei Kritik, dass sich manche Musliminnen komplett vermummen und damit ausdrücken, dass sie die freiheitlich-demokratische Grundordnung ablehnen, wird auch auf queer.de gerne mal zensiert.""..

    Das man Gegenwind zu seiner Kritik erntet ist immer noch KEINE Zensur, auch wenn Du und andere hier immer mal wieder diesen Eindruck erwecken wollen !

    Gegenwind aushalten ist teil des demokratischen Diskussions-Prozesses dem Du dich ebenso stellen mußt wie jede*r andere hier auch..
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#37 IsaakAnonym
  • 01.11.2017, 23:12h
  • Antwort auf #9 von Ganz ehrlich
  • Niemand der sich "komplett vermummt" lehnt damit die freiheitlich-demokratische Grundordnung notwendigerweise ab - zumindest nicht im Sinne eines logischen Automatismus. Mir scheint, sie sind da leider den Rattenfängern vom rechten Rand auf den Leim gegangen; für die meisten Trägerinnen von Nikab und Burka ist diese Bekleidung nämlich der Ausdruck einer tiefen spirituellen Verbindung mit dem Göttlichen und eine persönliche Glaubensentscheidung ohne jedwede politische Konnotation. Ein bisschen mehr Respekt für diese Entscheidung wäre ganz hilfreich, schätze ich.
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#36 IsaakAnonym
  • 01.11.2017, 23:08h
  • Antwort auf #6 von Robin
  • Ein Buch auf einer privaten (=nichtstaatlichen) Veranstaltung nicht vorzustellen hat nicht auch nur das geringste mit Zensur zu tun. Zensur wäre es, wenn morgen das Bundesinnenministerium alle Exemplare des besagten Werkes einstampfen, die Verkaufsstellen räumen und den Nachdruck verbieten würde. Oder zumindest inkriminierte Passagen schwärzen ließe. Hier liegt der Fall aber fundamental anders, denn niemand hat irgendein Recht darauf, dass ein Dritter eine Plattform für etwas bereitstellt, was besagter Dritter letztlich für falsch, verwerflich und gefährlich hält oder aus irgendwelchen anderen Gründen einfach nicht mag. Ansonsten müsste man, wie ein User das bereits logisch völlig konsistent dargelegt hat, auch Machwerke wie "GenderGaga" oder Bücher vom Kopp Verlag auf Wunsch mit an Bord nehmen.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #6 springen »
#35 IsaakAnonym
  • 01.11.2017, 22:59h
  • Antwort auf #5 von Robin
  • Bei allem Respekt aber unreflektierte Pauschalkritik an "Migranten" verbietet sich nach meinem Dafürhalten ebenso wie dieses ständige Gerede von der "Nazi-Keule". Ich weiß beim besten Willen nicht, was aufgeklärte Menschen dazu treibt, diesen eindeutig rechtsextremen und einzig der Delegitimierung antirassistischer Kritik dienenden Kampfbegriff zu verwenden.

    Nota bene: Wer spricht wie ein Nazi, argumentiert wie ein Nazi und offenbar auch denkt wie ein Nazi, den soll und muss man auch einen Nazi nennen können und nicht anders.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #5 springen »
#34 Patroklos
#33 schwarzerkater
  • 01.11.2017, 21:04h
  • ... die Doppelmoral in der eigenen Community ist für mich immer wieder befremdlich. toleranz einfordern, sie untereinander aber nicht leben. so nicht!
  • Antworten » | Direktlink »
#32 Rosa SoliAnonym
  • 01.11.2017, 18:48h
  • Antwort auf #31 von andre
  • Das glaube ich auch. Damit dürften die Veranstalter dieser Messe das Buch unfreiwllig noch populärer gemacht haben.

    Das ändert aber nichts an der Haltung, die Hintergrund der ganzen Nummer ist und die ich bedenklich finde.

    Mir scheint, einige Leute leben immer mehr in ihrer eigenen Blase und halten sich dabei noch für die Avantgarde.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #31 springen »
#31 andreAnonym
  • 01.11.2017, 16:35h
  • Die Aktion hat auch was Gutes. Wenn auch nicht geplant und nicht im Sinne der Veranstalter, bzw Blockierer. Die Bekanntheit des Buches, was es schon in vierter Auflage gibt, dürfte rasant steigen. Das setzt sich automatisch in Gang. Bestes Beispiel, im September das Buch "Kontrollverlust" von Thorsten Schulte. Als es bei den Spiegel-Bestsellern, mitte September, auf Platz 2 war, haben es viele Buchhandlungen aus dem Regal genommen, weil vom Kopp-Verlag. Kurz danach, Ende September, war es auf Platz 1. Übrigens, im Mai 1933 hat man unbequeme Bücher einfach verbrannt.
  • Antworten » | Direktlink »
#30 LarsAnonym
  • 01.11.2017, 16:17h
  • Antwort auf #26 von AmurPride
  • Na ja, es stimmt schon, rechtlich ist das natürlich keine Zensur, aber es ist eine Geisteshaltung, die sich nur unter den Bedingungen großer Beschränktheit, oder sagen wir höflich, unter großer Beschränkung sicher fühlt.

    Wer sich für queere Themen interessiert, der hat von solch einer krampfhaft verengten und vorgefilterten Darstellung von queeren DIskursen und Diskursen über Queerness nicht viel. Der Begriff wird dadurch zu eine leeren politischen Schablone ohne reale Substanz.

    Dass sich da jetzt viele Organisationen, die für sich ebenfalls das Recht in Anspruch nehmen, über "queere" Themen und Identitäten und Lebenswirklichkeiten zu informieren, ausklinken, halte ich für geboten, denn es handelt sich schon um den Versuch, die lebendige und streitbare Vielfalt von Informationen, Meinungen und Definitionen von "Queerness" im eigenen Sinne unter Kontrolle zu halten.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #26 springen »
#29 Thomas LAnonym
#28 goddamn liberalAnonym
#27 LorenProfil
#26 AmurPrideProfil
  • 01.11.2017, 13:49hKöln
  • Zum Thema Zensur:

    ""..Zensur (lateinisch censura) ist der Versuch der Kontrolle der Information. Durch restriktive Verfahren in der Regel durch staatliche Stellen sollen Massenmedien oder persönlicher Informationsverkehr kontrolliert werden, um die Verbreitung unerwünschter oder ungesetzlicher Inhalte zu unterdrücken oder zu verhindern. [..]
    Vor allem Nachrichten, künstlerische Äußerungen und Meinungsäußerungen sind Gegenstände der Zensur. Die Zensur dient dem Ziel, das Geistesleben in religiöser, sittlicher oder politischer Hinsicht zu kontrollieren. Diese Kontrolle wird damit begründet, man wolle oder müsse schutzbedürftige Gesellschaftsgruppen vor der schädlichen Wirkung solcher Inhalte bewahren. [..]
    Von Seiten der von Zensur Betroffenen und auch in wissenschaftlichen Untersuchungen wurde und wird der Vorwurf erhoben, der wahre Beweggrund der Zensur seien der Schutz und der Machterhalt der sie ausübenden Eliten. [..]
    Da Grundrechte traditionell als Abwehrrechte Privater gegenüber dem Staat zu verstehen sind,[9] ist in Deutschland eine verbotene Zensur im Sinne von Art. 5 Abs. 1, S. 3 Grundgesetz nur die Zensur durch den Staat oder dem Staat zurechenbare Stellen. Eine Vorauswahl privater Stellen, ob Beiträge veröffentlicht werden oder nicht (z. B. einer Zeitungsredaktion vor der Veröffentlichung von Leserbriefen oder eines Forenmoderators vor oder nach der Veröffentlichung von Beiträgen in Online-Foren), ist daher keine Zensur im Sinne des Grundgesetzes und verfassungsrechtlich unbedenklich.."" (Wikipedia)
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#25 goddamn liberalAnonym
  • 01.11.2017, 13:41h
  • Antwort auf #22 von non-supremacist
  • "Auf der Ausbeutung welcher Teile der Welt beruhen (historisch und gegenwärtig) die sozialen Privilegien, die Sie total unabhängig genießen?"

    Gute Frage.

    Die sollte man aber weniger einem/einer mehr oder weniger 'weißen' deutschen DurchschnittverdienerIn (mit und ohne Migrationshintergrund) stellen als einen kleinen Kapitalistenschicht weltweit.

    Zu der gehören dann auch die fromm-homophoben Feudalaristokraten in Saudi-Arabien und anderswo, mit denen Trump seine Kriegertänze aufführt.

    Merke: Nicht jedes US-amerikanische Konzept, das außerhalb der Campus-Idylle auch dort nichts bringt, taugt zur Analyse globaler Machtverhältnisse.
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#24 Reto77
  • 01.11.2017, 13:41h
  • Zugegeben, ich kenne das Buch nur vom Hörensagen. Eine Diskussion um den Übereifer unter manchen LGBTI-Aktivisten täte jedoch gut. Es ist jetzt so, dass jeder, der den Islam auch nur leise kritisiert, gleich als Faschist gilt. Oder wer der Ansicht ist, einem zwölfjährigen Mädchen dürfe man in sachlicher Form erklären, warum zwei sich liebende Männer zusammenleben, gilt bei diesen Aktivisten sofort als pädophiles Schwein, mit dem man selbstverständlich endgültig den Kontakt abbricht.
    Die LGBTI-Öffentlichkeit sollte sich einer Debatte um die eigene interne Toleranz stellen, anstatt mit der Zensurkeule draufzuhauen.
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#23 PiepmatzAnonym
  • 01.11.2017, 13:33h
  • Selbstverständlich können Messeveranstalter:innen, die eine bestimmte thematische und politische Richtung präsentieren wollen, entscheiden, das Angebot anhand dieser Agenda einzuschränken. Ich halte den Begriff "Zensur" hier für unangemessen.

    Um ein plakatives Beispiel zu bringen: Vermutlich hätten die Meisten hier Verständnis dafür, wenn auf dieser Messe "Gender-Gaga" von Birgit Kelle für unwillkommen erklärt worden wäre. Müsste jede Messe JEDES Buch unabhängig vom Inhalt präsentieren, weil jeder Ausschluss gleich als "Zensur" angeprangert würtde, dann wäre grundsätzlich keine politische Schwerpunktsetzung bei solchen Veranstaltungen mehr möglich. Auch das hätte nach meinem Verständnis nichts mehr mit demokratischer Freiheit zu tun.

    Im konkreten Fall halte ich diese Entscheidung der Veranstalter:innen aber für verkehrt. In "Beißreflexe" gibt es zwar einige Passagen, die recht polemisch daherkommen und dem eigenen Anspruch an eine Versachlichung der Diskussion daher nicht nachkommen. Diesen steht aber eine Mehrzahl fundierter und sachlicher Kritiken gegenüber. Die kritisierte Transfeindlichkeit oder gar Entsolidarisierung kann ich nicht erkennen. Insgesamt halte ich den Band für einen wichtigen und notwendigen Beitrag zu aktivistischer Selbstkritik.

    Solche Selbstkritik sollte nicht als Versuch begriffen werden, bestimmte aktivistische Richtungen zu schwächen. Im Gegenteil sehe ich die Fähigkeit zur Selbstkritik (und natürich zur Auseinandersetzung mit Kritik von außen) als eine Vorausetzung, eigene Positionen zu stärken und die eigene politische Arbeit langfristig sogar effektiver zu machen.
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#22 non-supremacistAnonym
#21 TheMumProfil
#20 FazitAnonym
  • 01.11.2017, 12:53h
  • Medienunternehmer und interessierte Geschäftetreiber für die weitere Normalisierung des Rassismus, Antifeminismus etc. - kurzum: der aggressiven Rechtsverschiebung von oben.

    Läuft das nicht gerade weltweit ab und pu(t)scht überall die rechten Menschenfeinde in Parlamente und Regierungen?

    Um die Untertan*innen entlang der altbekannten Linien zu spalten - und Menschen und Ressourcen noch brutaler auspressen und ausbeuten zu können?

    Um soziale Ängste und Spannungen in möglichst reaktionäre Bahnen und bloß nie gegen die Herrschenden, sondern immer nur gegen in der Hierarchie noch weiter unten Stehende, gegen die bösen "Fremden zu lenken?

    Eine LGBT-Community, die sich daran auch nur irgendwie beteiligt und konsequentem Antirassismus in den Rücken fällt, sollte sich nicht wundern, wenn sie irgendwann merkt, dass die rechten Aggressionen sie letztlich ebenso brutal treffen werden wie heute schon tagtäglich Migrant*innen und Geflüchtete.

    Immerhin verdienen einige aber mit rechtem Rotz gutes Geld, weil sie das Spiel der Herrschenden raffiniert bedienen - und um nichts anderes geht es hier.

    Große Anerkennung verdienen alle, die bei diesem dreckigen Spiel nicht mitspielen und dafür keine Plattform bieten - und das ist keine "Zensur" (die übliche Täter-Opfer-Umkehr und das Opfergehabe der "neuen" Rechten"), sondern ihr gutes demokratisches Recht und ein dringend notwendiges Signal!
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#19 TheMumProfil
  • 01.11.2017, 12:10hHannover
  • Antwort auf #18 von hugo1970
  • Nur dann wenn es als Zeichen patriarchaler Unterdrückung getragen wird. Es gibt zum Beispiel, wie man aus diversen Talkshows weiß, einige wenige intellektuelle Muslima, die geschützt im Westen lebend das Kopftuch in der Tat freiwillig tragen. Darüber hinaus mag es noch andere geben, die ein Kopftuch tatsächlich freiwillig tragen, wie zum Beispiel ein Teil der katholischen Nonnen oder ein paar uralte Frauen vom Lande, die das halt so gewöhnt sind und sich nie etwas dabei gedacht haben. Natürlich gibt es auch ein paar junge Frauen, die das einfach "hip" finden. So habe ich schon bei Antifa-Aufmärschen junge Frauen gesehen, die so etwas wie ein Kopftuch getragen haben, vermutlich freiwillig und mit emanzipierter Absicht dahinter, die sich aus dem Gesamtkontext erschließen mag.
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#18 hugo1970Profil
#17 hugo1970Profil
  • 01.11.2017, 11:51hPyrbaum
  • Antwort auf #16 von Ganz ehrlich
  • "Es ging um Komplett-Vermummungen, wo man nicht mal weiß, mit wem man es zu tun hat, was Grundlage einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft ist. Und auch Mimik ist ja für Kommunikation essentiell."

    Auch die Vermumung meine ich, leider hab ich sie nicht erwähnt. Trotzdem bleib ich bei meiner Meinung, das das eine verschwindet kleine Minderheit in einer Minderheit, ich meine jetzt die, die unsere demokratische Ordnung in Frage stellen.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #16 springen »
#16 Ganz ehrlichAnonym
  • 01.11.2017, 11:45h
  • Antwort auf #14 von hugo1970
  • Wo sprach ich denn von Kopftüchern?

    Es ging um Komplett-Vermummungen, wo man nicht mal weiß, mit wem man es zu tun hat, was Grundlage einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft ist. Und auch Mimik ist ja für Kommunikation essentiell.

    Ich habe selbst einige Freundinnen, die Kopftuch tragen, wogegen rein gar nichts zu sagen ist. Aber selbst die lehnen diese Komplett-Vermummungen ab, weil es nichts mit ihrem Glauben zu tun hat, sondern nur mit einer Ideologie, dass Frauen minderwertig seien und nicht frei am öffentlichen Leben teilnehmen dürfen oder sich anderen Menschen zeigen dürfen.

    Damit sind meine Kopftuch tragenden Freundinnen viel demokratischer und liberaler als all diejenigen selbsternannten Linken, die sofort "Nazi" rufen, wenn man was gegen Komplett-Vermummungen sagt...
  • Antworten » | Direktlink » | zu #14 springen »
#15 TheMumProfil
#14 hugo1970Profil
  • 01.11.2017, 11:11hPyrbaum
  • Antwort auf #9 von Ganz ehrlich
  • "dass sich manche Musliminnen komplett vermummen und damit ausdrücken, dass sie die freiheitlich-demokratische Grundordnung ablehnen,"

    Jetzt mal echt ehrlich!

    die gaaanz wennigsten Musliminnen sind undemokratisch. Nur weil Sie Kopftücher tragen, heißt das nicht, das Sie gegen unsere zu recht hochgeschätzte freiheitlich-demokratische Grundordnung sind.
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#13 TheMumProfil
#12 TheMumProfil
#11 PeerAnonym
  • 01.11.2017, 10:51h
  • Antwort auf #7 von goddamn liberal
  • Es ist ja kein Geheimnis, dass bei vielen Feministinnen der fanatische Männerhass so weit geht, dass er sich sogar auf Schwule bezieht.

    Damit schaden die letztlich in ihrem Wahn nur den eigentlich berechtigten Forderungen, dass die Diskriminierung von Frauen (z.B. ungleiche Bezahlung für gleiche Arbeit) endlich beendet werden muss.

    Aber das gibt es ja in diesem extrem linken Spektrum oft, dass es eigentlich um berechtigte Forderungen geht, dass man aber irgendwann den Bezug zur Realität verloren hat und sich so sehr fanatisiert hat, dass man sich nur noch in seiner kleinen Phantasiewelt um sich selbst dreht und den ursprünglich mal vorhandenen Zielen schadet.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #7 springen »
#10 StrottiAnonym
  • 01.11.2017, 10:51h
  • Antwort auf #2 von Patroklos
  • Die Logik verstehe ich nicht: Auf der Buchmesse waren die Verlage vertreten, obwohl dort keine politische Auswahl getroffen wurde, welche Bücher vorgestellt werden. Bei "Queeres Verlegen" dagegen wählen die Veranstalter nach eigenen poilitischen Gesichtspunkten aus, was vorgestellt wird. Deshalb nehmen Verlage nicht teil. für mich ist das konsequent. Ich halte es zwar für berechtigt, zu entscheiden, welche Verlage ich einlade und welche nicht, in deren inhaltliches Programm einzugreifen, ist dagegen nicht korrekt. Da muss es dann schon heißen: Ganz oder gar nicht. Und da haben sich die beiden Verlage (einer davon aus Solidarität) für gar nicht entschieden.,
  • Antworten » | Direktlink » | zu #2 springen »
#9 Ganz ehrlichAnonym
  • 01.11.2017, 10:45h
  • Antwort auf #8 von Ralph
  • Aber ganz ehrlich:

    diese Zensur findet doch auch auf queer.de statt.

    Wenn man die katholische Kirche (zu Recht) kritisiert, darf man das in aller (berechtigten) Schärfe tun. Aber bei Kritik, dass sich manche Musliminnen komplett vermummen und damit ausdrücken, dass sie die freiheitlich-demokratische Grundordnung ablehnen, wird auch auf queer.de gerne mal zensiert.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #8 springen »
#8 Ralph
  • 01.11.2017, 10:38h
  • Wer ein Buch verbietet, äußert damit nicht Kritik, sondern zeigt Angst und will um jeden Preis eine Auseinandersetzung mit dessen Inhalt vermeiden. Ich finde es immer wieder entlarvend, wie schnell selbsternannte Linke dabei sind, Nazi-Methoden anzuwenden. Genau so war's bei den Nazis. Missliebige Bücher wurden einfach verboten und dem Publikum vorenthalten. Der nächste Schritt war dann die öffentliche Verbrennung. Gut, dass Querverlag und Männerschwarm ein Zeichen setzen.
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#7 goddamn liberalAnonym
  • 01.11.2017, 10:26h
  • Das ist ein Skandal, der an das totalitäre Gehabe von Polit-Sekten in den 70ern erinnert.

    'Links' sind die Vertreter dieser Verbotspolitik aber keinesfalls.

    Die heterosexuelle oder zumindest sehr dezent lesbische Jasbir Puar, eine ihrer Vordenkerinnen, ist nicht links, sie ist eine manisch antisemitische Verbreiterin von Blutkult-Legenden in der Tradition der indischen Legion der Waffen-SS.

    Sie lässt sich ihre homophoben und antisemitischen Vorträge über angeblichen 'Homo-Nationalismus' von saudischen Prinzen, also den Vertretern eines reaktionären Feudalstaats, der uns mit dem Tod bedroht, finanzieren.

    Links ist das alles nicht.
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#6 RobinAnonym
  • 01.11.2017, 10:01h
  • Antwort auf #2 von Patroklos
  • "Ich finde, daß die Reaktion der beiden Verlag etwas voreilig ist. Die Teilnahme absagen nur weil bei der Messe ein Buch, das für kontroverse Diskussionen sorgt und polarisiert, nicht vorgestellt wird, ist nicht nachvollziehbar."

    Das finde ich nicht!

    Der Kampf gegen Zensur beginnt immer im kleinen.

    Zuerst wird nur mal ein Buch verboten. Und wenn dagegen niemand Stellung bezieht, sind es nächstes Jahr 10 Bücher. Und irgendwann darf nur noch veröffentlicht werden, was irgendeiner Gesinnungspolizeit in den Kram und ins Weltbild passt.

    Nochmal: man kann gerne gegen eine Meinung argumentieren, aber Zensur bewirkt das genaue Gegenteil und macht diese Positionen letztlich nur stärker.
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#5 RobinAnonym
  • 01.11.2017, 09:52h
  • Genau das ist tatsächlich ein großes Problem der LGBTI-Szene:

    Eigentlich sind wir genauso vielfältig wie der Rest der Gesellschaft. Es gibt bei uns sehr linke, sehr rechte, Alternative, Ökos, Neoliberale, Konservative, Anarchisten, etc.

    Ich selbst sehr mich z.B. eher im linken Spektrum und vor allem ökologisch angehaucht, da ich den Klimawandel, die Luftverschmutzung, mit Pestiziden verseuchte Lebensmittel, etc. für das größte Problem der Menschheit halte.

    ABER:
    obwohl ich mich selbst eher links sehe, finde ich es furchtbar, dass manche LGBTI meinen, aus der LGBTI-Bewegung eine generell linke Bewegung zu machen und sich auch noch um zig andere Themen kümmern zu müssen.

    Ich finde auch den Kampf gegen Rassismus wichtig, aber das ist erst mal unabhängig vom Kampf für LGBTI-Rechte.

    Und nur weil manche LGBTI auch Angst vor Migranten haben, die aus Gegenden stammen, wo es common sense ist, dass LGBTI nur den Tod verdient haben, sind sie noch lange nicht rechts.

    Man erlebt immer wieder, dass jegliche Kritik an Migranten gleich mit der Nazi-Keule niedergebrüllt wird, statt mal zu hören, ob da vielleicht auch berechtigte Sorgen dabei sind.

    Wir verlangen immer von Heteros, auch andere Meinungen zu akzeptieren, aber wir selbst gerieren uns allzu oft als Gesinnungspolizei, die meint, die alleinige Wahrheit gepachtet zu haben.

    Ich bin sehr dafür, in der Sache leidenschaftlich zu streiten, aber wer zensiert, beweist nur, dass er keine wirklichen Gegenargumente hat. Das ist nicht besser als wenn Staaten die Regenbogenflagge einfach verbieten: Zensur, weil man eigentlich nicht fähig ist, sachlich zu argumentieren.

    Insofern finde ich den Boykott richtig und überfällig.
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#4 TheMumProfil
  • 01.11.2017, 09:42hHannover
  • Antwort auf #2 von Patroklos
  • Das liegt daran, dass die Frankfurter Buchmesse eine reine Marketingveranstaltung - und daher gesinnungsneutral - ist. Queere Veranstaltungen hingegen haben heutzutage das Problem, dass ihnen von radikalen Linken eine ebensolche Gesinnung aufgezwungen wird. Darauf wird nun endlich mal angemessen reagiert, indem sich wichtige Verlage zurückziehen.
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#3 andreAnonym
  • 01.11.2017, 09:40h
  • Kritik an links-queeren Aktionismus ist eben nicht erwünscht. Das Buch wurde auch, in einem linken, queeren Buchladen, in Hamburg, nicht ausgelegt. Der Autorin wurde Gewalt angedroht, liest man in der taz in einem, in einem sehr guten, Artikel. Ansonsten finde ich, es ist eine ärmliche Aktion.

    www.taz.de/!5409774/
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#2 Patroklos
  • 01.11.2017, 09:29h
  • Ich finde, daß die Reaktion der beiden Verlag etwas voreilig ist. Die Teilnahme absagen nur weil bei der Messe ein Buch, das für kontroverse Diskussionen sorgt und polarisiert, nicht vorgestellt wird, ist nicht nachvollziehbar.

    Bei der Ferankfurter Buchmesse wurden in diesem Jahr die "neuen Rechten Verlage" vorgestellt:

    www.zeit.de/2017/43/neue-rechte-frankfurter-buchmesse-antaio
    s-verlag


    und keiner der Verlage, die nicht zu dem Spektrum gehören, zog sich zurück oder sagte die Teilnahme ab.
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#1 OrthogonalfrontAnonym
  • 01.11.2017, 09:27h
  • Man muss der Fairness halber zugestehen, dass Rechtsradikale genauso handeln würden. Einfach alles verbieten, was nicht der eigenen Agenda entspricht. Die Lösung: Keine Macht den Radikalen!
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