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Regenbogenflagge verbrannt

Neonazis randalieren in Georgien – weil Fußballer Regenbogenbinde trug

Der Vize-Kapitän der Fußballnationalmannschaft hatte bei einem Spiel seines niederländischen Clubs eine Regenbogenbinde getragen – noch Wochen später regt sich Protest in der Heimat.


Guram Kashia am 15. Oktober mt Regenbogenbinde zum Internationalen Coming-out-Tag und der Protest in Tiflis am 31. Oktober

Die Polizei von Tiflis hat am Dienstag acht Personen bei einem Protest rechtsextremer Gruppen vor dem Sitz des georgischen Fußballverbands festgenommen. Die Demonstranten forderten eine Bestrafung oder Absetzung des Vize-Kapitäns der Nationalmannschaft Guram Kashia, nachdem er bei einem Spiel in den Niederlanden eine Regenbogenbinde getragen hatte.

Bei dem vom ultrarechten Bündnis "Marsch der Georgier", das sich gegen Immigration und LGBTI-Rechte und für die "Reinheit" der georgischen Bevölkerung einsetzt, organisierten Protest mit bis zu 100 Teilnehmern kam es zu Rangeleien mit Polizisten, auch wurden Rauchbomben eingesetzt, Feuerwerkskörper geworfen und vor Kameras eine Regenbogenflagge angezündet, die brennend auf das Gelände des Verbandes geworden wurde. Die Gruppe forderte auch den Rücktritt des Vorstands des Fußballverbands.

Direktlink | Eindrücke der Krawalle von der russischen TV- und Propaganda-Agentur Ruptly

Der festgenommene Organisator Lado Sadgobelaschwili hatte bereits seit Jahren gegen Homosexuelle Stimmung gemacht, so forderte er 2010 im Wahlkampf um einen Sitz im Stadtrat ein "Georgien ohne sexuelle Minderheiten" und betonte: "Die Tage der Homosexuellen in Georgien sind gezählt." 2015 drohte er der LGBTI-Organisation Identoba, die ihn als Anführer einer "Neonazi-Jugendorganisation" mit Nähe zu Russland bezeichnete, mit Vernichtung (queer.de berichtete). In den letzten Jahren hatte er immer wieder Proteste organisiert, darunter auch antisemtische etwa gegen den angeblichen Einfluss von George Soros, und gilt als Mitorganisator mehrerer großer Fackelmärsche von Neonazigruppen.

Fußballer bereut Binde nicht

Der Anlass für die Ausschreitungen: Kashia hatte am 15. Oktober als Kapitän des niederländischen Teams Vitesse Arnhem bei einem Spiel eine Regenbogenbinde getragen, als Zeichen der Unterstützung zum Internationalen Coming-out-Tag. Der 30-Jährige löste damit eine Protestwelle in der Heimat aus, und das nicht nur unter Rechtsextremen.

In sozialen Netzwerken sprachen viele Fußballfans von einer "Schande", die der Spieler mit der Regenbogenbinde auf das Land gebracht habe. "'LGBT-Kashia' muss aus dem georgischen Team geworfen werden", kommentierte ein Kolumnist in "Asavali-Dasavali", eine der größten Zeitung des Landes. Würde Kashia bleiben, würden andere Spieler und Fans die Mannschaft boykottieren.

Auch auf der Facebookseite der LGBTI-Organisation "Equality Movement", die den Schritt als wichtiges Zeichen gerade für Georgien lobte, hinterließen viele Fans abschätzige und drohende Kommentare, wie auch auf der der Facebook-Seite des Spielers. Einige Tage später betonte Kashia in einem Interview mit dem niederländischen Fernsehen, dass er die Binde nicht bereue: "Ich unterstütze immer den Frieden unter Menschen und bin immer gegen Gewalt."

Facebook / Tabula.ge | Kashias in der Heimat groß verfolgtes Interview mit dem niederländischen Sender NOS

Zuletzt nahm auch die Unterstützung für den bedrängten Fußballer zu: In sozialen Netzwerken tauschten viele Menschen ihr Profilbild in eines aus, das ihn zeigte. Der Fußballverband und viele Mitspieler stellten sich ebenso hinter ihn wie der georgische Präsident Giorgi Margwelaschwili, der am Montag auf Facebook schrieb: "Jeder hat das Recht, seine Meinung zu äußern. Wir sollten Menschenrechte und Freiheiten respektieren. Ich stehe hinter der uneingeschränkten Unterstützung, die die Sportwelt gegenüber Guram Kashia gezeigt hat."

Ausschreitungen und Resolutionen

Der Präsident hatte bereits im letzten Herbst in einer zutiefst homofeindlichen Atmosphäre eingegriffen und mit einem Veto die Abhaltung eines Referendums blockiert, mit der der zivilrechtliche Ausschluss homosexueller Paare vom Institut der Ehe in die Verfassung aufgenommen werden sollte – Homo-Gegner hatte dazu über 200.000 Unterschriften gesammelt (queer.de berichtete). Die Partei des Premierministers Giorgi Kwirikaschwili vom Parteienbündnis Georgischer Traum, das auf europäischer Ebene mit den Sozialdemokraten verbunden ist, will das Eheverbot allerdings weiter verfolgen.

Die georgische Politik hatte zwar 2006 ein Antidiskriminierungsgesetz im Arbeitsbereich erlassen und 2014 auf weite Teile des Zivilrechts ausgedehnt, auch gibt es eine strafverschärfende Gesetzgebung gegen Hassverbrechen auch aufgrund von Homo- und Transphobie. In der Praxis gibt es aber eine hohe Anzahl an homo- und transphoben Gewalttaten und es wird kaum gegen entsprechende Taten und Worte vorgegangen – zumal die orthodoxe Kirche als einer der größten Anstifter gilt.


Homofeindliche Ausschreitungen in Tiflis im Jahr 2013

So hatte Patriarch Ilia II., der Homosexualität als "anormal und eine Krankheit" bezeichnete, 2013 ein Verbot eines Protests der Organisation Identoba zum Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie gefordert. Der Tag endete in massiven Ausschreitungen: Bilder, wie ein wütendender Mob gegen einen Bus mit Demo-Teilnehmern vorging, gingen um die Welt (queer.de berichtete). Später wurden auch vier Priester wegen der Gewaltvorfälle angeklagt. Bilder belegen, dass sich an dem Protest am Dienstag in Tiflis gegen den Regenbogenbinden-Fußballer neben Neonazis auch einzelne Priester beteiligt hatten. (nb)


Ein Priester ging 2013 mit einem Stuhl gegen LGBTI-Aktivisten los. Drei Jahre später stellten Aktivisten einen Stuhl in Regenbogenfarben vor ein Hotel in Tiflis, in dem der "Weltkongress der Familien" stattfand, ein jährliches Treffen internationaler Homohasser (queer.de berichtete). Damaliger Starredner: Patriarch Ilia II.



#1 HoltzmannProfil
#2 monchichiAnonym
  • 01.11.2017, 21:37h
  • "In der Praxis gibt es aber eine hohe Anzahl an homo- und transphoben Gewalttaten und es wird kaum gegen entsprechende Taten und Worte vorgegangen zumal die orthodoxe Kirche als einer der größten Anstifter gilt."

    Die monotheistischen mafia zellen auf unserem globus sind nicht nur der grössten anstifter sondern die quelle von der heutigen künstlich konzipierten homophobie.
    Solange dieses problem nicht ernsthaft angegangen wird wird es auch homophobie geben.
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#3 Eligio FiorentiniAnonym
#4 hugo1970Profil
  • 01.11.2017, 22:05hPyrbaum
  • Was die scheiß verdamten religiösen nationalisten alles verursachen nur um ihre kranken unmenschlichen monströsen Gedanken auszuleben und nur Haß auf diesen Planeten bringen.

    Leute denkt doch nach, was auch hier passieren wird, wenn wieder rechtes Gedankengut hoffähig gemacht wird. Den ersten schritt haben die deutschen rechts nationalisten mit der afd gemacht und weitere werden folgen, wenn wir der Bevölkerung die Augen nicht öffnen!!!!
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#5 hugo1970Profil
  • 01.11.2017, 22:07hPyrbaum
  • "zumal die orthodoxe Kirche als einer der größten Anstifter gilt."

    Das zeigt ja die verlogene Religion, statt Liebe in die Welt zu bringen, säht sie nur Hass.
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#6 hugo1970Profil
  • 01.11.2017, 22:09hPyrbaum
  • "anormal und eine Krankheit"

    Anormal sind alle religiösen Hetzer, die verschleiern wollen, das sie die eigentlichen weltweiten Verursacher des Hasses und Kriege sind.
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#7 hugo1970Profil
  • 01.11.2017, 22:11hPyrbaum
  • Lieber Guram Kashia ich dank Dir aus tiefsten Herzen und tiefster Überzeugung Deinem Angajement für mehr Akzeptanz und Gerechtigkeit auf dieser Welt.
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#8 Abdul-Shahid HaddadAnonym
#9 TimonAnonym
  • 02.11.2017, 06:22h
  • Das zeigt nur wieder mal, dass die Homohasser nur die Sprache der Gewalt kennen.

    Homohasser sind totalitäre Faschisten, die die ganze Welt unterjochen wollen.
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#10 AmurPrideProfil