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Blubbern in der Gruppe

Der Trend zur Shisha – was steckt dahinter?

Wasserpfeifen-Fans schwärmen vom gemeinsamen Raucherlebnis und aromatisierten Tabaksorten – gerade Jugendschützer schlagen deshalb Alarm.


Shisha-Tabak benötigt ist nicht selten mit bestimmten Geschmacksrichtungen versetzt, um ein besonderes Raucherlebnis zu garantieren (Bild: Lars Plougmann / flickr)

  • 8. November 2017, 03:47h, noch kein Kommentar

Rauchen ist ungesund – und kann tödlich enden. Diese Erkenntnis ist nicht neu. Seit Jahren sorgen Gesetze zum Nichtraucherschutz dafür, dass der "blaue Dunst" aus immer mehr Bereichen des öffentlichen Lebens verschwindet. Kaum jemand erinnert sich noch an die Zeit, in welcher das Rauchen in Restaurants noch erlaubt war. Das Ergebnis der Entwicklung ist auch eine kontinuierliche Abnahme bei der Zahl der Raucher. Inzwischen geht zum Beispiel die Deutsche Krebsgesellschaft davon aus, dass nur noch 23,5 Prozent der Bevölkerung über 15 Jahre rauchen. Ein durchaus positiver Trend.

Teilweise wandern Raucher zur E-Zigarette ab, ein Teil kehrt dem Glimmstängel komplett den Rücken zu. In den letzten Jahren hat ein Trend zunehmen mehr Liebhaber und Fans gefunden – die Shisha. Dabei handelt es sich um eine Wasserpfeife, die aus dem Nahen Osten ihren Weg nach Europa gefunden hat. Und es geht hierbei weniger um das Rauchen ähnlich einer Zigarette. Die Shisha ist ein Erlebnis, das mit Gleichgesinnten geteilt wird.

Woher kommt die Shisha?

Mit der Shisha ist ein Trend in Deutschland angekommen, den viele Fans und Liebhaber hinsichtlich der Entstehung der Arabischen Halbinsel zuordnen. Allerdings lässt die Etymologie – also die Namensgebung – Rückschlüsse darauf zu, dass es sich bei der Shisha um keine Erfindung aus dem Nahen Osten handelt. Die Begriffe Nargil bzw. Nargile stehen für Kokosnuss. Heute wird davon ausgegangen, dass die Shisha ursprünglich in Indien entstanden ist. Gefertigt aus Kokosnuss und Bambus, hat sie sich immer weiter in Richtung Naher Osten bzw. in den arabisch-islamischen Mittelmeerraum ausgebreitet.

Der genaue Entstehungszeitpunkt lässt sich heute nicht mit Sicherheit festlegen. So sprechen einige Quellen – wie zum Beispiel Cyril Lloyd Elgood – davon, dass die Shisha Ende des 16. Jahrhunderts/zu Beginn des 17. Jahrhunderts in Indien entstanden ist. Laut Quellen aus Persien wurden Wasserpfeifen allerdings schon früher benutzt.

In ihrer heutigen Form wird die Shisha Ägypten zugeschrieben. Allerdings war die Wasserpfeife nicht nur am Nil verbreitet, sondern im gesamten islamischen Mittelmeerraum. Hier ist sie fester Bestandteil der Alltagskultur und hat eine lebendige Kultur entwickelt. Mit der Kolonialzeit berührten sich Europa und Orient zunehmend stärker – was auch den kulturellen Austausch betraf. Auf diese Weise wurde die Wasserpfeife zuerst in den Kolonialstaaten, anschließend im Rest Europas bekannt. Mit den 1990er Jahren bzw. den 2000er Jahren ist die Shisha europaweit zu einem Trend der Jugendkultur geworden. Im Zuge dieser Entwicklung haben sich Bars und Cafe's entwickelt, deren Fokus auf der Shisha liegt.

Was wird für das Rauchen einer Shisha benötigt?


Wasserpfeifen erfreuen sich heute einer sehr großen Beliebtheit – doch woran liegt das eigentlich? Welche Besonderheiten bietet die orientalische Wasserpfeife? (Bild: Dommiii (CC0-Lizenz) / pixabay.com)

Die im englischen Sprachraum als Hookah bezeichnete Shisha ist aus vier Komponenten aufgebaut: Kopf, Rauchsäule, Wassergefäß und Schlauch.

Dieser Grundaufbau ist bei den heute im Handel erhältlichen Wasserpfeifen weitgehend identisch.
Der Kopf einer Shisha sitzt auf der Rauchsäule und nimmt den Wasserpfeifen-Tabak auf. In der Vergangenheit haben sich verschiedene Formen entwickelt. Verbreitet ist der Einsatz von Köpfen, in deren Boden fünf Löcher dafür sorgen, dass der Rauch in die Rauchsäule gelangt. Der Nachteil dieser Konstruktion: Neben dem Dampf gelangt auch die im Tabak als Feuchthaltemittel enthaltene Melasse in die Rauchsäule.

Neben der einfachen Variante kann ein Shisha-Kopf auch als Einlochkopf gefertigt werden. Der Vorteil liegt darin, dass hier keine Melasse in die Rauchsäule gelangt. Parallel haben die Hersteller der Shishas noch einige weitere Kopfarten entwickelt, die Rauchdauer und Hitzeverteilung beeinflussen. Gefertigt werden kann der Kopf aus Keramik, Metall oder Glas.

Die Rauchsäule wird meist aus Metall hergestellt und verbindet den Glaskörper mit dem Kopf. Über die Anschlüsse im unteren Teil werden die Schläuche mit der Wasserpfeife verbunden. Das Wassergefäß kann aus verschiedenen Materialien gefertigt werden. Über Füllmenge und Volumen sowie Zusätze lässt sich das Raucherlebnis zum Teil deutlich beeinflussen.

Für den eigentlichen Rauchvorgang wird der Kopf mit entsprechendem Tabak befüllt. Interessante Angebote für Tabak und andere wichtige Utensilien gibt es bei Spezialshops wie smokestars.de. Abgedeckt mit einer Alufolie, dient spezielle Shisha-Kohle als die benötigte Hitzequelle. Durch das Ziehen am Mundstück des Schlauchs entsteht ein Unterdruck.

Worauf ist dabei zu achten?

Beim Rauchen einer Shisha gibt es einige Punkte, die Anwender im Auge behalten sollten. Dazu gehört beispielsweise das bereits angesprochene Melasse-Problem beim Standardkopf. Es kommt hierdurch zwar zu keinen nachhaltigen Auswirkungen des Raucherlebnisses. Allerdings wird die Reinigung der Rauchsäule durch die Melasse natürlich nicht einfacher. Ein weiterer Punkt betrifft den Betrieb. Idealerweise liegt die Kohle nicht direkt auf dem Tabak, sondern in einigen Millimetern Abstand auf der Alufolie darüber. Auf diese Weise wird der Tabak nicht direkt verbrannt, sondern es verdampfen lediglich Aromen und Feuchtigkeit.

Ein weiterer Aspekt betrifft die Verwendung bestimmter Materialien. Stichwort Rauchsäule: Diese kann auch aus Holz gefertigt sein. Allerdings sind dessen Materialeigenschaften für den Gebrauch einer Shisha nicht unbedingt optimal.

Bleibt noch ein Punkt – die Folgen für die Gesundheit. Prinzipiell gelten hier ähnliche Aussagen wie für das Rauchen einer Zigarette. Allerdings mit einigen Besonderheiten. Es hat sich beispielsweise gezeigt, dass das Rauchen einer Shisha deutlich mehr CO freisetzt. Auf entsprechende Untersuchungen weist zum Beispiel das Ärzteblatt hin.

Fazit: Shisha ist bei Jugendlichen beliebt

In den vergangenen 20 Jahren ist die Zahl der Zigarettenraucher zunehmend gesunken. Gleichzeitig hat sich – speziell unter Jugendlichen – ein besonderer Trend entwickelt. Die Rede ist von der Shisha. Auch bekannt als Wasserpfeife, geht es hierbei nicht allein ums Tabakrauchen. Was begeistert, ist das gemeinsame Erleben. In speziellen Bars und Cafés kann die Shisha geraucht werden.

Neben "klassischem" Tabak bieten Hersteller heute eine ganze Palette aromatisierter Produkte an. Inzwischen ist die Shisha so beliebt, dass sie teilweise auch zuhause geraucht wird. Aber: Wer sich mit dem Gedanken trägt, eine Shisha anzuschaffen, sollte sich im Vorfeld informieren, auf was es dabei im Besonderen ankommt. Denn einige Fehlentscheidungen können den Spaß sehr schnell verderben und aus einem interessanten Hobby eine genusstechnische Horrorerfahrung machen. (ak)