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Kommentare zu:
Querverlag und Männerschwarm boykottieren Messe "Queeres Verlegen"


#71 TheDadProfil
  • 05.11.2017, 21:52hHannover
  • Antwort auf #70 von goddamn liberal
  • ""Die 'Rasse' kann man bei Gesichtsverhüllung gar nicht erkennen.""..

    Stimmt..
    Denn "einheimische Burka-Trägerinnen" sind eine noch viel kleinere Minderheit in der Gilde der sich verhüllenden Frauen, die sich damit versuchen auch dem Sexismus der Männer zu entziehen, und sich gleichzeitig eine sexistische Diskussion aufhalsen..

    In der öffentlichen Wahrnehmung vermischen sich dann auch die Trägerinnen zu Emigrierten; in der falschen Denke
    "sowas tragen doch nur ausländerinnen";
    wie "Muslime" zwischenzeitlich zu einem Sammelbegriff für alles abzulehnende geworden ist, unter die man Menschen aus Hunderten Ethnien stammend zu einer Soße zusammenschüttet, und der "bösartige muslim" dabei aus dem Reagenzglas herausschaut..

    Den eigenen Rassismus, die eigne Phobie die in der genutzten Sprache immer mitschwingen kann und seine häßliche Fratze aus dem Subtext herausstrahlt, nimmt man gar nicht wirklich selbst wahr..

    ""Auch die Hautpigmente 'ausländischer' Frauen unterscheiden sich hierzulande meist nicht von denen 'weißer' Männer. Wir sind hier nicht in den USA.""..

    Weil es "pigment-basierten Rassismus" ja auch nur in den USA gäbe, und die Ablehnung "des Türken", "des Kurden", "der Yesiden", und nicht zuletzt das durch die Silvesternacht bekannte "Nafris" ja auch überhaupt nicht stattfindet ?

    "Der Deutsche" ist mindestens so weiß und Privielg-fokussiert wie "die Weißen" in den USA..
    Und Rassismus funktioniert überall nach den gleichen Prinzipien..

    ""Und: Deutschland ist mir nicht wichtig.""..

    Mir aber..
    Denn Atatürk'sche Visionen lassen sich hier mangels Willen der Parteien die "Religionen" an die Kandare zu legen, und mangels Personal vor allem auch in der Linken Partei und der SPD nicht verwirklichen..

    Ich lebe hier, und ich brauche meine Kraft dann auch "für hier" auf..
    An internationalen Veränderungen sollen sich andere abarbeiten..
    Nicht daß das unwichtig wäre..
    Aber dazu gehören neben Engagement dann auch die Fähigkeiten sich auf internationalen Ebenen Gehör zu verschaffen, wozu entsprechenden Netzwerke (damit sind nicht die "sozialen netzwerke" gemeint) gehören, über die ich nicht verfüge..
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#72 goddamn liberalAnonym
  • 05.11.2017, 22:30h
  • Antwort auf #71 von TheDad
  • "Mir aber..
    Denn Atatürk'sche Visionen lassen sich hier mangels Willen der Parteien die "Religionen" an die Kandare zu legen, und mangels Personal vor allem auch in der Linken Partei und der SPD nicht verwirklichen.."

    Exakt so ist es.

    Und das ist unser Problem, an dem wir arbeiten müssen.

    Mit Naturschutz für Wahabiten ist da nichts gewonnen. Genausowenig wie für Pius-Brüder und Opus Dei.

    Wie gesagt: Im Gegensatz zu den USA ist der Begriff 'Rasse' hier seit jeher meist eine rechte (Wahn-)Fiktion. Für eine 'Rasse' wäre ein Judenstern unnötig gewesen.

    Schon deswegen habe ich einen Widerwillen gegen einen Rassismus-Diskurs in Bezug auf die große Mehrheit der Migranten aus der islamischen Welt.

    Aus Deiner sehr deutschen Perspektive kann Dir nicht eine Diskussion mit mir, sondern eine mit Yeziden, Aleviten und säkularen Sunnitinnen wie Lale Ajgün und Seyran Ates raushelfen.

    Schlechtes Gewissen am falschen Ort nutzt manchmal den Schlechten.
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#73 TheDadProfil
  • 06.11.2017, 23:47hHannover
  • Antwort auf #72 von goddamn liberal
  • ""Schon deswegen habe ich einen Widerwillen gegen einen Rassismus-Diskurs in Bezug auf die große Mehrheit der Migranten aus der islamischen Welt.""..

    Ich halte es schon aus rein praktischen Gründen nicht für Zielführend Rassismus gegenüber Zuwanderern nicht diskutieren zu wollen, weil das Konzept der "verschiedenen Rassen" längst widerlegt ist..

    Es gibt keine Rassen, aber es gibt Rassismus..

    ""Aus Deiner sehr deutschen Perspektive kann Dir nicht eine Diskussion mit mir, sondern eine mit Yeziden, Aleviten und säkularen Sunnitinnen wie Lale Ajgün und Seyran Ates raushelfen.""..

    Die führe ich bereits seit langem..
    Meine Arbeitskollegin ist Yesidin..
    In dem Kursen die sie mit mir gemeinsam an der IGS organisiert haben wir es mit Sunniten, Schiiten, Yesiden, Aleviten, Christen zu tun, und es geht um gemeinsames Kochen und Essen vor dem Hintergrund verschiedener Kulturen und Erfahrungen..
    Inklusive der Grabenkämpfe bezüglich des Halal, Haram, Koscher, Vegetarisch und Vegan..

    In einer anderen AG der IGS geht es in einem Musical-Projekt um Rassismus, Gender und Sexuelle Identitäten im Konflikt Kind/Jugendliche = Eltern/Erziehungsberechtigte..

    Wie bereits mehr als nur einmal erwähnt arbeite ich an solchen Projekten seit jetzt 3 Jahren mit, und ich bin deshalb auch ständig in der Diskussion und im Thema..
    Wie kann man da immer noch annehmen bei mir bestünde "ein nachholbedarf an diskussion" ?

    In unserem Kiez herrscht eine Mischung aus über 45 Ethnien bei einem Anteil von um die 50 Prozent Menschen mit "Migrationshintergrund" wie es immer so schön schrecklich heißt..

    Aber die Migrationserfahrung inklusive meiner, dem nicht hier geboren und ausgewachsen sein, teilen dann über 90 Prozent der Kiez-Bewohner..

    Auch ich bin nur Zugewandert, und das aus wirtschaftlichen Gründen, und damit ein "Wirtschaft-Migrant"..
    Bloß mir wirft das Niemand vor..

    Die Flucht der Yesidischen Familien die Teils seit Mitte der Neunziger im Kiez leben wird ihnen noch Heute vorgeworfen..

    "Kurde" ist eine ebenso abfällig gebräuchliche Bezeichnung wie Alevit..
    Das kriegt man dann hautnah im Ramadan mit, wenn sich "gläubige Muslime" "beschweren" daß "die anderen" nicht fasten, weil Aleviten nun einmal einen andren Kalender haben und ihr Ramadan dann nicht im Juli/August sondern in den Oktober fällt..

    Nicht-Wissen ist das Kennzeichen des Gegenseitig Nicht-verstehen..

    Russisch-Orthodoxe feiern dann "doppelt" Weihnachten..
    Einmal nach unserem Kalender, einmal nach dem eigenem..
    Da wird schon das wöchentlich gemeinsame Kochen im Jugendzentrum für die freie Jungs-Gruppe zum Balance-Akt der "unterschiedlichen Kulturen", und die Pizza ist dann "Gemeinschafts-stiftender" als man sich vorstellen kann..

    Mit welchen Recht soll ich mich dann dafür einsetzen irgendeiner dieser Ethnien irgendein "kultur-stiftendes Zeichen" wegzunehmen, und dann noch den Mädchen und Frauen, die eh nur dabei sein dürfen, wenn wir Erwachsene den Aufpasser spielen, und ich mir dann denke, "besser meine kollegin und ich, als irgendein imam oder eltern-teil in der moschee oder gebets-saal", die dann wieder nur ihren Teil vermitteln und ihre Sicht der Dinge zum Dogma erheben..

    Ich kann mich gar nicht benehmen wie die..
    Denn dann verhalte ich mich ebenso segretativ wie sie..
    Das ist nicht mein Job..
    Und vor allem nicht mein Beruf..
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