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Einzelkommentar zu:
Querverlag und Männerschwarm boykottieren Messe "Queeres Verlegen"


#73 TheDadProfil
  • 06.11.2017, 23:47hHannover
  • Antwort auf #72 von goddamn liberal
  • ""Schon deswegen habe ich einen Widerwillen gegen einen Rassismus-Diskurs in Bezug auf die große Mehrheit der Migranten aus der islamischen Welt.""..

    Ich halte es schon aus rein praktischen Gründen nicht für Zielführend Rassismus gegenüber Zuwanderern nicht diskutieren zu wollen, weil das Konzept der "verschiedenen Rassen" längst widerlegt ist..

    Es gibt keine Rassen, aber es gibt Rassismus..

    ""Aus Deiner sehr deutschen Perspektive kann Dir nicht eine Diskussion mit mir, sondern eine mit Yeziden, Aleviten und säkularen Sunnitinnen wie Lale Ajgün und Seyran Ates raushelfen.""..

    Die führe ich bereits seit langem..
    Meine Arbeitskollegin ist Yesidin..
    In dem Kursen die sie mit mir gemeinsam an der IGS organisiert haben wir es mit Sunniten, Schiiten, Yesiden, Aleviten, Christen zu tun, und es geht um gemeinsames Kochen und Essen vor dem Hintergrund verschiedener Kulturen und Erfahrungen..
    Inklusive der Grabenkämpfe bezüglich des Halal, Haram, Koscher, Vegetarisch und Vegan..

    In einer anderen AG der IGS geht es in einem Musical-Projekt um Rassismus, Gender und Sexuelle Identitäten im Konflikt Kind/Jugendliche = Eltern/Erziehungsberechtigte..

    Wie bereits mehr als nur einmal erwähnt arbeite ich an solchen Projekten seit jetzt 3 Jahren mit, und ich bin deshalb auch ständig in der Diskussion und im Thema..
    Wie kann man da immer noch annehmen bei mir bestünde "ein nachholbedarf an diskussion" ?

    In unserem Kiez herrscht eine Mischung aus über 45 Ethnien bei einem Anteil von um die 50 Prozent Menschen mit "Migrationshintergrund" wie es immer so schön schrecklich heißt..

    Aber die Migrationserfahrung inklusive meiner, dem nicht hier geboren und ausgewachsen sein, teilen dann über 90 Prozent der Kiez-Bewohner..

    Auch ich bin nur Zugewandert, und das aus wirtschaftlichen Gründen, und damit ein "Wirtschaft-Migrant"..
    Bloß mir wirft das Niemand vor..

    Die Flucht der Yesidischen Familien die Teils seit Mitte der Neunziger im Kiez leben wird ihnen noch Heute vorgeworfen..

    "Kurde" ist eine ebenso abfällig gebräuchliche Bezeichnung wie Alevit..
    Das kriegt man dann hautnah im Ramadan mit, wenn sich "gläubige Muslime" "beschweren" daß "die anderen" nicht fasten, weil Aleviten nun einmal einen andren Kalender haben und ihr Ramadan dann nicht im Juli/August sondern in den Oktober fällt..

    Nicht-Wissen ist das Kennzeichen des Gegenseitig Nicht-verstehen..

    Russisch-Orthodoxe feiern dann "doppelt" Weihnachten..
    Einmal nach unserem Kalender, einmal nach dem eigenem..
    Da wird schon das wöchentlich gemeinsame Kochen im Jugendzentrum für die freie Jungs-Gruppe zum Balance-Akt der "unterschiedlichen Kulturen", und die Pizza ist dann "Gemeinschafts-stiftender" als man sich vorstellen kann..

    Mit welchen Recht soll ich mich dann dafür einsetzen irgendeiner dieser Ethnien irgendein "kultur-stiftendes Zeichen" wegzunehmen, und dann noch den Mädchen und Frauen, die eh nur dabei sein dürfen, wenn wir Erwachsene den Aufpasser spielen, und ich mir dann denke, "besser meine kollegin und ich, als irgendein imam oder eltern-teil in der moschee oder gebets-saal", die dann wieder nur ihren Teil vermitteln und ihre Sicht der Dinge zum Dogma erheben..

    Ich kann mich gar nicht benehmen wie die..
    Denn dann verhalte ich mich ebenso segretativ wie sie..
    Das ist nicht mein Job..
    Und vor allem nicht mein Beruf..
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