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"House of Cards"

Netflix stoppt Zusammenarbeit mit Kevin Spacey

Nach den Missbrauchsvorwürfen beendet der Streaming-Dienst seine Zusammenarbeit mit dem Hauptdarsteller seiner Erfolgsserie "House of Cards". Auch ein gemeinsamer Film wird nicht veröffentlicht.


Spacey als Präsident Frank Underwood in "House of Cards" (Bild: Netflix)

Nach mehreren Vorwürfen der sexuellen Belästigung hat der Streaming-Dienst "Netflix" am Freitag angekündigt, die Zusammenarbeit mit dem Schauspieler Kevin Spacey einzustellen.

"Netflix wird sich an keiner weiteren Produktion von 'House of Cards' beteiligen, an der Kevin Spacey mitwirkt", teilte ein Sprecher mit. Der 58-Jährige war Hauptdarsteller und Mitproduzent der Erfolgsserie. Kurz nach Bekanntwerden der ersten Vorwürfe hatte Netflix am Montag angekündigt, dass die für nächstes Jahr geplante sechste Staffel die letzte sein soll. Später wurde die Produktion der Staffel ausgesetzt.

Der Streaming-Dienst betonte, man werde weiter mit der Produktionsfirma Media Rights Capital (MRC) zusammenarbeiten und prüfen, welche Möglichkeiten es noch für die Serie selbst gebe. MRC selbst sprach am Freitag zunächst noch von einer Suspendierung Spaceys. "Während wir die laufende Untersuchung zu den schweren Vorwürfen über Kevin Spaceys Verhalten am Set von 'House of Cards' fortsetzen, wurde er mit sofortiger Wirkung suspendiert." Zusammen mit Netflix werde man "kreative Wege" prüfen, die Serie fortzusetzen.

Netflix kündigte zudem an, ein weiteres Projekt mit Spacey zu stoppen: Der von Spacey produzierte Film "Gore" über das Leben von Gore Vidal mit ihm als Hauptdarsteller werde nicht veröffentlicht. Der Film befand sich bereits in der Postproduktion.

In den letzten 48 Stunden hatten mehrere Mitarbeiter von "House of Cards" anonym berichtet, Spacey habe sie am Set sexuell belästigt, in einem Fall war von "versuchter Vergewaltigung" die Rede – was Spacey abstreiten ließ (queer.de berichtete). Am Freitag stellten der Publizist des Schauspielers und die Künstleragentur, die ihn bisher vertrat, ihre Zusammenarbeit mit Spacey ein. Zuvor hatte Agentursprecherin Staci Wolfe noch verkündet, dass Spacey sich in eine Therapie begeben werde.

Offenbar Ermittlungen durch Scotland Yard

Die Welle der Vorwürfe gegen den Schauspieler hatte am Sonntag begonnen, als der schwule Schauspieler Anthony Rapp ("Star Trek: Discovery") berichtet hatte, vor drei Jahrzehnten als 14-Jähriger von einem angetrunkenen 26-jährigen Spacey bedrängt worden zu sein. Daraufhin veröffentlichte Spacey eine Stellungnahme, in der dieser betonte, sich nicht an den Vorfall zu erinnern, sich für die möglicherweise begangene Tat aber entschuldigte und sich zugleich als schwul outete – was nach einer ersten Welle der Überraschung vor allem zu Kritik führte (queer.de berichtete).

In den Folgetagen meldeten sich mehrere weitere Männer in den Medien, die ebenfalls ungewollte sexuelle Avancen des Film- und TV-Stars beklagten, davon einige nicht anonym (queer.de berichtete). Die Vorwürfe sind unterschiedlich stark und stammen aus verschiedenen Jahrzehnten und Orten.

So gab es auch Berichte, Spacey habe sich in seiner Zeit als künstlerischer Direktor des Londoner Old Vic Theatre (2004 bis 2015) mehreren jungen Männern gegenüber übergriffig verhalten. Am Freitag meldeten britische Medien, dass Scotland Yard Ermittlungen gegen Spacey begonnen habe, nachdem am 1. November eine Anschuldigung des gewaltsamen sexuellen Übergriffs ("sexual assault") aus dem Jahr 2008 gemeldet worden sei. Die Polizei bestätigte die Ermittlungen in Grundzügen, ohne Namen zu nennen. Medienberichten zufolge stammt die Anschuldigung von einem Mann, der als 23-Jähriger Spacey um Hilfe bei seiner Karriere gebeten habe. Nach einigen Getränken in dessen Haus sei er aufgewacht, als Spacey sich an ihm zu schaffen gemacht habe. Der Schauspieler habe ihn gewarnt, darüber öffentlich zu sprechen. (cw)



#1 metooAnonym
  • 04.11.2017, 11:57h
  • Ich wurde in den 90ern auch sexuell belästigt.

    Tatsächlich hat es der 16 Jährige Lehrling des Computershops, in dem ich zu der Zeit als 27 Jhg. Student arbeitete, gewagt sich mir während ich einen PC reparierte ungefragt von hinten zu nähern und begonnen mir den Nacken zu massieren.
    Als ich mich überrascht umdrehte, berührte sein Mund meine Wange.

    Pfui Teufel. Ich war so geschockt.
    Bis heute konnte ich nicht darüber reden.

    Ironie aus!

    Die Geschichte hat sich WIRKLICH so ereignet.
    Ich war und bin aber bis heute eher erfreut über seine süße Tat.
    Klar, werden jetzt einige denken. Das war ja auch noch ein Kind. Wie kann man als Älterer einem Kind da böse sein.

    Heuchler allesamt!
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#2 KlarstellungAnonym
  • 04.11.2017, 12:15h
  • Antwort auf #1 von metoo
  • Sexuelle Belästigung setzt das Ausnutzen eines Machtgefälles voraus. Das heißt ein Stärkerer (mächtigerer bzw. meistens auch älterer Mann) nähert sich grenzüberschreitend einem Schwächeren, auch gegen dessen geäußerten Willen und Widerstand. Das kann unter Einsatz von Geld, Hierarchie, Erpressung oder körperlicher Gewalt erfolgen. Deswegen ist beispielsweise der "Sex mit Abhängigen" also Lehrer/Schüler (in den USA bedeutet das sogar eine Gefängnisstrafe, auch für Lehrerinnen) oder der "Kauf sexueller Dienstleistungen von Minderjährigen" strafbar. Ein 16 jähriger Praktikant ist hier der Schwächere, wenn von ihm die Initiative ausgeht ist es auch keine Belästigung, solange du nicht heterosexuell bist oder seine Avancen ausdrücklich blockst.

    Der Mächtigere ist der Verantwortliche und die Ignoranz des "Nein" eines schwächeren Gegenübers der Aspekt um den es hier geht.
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#3 metooAnonym
  • 04.11.2017, 12:39h
  • Antwort auf #2 von Klarstellung
  • Klar und wenn er mir in den Schritt gegriffen hätte wäre auch OK gewesen...LOL
    Es lebe die Jugend!

    Mal zum Thema Machtgefälle.
    Er war Festgestellter Lehrling.
    Ich Aushilfe.
    Er wusste nichts von meiner Homosexualität.

    Mit zweierlei Mass wird hier gern gemessen.
    Nochmal ich verurteile ihn in keiner Weise, aber all die prüden Heuchler hier die aus Menschen distanzierte Roboter machen wollen.
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#4 TechnikerAnonym
  • 04.11.2017, 13:39h
  • Erstaunlich, daß jemand solange mit der Tour durchkommt. Her Spacey wird wohl das Ende seiner Karriere finanziell verkraften. Trotzdem bemerkenswert, daß er erst mit 58 aufflog - und das auch nur, weil die deutlich ekligeren Schweinigeleien eines Herrn Weinstein bekannt wurden. Vorher hat sich niemand über Spacey beschwert? Im Londoner Old Vic kann er Leute zum Bagger-Picknick auf die Bühne einladen, ohne daß das jemand mitkriegt? Und bei Netflix hat sich niemand aus dem House-of-Cards-Team über Spaceys Grabschereien beklagt?

    Interessant...
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#5 SoSoAnonym
  • 04.11.2017, 14:03h
  • Antwort auf #4 von Techniker
  • Ist erst mal ein kleines Loch im Damm geht alles ganz schnell....

    Der Vorwurf der sexuellen Belästigung ist ein probates Mittel schnell und unkompliziert Rache zu üben.
    Ob gerechtfertigt oder nicht.
    Man braucht meist nur eine(n) der den ersten Schritt tut.

    Damit wir uns nicht missverstehen:
    Übergriffigkeit ist zu verurteilen.
    Fragt sich nur ob im Einzelfall die Strafe angemessen ist.
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#6 seb1983
  • 04.11.2017, 15:00h
  • Antwort auf #2 von Klarstellung
  • Das ist so Unfug, sorry.
    Oft ist ein Machtgefälle da, oft ist der Täter ein Mann, und oft ist der Täter älter, aber das ist doch wirklich keine Voraussetzung.
    Wenn ich im Supermarkt von ner Regaleinräumerin begrapscht werde dann ist das Belästigung, grapscht mich eine andere Kundin an dann ist es auch Belästigung.
    Zeigt mir jemand auf der Straße ungefragt seinen Schwanz oder seine Titten dann ist es auch Belästigung.
    Es kommt immer auf die Situation an, die Intention, das Verhältnis zwischen beiden.
    Insbesondere ob der andere das so will und es ok für ihn ist oder eben nicht.

    Was da an dem was über Spacey und viele andere grade hochkocht wahr ist und die ganzen Rücktritte berechtigt muss sich zeigen.
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#7 BekloppteWeltAnonym
  • 04.11.2017, 16:01h
  • Was haben Spaceys Verfehlungen mit seiner künstlerischen Leistung zu tun?

    Da werden jetzt Millionen in den Sand gesetzt und ein Film in der Postproduktion nicht veröffentlicht? Genau so, wie Netflix auch wegen House of Cards so immens gewachsen ist, sollte man das trennen können!
    Scheinheilige Moralapostel!

    Kein Wunder, dass sich kaum ein "großer" Star traut, sich zu outen. Zu groß die Gefahr, damit die Karriere zu ruinieren. Ob die Anschuldigungen gegen Spacey korrekt sind, ist noch nicht erwiesen, bis dahin gilt die Unschuldsvermutung.

    Als nächstes erfährt man sicher noch von einem Modeschöpfer, dass er homophil ist und möglicherweise mal mit einem Male-Model...
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#8 KlarstellungAnonym
  • 04.11.2017, 16:05h
  • Antwort auf #6 von seb1983
  • Interessanterweise passieren deine theoretischen Fälle (weibliche Angestellte begrabscht plötzlich Kunden) in der Realität aber so gut wie nie, außer in den feuchten Träumen einsamer Heteromänner oder als kuriose Boulevard Schlagzeile einmal im Jahr (Volltrunkene Partyelse haut schwulem Mann ihre Titten auf dem Oktoberfest um die Ohren!)

    Während die Variante fremder Mann grabscht fremder Frau plötzlich an den Busen, Arsch oder sogar in den Schritt und verbale Anzüglichkeiten (körperliche Überlegenheit; Gruppe; Einschüchterung=Machtgefälle) offenbar Alltag sind. Wenn ein Schwächerer sexuell belästigt, dann schütteln wir entweder bloß mitleidig mit dem Kopf (die arme Sau muss es nötig haben...) oder er wird gleich direkt entsprechend bestraft (eins aufs Maul / raus aus dem Bus/ ausgelacht). Wenn ich der Stärkere bin, kann ich es mir leisten entspannter zu sein und die Grenzen weiter zu fassen, als Schwächerer bin ich im Zweifelsfall aber das Opfer und muss dann alles dulden. Deswegen werden sexuelle Übergriffe oder sogar Vergewaltigungen auch so oft als Machtdemonstration von Männern durchgeführt, wie bei den Schimpansen.
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#9 seb1983
  • 04.11.2017, 16:55h
  • Antwort auf #8 von Klarstellung
  • Der weitaus größere Teil sind Frauen ja, aber man vermutet da eine Dunkelziffer.
    Welcher Mann traut sich schon sich über sowas zu beschweren? Der soll doch froh sein dass ihn mal eine angepackt hat, oder ist der etwa schwul, so ne arme Sau, soll sich mal nicht so anstellen.
    Aber Opfer Frau, Täter Mann, so ist es richtig....

    Vieles passiert auch nebenbei, im Supermarkt, im Bus, in der Bahn, mal eben an den Arsch packen etc, da gibts dann auch kein Machtgefälle und nicht unbedingt ne körperliche Überlegenheit sondern es ist "Alltag"

    Ich wollte nur sagen dass Belästigung sehr viele Gesichter haben kann außerhalb von "Chef grapscht Sekretärin an den Arsch"
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#10 Homonklin44Profil
  • 05.11.2017, 00:54hTauroa Point
  • Da kpmmt anscheinend auch mehr zum Vorschein, als man es sich anfangs vorstellen wollte. Kein Wunder ist, dass man sich da als Kerl mit solchen Erfahrungen nicht sofort mitteilt, ist doch die öffentliche Spottgrenze ein Hindernis. Als Mann soll man sowas abschütteln als wäre es nichts, ein deutliches Nein in derart Branche scheint die Zukunft zu gefährden, also schluckt der Ambitionierte so einiges runter, was nicht geht. Der Weinstein-Effekt brauchte wohl den Dammbruch. Man kann gespannt sein, was da noch so folgt, umso mehr Details über Vorfälle bekamnt werden.
    Bloßes Fehlverhalten unter Trunkenheit, damit kann man es so nicht entschuldigen.

    So ein Verhalten geht nicht, und da ist es auch völlig Hupe, wer der Ältere oder Jüngere ist.

    Tittengrapscher, da fällt mir ne Freundin ein. Die reagiert mit Griffen aus dem Judo drauf. Das finden so einige umwerfend. ;)
    Im überfüllten Bus sind Berührungen kaum zu vermeiden, allerdings kann man sich bemerkbar machen und um Entschuldigung bitten, wenn man durch die alltägliche Ochlokinese muss.
    Frotteure haben aber doch 'leichtes Spiel' in solchen Situationen. Taschendiebe auch.
    Jemand hat mal meine Hasenpfote geklaut. Das ist nicht feierlich!
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