Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?30025

Staatshomophobie

Kenia verbietet Disney-Serie wegen Coming-out

Der Chef der kenianischen Filmzensurbehörde startet eine Tirade gegen die "Disney"-Serie "Andi Mack".


Kinderstar Joshua Rush stellt Cyrus Goodman dar, der in der zweiten Staffel von "Andi Mack" sein Coming-out feiern wird – aber nicht in Kenia (Bild: Instagram / joshuarush)

Die kenianischen Behörden haben die Ausstrahlung der amerikanischen "Disney Channel"-Kinderserie "Andi Mack" untersagt, weil eine männliche Hauptfigur darin ihre Homosexualität entdeckt. Vergangene Woche war bekannt geworden, dass Cyrus Goodman (dargestellt von Joshua Rush) in der zweiten Staffel der Serie sein Coming-out haben soll – ein Novum in einer Disney-Serie (queer.de berichtete).

Ezekiel Mutua, der Chef der staatlichen kenianischen Filmzensurbehörde KFCB, kündigte bereits am Montag an, dass er keine Aussstrahlung der Kinderserie zulassen werde – weder in frei empfangbaren Sendern noch im Pay-TV. In mehreren Twitter-Einträgen erklärte der Behördenchef, dass nichtheterosexuelle Beziehungen in seinem Land verboten seien und nicht in positivem Licht im Fernsehen dargestellt werden dürften: "Auf Versuche, ein schwules Programm in Kenia zu zeigen, werden wir mit aller Macht des Gesetzes antworten."

In mehreren Tweets stellte Mutua klar, dass Homosexualität in seinem Land nichts zu suchen habe. So betonte er: "Programme, die für gleichgeschlechtliche Beziehungen werben, widersprechen der Kultur, sind ein Rückschritt und illegal in Kenia." In weiteren Einträgen schrieb er: "Schwule Inhalte werden in Kenia nicht gezeigt. Punkt." und "Wenn es um den Schutz von Kindern vor schlechten Inhalten geht, sind wir resolut und entschuldigen uns nicht."

Mutua hat auch Angst vor schwulen Löwen

Mutua führt nicht nur bei der Filmzensur einen Kreuzzug gegen Homosexualität durch – er macht sich sogar Sorgen um schwule Tiere: So forderte er erst am Donnerstag, dass zwei männliche Löwen, die in einem Nationalpark Kenias beim Sex fotografiert worden waren, "isoliert" werden sollten. Weiter behauptete Mutua allen Ernstes, die Löwen hätten ihr "abartiges" Verhalten von einem menschlichen schwulen Paar gelernt, das angeblich im Park unter den Augen der Großkatzen Sex gehabt habe. "Die müssen es ja irgendwo kopiert haben – oder es ist dämonisch. Tiere schauen sich ja keine Filme [mit homosexuellem Inhalt] an."


Mutua fordert via Twitter Wissenschaftler auf, das "bizarre Verhalten" der "schwulen" Löwen zu studieren – und behauptet: "Der Hauptzweck von Sex ist Fortpflanzung"

Das südafrikanische Unternehmen MultiChoice, das eine Plattform für TV-Sender betreibt, hat diese Woche bereits angekündigt, keine Disney-Programme zu zeigen. Es ist unklar, ob dies eine Reaktion auf die Ausführungen der Zensurbehörde ist oder vorsorglich erfolgte.

Im rund 50 Millionen Einwohner zählenden Kenia stehen auf homosexuelle Handlungen ("Unzucht wider der Natur") Haftstrafen von bis zu 14 Jahren. Die homophoben Ansichten der Behörden sind auch in der Bevölkerung weit verbreitet. Laut einer Umfrage des Pew Research Center aus dem Jahr 2013 erklärten 90 Prozent, dass die Gesellschaft Homosexualität nicht akzeptieren dürfe. (dk)



#1 hugo1970Profil
#2 schwarzerkater
  • 03.11.2017, 20:08h
  • kenia: mal wieder ein durch und durch korruptes land, das die selbstgemachten probleme nicht in den griff bekommen will, dafür aber lieber die schwulen als sündeböcke hernimmt.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Patroklos
#4 FelixAnonym
  • 03.11.2017, 20:39h
  • Wenn solche faschistischen Spinner keine Argumente haben, zensieren sie.

    Aber die Realität werden auch sie nicht ändern können und mit der Vogel-Strauß-Taktik beweisen die nur ihre Dummheit.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 Homonklin44Profil
  • 03.11.2017, 20:52hTauroa Point
  • "" Weiter behauptete Mutua allen Ernstes, die Löwen hätten ihr "abartiges" Verhalten von einem menschlichen schwulen Paar gelernt, dass angeblich im Park unter den Augen der Großkatzen Sex gehabt habe. "Die müssen es ja irgendwo kopiert haben oder es ist dämonisch. Tiere schauen sich ja keine Filme [mit homosexuellem Inhalt] an.""

    In Ländern, wo sowas zu einer plausiblen Vermutung gehört, muss man sich fragen, was die an ihren 7 Universitäten eigentlich lernen.

    Oder es ist dämonisch. Alles klar.

    ""Nach der Volkszählung von 2009 sind 82,6 Prozent der Bevölkerung Christen, davon etwa 26 % Anglikaner, 23,3 % Katholiken, 2,5 % Orthodoxe sowie Anhänger der zahlreichen afrikanischen Kirchen.[18] Insgesamt sind 47,4 % der Bevölkerung Protestanten""

    Alles klar?

    Quelle:
    de.wikipedia.org/wiki/Kenia#Religion
  • Antworten » | Direktlink »
#6 Ein irgendein userAnonym
  • 04.11.2017, 03:00h
  • Sehr toll an der Redakteur,

    Hauptsache, wenn Kenia ein muslimisches Land wäre, muss man es unbedingt unten erwähnen. Aber bei Kenia ist das nicht der Fall. Da wird der Religion einfach weggelassen.

    Finde allgemein schwachsinnig, immer den Religion aufzuschreiben. Da man ein Religion unterschiedlich intepretieren kann. Genau so wie ein Gedicht.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 TechnikerAnonym
  • 04.11.2017, 13:28h
  • Wenn's nicht so bitter wäre, könnte man über soviel geballte Dummheit glatt lachen. Schade, daß es kein Mittel gegen Doofe gibt...
  • Antworten » | Direktlink »
#8 SoSoAnonym
#9 AmurPrideProfil
  • 04.11.2017, 16:29hKöln
  • Echt traurig, dass die kenianischen Jugendlichen das jetzt nicht sehen können.

    Denn ich finde es richtig toll, das sich Disney das jetzt traut. Das wird vielen Jugendlichen überall auf der Welt, wo man es sehen kann und darf, bei ihrem coming out helfen. Zu merken:
    Ich bin nicht alleine!
    Und ich bin völlig in Ordnung so wie ich bin!
    Das sind zwei immens mut machende Erfahrungen in dieser, auch heute immer noch, für jeden höchst schwierigen Phase.
    Und das diese Phase auch heute und auch hier im ach so toleranten und aufgeklärten Westen noch für die Betroffenen existenziell schwierig und bedrohlich ist, kann man z. B. daran erkennen, dass die Anzahl jugendlicher Selbstmörder unter LGBT*I*Q-Jugendlichen unverändert immer noch 5-7x so hoch ist wie unter den anderen Jugendlichen.

    Von daher:
    Daumen hoch für die Entscheidung von Disney!
    Daumen runter für die Entscheidung der kenianischen Regierung!

    Und wer glaubt daran, dass das in Russland zu sehen sein wird? :-(
  • Antworten » | Direktlink »
#10 hugo1970Profil
  • 04.11.2017, 16:43hPyrbaum
  • Antwort auf #9 von AmurPride
  • "Jugendlichen überall auf der Welt, wo man es sehen kann und darf, bei ihrem coming out helfen."

    Da sitzt ja der Hase im Pfeffer, denn die Diktatoren und Diktaturen wissen, je aufgklährter die Menschen sind, desto efährlicher ist es für die Diktatoren.
    Warum sind/werden die Medien gleichgeschalten?
  • Antworten » | Direktlink »