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Urteil in Siegen

Neun Jahre Haft: Homo-Hasser tötete Schwulen im Suff

Ein 45-jähriger schlug und würgte im vergangenen Jahr seinen Saufkumpan, nachdem sich dieser geoutet hatte. Das bewusstlose Opfer brachte er anschließend zu einem Fluss, wo der Mann ertrank.


(Bild: Markus Daams / flickr / by-sa 2.0)

Das Landgericht Siegen hat einen 45-jährigen Russlanddeutschen wegen Totschlags an einem schwulen Mann zu neun Jahren Freiheitsstrafe sowie zu einem Aufenthalt in einer Entziehungsanstalt verurteilt. Dies berichtete am Freitag die "Westfalenpost".

Der Täter hatte das 36 Jahre alte Opfer in der Nacht zum 30. Dezember 2016 beim Alkoholkaufen kennengelernt und mit in seine Wohnung in Finnentrop genommen. Dort tranken die Männer Bier und Wodka. Als sich der 36-Jährige gegen Mitternacht als schwul outete, eskalierte das Gelage. "Der Angeklagte hasst nach eigener Aussage Homosexualität. Er gab ihm mehrere Faustschläge ins Gesicht", erklärte Staatsanwalt Rainer Hoppmann während des Prozesses. Danach habe der 45-Jährige den Kopf seines Opfers mehrfach an die Wand geschlagen.

Die ursprüngliche Anklage lautete auf Mord

Weil der Russlanddeutsche Angst bekam, dass ihn sein Opfer wegen Körperverletzung anzeigt, würgte er ihn solange, bis er annahm, dass sein Opfer tot sei. Mit seinem Pkw brachte er den Mann dann zum zehn Kilometer entfernten Fluss Bigge und legte ihn in einer Böschung ab. Zu diesem Zeitpunkt hat das Opfer allerdings noch gelebt: Laut Obduktion ist der 36-Jährige ertrunken.

Der Verurteilte legte ein Teilgeständnis ab. Im Prozess sagt er aus, er habe seinem Saufkumpan erzählt, dass er Streit mit seiner Freundin gehabt hätte; danach habe dieser ihn angemacht: "Er legte seinen Kopf auf meine Schultern, hat mich gestreichelt und gesagt: 'Vergiss die Weiber'. Als ich ihn fragte, ob er schwul sei, sagte er: 'Ja, Sex mit Männern ist besser.' Ich sagte, er solle verschwinden. Dann fasste er mir in den Genitalbereich."

Ursprünglich war der Russlanddeutsche wegen Mordes angeklagt worden. Am Ende des Prozesses plädierte Staatsanwalt Hoppmann jedoch auf zehn Jahre Haft wegen vollendeten Totschlags im Zustand verminderter Schuldfähigkeit. Die Rechtsanwälte des 45-Jährigen sahen keine Tötungsabsicht und forderten eine Strafe nicht über sieben Jahre wegen gefährlicher Körperverletzung und fahrlässiger Tötung. (cw)



#1 Typisch DeutschlandAnonym
  • 04.11.2017, 11:34h
  • Wieso nur Totschlag und wieso nicht Mord?

    Wieso nur 9 Jahre? Das Opfer bleibt tot und wacht nicht in 9 Jahren wieder lebend auf.

    Wenn jemand einen anderen Menschen ermordet, nur weil man sich als schwul outet, ist das volle Absicht und so jemand hat bewiesen, dass er nicht mehr Mitglied einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft sein kann.
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#2 hugo1970Profil
  • 04.11.2017, 12:02hPyrbaum
  • Wer jemandem Schaden, aus Haß zufügt, nur weil dieser sich anders verhält, andere Ansichten hat etc. der muß wissen, das er straffällig wird. Deshalb sind die aktuell zur Debatte stehenden Änderungen am Grundgesetz enorm wichtig!!!
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#3 Adnan TaymullahAnonym
#4 Simone 65Anonym
  • 04.11.2017, 14:02h
  • Wenn jemand aus Hass tötet , soll für alle Zeit weggesperrt. Alkohol ist keine Entschuldigung.
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#5 AufrechtgehnProfil
  • 04.11.2017, 14:53hFrankfurt am Main
  • Ich habe mit diesem Konstrukt der "teilweisen Schuldunfähigkeit" ein bisschen Probleme, schließlich hat den Mann niemand gezwungen, zu saufen. Ich finde, man ist auch für das, was man im Rausch tut, voll verantwortlich.

    Oder wie die große Fanny Müller ihrer Figur "Frau K." mal so schön in den Mund legte: "Das nächste Mal, wenn ich ein Verbrechen begehe, bin ich vorher duhn, das gibt Prozente bei Gericht". :)

    Andererseits: ob der Täter jetzt sieben oder zehn Jahre kriegt, macht auch keinen Unterschied. Das Opfer wird so oder so nicht mehr lebendig und im Knast wird aus dem Täter in zehn Jahren auch kein besserer Mensch als in sieben, eher im Gegenteil.
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#6 AmurPrideProfil
  • 04.11.2017, 15:05hKöln
  • Ich kann ja innerhalb des US-amerikanischen Rechtssystem nicht all zu viel Nachahmenswertes entdecken, aber den Grundsatz, dass sich die Einnahme von Alkohol bzw. Drogen bei Straftaten STRAFVERASCHÄRFEND, und nicht wie bei uns strafmildernd auswirkt, finde ich gut!

    Wer freiwillig Alkohol/Drogen konsumiert, nimmt damit wissentlich, billigend und VORSÄTZLICH einen Kontrollverlust der eigenen Person in Kauf. Dann finde ich man könnte in diesem Zusammenhang auch VORSATZ unterstellen und er müsste für VORSATZ auch die rechtlichen Folgen tragen.
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#7 SoSoAnonym
#8 AmurPrideProfil
  • 04.11.2017, 16:03hKöln
  • Antwort auf #7 von SoSo
  • ""..Wann hört Freiwilligkeit auf und wo beginnt Abhängigkeit?..""

    Eine berechtigte Frage! Und, wie ich zugeben muss, keine leicht zu beantwortende. Denn ich habe jetzt natürlich auch keine perfekte Antwort parat.

    Und obwohl ich Mitgefühl für alkohol- und drogenkranke Menschen habe, muss man aber auch im Sinne der Opfer fairerweise konsternieren:
    Keiner wird einfach so zufällig alkohol-/drogenabhängig, oder?
    Es setzt eigentlich immer einen freiwilligen Erstkontakt voraus, den er dann VORSÄTZLICH begeht.
    Und niemand kann doch heutzutage noch ernsthaft in Abrede stellen, er habe nicht um die damit verbundenen Gefahren gewusst.
    Außerdem besteht ja auch für jeden Süchtigen die Möglichkeit, sich selbst in eine geschlossene Therapie/Entgiftung einzuweisen.
    Somit ist also auch der Abhängige für seine Sucht VORSÄTZLICH verantwortlich und müsste eigentlich in diesem Kontext die rechtlichen Konsequenzen für Vorsatz tragen.
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#9 SoSoAnonym
  • 04.11.2017, 16:24h
  • Antwort auf #8 von AmurPride
  • Hattest Du noch keinen Erstkontakt?

    Kein Kölsch, keinen Wodka-RedBull?
    Ich referiere jetzt mal auf Alkohol.
    Wir werden Stimulanzen nie ganz aus unserer Gesellschaft eliminieren können.

    Zur Therapie:
    Diese wird oft erst genutzt, wenn schon ein Kind in den Brunnen gefallen ist.
    Das bedeutet eben eventuell eine Straftat begangen zu haben.
    Therapie kann auch strafergänzend sein und so Rückfälle verhindern.

    Ich will damit sagen:
    So gut ich aus Opfer/Angehörigen-Sicht Deinen
    Wunsch nach Strafverschärfung verstehe.
    Der deutsche Rechtsstaat sollte nicht nach US-amerikanischen "Auge um Auge, Zahn um Zahn" Strafrecht verfahren.

    Besserung geht vor Rache.
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#10 hugo1970Profil
  • 04.11.2017, 16:33hPyrbaum
  • Antwort auf #9 von SoSo
  • Wenn mann Süchtig wahr und "geheilt" ist, ist, meines Erachtens die Gefahr immer noch da, das man wieder in diesen schlimmen Kreislauf hinein kommenm kann.

    Natürlich ist es leicht, zu konstatieren, aber jeder solte vor Augen haben, das jeder in diesen Kreislauf hinein kommen kann, der Weg nach draußen ist viel schwerer als der Weg hinein!!!!!
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