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Nach Missbrauchsvorwürfen

Homo-Gegner machen sich Spacey-Skandal zunutze

Die Anschuldigungen gegen Schauspieler Kevin Spacey sind ein gefundenes Fressen für Gegner der Gleichbehandlung.


Kevin Spacey hatte sich am Montag nach Missbrauchsvorwürfen als schwul geoutet (Bild: Marco Verch / flickr)

In den USA instrumentalisieren Gegner von LGBTI-Rechten die Affäre um Kevin Spacey, um pauschal gegen Homosexuelle zu polemisieren. In rechten Blogs werden die Vorwürfe als "Pädogate" bezeichnet und die Homosexualität des Schauspielers für die Übergriffe verantwortlich gemacht.

Scott Lively von der evangelikalen Kirchengemeinde "Abiding Truth Ministries" veröffentlichte auf der Webseite "World Net Daily" am Mittwoch einen Kommentar unter der Headline "Wird der Spacey-Skandal die schwule Besessenheit mit jungen Teenagern offenlegen?" In dem Artikel argumentiert Lively, dass die "homosexuelle Identität" immer auf Minderjährige ausgerichtet sei und sexuelle Minderheiten deshalb nicht die selben Rechte wie Heterosexuelle erhalten sollten. Lively versuchte in den letzten Jahren in den USA und international, Homo-Rechte zurückzudrängen – in Uganda setzte er sich sogar für die Todesstrafe für Homosexualität ein (queer.de berichtete).

Homophobe Aktivisten wie Lively und Bryan Fischer von der "American Family Association" argumentiert bereits seit Jahren, dass Schwule und Lesben "zehn Mal mehr Sex-Verbrechen gegen Kinder" verübten als die "heterosexuelle Bevölkerung" – für diese Äußerung gibt es keinerlei wissenschaftliche Belege.

Die Debatte um Spacey wird auch von konservativen Kommentatoren dazu genutzt, um politische Punkte gegen das als linksliberal empfundene Hollywood-Establishment zu machen. So erklärte die lesbische "Fox News"-Kommentatorin Tammy Bruce in der erzkonservativen Zeitung "Washington Times", dass mit Spacey ein weiterer Gegner von Präsident Donald Trump entlarvt worden sei. Ihr Fazit: "Es ist Zeit, dass die 'Unterhaltungs'-Industrie endlich damit aufhört, von Themen abzulenken und ihre Wut auf politische Gegner zu lenken. Stattdessen sollte sie in ihrem eigenen widerlichen Haus aufräumen."

Spacey steht seit Sonntag in der Kritik, als Schauspieler Anthony Rapp ("Star Trek: Discovery") berichtet hatte, vor drei Jahrzehnten als 14-Jähriger von einem angetrunkenen 26-jährigen Spacey bedrängt worden zu sein. Daraufhin veröffentlichte Spacey eine umstrittenen Stellungnahme, in der dieser sich für die möglicherweise begangene Tat entschuldigte und sich als schwul outete. Inzwischen haben sich drei weitere Männer mit Vorwürfen an die Öffentlichkeit gewandt (queer.de berichtete).

Spacey kündigt Therapie an

Kevin Spacey übt sich derweil in Schadensbegrenzung: Der zweifache Oscar-Gewinner hat am Mittwochabend angekündigt, sich nach den Missbrauchsvorwürfen in Therapie begeben zu wollen. "Kevin Spacey nimmt sich die nötige Zeit für eine Analyse und Behandlung", erklärte seine Sprecherin Staci Wolfe von der PR-Agentur Polaris. "Zu diesem Zeitpunkt gibt es diesbezüglich keine weiteren Informationen."

In Hollywood ist die Ankündigung, sich in Behandlung zu geben, nach Missbrauchsvorwürfen üblich. Im vergangenen Monat hatte Produzent Harvey Weinstein ebenfalls nach Vorwürfen angekündigt, eine Rehabilitierungseinrichtung aufzusuchen. (dk)



#1 TheDudeProfil
#2 FelixAnonym
  • 02.11.2017, 13:07h
  • War ja klar, dass die Homohasser sich darauf stürzen.

    Aber wenn das noch viel öfter durch Heteros passiert (z.B. aktuell der Weinstein-Skandal) sind die still.

    Die wissen ganz genau, dass ihre Anhänger zu blöd sind, das zu kapieren.
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#3 AmurPrideProfil
  • 02.11.2017, 13:34hKöln
  • War ja sowas von glasklar, dass das jetzt kommen würde! *seufz*

    ""..Pädogate.."" - wie kreativ

    ""..die Homosexualität des Schauspielers für die Übergriffe verantwortlich gemacht..""
    Ja! Nee! Klar! Homo = Pädo! Haben wir alle doch schon immer gewusst!

    ""..dass die "homosexuelle Identität" immer auf Minderjährige ausgerichtet sei..""
    WOW!^^
    Geht's irgendwie noch blöder oder noch platter?^^
    Wer soll denn so einen Scheiß glauben?!?

    Wobei...
    es ist ja an US-Amerikaner gerichtet...
    und die haben ja schließlich auch Trump gewählt!^^
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#4 TheMumProfil
#5 Sukram712Anonym
  • 02.11.2017, 13:48h
  • Wir sollten die Begriffe Missbrauch und Missbrauchsvorwürfe streichen und richtigerweise von sexueller Belästigung schreiben.

    Unter sexuellem Missbrauch verstehen Otto-Normalverbraucher und die Öffentlichkeit "Kinderschänder". Auf jeden Fall mehr als ungefragt anfassen.

    Das ist schlimm genug, aber eben etwas anderes, als sexueller Missbrauch.
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#6 ursus
  • 02.11.2017, 13:53h
  • Antwort auf #3 von AmurPride
  • "Wer soll denn so einen Scheiß glauben?!?"

    scott lively ist verfasser eines buches, in dem er behauptet, homosexualität sei ein entscheidender faktor bei der errichtung der nazi-diktatur gewesen:

    en.wikipedia.org/wiki/The_Pink_Swastika

    homofeindlichkeit war noch nie faktenbasiert oder rational. es gibt sie, weil hass und verachtung für manche menschen wichtige psychologische funktionen einnehmen und sich irgendeinen anlass suchen, der dann nachträglich mit absurden realitätskonstruktionen rationalisiert wird. das muss gar nicht richtig oder "bewiesen" sein, es muss sich nur für sie "richtig anfühlen". diesen ganzen postfaktischen hassquatsch hat ja nicht erst trump erfunden, den gab es schon immer.

    das ist auch der grund, weshalb homo- und transfeindlichkeit mit anderen formen gruppengezogener menschenfeindlichkeit so oft hand in hand gehen: sie alle erfüllen die selbe funktion.

    aus diesem grund kriege ich immer gänsehaut, wenn ich sehe, wie leichtfertig ausgerechnet queere menschen oft in fremdenfeindliche, sexistische, ableistische, klassistische oder ähnliche argumentationsmuster verfallen, die entsprechenden mustern in homophoben denkansätzen sehr genau entsprechen. und es nicht einmal merken.
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#7 AmurPrideProfil
  • 02.11.2017, 15:12hKöln
  • Ich hab' 'ne ganze Weile überlegt, ob ich das nächste überhaupt posten soll. Denn ich bin mir ganz sicher, das ich dafür wieder einen gehörigen shitstorm abbekommen werde.

    Und ich würde dies auch nicht in einen nichtqueeren Medium veröffentlichen, sondern bewusst nur hier, wo wir unter uns sind; zumindest mehr oder weniger.

    Aber ich denke, wir sollten davor untereinander nicht die Augen verschließen, denn wenn wir einen Satz aus dem Artikel nur ein wenig verändern:

    ""..dass die "homosexuelle Identität" [verstärkt] auf [Jüngere] ausgerichtet sei, die auch nicht unbedingt vor Minderjährigen halt macht..""

    dann bildet dieser Satz einen Teilaspekt unserer community ab, mit dem ich fast jedes mal beim Ausgehen in der Szene in Berührung komme.

    Und obwohl ich persönlich jetzt generell nicht auf Ältere stehe, weiß ich natürlich, das es die Kombination Älterer/Jüngerer, daddy/son gibt.
    Und deshalb stört es mich auch nicht von Älteren angebaggert zu werden. Schließlich kann niemand das Objekt seiner Begierde ohne Kontaktaufnahme kennen lernen. So weit, so gut, für mich.

    Wo es dann aber echt stressig für mich wird, ist, wenn der Ältere mein "Nein! Danke! Kein Interesse!" nicht versteht bzw. akzeptiert.
    Wenn der mich einfach nicht in Ruhe lassen will, mir z. B. ungefragt was zu trinken bestellt, beim Reden immer näher kommt, mit seinem Finger über meinen auf der Theke liegenden Handrücken fährt, mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht streicht, mir seinen Arm um die Schulter legt, seine Hand auf meinen Hintern...

    Inzwischen gehe ich, bis auf unser queeres Jugendzentrum und ein ganz bestimmtes Cafe, überhaupt nicht mehr alleine in einen Szenelokal.
    Selbst dann, wenn ich nur mit mein Freund unterwegs bin, meiden wir inzwischen Szenelokale. Denn kaum ist einer von uns mal auf der Toilette, hat der andere fast immer einen Älteren an der Backe kleben!
    Deshalb treffen wir uns nun schon seit geraumer Zeit immer vorher an einem neutralen Ort wie z. B. McDoof, bevor wir in die Szene aufbrechen. Und am liebsten gehen wir nur noch mindestens zu dritt in eine Szenelocation, damit keiner von uns alleine zurückbleibt, wenn der andere mal verschwinden muss.
    Und seit Dienstag, seit der gayoween, werde ich beim Toilettengang in der Szene auch kein Pissoir mehr benutzen! Sondern ausschließlich die abschließbaren Kabinen! Einmal von einem nebenstehenden alten Sack als Wichsvorlage benutzt zu werden, reicht mir!

    Als noch Minderjähriger muss ich leider bestätigen, dass die allermeisten Älteren, von denen ich angebaggert wurde, NICHT nach meinem "Nein! Danke! Kein Interesse!" aufgehört haben.
    In weit mehr als die Hälfte der Fälle wurden die Älteren mehr oder weniger übergriffig, teilweise verletzten sie meine Schutzzone. In einem Fall sah ich mich gezwungen richtig laut zu werden, um Öffentlichkeit herzustellen. In einem anderen Fall musste ich sogar handgreiflich werden.

    Und damit wir uns jetzt nicht falsch verstehen: Ich weiß natürlich von meiner älteren Schwester, ihren Freundinnen und einigen meinen Mitschülerinnen, dass es dieses Verhaltensmuster auch bei älteren Hetero-Männern vorkommt! Aber ich habe den Eindruck, dass das bei ihnen bei weiten nicht so oft vorkommt wie bei mir oder meinen queeren Freunden! UND es scheint auch bei weitem nicht so oft soweit zu gehen!

    Das ist jetzt natürlich keine repräsentative Erkenntnis, sondern nur eine persönliche Beobachtung, die sich aber zumindest mit denen meiner Freunde und Bekannten aus unserem queeren Jugendzentrum weitgehend deckt,

    UND ich kann natürlich auch nicht beurteilen, ob das von mir beschriebene Verhaltensmuster, ein "Nein! Danke! Kein Interesse!" nicht zu akzeptieren, nicht eventuell ein durchaus übliches Muster ist, das erwachsende Männer beim Anbaggern generell benutzen. Also auch untereinander. Egal ob homo- oder heterosexuell, meine ich.

    Ach, was weiß ich!^^
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#8 AmurPrideProfil
  • 02.11.2017, 15:22hKöln
  • Antwort auf #6 von ursus
  • Ich weiß zwar nicht was ""..ableistische, klassistische oder ähnliche argumentationsmuster.."" sind, aber Fremdenfeindlichkeit und Sexismus gehen für mich gar nicht!

    Und ich finde Du hast Recht: Queere Menschen sollten eigentlich aufgrund ihrer eigenen Zugehörigkeit zu einer Minderheit auch eine erhöhte Sensibilität gegenüber den Bedürfnissen anderen Minderheiten entwickelt haben.
    Aber nur weil man queer ist, ist man leider nicht gleich ein besserer Mensch!
    Arschlöcher gibt's überall! :-(
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#9 AmurPrideProfil
  • 02.11.2017, 15:32hKöln
  • Antwort auf #4 von TheMum
  • ""..In Summe haben nicht mal ganz die Hälfte aller Wähler Trump gewählt. Dein Anti-Amerikanismus widerlegt sich damit selbst..""

    Gott, Mumchen,
    eigentlich ist mir Dein Geschreibsel ja keine Antwort wert, aber das ist ja jetzt sogar für Deine Verhältnisse so was von unterirdisch dumm!^^

    Weil ich gegen Trump bin, bin ich anti-amerikanisch?^^
    Trump ist für Dich also = Amerika?^^
    Haste da nicht mal so 'nen paar schlappe Millionen US-Bürger übersehen?^^

    --> Das einzig, was sich hier mal wieder widerlegt, ist die Hoffnung, von Dir hier jemals einen gewinnbringenden Kommentar zu lesen!^^
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#10 niccinicciAnonym
  • 02.11.2017, 15:34h
  • die ganze diskussion ist eine lachnummer, jeder von uns hat ja wohl schon als junger hände auf bein oder sonstwo gehabt, wo man sie nicht wollte. da lehnt man dankend ab und das wars. nach der dieselabgashysterie hat die masse mal wieder neues modethema entdeckt!. was komplett anderes ist natürlich vergewaltigung und körperliche gewalt. und an die jungschen hier: macht euch nicht wichtig hier, paar jäärchen später und die meisten von euch freuen sich noch über etwas aufmerksamkeit. mir gehen vielmehr die jungen hühner auf die nerven mit ihren alibifreundinnen und gekreische. jeder kann ja die läden meiden, wo einem so schreckliche anmache passiert. aber dann hat man später ja nichts zu erzählen und zu lästern:).
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