Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://www.queer.de/detail.php?article_id=30052
Home > Kommentare

Kommentare zu:
Verfassungsrichter: Es gibt ein Recht auf ein drittes Geschlecht


#31 OldSoulAnonym
  • 08.11.2017, 20:47h
  • Antwort auf #2 von goddamn liberal
  • Dass du auf durchgeknallte rechte Hasser wie Kuby verweist, macht die Sache natürlich einfach: Das lehnen alle ab, die keine durchgeknallten Hasser sind, da kann man sich schön drauf einigen.

    Bei deiner Beschreibung dessen, was die andere Seite solcher Gestalten darstellt, vermischt du aber Dinge, die auch auf Seiten der nicht-Hasser, nicht-Rechten, nicht-Bigotten, nicht-Spinner noch für einige Diskussionen sorgen und sorgen werden:
    Auch dort ist es ja nun nicht ganz unumstritten, ob Geschlecht einzig und allein eine Sache von Identitätsgefühl und Willensentscheidungen ist, oder auch mit ein paar z.B. körperlichen Tatsachen zu tun hat, die man sich nicht einfach aussuchen und nach Belieben umdefinieren kann.

    Du feierst die Entscheidung des BuVerfG als eine, die nun endlich Akzeptanz für "die freie Geschlechtswahl bzw. die faktische Intersexualität" bedeute. Damit vermengst du aber munter Dinge, die auch die durchgeknallten Rechten gerne unterschiedlos in ihrem Hyperventilationssüppchen zusammenquirlen.

    Von "freier Geschlechtswahl" hat in der Entscheidung aber niemand etwas gesagt. Vielmehr geht es mit der Einführung einer dritten Kategorie laut den aktuellen Formulierungen um Personen, die "sich dauerhaft weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zuordnen LASSEN" (nicht "lassen wollen") bzw. "Kinder, bei denen das Geschlecht nicht eindeutig festgelegt werden KANN".

    Kurzum: In den Formulierungen wird als Bedingung gesetzt, dass ein gewisser Sachverhalt vorliegen muss, der noch dazu in der ersten Formulierung auch noch "dauerhaft" sein muss. - Wie zum Beispiel im Falle von Intersexualität, wie sie auch medizinisch definiert wird, und wo nicht eindeutig zuordenbare biologische Geschlechtsmermale bestehen.

    Von sowas wie "freier Geschlechtswahl für alle nach eigenem Belieben" ist hier also nicht die Rede. Ob so eine Voraussetzung eines Sachverhalts notwendig bzw. sinvoll ist oder nicht - und wenn ja, wer wie das Bestehen des Sachverhalts feststellen soll/darf, muss also noch weiter diskutiert werden. Hier sehe ich - nicht zuletzt nach den vergangenen heißen Diskussionen im Forum - auch noch keinerlei Konsens und den größten Gesprächsbedarf.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #2 springen »
#32 OldSoulAnonym
  • 08.11.2017, 22:31h
  • Antwort auf #26 von stolzer Homo
  • Keine Sorge, das liegt nicht (nur) am Alter oder am noch-nicht- bzw. nicht-mehr-Durchblicken. Auch die jungen, die in den aktuellen Diskursen ziemlich gut durchblicken, sind sich ziemlich uneins und es gibt widerstreitende Positionen -- die durchaus jeweils alle sehr legitime Interessen haben können, aber die jeweils andere Seite zur Durchsetzung der eigenen Interessen dann gerne mal als Wiedergeburt von Hitler diskreditieren. Macht die Sache nun leider nicht besser, aber Du bist zumindest als "alter stolzer Schwuler" nicht allein.

    Umso blöder finde ich es, wenn wie auf Diskussionsseite 1 in diesem Thread dann so Gerede von "den Politikern" an den Tag gelegt wird, die ja angeblich alle "Clowns" sind etc. Klar gibt es AUCH blöde, retrograde, ahnungslose Politiker, aber dieses generalisierende "wir gegen die da oben"-Gerede ist doch einfach nur populistisch. Zumal aus den Reihen einer "community", die schon in ihren eigenen Diskussionsforen bei bestimmten Themen auf kaum einen grünen Konsenszweig kommt.

    Zumindest darüber, dass intersexuelle Personen mit uneindeutigen Geschlechtsmerkmalen nicht in die Kategorie "Mann" oder "Frau" zwangsgepresst werden sollten, besteht ja offensichtlich Konsens von postmodernen PanDemiAros bis zur katholischen Kirche. Hurra.
    Die Restdiskussionen von der freien Geschlechtswahl bis zu den hundertachtunzwanzig genders bekommen wir hoffentlich auch nochmal ohne Mord und Totschlag hin.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #26 springen »
#33 Bella TrixAnonym
#34 Windheimer 66Anonym
  • 09.11.2017, 05:35h
  • Antwort auf #1 von Robin
  • Sie mussten so Recht sprechen,weil es die Gesetze nicht anders zu lassen. Wenn jetzt der Gesetzgeber neue Gesetze erlässt, so müssen die untergeordneten Gerichte dann danach entscheiden.Wenn sich dann zB eine Behörde weigert, intersexualität zu beurkunden, dann kann erfolgreich dagegen geklagt werden
  • Antworten » | Direktlink » | zu #1 springen »
#35 GronkelAnonym
  • 09.11.2017, 07:56h
  • Antwort auf #28 von GeorgB
  • "Das Gericht zeigt dem Gesetzgeber also nur auf, welche Möglichkeiten ihm das Grundgesetz (und nicht das Bundesverfassungsgericht) gibt."

    Ja und das sollte das Gericht meiner Meinung nach nicht tun. Es soll keine Möglichkeiten zeigen und auch keine Vorinterpretationen geben, wie ein Gesetz zu ändern ist oder was sich aus dem Grundgesetz ableitet. Nur weil uns beiden keine andere Option einfällt heißt es nicht, dass es keine anderen gibt. Das Gericht hat sich aus dem Entscheidungsprozess wie etwas in Gesetze gegossen wird herauszuhalten. Es kann prüfen ob es richtig oder falsch ist, aber mehr auch nicht.
    So ist zumindest meine Lesart der Gewaltenteilung.
    Vielleicht hat das Gericht mittlerweile aber auch keine andere Möglichkeit mehr als konkrete Vorgaben zu machen um der eigenen Entscheidung gehör zu schaffen, weil die Legislative entweder Entscheide komplett ignoriert (siehe Überhangmandate) oder einfach ein minimal geändertes Gesetz erneut einreicht und dem Gedanken des Gerichtsentscheides bewusst widerspricht.
    Wie auch immer, ich bin raus.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #28 springen »
#36 TraumzerstörerinAnonym
  • 09.11.2017, 08:24h
  • Antwort auf #35 von Gronkel
  • Im Gegensatz zu Queer-Visionisten glaube ich nicht daran, dass es je eine Gesellschaft ohne Geschlechterrollen geben wird. Sicherlich, das lässt sich alles lockerer machen, aufweichen, weitere hinzufügen, aber jeder verteidigt seine Identität. Und das ist völlig normal. Nur die Mittel dazu, sind sicherlich nicht immer angebracht, ganz im Gegenteil, sie können sehr grausam sein. Zu anderen, aber im Falle von Transsexualität auch sich selbst gegenüber in Form von GA-Ops aus konformistischen Gründen.
    Auch Männer und Frauen tun das, der Markt mit Schönheitsoperationen boomt. Der Witz ist, es gibt sogar Menschen, die lassen sich so operieren, dass sie möglichst uneindeutig aussehen, und verstehen das so als künstlerische Bestätigung ihrer nonbinären Identität.

    Transphobie lässt sich auch einfach mit der Verteidigung der eigenen Identität von Männern und Frauen erklären. So ist es auch nicht verwunderlich, dass Christen z.B. häufiger transphob sind, weil sie ihre Identität als Mann oder Frau, auf ihren Körper beziehen und den für von Gott geschaffen halten. Die Vorstellung einer kulturell erzeugten Geschlechterrolle, als Anpassung an gesellschaftliche Abläufe, muss eine Horrorvorstellung für diese Menschen sein.
    In ihren Augen kann so etwas nur biologisch, von Gott programmiert und verordnet, sein. Abweichungen davon stellen also ein satanisches Prinzip, ein der Schöpfung entgegengesetztes Ereignis da.

    Für einen Biologisten ergibt sich das selbe Problem, entweder er sucht bis zum Ende der Welt nach genetischen Ursachen, oder er muss die Phänomene als Genderwahn oder Psychose klassifizieren, weil sie vom für ihn heiligen Prinzip der Evolution abzuweichen scheinen und ihm als Antwortgeber nur die Psychiatrie bleibt. Es muss sich für ihn um eine Verhaltensstörung handeln.

    Mir ist schon klar, dass das manchen hier nicht passt, dass ich meine wahren Beweggründe offengelegt habe, aber die Alternative wäre gewesen, die übliche Lügengeschichte zu erzählen: "Uhhh! Ich wusste schon immer, dass ich eine Frau bin!" Wusste ich nicht, weil ich als kleines Kind noch gar keine richtige Identität hatte, ich habe meinen Eltern vollends vertraut und das geglaubt, was sie mir über mich erzählt haben.

    Wenn das manchen nicht passt, dass hinter Homophobie auch mal etwas anderes als Religion stecken kann, dann viel Spaß in euer Traumwelt. Dann überseht ihr vielleicht wichtige Auslöser. Geschlechtterollen mit sexistischen Stereotypen gibt es seit mindestens 5000 Jahren, wenn nicht sogar viel viel länger, die wurden nicht von der Kirche erfunden.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #35 springen »
#37 goddamn liberalAnonym
  • 09.11.2017, 08:31h
  • Antwort auf #31 von OldSoul
  • "Auch dort ist es ja nun nicht ganz unumstritten, ob Geschlecht einzig und allein eine Sache von Identitätsgefühl und Willensentscheidungen ist, oder auch mit ein paar z.B. körperlichen Tatsachen zu tun hat, die man sich nicht einfach aussuchen und nach Belieben umdefinieren kann."

    Man kann nicht und man darf nicht?

    Warum denn nicht?

    Wie kann man/Mann so übergriffig sein und Mitmenschen, in deren Identität man nun einmal nicht hineinkriechen kann, so etwas Intimes wie ihre Geschlechtszugehörigkeit vorschreiben wollen?

    Das ist eine Übergriffigkeit, die gegen das Recht auf Selbstbestimmung verstößt.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #31 springen »
#38 TraumzerstörerinAnonym
#39 goddamn liberalAnonym
  • 09.11.2017, 08:43h
  • Antwort auf #36 von Traumzerstörerin
  • "Wenn das manchen nicht passt, dass hinter Homophobie auch mal etwas anderes als Religion stecken kann, dann viel Spaß in euer Traumwelt."

    Schauen wir mal in die Realwelt:

    www.queer.de/detail.php?article_id=28851

    "In acht Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen werde noch die Todesstrafe für Homosexualität verhängt, beklagt die ILGA: im Iran, in Saudi-Araben, in Jemen und im Sudan, zudem in bestimmten Regionen von Somalia und Nigeria sowie durch in einigen vom "Islamischen Staat" besetzten Gebieten im Irak und Syrien. In fünf weiteren Staaten steht die Todesstrafe zumindest noch auf dem Papier (Pakistan, Afghanistan, Vereinigte Arabische Emirate, Katar and Mauretanien)."

    Alle diese Länder sind hochreligiös und zwar islamisch.

    Homophobie hat seit Jahrtausenden eine wesentliche Ursache im abrahimischen Diskurs.

    Das gilt meines Erachtens bis zum georgischen Priesterschüler Stalin.

    Die Abschaffung der Strafbarkeit von Homosexualität ist ein Produkt der Franz. Revolution, die eine Rückkehr zum antiken Demokratieideal und Menschenbild bedeutete.

    Winckelmann war insofern Jakobiner.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #36 springen »
#40 TraumzerstörerinAnonym
  • 09.11.2017, 09:07h
  • Antwort auf #39 von goddamn liberal
  • Wie kann es dann z.B. sein, dass die Einwohner Tannas, Genderkonformisten sind, obwohl sie eine nichtchristliche Religion haben?
    Leider habe ich die Doku nicht mehr auf Youtube gefunden, es gibt aber eine Doku mit dem Titel: "Besuch aus der Südsee" dort reisen indigene Leute von Tanna nach England, um sich mit ihrem Gott, Prinz Philipp( Kein Scheiß!) zu treffen.
    In England finden sie die Gleichberechtigung nicht gut, zudem finden sie eine Travestie-Show auch nicht schön. Wie kann das sein, wenn doch alles durch die Christen kommen soll?

    Das ist die Doku gewesen:
    www.fernsehserien.de/besuch-aus-der-suedsee

    Warum sind traditionelle Stämme auf Papua so sexistisch?
    www.youtube.com/watch?v=cPhzRJU9RNo

    Es gibt diverse Belege für eine Geschlechter-basierte Arbeitsteilung und unterschiedliche Bestattungsriten, schon ab dem Neolithikum in Europa. Damals gab es noch kein Christentum.
    In der Bronzezeit ganz klar ausdifferenzierte Geschlechterrollen und eine Klassengesellschaft.

    Das haben nicht die Christen erfunden, egal wie oft ihr das noch behauptet.
    Es handelt sich wohl eher um ein globales Problem.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #39 springen »

» zurück zum Artikel