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  • 22. Juni 2005, noch kein Kommentar

Lisa Marie Presley, die Ex von Michael Jackson und Tochter von Elvis, veröffentlicht ihr zweites Album "Now What".

Von Jan Gebauer

Manche Künstler tragen eine schwere Bürde: Bei Lisa Marie Presley (37) fällt einem natürlich zuerst dieser überlebensgroße Nachname auf – denn sie ist natürlich die Tochter von Elvis, dem unumstrittenen "King of Rock'n'Roll". Darüber hinaus war Lisa Marie vom 18. Mai 1994 bis zum 18. Januar 1996 mit dem umstrittenen "King of Pop" Michael Jackson verheiratet, ein Umstand, der ebenso viel Kopfschütteln wie Spekulationen über berechnende PR hervorrief. Auch die Ehe mit Schauspieler Nicolas Cage (2002-4) ging in die Brüche. 2003 wagte die damals 35-Jährige einen Schritt, zu dem ihr wohl nur wenige Menschen geraten haben werden, da die Vergangenheit ihres Vaters doch schwer wiegt: Die Veröffentlichung ihres ersten Albums "To Whom It May Concern" – zu Deutsch: "Wenn es interessiert". Das Album schaffte überraschend die Top-5 der USA und erhielt respektable Kritiken, zumal die Tochter des King über eine kräftige Rock-Stimme verfügt. Von dieser kann man sich nun auch auf dem zweiten Album "Now What" überzeugen.

Die Texte der vorliegenden elf Songs wurden von Presley selbst verfasst – mit Ausnahme der Don-Henley-Nummer "Dirty Laundry", die 1982 für ihn ein Hit war. Für die Kompositionen holte sich die Sängerin prominente Unterstützung von Ex-Four-Non-Blondes-Sängerin Linda Perry (Christina Aguilera, Pink, Kelly Osbourne), die bei einigen Titel aushalf. Diese gehören dann gleichzeitig zu den Höhepunkten auf dem Album. Insbesondere das überaus launische und düstere "High Enough" haut rein. Für die Nummer "Shine" lieh Pink ihre Stimme, die sich aber stimmlich deutlich zurück hält und eher eine kratzige Nuance dazu addiert. Lisa Marie Presleys Organ und ihre geradlinige Art zu rocken erinnert an Melissa Etheridge ("Like The Way I Do") und beim lasziv gesungenen "Dirty Laundry" auch ein wenig an die geniale Alannah Myles ("Black Velvet"). Und selbst beim rotzigen "Idiot" hat man nie das Gefühl die Tochter von Elvis zu hören, sondern eine völlig eigenständige Interpretin.

Fazit: Eine unterschätzte Sängerin mit einem aufrichtigen Mainstream-Rock-Album und ordentlich Gefühl in der Stimme. Die Texte von Presley haben einen durchweg persönlichen Anstrich und laden ein ums andere Mal zum nachdenken ein. Wer weiß, welchen ihrer Verflossenen sie in "Idiot" oder "When You Go" besingt?

Anspieltipps: "High Enough", "Idiot", "Dirty Laundry", "Shine"

Extra-Tipp: Der Song "Lights Out" aus dem Album "To Whom It May Concern" bezieht sich auf ihre Herkunft. Starker Rock-Ohrwurm!

22. Juni 2005