Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://www.queer.de/detail.php?article_id=30003
Home > Kommentare

Kommentare zu:
Querverlag und Männerschwarm boykottieren Messe "Queeres Verlegen"


#61 goddamn liberalAnonym
  • 04.11.2017, 08:29h
  • Antwort auf #59 von Moholi
  • "Aber ich als schwarzer Südafrikaner finde es wieder typisch, und durchaus rassistisch, dass die Diskussion auf englisch stattfindet."

    'Rasse'?

    Sprachen haben keine Pigmente.

    Aber Deinen Grundansatz finde ich schon richtig.

    Englisch ist praktisch, aber es auch eine Dampfwalze gegen die Vielfalt.

    Und jede Sprache hat so ihre Geschichte.

    Deutsch war z. B. die Sprache der Täter und der Opfer des Holocaust. Lotti Huber tröstete sich im KZ damit, dass das Deutsch der KZ-Wächterinnen, die sie unterdrücken und töten wollten, grottenschlecht war.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #59 springen »
#62 TraumzerstörerinAnonym
  • 04.11.2017, 09:36h
  • Antwort auf #61 von goddamn liberal
  • "Sprachen haben keine Pigmente. "

    Das nicht, aber eine historische und ethnologische Geschichte, das wird z.B. dort deutlich, wo in einer Sprache Bezeichnungen für Dinge nicht vorkommen, die es in einer anderen Sprache gibt, weil diese Objekte oder Bräuche geographisch gebunden sind. z.B, bestimme Pflanzen, Tiere usw.
    Auch soziale Sachverhalte oder Konzepte können mit einer Sprache aufgrund ihrer kulturhistorischen Entwicklung nicht beschrieben werden, so werden dann Fremdwörter aus anderen Sprachen eingeführt, oder neue erarbeitet.
    Passiert heute ja auch, mit starkem Widerstand der Rechten, die sich gegen jegliche sprachliche Entwicklung mit ganzer Kraft stemmen.

    "Englisch ist praktisch, aber es auch eine Dampfwalze gegen die Vielfalt. "

    Ah okay? Ich sehe das eher als universelle Sprache, die mir z.B. ermöglicht hat, auf diverse Fachliteratur zuzugreifen, die niemals ins Deutsche übersetzt wird.
    Ich kann dank meiner Englischkenntnisse ohne Probleme die neusten Publikationen zu diversen Themen im Internet lesen, Vorträge anhören, das wäre mir sonst alles verschlossen.

    "Und jede Sprache hat so ihre Geschichte.

    Deutsch war z. B. die Sprache der Täter und der Opfer des Holocaust. "

    Oh das ist aber sehr kurz gedacht, wegen 12 schlimmer Jahre gleich eine mehrere Tausend Jahre lange Sprachentwicklung nur darüber zu definieren?

    Deutsch ist erst einmal wie Englisch eine indogermanische Sprache, aus dem Indoeuropäischen Kulturkreis, eine wohl ursprünglich erst vor etwa 5000 Jahren eingeführte Sprache aus Zentralasien, die sich bis in den westlichsten Winkel Europas und östlich bis nach Indien ausgebreitet hat.

    de.wikipedia.org/wiki/Indogermanische_Sprachen

    Wie so viele andere Ethnien auf der Welt auch, spreche auch ich nicht die Sprache, die ursprünglich mal zu meiner Ethnie gehört hat, diese Sprache scheint völlig ausgestorben zu sein.
    Trotzdem sind wohl einige Wörter davon in die indoeuropäischen Sprachen Nordeuropas übergegangen.

    www.eupedia.com/linguistics/non-indo-european_germanic_words
    .shtml


    Von Moholi: "Aber ich als schwarzer Südafrikaner finde es wieder typisch, und durchaus rassistisch, dass die Diskussion auf englisch stattfindet. "

    Meine Freundin argumentiert da ähnlich, nicht aus rassischer, aber aus klassistischer Perspektive. Sie Unterschichtlerin, ist auf der Sonderschule gewesen, hat deshalb niemals Englisch gelernt. Sie regt sich fürchterlich darüber auf, dass sie vieles im Internet nicht lesen kann, neue Serien oder Filme die nicht auf Deutsch übersetzt werden, bleiben ihr verschlossen. Sie kann deshalb gewisse PC-Spiele nicht spielen, kann diverse Fachbücher nicht lesen. Im Ausland ist sie wegen ihrer eingeschränkten Kommunikationsfähigkeit aufgeschmissen ohne mich.

    In ihrer Jugend war sie rechts, da argumentierte sie so, dass Englisch eine Besatzersprache sei, und es deshalb gut sei, dass sie diese nicht gelernt hätte.
    Demnächst wir sie an der VHS einen Einsteigerkurs für Englisch machen ;)

    Da ist dann jetzt die Frage, sollte es diese Sachen immer als regionale Variante mit einheimsicher Sprache geben, oder sollte die Bildung verbessert werden, für unterdrückte Minderheiten und sozial schwache Menschen? Oder beides?
  • Antworten » | Direktlink » | zu #61 springen »
#63 goddamn liberalAnonym
  • 04.11.2017, 10:40h
  • Antwort auf #62 von Traumzerstörerin
  • Gerade weil ich in Wort und Schrift keine Probleme mit Englisch habe, weiß ich auch um die Ausdrucksgrenzen dieser Sprache.

    Politische Probleme habe ich nie mit dieser Sprache gehabt ("Lieber Tommy, fliege weiter, hier sind doch nur Bergarbeiter!").

    Mit der deutschen Sprache habe ich auch keine Probleme. Sie ist nicht nur die Sprache der Täter, sondern auch die Sprache von Heine, Marx, Freud und Kafka usw. usw..

    Man kann sich ein Leben lang mit deutscher Kultur beschäftigen, ohne auf einen einzigen Germanen zu stoßen.

    Das ist doch schon mal was.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #62 springen »
#64 antos
  • 04.11.2017, 10:56h
  • Antwort auf #60 von goddamn liberal
  • Aber der Tschador ist natürlich spätestens seit 1979 ein Symbol faschistischer Unterdrückung.

    Selbstverständlich ist er das, ältere Frauen wie meine in Tehran geborene Freundin erinnern sich gut an den Kampfruf der Prügel androhenden Khomeini-Anhänger (wo wir grad so gemütlich bei Sprachen sind...): Ya rusari, ya to-sari!
  • Antworten » | Direktlink » | zu #60 springen »
#65 goddamn liberalAnonym
  • 04.11.2017, 11:14h
  • Antwort auf #64 von antos
  • "Selbstverständlich ist er das, ältere Frauen wie meine in Tehran geborene Freundin erinnern sich gut an den Kampfruf der Prügel androhenden Khomeini-Anhänger (wo wir grad so gemütlich bei Sprachen sind...): Ya rusari, ya to-sari!"

    Herzlichen Dank für Deinen Beitrag!

    Ja, die Welt außerhalb der angegrünten Latte-Zone ist oft gar nicht gemütlich.

    Aber leider REAL!

    Deine Freundin sollte mal im deutschen Fernsehen auftreten.

    Und sie sollte mal an Burka-Prigge schreiben.

    Hilft aber nichts, denn deutsche Idealisten leben seit jeher gern im Wolkenkuckucksheim.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #64 springen »
#66 LorenProfil
#67 goddamn liberalAnonym
#68 TheDadProfil
  • 05.11.2017, 17:01hHannover
  • Antwort auf #59 von Moholi
  • ""Aber ich als schwarzer Südafrikaner finde es wieder typisch, und durchaus rassistisch, dass die Diskussion auf englisch stattfindet. Der Sprache der Erfinder der Segregation der Rassen, der Ausbeutung der südafrikanischen Rohstoffe, etc... Es gibt mehr Muttersprachler Zulus als muttersprachliche Englische in Südafrika.""..

    Ich verstehe und teile Deine Kritik..

    Blöderweise sprechen hier in der BRD aber nur sehr wenige Menschen Zulu, dafür viele Englisch..

    Vor dem Hintergrund böte sich dann aber auch die Diskussion an einmal zu hinterfragen wieso sich Südafrika am Ende des Apartheid-Regimes nicht dazu entschlossen hat Englisch in der Kategorie der Amtsprachen im Land herab zu stufen, und die einheimischen Sprachen damit herauf zu stufen ?
  • Antworten » | Direktlink » | zu #59 springen »
#69 TheDadProfil
  • 05.11.2017, 17:36hHannover
  • Antwort auf #60 von goddamn liberal
  • ""Wo lebst Du eigentlich?""..

    In der BRD..
    In einem Land in dem Frauen für die freiwillig Entscheidung eingeschränkt sind welche Kleidung sie tragen, weil sie zu einem "Ausdruck der Religion" erklärt wird, ohne zu hinterfragen, ob sie das wirklich ist, und wie viel diese Kleidung mit den Traditionen zu tun hat..

    In einem Land in dem auch "Deutschen Frauen" immer noch vorgeschrieben wird welche Kleidung sie zu tragen haben..
    Man lese dazu einmal die Artikel die sich mit dem "Kleidungs-Stil" einer Alice Weidel befassen..
    Wer denkt die Beschäftigung mit ihren angeblichen oder so wahrgenommen Auftritten im Stile von Marlene Dietrich käme da nur als Beiwerk zum Tragen, der irrt sich auch in der Sexismus-Debatte gründlich..

    In einem Land in dem Männer im Rock immer noch als Pardies-Vögel wahrgenommen sind, und selbst die vor 15 Jahren verstorbene Charlotte von Mahlsdorf immer noch als "Unikum" betrachtet wird..

    Vor allem lebe ich aber in einem Land in dem man es immer noch ablehnen kann anderen Menschen vorzuschreiben wie sie sich zu kleiden haben..
    Das geht mich bestenfalls gar nichts an, und ich halte beinahe alle vorgebrachten "Argumente" gegen eine Hijab, Nijab, oder Burqa für den Versuch "weißer Männer" über die "indigene Frau" und vor allem die "Ausländerin" zu herrschen, was nicht automatisch besser wäre, als wenn sich die Frau durch ihre Ehemänner zwingen ließen sich so zu kleiden..

    Ich weiß gar nicht wie oft man das noch wiederholen muß ?

    Man kann Frauen die sich so kleiden WOLLEN das nicht verbieten ohne gegen die Verfassung zu verstoßen..

    Also muß hier zunächst genau darauf geschaut werden, wie man ein Verbot mit der Verfassung vereinbart..

    Das geschieht allerdings eben NICHT dadurch, daß man einfach die Verfassung änderte !

    Denn wenn man das einmal macht (und da haben wir bereits geschehen lassen), dann wird man das immer wieder machen, und wir haben dann irgendwann eine Verfassung die den Herrschenden gehorcht, und keine Gesetze mehr die der Verfassung gehorchen !

    Ich bin auch weiterhin nicht bereit ein Recht aufzugeben, nur weil es mich angeblich persönlich nicht tangiert..

    Was ist dann also mit den angeblichen "Argumenten" ?

    Nehmen wir mal 2 heraus :
    Weil man an einem Tag für 10 Sekunden seine Identität an einem Bank-Automaten oder Angestellten von Behörden offenbaren muß, darf man die anderen 23 Stunden 59 Minuten und 50 Sekunden dann auch diese Kleidung nicht tragen ?

    Weil angeblich irgendwer nicht in der Lage sei auf einem Foto einer Blitzanlage die Fahrerin einwandfrei zu identifizieren, muß Frau unverhüllt fahren ?

    Während das für Motorrad-Pilotinnen und Fahrradfaherrinnen nicht gilt !

    Und mehr noch..
    Mit derlei absurden Begründungen schließt man Frauen ganz in der chauvinistischen Traditionen dieses Landes von ganzen Berufs-Gruppen aus ?

    Von dem Anästhesisten der mich vor 2 Jahren mal Narkotisiert hat, kenne ich auch nur einen schmalen Schlitz mit schwarzen Augenbrauen und braunen Augen, denn das Vorgespräch führte eine junge blonde Ärztin mit russischem Akzent..

    Die erhobenen Einwände genügen mir einfach nicht um ALLEN Frauen, und das ist dann auch der Kasus Knaktus, ein "Verhüllungs-Verbot" aufzuerlegen, und damit das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit einzuschränken..

    Das, um auf Deine Frage zurückzukommen, absolut nichts an den Verhältnissen in anderen Ländern ändern wird, denn dort haben wir gar keinen Einfluß..

    Verschwörungstheoretisch könnte ich hier nun noch anmerken, ein Verbot von Burqu, Hijab und Niqab könnte Tausende Frauen in den dortigen Staaten auf die Idee zur Flucht bringen, und zu einem Anstieg der Flüchtlings-Zahlen führen..
    Hat man das auch einmal bedacht ?
  • Antworten » | Direktlink » | zu #60 springen »
#70 goddamn liberalAnonym
  • 05.11.2017, 18:17h
  • Antwort auf #69 von TheDad
  • "Das geht mich bestenfalls gar nichts an, und ich halte beinahe alle vorgebrachten "Argumente" gegen eine Hijab, Nijab, oder Burqa für den Versuch "weißer Männer" über die "indigene Frau" und vor allem die "Ausländerin" zu herrschen, was nicht automatisch besser wäre, als wenn sich die Frau durch ihre Ehemänner zwingen ließen sich so zu kleiden.."

    Die 'Rasse' kann man bei Gesichtsverhüllung gar nicht erkennen.

    Die total verhüllte 'Ausländerin' ist ohnehin oft eine 'germanische' Konvertitin.

    Auch die Hautpigmente 'ausländischer' Frauen unterscheiden sich hierzulande meist nicht von denen 'weißer' Männer. Wir sind hier nicht in den USA.

    Die Semiotik der Verhüllung ist schlagend im Wortsinn und das gilt für alle abrahimischen Religionen.

    Ich weiß, auf welcher Seite ich da stehe:

    www.spiegel.de/spiegel/print/d-40350206.html

    Und: Deutschland ist mir nicht wichtig.

    Wichtig ist die Zivilsation, wie Atatürk sie verstanden hat.

    Ein antiimperialistischer Kämpfer nach außen, ein Kämpfer gegen Zivilisationsverweigerung nach Innen.

    Es ging und geht leider hart zu da draußen.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #69 springen »

» zurück zum Artikel