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Kommentare zu:
Neun Jahre Haft: Homo-Hasser tötete Schwulen im Suff


#21 saltgay_nlProfil
  • 05.11.2017, 09:53hZutphen
  • Da haben wir wieder den Straftatsbestand des "Totschlages". Wie dies allerdings mit dem Transport der vermeintlichen Leiche zum Fluss überein zu bekommen ist, mögen die Prozessakten bzw. die Urteilsbegründung nachweisen. Nachvollziehbar ist das zunächst nicht. Der Täter hat in "Panik" versucht das Opfer zum Schweigen zu bringen. Also liegt ein Mordmotiv vor - jenes zur Verdeckung einer Straftat. Gefährliche Körperverletzung mit Todesfolge hätte bestanden, wenn das Opfer zu Hause gestorben wäre.

    Aus dem erfolgten Tathergang einen "Totschlag" zu konstruieren, das ist allerdings gewagt.
    Der §21 StGB lässt allerdings eine verminderte Schuldfähigkeit z.B. im Falle einer Alkoholkrankheit zu. Es hat aber eine Abwägung zu erfolgen. War der Blutalkoholgehalt noch nicht so hoch, dass z.B. das Autofahren und der "Leichentransport" noch möglich war, besteht keine verminderte Schuldfähigkeit. Das ist natürlich bei Alkoholkranken sehr schwierig, da Viele einen konstanten Spiegel von 1,6 Promille haben um "nüchtern" zu sein. Verminderte Schuldfähigkeit greift in solchen Fällen dann sicherlich erst ab 3,0 Promille.

    Neun Jahre Haft bedeuten daher also sicherlich eine Strafe, die angemessen ist. Dennoch bleibt dabei ein schaler Geschmack, weil im nüchternen Zustand von einem Mord auszugehen ist. Man muss sich also im vorliegenden Fall darauf verlassen, dass der Richter und die Schöffen die verminderte Schuldfähigkeit genau geprüft haben.
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#22 Sukram712Anonym
  • 05.11.2017, 10:09h
  • Antwort auf #20 von schwarzerkater
  • "der angeklagte hat selber zugegeben, das motiv war hass, also warum nicht ein mord aus hass?"

    Weil sich das Mordmerkmal "Hass" auf den Vorgang bezieht, bei dem es nur zur schweren Körperverletzung und nicht zum Tod kam.

    Der spätere Tod des Opfers ist auf einen Irrtum (er dachte das Opfer sei tot, ohne das zu prüfen) zurückzuführen . Deshalb plädierten die Anwälte des Täters auf schwere Körperverletzung und anschließende fahrlässige Tötung. Das kann man so sehen.

    Der Richter ist dem aber (natürlich) nicht gefolgt und hat die Tat als Ganzes gewertet.
    Das Mordmerkmal kann man aber nicht einfach auf den späteren Teil der Tat übertragen. Ohne ein Mordmerkmal (Heimtücke, Mordlust, Habgier usw.) ist eine Tötung aber ein "Totschlag".

    Bei der Strafzumessung sind immer auch eventuell schlimmere Fälle zu berücksichtigen, die ein höhere Strafe erfordern. Es soll ja gerecht bleiben.

    Der Richter ist dem Staatsanwalt fast ganz gefolgt. 9 Jahre Haft ist ja nicht gerade wenig.
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#23 Sukram712Anonym
  • 05.11.2017, 10:18h
  • Antwort auf #21 von saltgay_nl
  • "Der Täter hat in "Panik" versucht das Opfer zum Schweigen zu bringen."
    Bei den Schlägen und dem Würgen kann es aber nicht zum Tod. Ohne Leiche kein Mord. ;)

    Beim späteren Ablegen am Fluss bestand keine Tötungsabsicht, weil der Täter dachte, das Opfer sei schon tot.

    In der Gesamtwertung kommt man zu Totschlag. Also ein töten ohne besonderes Mordmerkmal.

    Alternativ "versuchter Mord mit anschließender fahrlässiger Tötung". Aber das wäre doch erst Recht keinem zu erklären. ;)
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#24 Phillipp SchererAnonym
#25 SoSoAnonym
  • 05.11.2017, 11:24h
  • Antwort auf #24 von Phillipp Scherer
  • Kommentar überflüssig!

    Hier geht es um einen heterosexuellen, homophoben Säufer, der einen Schwulen getötet hat.

    Warum immer noch viele Schwule der Realität entkommen wollen, mit Hilfe von Alkohol und Drogen, steht auf einem ganz anderen Blatt.

    Da klopfst Du am Besten mal bei den den Homophoben an.
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#26 TheDadProfil
  • 05.11.2017, 14:27hHannover
  • Antwort auf #6 von AmurPride
  • ""Ich kann ja innerhalb des US-amerikanischen Rechtssystem nicht all zu viel Nachahmenswertes entdecken, aber den Grundsatz, dass sich die Einnahme von Alkohol bzw. Drogen bei Straftaten STRAFVERASCHÄRFEND, und nicht wie bei uns strafmildernd auswirkt, finde ich gut!""..

    Was dann schlicht negiert das der "freie Wille" durch den Einfluß der Droge Alkohol gar kein so freier Wille mehr ist..

    In unserem StGB gibt es die Vorschrift 323a
    ""Vollrausch
    (1) Wer sich vorsätzlich oder fahrlässig durch alkoholische Getränke oder andere berauschende Mittel in einen Rausch versetzt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wenn er in diesem Zustand eine rechtswidrige Tat begeht und ihretwegen nicht bestraft werden kann, weil er infolge des Rausches schuldunfähig war oder weil dies nicht auszuschließen ist.
    (2) Die Strafe darf nicht schwerer sein als die Strafe, die für die im Rausch begangene Tat angedroht ist.
    (3) Die Tat wird nur auf Antrag, mit Ermächtigung oder auf Strafverlangen verfolgt, wenn die Rauschtat nur auf Antrag, mit Ermächtigung oder auf Strafverlangen verfolgt werden könnte.""..

    Wer hier also denkt er käme damit davon sich erst volllaufen zu lassen, der irrt..
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#27 AmurPrideProfil
  • 06.11.2017, 08:53hKöln
  • Antwort auf #26 von TheDad
  • ""..Was dann schlicht negiert das der "freie Wille" durch den Einfluß der Droge Alkohol gar kein so freier Wille mehr ist..""

    Nein, tut es nicht! Denn der erste Schluck im nüchternem Zustand geschieht ja wohl immer freiwillig! Auch wenn man süchtig ist! Denn alternative könnte man ja auch was gegen die Sucht machen.

    ""..Wer hier also denkt er käme damit davon sich erst volllaufen zu lassen, der irrt..""
    Wenn ich zum Beispiel bei einem Mord aufgrund meines Alkohol-/Drogenkonsums gemäß Vorschrift 323a StGB, weil ich infolge des Rausches schuldunfähig war oder weil dies nicht auszuschließen ist, maximal mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren bestraft werde, anstatt z. B. lebenslänglich für Mord zu bekommen, dann würde ich in diesem Zusammenhang schon davon sprechen, das ich mehr als nur glimpflich "davongekommen" bin.
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#28 TheDadProfil
  • 06.11.2017, 11:40hHannover
  • Antwort auf #27 von AmurPride
  • ""Nein, tut es nicht! Denn der erste Schluck im nüchternem Zustand geschieht ja wohl immer freiwillig!""..

    Was für Menschen wie Dich und mich durchaus zutrifft..
    Für Alkohol-Abhängige eben nicht, denn ohne den ersten Schluck kommen viele gar nicht aus dem Bett..

    ""Denn alternative könnte man ja auch was gegen die Sucht machen.""..

    Bis zu dem Zeitpunkt an dem der Süchtige bereit ist diesen Schritt zu gehen ist es oft ein sehr weiter Weg..
    Viele schaffen diesen Schritt erst nach mehr als einem Dutzend Anläufen, und mehr als ebensovielen Entgiftungen in Kliniken, bei denen der Körper vom Giftstoff befreit wird, was nichts mit der Entwöhnung des Kopfes in dem die Drogensucht steckt zu tun hat..

    ""Wenn ich zum Beispiel bei einem Mord""..

    Das findet nicht statt..
    Die Vorschrift gilt für Straftaten die mit maximal 5 Jahren bestraft werden..

    Für Mord muß mindestens eines der "Mord-Merkmale" erfüllt sein :
    Vorsatz, Heimtücke und niedrige Beweggründe..

    Im vorliegendem Fall kann man davon ausgehen das die Tat nicht geplant war, Vorsatz also nicht vorliegt, der Täter sich gegen einen Angriff gewehrt hat, denn das Opfer hat ihn gegen seinen Willen angefasst, und die Heimtücke ist auch nicht gegeben, denn die trifft meistens nur zu wenn man Jemanden von hinten erschlägt, ersticht, erschießt..

    Der Irrtum zu denken das Opfer sei bereits Tod, führte zur Ablage des Opfers am Fluß, wo dieses dann erst ertrank..
    Dies wirkt sich aber nicht strafverschärfend aus, denn der Täter kann nichts für einen Irrtum..

    Von einem Mord kann deshalb nicht ausgegangen werden, und so bleibt Todschlag als Anklage übrig, und die Verurteilung zu 9 Jahren ist schon an der oberen Grenze der Möglichkeiten..
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