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Eine aktuelle Untersuchung aus den USA zeigt, dass anti-schwule Propaganda über das Internet alarmierend ansteigt.

Von Micha Müller

Die Zahl homophober Webseiten in den USA ist in den vergangenen Jahren enorm angestiegen, wie eine neue Studie belegt. Auch deren Inhalte und Hetzparolen gegen Schwule und Lesben würden zunehmend aggressiver. Die Soziologie-Professorin Janice M. Irvine aus Massachusetts hat die Internet-Seiten von sechs großen anti-schwulen Organisationen in den USA untersucht, die diskriminierende Botschaften über Homosexuelle ins Netz stellen. Seit über zwölf Jahren befasst sich Irvine mit ultra-konservativen Gruppierungen und analysiert deren Haltung zu Themen wie Sexualerziehung, Pornographie und Homosexualität. Zu den untersuchten Webseiten gehören die christlich-fundamentalistischen Verbände "Traditional Values Coalition" und "Americans for Truth", die sich ganz oder teilweise dem Kampf gegen die Rechte von Schwulen und Lesben verschrieben haben.

Homophobe Propaganda habe es schon immer gegeben, sagt Irvine. Verändert hätten sich aber die genutzten Medien und damit deren Verbreitungsmöglichkeiten. Früher mussten homo-feindliche Organisationen ihre Propaganda umständlich per Post oder durch Flugblätter weitergeben. Die Zahl der auf diese Weise erreichten Menschen sei relativ gering gewesen. Heute nutzten sie verstärkt das Internet, um Mitglieder zu werben, ihre Botschaft zu vermitteln und Hass-Predigern ein öffentliches Forum zu bieten, so die Wissenschaftlerin. Irvine ist der Ansicht, dass dies erst der Anfang einer Entwicklung sei, auf deren Weg es solchen Organisationen tatsächlich gelingen könnte, ihre Anhängerschaft zu vergrößern und homophobes Gedankengut zu implementieren. Bei dem derzeitigen konservativen Klima in den USA könnten solche Webseiten eine fatale Wirkung entwickeln.

Die ihrer Meinung nach ambitionierteste Hass-Kampagne gegen Homos, die je im Internet gestartet wurde, ist die "Homosexual Urban Legends"-Seite der Traditional Values Coalition. Hier würden unter dem Deckmantel der vorbehaltlosen Information unter anderem Statistiken veröffentlicht, die belegen sollen, dass schwule Männer Kinderschänder seien. Auch andere Scheinwahrheiten über Homosexualität würden mit Pseudo-Statistiken "belegt" und als Fakten dargestellt.

Irvines Forschungsarbeit wird finanziell von der Gay & Lesbian Alliance Against Defamation (GLAAD) unterstützt. "In dem gegenwärtigen politischen und kulturellen Klima sind diese Studien wichtiger denn je", betonte GLAAD-Sprecherin Glennda Testone.

In Deutschland verbreiten unter anderem die "Katholischen Nachrichten" sowie die Aktion "Kinder in Gefahr" ihre Hasspropaganda über das Internet. Auch hier werden Behauptungen als Fakten ausgewiesen und christliche Werte und Homosexualität als unvereinbar entgegengestellt.

23. Juni 2005



28 Kommentare

#1 UdoAnonym
  • 23.06.2005, 11:53h
  • was mal wieder beweißt, dass nicht nur die allgemeine öffentliche Aufklärung für die Bevölkerung wichtig ist, sondern, dass auch der politische Inhalt unserer CSDs wieder gestärkt werden muss.
    Schwule, Lesben oder Transgender sind keine "anderen" Menschen. Sie sind Menschen!
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#2 AndiAnonym
  • 23.06.2005, 12:08h
  • Was soll man dazu noch sagen ?
    So langsam frag ich mich wie man sich
    als Schwuler denn noch gegen sowas
    wehren kann.
    Um wirklich Aufmerksamkeit zu erregen,
    müssten wir Homos wesentlich radikaler
    als bisher vorgehen.Aber wäre das
    eine Lösung ? Wohl kaum ...
    Es wird Zeit,dass in der Politik sich endlich
    was tut und die Aufklärung besser wird.
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#3 KlausAnonym
  • 23.06.2005, 12:51h
  • Diese Ultrakonservativen sind Verbrecher: sie verbreiten Lügen (z.B. Schwule seien Kinderschänder) und erzeugen damit Gewalt gegen Schwule. Die moralischen Brandstifter sind genauso schlimm wie diejenigen, die dann letztlich die Tat ausführen. Und diese Gewalt- und Mordaufrufe dann auch noch als christlich zu bezeichnen ist Schändung dieses Glaubens!

    Das hat nichts mehr mit Meinungsfreiheit zu tun, denn persönliche Freiheit endet dort, wo die Freiheit und Unversehrtheit anderer gebrochen wird! Solche Dinge sollten online und offline verboten sein!
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#4 madridEUAnonym
  • 23.06.2005, 12:57h
  • Nach einem neugierigen Blick auf die website "Katholische Nachrichten" verfällt man abwechselnd einmal in Depression und dann wieder in kämpferische Wut.
    Welch eine Anmassung, wie sie für das "Leben" demonstrieren, als wenn wir nicht das Leben mindestens ebenso lieben würden wie die Heteros.Eigentlich sollte es mir als getauftem Lutheraner egal sein, aber man lebt eben in einem Land, wo die kath.Kirche (noch) allmächtig ist .
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#5 AndiAnonym
  • 23.06.2005, 15:48h
  • Ich schließe mich madridEU an.
    Ich habe mir alle 3 Seiten mal
    angeschaut.Besonders die "Gewalt
    gegen Kinder"-HP ist wirklich schon
    grausam.Wie die über uns Homos
    denken ist beim ersten Lesen wirklich
    sehr deprimierend.Was noch viel
    deprimierender ist,ist aber die Tatsache
    wie überzeugend die das rüberbringen.
    Mit falschen Statistiken,usw.
    So wie die die Tatsachen verdrehen,würd
    ich wahrscheinlich selbst etwas gegen
    Homos haben ... Wir werden dort als
    Kinderschänder hingestellt,die es sich
    zur Aufgabe gemacht haben das
    Christentum zu stürzen,Familien zu
    verhindern und dafür auch noch
    staatlich anerkannt werden wollen.

    Beim zweiten Lesen hingegen,kommt
    wirklich Wut hoch.Mit welchem Recht
    dürfen die solche Lügen über uns
    verbreiten ? Warum können die uns nicht
    einfach nur leben lassen ? Warum ist
    es denn so viel verlangt wenn wir auch
    die gleichen Rechte wie Heten haben
    wollen ? Es bringt denen doch keine
    Nachteile ...
    Was können wir Homos bloß gegen
    solche Vorwürfe tun ? Denn es MUSS
    endlich mal was passieren ...
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#6 SvenAnonym
  • 23.06.2005, 18:12h
  • An diesem Beispiel sieht man auch gut, das Deutschland nicht viel gelernt hat aus den Folgen des Nazi-Reiches.
    Zwar werden Nazi-Seiten schnell verboten, auch Hetze gegen Juden ist in Deutschland verpöhnt.
    Vergessen sind da schnell die anderen vier Opfergruppen, oder waren es fünf???
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#7 endlichAnonym
  • 23.06.2005, 18:16h
  • und dann stehen auch noch user wie "tickleboy" bei gayromeo.com drin, die ganz offen für so einen scheiss reklame machen.

    aber denkt mal ja nicht, das dies nicht auch in der brd passieren kann, denn die cdu ist auf dem vormarsch
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#8 endlichAnonym
  • 23.06.2005, 18:20h
  • Dear Friends,

    We are writing to share with you our growing concern for the safety of LGBT people in Poland.

    Last month, the Mayor of Warsaw decided to refuse to issue a permit for the city’s Gay Pride parade.

    Less than a week after an improvised Pride march took place, the Mayor issued a permit for a so-called “normality parade.”

    This “normality parade” was nothing other than an anti-gay demonstration whose main objective was an incitation to hate and intolerance towards LGBT people.

    Since that time, LGBT people all across Poland have been increasingly victims of harassment and physical abuse, including two people being shot and wounded in front of an LGBT club in Katowice.

    This violence is being committed in an atmosphere where public homophobia from government officials is commonplace and used to attract attention and get votes.

    In an open letter to Polish and European Union leaders, ILGA demands that the authorities put an end to this hostile and dangerous environment.

    To see our letter to Polish and EU leaders, please visit our website at the following link:

    www.ilga.org/news_results.asp?LanguageID=1&FileID=649&FileCa
    tegory=58&ZoneID=4


    For more information on the situation in Poland, please see a resume from ILGA members in Poland, the Campaign Against Homophobia and Lambda Warsaw at the following link:

    www.ilga.org/news_results.asp?LanguageID=1&FileID=645&FileCa
    tegory=1&ZoneID=4


    Stephen Barris
    Administrative and Communication Officer
    ILGA International Lesbian and Gay Association

    www.ilga.org
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#9 S-A-FAnonym
  • 23.06.2005, 18:22h
  • 4. pflanzen-freund schreibt am 22.06.2005:
    also ich finde es auch unappetittlich, wenn aids-kranke in einem restaurant arbeiten.
    5. queery schreibt am 22.06.2005:
    @Pflanzen-Freund:

    Was sagt uns diese(Deine) Aussage? Du findest es also auch unappetitlich, wenn der Fahrkartenkontrolleur im Zug eine Erkältung hat, wenn der Gast am Nebentisch im Restaurant im Rollstuhl sitzt, wenn der Alte Mann, der gerade in die Straßenbahn gestiegen ist, um deinen Sitzplatz bittet??

    Das ist also alles unappetitlich und dann geht Ihr Obersuperschwestern(sorry, bin selber schwul) auf den CSD und verlangt nach Tleranz & Akzeptanz....

    Meinst du nicht auch, das es doch egal ist, ob der Kellner AIDS hat oder nicht? Solange er nicht in den Hamburger wixt und immer ordentlich seine Handschuhe trägt, ist es okay. Denn das was Du da formulierst, mit dem Satz, den Du da geschrieben hast, ist genau das, was mitte der Achtziger Jahre von Rechtsaussen-Politikern in BAYERN gefordert wurde: ZWANGSTEST AUF HIV BEI ALLEN HOMOSEXUELLEN! Die entscheidende Frage ist doch, was kommt dann, wenn sich eine solche Meinung durchsetzt? Internierungslager? KZ's? Wegsperren? Das das absolut kein Beitrag ist, der erwähnenswert ist, solltest Du vielleicht auch selber mal einsehen. Denn genau solche Äusserungen führen dazu, das NPD/DVU/CSU & CO noch mehr zulauf bekommen.

    WAS ICH UNAPPETITLICH FINDE, IST, WENN EIN METZGERMEISTER MIT PUREN PFOTEN OHNE HANDSCHUHE IM GEHACKTEN RUMMÄHRT!

    lasst uns die raf wiederbeleben. oder besser: DIE SAF8schwule-armee-front)
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#10 SvenAnonym
  • 23.06.2005, 21:42h
  • Nee, dann lass ich lieber Lesben kämpfen, denn mit rosa Wattebäuschchen werden wir niemanden verletzen ...
    ;-))
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