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"Vergiftete Atmosphäre"

"House of Cards"-Mitarbeiter belasten Kevin Spacey

Neue Vorwürfe gegen den zweifachen Oscarpreisträger: Am Set von "House of Cards" soll Kevin Spacey Angestellte begrapscht haben. Der amerikanische Schauspieler wurde außerdem der versuchten Vergewaltigung bezichtigt.


Kevin Spacey in seiner Paraderolle als Präsident Frank Underwood (Bild: Netflix)

Immer mehr Männer sprechen über angebliche sexuelle Übergriffe des Schauspielers Kevin Spacey. Gegenüber CNN haben acht Mitarbeiter der Netflix-Serie "House of Cards", in der Spacey als Präsident Frank Underwood zu sehen ist, das Verhalten des Hauptdarstellers am Set als "rücksichtslos" bezeichnet. Die Mitarbeiter, die anonym bleiben wollten, sprachen davon, dass der 58-jährige Schauspieler und Mit-Produzent der Serie junge männliche Angestellte mit nicht einvernehmlichen Berührungen und plumpen Sprüchen schikaniert und so für eine "vergiftete Atmosphäre" gesorgt habe.

"Ich war wie in Schock", erklärte einer früherer Produktionsassistent nach Angaben des Nachrichtensenders. "Er war ein mächtiger Mann in der Sendung, und ich befand mit am anderen Ende der Nahrungskette." Der Mann sagte, Spacey habe ihn bei der Fahrt zum Set gegen seinen Willen in die Hose gefasst.

Ein anderer Mitarbeiter sagte, Spacey habe ihn mehrfach auf unangemessene Art angefasst: "Er kam auf mich zu und massierte meine Schultern von hinten oder umarmte mich. Manchmal berührte er auch meinen Magen auf eine komische Weise, wie es in einem alltäglichen Gespräch nicht angebracht wäre."

Die Welle der Vorwürfe gegen den Schauspieler hatte am Sonntag begonnen, als der "Star Trek: Discovery"-Darsteller Anthony Rapp berichtet hatte, vor drei Jahrzehnten als 14-Jähriger von einem angetrunkenen 26-jährigen Spacey bedrängt worden zu sein. Daraufhin veröffentlichte Spacey eine umstrittenen Stellungnahme, in der dieser sich für die möglicherweise begangene Tat entschuldigte und sich als schwul outete (queer.de berichtete). In den Folgetagen meldeten sich mehrere weitere Männer in den Medien, die ebenfalls ungewollte sexuelle Avancen des Film- und TV-Stars beklagten (queer.de berichtete). Spacey habe es dabei besonders auf männliche Jugendliche oder junge Männer abgesehen.

Netflix kündigte bereits am Montag an, dass die in der Produktion befindliche sechste Staffel von "House of Cards" die letzte sei – das sei aber bereits vor dem Skandal geplant gewesen. Kurze Zeit später wurde wegen der Vorwürfe auch die aktuelle Produktion gestoppt. Es ist derzeit völlig unklar, ob die letzte Staffel überhaupt noch gezeigt wird.

Vorwurf der versuchten Vergewaltigung

Inzwischen erhebt ein ehemaliger Schauspielschüler Spaceys sogar den Vorwurf der versuchten Vergewaltigung. In einem Interview mit dem Magazin "Vulture" behauptete ein 48-jähriger Mann, der anonym bleiben will, Spacey habe Mitte der Achtzigerjahre in seiner Wohnung in New York City versucht, ihn zu sexuellen Handlungen zu zwingen: "Ich habe ihm gesagt, dass ich das nicht will, aber er hat nicht aufgehört. Ich habe 'Nein' gesagt, aber er hat immer weiter gemacht und mich angefasst", so der damals aktive Nachwuchsschauspieler. "Ich weiß nicht, wie man das anders als 'versuchte Vergewaltigung' beschreiben kann. Ich konnte das aber abwehren." Der Beschuldiger nannte Spacey einen "Pädophilen und ein sexuelles Raubtier".

Laut "Vulture" erklärte ein Anwalt Spaceys, dass der Schauspieler die Vorwürfe "in aller Entschiedenheit" zurückweise.

Zuletzt hatte Spacey am Mittwochabend bekannt geben lassen, sich nach den Missbrauchsvorwürfen in Therapie begeben zu wollen. "Kevin Spacey nimmt sich die nötige Zeit für eine Analyse und Behandlung", erklärte eine Sprecherin des Schauspielers. (dk)



#1 TheMumProfil
  • 03.11.2017, 12:39hHannover
  • Und weiter kreist der Empörungs-Mob:
    "Vernichtet alle Spacey-Filme! Stellt alle an den Pranger, die seine Filme mögen! Jede gegen Spacey vorgebrachte Anschuldigung ist automatisch die Wahrheit!"
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#2 Ralph
  • 03.11.2017, 13:39h
  • Liebe queer.de-Redaktion, erkläre mir mal, wie man gleichzeitig öffentlich und anonym Beschuldigungen aussprechen kann. Nach meinem Verständnis kann man entweder öffentlich reden - dann sagt man aber, wer man ist. Oder man kann anonym bleiben - und sich damit der Öffentlichkeit entziehen. Wer anonyme Anschuldigungen erhebt, ist ein Denunziant, der im Schutze der eigenen Unbekanntheit eine allgemein bekannte Person vernichten will, wenn auch nicht physisch. Die deutsche Sprache hat für solche Leute Begriffe wie Verleumder oder Rufmörder. Sinn ihres Handelns ist es, nichts, was sie behaupten, beweisen zu müssen, und gleichzeitig dem Objekt ihres Angriffs jede Verteidigung oder Widerlegung unmöglich zu machen. Das geht so: Ich erkläre hiermit, dass Kermit der Frosch mich zum Oralverkehr gezwungen hat, als ich 12 Jahre alt und einer von hundert Komparsen der Muppetshow war. Beweisen muss ich das nicht. Mein jahrzehntelanges Schweigen muss ich auch nicht erklären. Aber Kermit der Frosch steht jetzt als Kinderschänder da. Ein paar Millionen Menschen werden mir glauben. Wahrscheinlich sogar ein paar Millionen mehr als mir nicht glauben. Die Muppetshow wird abgesetzt, Miss Piggy distanziert sich in aller Form von Kermit, und Kermit selbst muss in Sack und Asche eine Pädophilentherapie machen. So läuft das, und queer.de macht ziemlich kritiklos mit. Mag ja sein, dass Spacey eine schmierige Figur, ja sogar ein Sextäter ist. Dann mögen seine Opfer aber bitte ihren Namen, Zeit und Ort nennen - oder schweigen. Wer aus dem Verborgenen mit Dreck schmeißt, ist für mich bis zum Beweis des Gegenteils ein Lügner.
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#3 AmurPrideProfil
  • 03.11.2017, 13:50hKöln
  • Lügner! Allesamt! Nichts als Lügner! Miese Trittbrettfahrer! Neidische Bedeutungslose, die die Ehre des schuldlosen und großartigen Kevin Spacey auf das Übelste besudeln! Einfach widerlich!

    Hmm... irgendwie nur komisch, das Kevin Spacey bisher mit keinem Wort diese Vorwürfe bestritten hat!

    Aber das ist ja eigentlich auch völlig verständlich!
    Ich würde mir bei solchen Vorwürfen auch gaaaaaanz viel Zeit lassen, bevor ich als Unschuldiger solche unfassbaren Anschuldigungen zurückweisen würde! ... Mir fällt zwar gerade kein logischer Grund dafür ein... aber: Hey, lasst mir auch dafür einfach noch ein bisschen Zeit, okay?

    Na, immerhin weist Kevin Spacey ja jetzt endlich mal "in aller Entschiedenheit" zumindest den Vorwurf der 'versuchten Vergewaltigung', den einer seiner ehemaligen Schauspielschüler In einem Interview mit dem Magazin "Vulture" gegen ihn erhebt, zurück!
    Wurde ja auch mal Zeit! DAS geht ja jetzt echt zu weit! Jetzt ist aber mal Schluss mit lustig!

    Obwohl... irgendwie wieder komisch...
    Spacey sagt ja nicht, das da nichts war.
    Er sagt nur, das es für ihn keine versuchte Vergewaltigung war.

    Das hat die dumme Klemmschwester einfach nur in den falschen Hals bekommen! Soll sich mal nicht so anstellen. Sollte sich vielmehr doch geehrt fühlen, das sie mal für einen kurzen Augenblick das Interesse des großen Kevin Spaceys erregen konnte!
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#4 AmurPrideProfil
  • 03.11.2017, 14:29hKöln
  • Antwort auf #2 von Ralph
  • @ Ralph

    Laut dem Artikel geschah der Vorfall "..Mitte der Achtzigerjahre.."", liegt jetzt also ungefähr 32 Jahre zurück.
    Ich kenne mich jetzt nicht so genau im US-Recht aus, bin mir also von daher nicht sicher, ob "..versuchte Vergewaltigung.." in den USA verjährt und wenn ja, nach wie viel Jahren. könnte mir aber vorstellen, dass das hier der Fall sein könnte.
    WENN dieser Fall also nicht mehr anklagbar sein sollte, befürchtet die betreffende Person eventuell berufliche oder private Konsequenzen, vor die sie sich vielleicht in Angesichts der fehlenden Strafbarkeit im Falle der Verjährung einfach schützen möchte. So nach dem Motto: "Einmal hat er mich zum Opfer gemacht, jetzt mache ich mich nicht für ihn zum zweiten mal zum Opfer!"

    Ferner sollte man bedenken, dass das Magazin "Vulture" sich angesichts der existenzgefährdenden Schadensersatzsummen in den USA rechtlich abgesichert haben dürfte. Ihm dürfte also höchstwahrscheinlich eine eidesstattliche Aussage des 48-jährigen Mannes vorliegen, aus der auch seine Identität eindeutig hervorgeht.
    Und natürlich darf das Magazin nach US-Recht die Identität seines Informanten schützen.

    Auch ich fände es prinzipiell natürlich auch besser, wenn ein inzwischen 48-jähriger Erwachsener, so wie im Beispiel Alan Rapp, zu seiner Aussage auch öffentlich stehen könnte.
    Da wir aber, wie gesagt, seine beruflichen und privaten Umstände nicht kennen, sollten wir vorsichtig sein dies unbekümmert zu fordern.

    Wenn er glaubt sich auch mit 48 Jahren nicht outen zu können, sollten wir dies erst einmal so akzeptieren.

    Wenn Du dann jedoch der Meinung bist, in dem Fall sollte er besser schweigen, ist dies natürlich Dein gutes Recht.
    Wenn er die Möglichkeiten des Systems für sich nutzt, kann man das natürlich als feige oder als werfen mit Dreck aus den Verborgen bezeichnen oder wie Du als Lügner.
    Oder aber als clever.
    Kommt wahrscheinlich auf dem Standpunkt/Blickwinkel an.
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#5 brechnapfAnonym
  • 03.11.2017, 14:44h
  • Antwort auf #3 von AmurPride
  • was du so alles zu wissen vorgibst, ohne dabei gewesen zu sein... du glaubst also nicht nur an goetter, sondern generell hast du einfach mal so ein bauchgefuehl, das du dann als unumstoessliche wahrheit rauskotzt. sehr reif von dir.
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#6 KotzdoktorAnonym
#7 TheMumProfil
#8 KotzdoktorAnonym
  • 03.11.2017, 16:09h
  • Antwort auf #7 von TheMum
  • Auch von Dir als bekennende Spacey-Gläubige kommt keine Erklärung für die von AmurPride in #3 aufgezeigten Widersprüchlichkeiten in Spaceys Verhalten.

    Stattdessen versuchst Du von diesem Umstand abzulenken, indem du forderst: "Die Beweislast liegt bei demjenigen, der eine Behauptung aufstellt, nicht umgekehrt!" Dabei kann jeder, der des Lesens mächtig ist, deutlich erkennen, das in #3 überhaupt keine Behauptungen aufgestellt werden, sondern Widersprüchlichkeiten benannt werden.

    Muss ich jetzt schlussfolgern das Du ebenfalls nicht in der Lage bist diese Widersprüchlichkeiten zu erklären?
    WENN DOCH, bin ich gespannt darauf Deine Erklärungen zu hören. :-)
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#9 noto32Anonym
#10 schwarzerkater
  • 03.11.2017, 20:06h
  • jetzt wo spacey am boden liegt, kommen sie aus ihren löchern und treten nach!
    die ganze geschichte hat schon einen fiesen beigeschmack, denn wenn spacey über jahre so ein lustmolch war, dann gehörten auch die vertuscher und wegschauer an den pranger gestellt.
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