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Kommentare zu:
Querverlag und Männerschwarm boykottieren Messe "Queeres Verlegen"


#21 TheMumProfil
#22 non-supremacistAnonym
#23 PiepmatzAnonym
  • 01.11.2017, 13:33h
  • Selbstverständlich können Messeveranstalter:innen, die eine bestimmte thematische und politische Richtung präsentieren wollen, entscheiden, das Angebot anhand dieser Agenda einzuschränken. Ich halte den Begriff "Zensur" hier für unangemessen.

    Um ein plakatives Beispiel zu bringen: Vermutlich hätten die Meisten hier Verständnis dafür, wenn auf dieser Messe "Gender-Gaga" von Birgit Kelle für unwillkommen erklärt worden wäre. Müsste jede Messe JEDES Buch unabhängig vom Inhalt präsentieren, weil jeder Ausschluss gleich als "Zensur" angeprangert würtde, dann wäre grundsätzlich keine politische Schwerpunktsetzung bei solchen Veranstaltungen mehr möglich. Auch das hätte nach meinem Verständnis nichts mehr mit demokratischer Freiheit zu tun.

    Im konkreten Fall halte ich diese Entscheidung der Veranstalter:innen aber für verkehrt. In "Beißreflexe" gibt es zwar einige Passagen, die recht polemisch daherkommen und dem eigenen Anspruch an eine Versachlichung der Diskussion daher nicht nachkommen. Diesen steht aber eine Mehrzahl fundierter und sachlicher Kritiken gegenüber. Die kritisierte Transfeindlichkeit oder gar Entsolidarisierung kann ich nicht erkennen. Insgesamt halte ich den Band für einen wichtigen und notwendigen Beitrag zu aktivistischer Selbstkritik.

    Solche Selbstkritik sollte nicht als Versuch begriffen werden, bestimmte aktivistische Richtungen zu schwächen. Im Gegenteil sehe ich die Fähigkeit zur Selbstkritik (und natürich zur Auseinandersetzung mit Kritik von außen) als eine Vorausetzung, eigene Positionen zu stärken und die eigene politische Arbeit langfristig sogar effektiver zu machen.
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#24 Reto77
  • 01.11.2017, 13:41h
  • Zugegeben, ich kenne das Buch nur vom Hörensagen. Eine Diskussion um den Übereifer unter manchen LGBTI-Aktivisten täte jedoch gut. Es ist jetzt so, dass jeder, der den Islam auch nur leise kritisiert, gleich als Faschist gilt. Oder wer der Ansicht ist, einem zwölfjährigen Mädchen dürfe man in sachlicher Form erklären, warum zwei sich liebende Männer zusammenleben, gilt bei diesen Aktivisten sofort als pädophiles Schwein, mit dem man selbstverständlich endgültig den Kontakt abbricht.
    Die LGBTI-Öffentlichkeit sollte sich einer Debatte um die eigene interne Toleranz stellen, anstatt mit der Zensurkeule draufzuhauen.
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#25 goddamn liberalAnonym
  • 01.11.2017, 13:41h
  • Antwort auf #22 von non-supremacist
  • "Auf der Ausbeutung welcher Teile der Welt beruhen (historisch und gegenwärtig) die sozialen Privilegien, die Sie total unabhängig genießen?"

    Gute Frage.

    Die sollte man aber weniger einem/einer mehr oder weniger 'weißen' deutschen DurchschnittverdienerIn (mit und ohne Migrationshintergrund) stellen als einen kleinen Kapitalistenschicht weltweit.

    Zu der gehören dann auch die fromm-homophoben Feudalaristokraten in Saudi-Arabien und anderswo, mit denen Trump seine Kriegertänze aufführt.

    Merke: Nicht jedes US-amerikanische Konzept, das außerhalb der Campus-Idylle auch dort nichts bringt, taugt zur Analyse globaler Machtverhältnisse.
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#26 AmurPrideProfil
  • 01.11.2017, 13:49hKöln
  • Zum Thema Zensur:

    ""..Zensur (lateinisch censura) ist der Versuch der Kontrolle der Information. Durch restriktive Verfahren in der Regel durch staatliche Stellen sollen Massenmedien oder persönlicher Informationsverkehr kontrolliert werden, um die Verbreitung unerwünschter oder ungesetzlicher Inhalte zu unterdrücken oder zu verhindern. [..]
    Vor allem Nachrichten, künstlerische Äußerungen und Meinungsäußerungen sind Gegenstände der Zensur. Die Zensur dient dem Ziel, das Geistesleben in religiöser, sittlicher oder politischer Hinsicht zu kontrollieren. Diese Kontrolle wird damit begründet, man wolle oder müsse schutzbedürftige Gesellschaftsgruppen vor der schädlichen Wirkung solcher Inhalte bewahren. [..]
    Von Seiten der von Zensur Betroffenen und auch in wissenschaftlichen Untersuchungen wurde und wird der Vorwurf erhoben, der wahre Beweggrund der Zensur seien der Schutz und der Machterhalt der sie ausübenden Eliten. [..]
    Da Grundrechte traditionell als Abwehrrechte Privater gegenüber dem Staat zu verstehen sind,[9] ist in Deutschland eine verbotene Zensur im Sinne von Art. 5 Abs. 1, S. 3 Grundgesetz nur die Zensur durch den Staat oder dem Staat zurechenbare Stellen. Eine Vorauswahl privater Stellen, ob Beiträge veröffentlicht werden oder nicht (z. B. einer Zeitungsredaktion vor der Veröffentlichung von Leserbriefen oder eines Forenmoderators vor oder nach der Veröffentlichung von Beiträgen in Online-Foren), ist daher keine Zensur im Sinne des Grundgesetzes und verfassungsrechtlich unbedenklich.."" (Wikipedia)
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#27 LorenProfil
#28 goddamn liberalAnonym
#29 Thomas LAnonym
#30 LarsAnonym
  • 01.11.2017, 16:17h
  • Antwort auf #26 von AmurPride
  • Na ja, es stimmt schon, rechtlich ist das natürlich keine Zensur, aber es ist eine Geisteshaltung, die sich nur unter den Bedingungen großer Beschränktheit, oder sagen wir höflich, unter großer Beschränkung sicher fühlt.

    Wer sich für queere Themen interessiert, der hat von solch einer krampfhaft verengten und vorgefilterten Darstellung von queeren DIskursen und Diskursen über Queerness nicht viel. Der Begriff wird dadurch zu eine leeren politischen Schablone ohne reale Substanz.

    Dass sich da jetzt viele Organisationen, die für sich ebenfalls das Recht in Anspruch nehmen, über "queere" Themen und Identitäten und Lebenswirklichkeiten zu informieren, ausklinken, halte ich für geboten, denn es handelt sich schon um den Versuch, die lebendige und streitbare Vielfalt von Informationen, Meinungen und Definitionen von "Queerness" im eigenen Sinne unter Kontrolle zu halten.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #26 springen »

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