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Studie aus fünf Ländern

Coming-out am Arbeitsplatz: Noch immer ein schwerer Schritt

In Frankreich, Großbritannien und Irland outen sich laut einer neuen Studie LGBT eher am Arbeitsplatz als in Deutschland und Österreich – obwohl sie zugleich eher Nachteile befürchten.


Hinter deutschen Bürowänden gibt es weiter viele Geheimnisse (Bild: John / flickr)

Ein Coming-out im Job sehen viele Homo- und Transsexuelle in Westeuropa als positiv an – dennoch versteckt in Deutschland und Österreich eine Mehrheit ihre sexuelle Orientierung oder ihre Transsexualität zumindest noch teilweise am Arbeitsplatz. Das sind Ergebnisse einer Umfrage der Boston Consulting Group unter 1.600 jungen Berufstätigen und Studenten in mehreren Ländern, deren Ergebnisse am Donnerstag in München vorgestellt wurden.

Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, bewerten demnach 46 Prozent der Befragten aus Deutschland und Österreich den Schritt als vorteilhaft. Einen Nachteil sehen nur 16 Prozent, weder Vor- noch Nachteile 25 Prozent. Für irrelevant halten die Frage 16 Prozent.

Zugleich outen sich in beiden Ländern nur 41 Prozent der Homo-, Bi- und Transsexuellen gegenüber allen Kollegen im Arbeitsumfeld. In Frankreich sowie Großbritannien und Irland sind es hingegen 52 beziehungsweise 60 Prozent. Völlig ungeoutet bei der Arbeit sind in Deutschland und Großbritannien jedoch nur 18 Prozent, in Frankreich 20 Prozent sowie in Großbritannien und Irland 17 Prozent.

Mit 30 bzw. 33 Prozent wird in den Ländern zugleich ein Coming-out allgemein eher als nachteilig eingeschätzt als in den beiden deutschsprachigen Ländern. Auch die Gruppe, die es als positiv einschätzen, liegt mit 25 bzw. 40 Prozent niedriger.

Rein deutsche Studie ergab schlechtere Zahlen

Untersuchungen zum Coming-out am Arbeitsplatz hatten in den letzten Jahren zu insgesamt recht unterschiedlichen Ergebnissen geführt, was an unterschiedlichen Methoden und Befragtengruppen liegt. Letztlich lassen sich aber auch Fortschritte erkennen.

Bei der Studie "Out im Office?!", die im Sommer von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes vorgestellt wurde, hatten etwa 29 Prozent der Befragten angegeben, mit allen Kollegen offen über ihre sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität zu sprechen (queer.de berichtete).

Insgesamt waren 2.884 lesbische, schwule, bisexuelle und transgeschlechtliche Beschäftigte aus Deutschland zu ihrer Arbeitssituation befragt worden. Bei einer ersten Studie 2017 waren nur 13 Prozent offen am Arbeitsplatz. 31 Prozent der Befragten sprechen nach wie vor mit niemanden oder nur mit wenigen Personen im Job über das Thema. Vor zehn Jahren lag dieser Anteil noch bei 52 Prozent.



#1 TheManneken
  • 10.11.2017, 11:21h
  • Kommt drauf an, aber da hab ich wohl Glück gehabt. Bei mir gabs kein Coming Out. Hab von Anfang an in meinem jetzigen Betrieb da weder einen Hehl draus gemacht, es aber ebensowenig laut rumposaunt - das macht denke ich schon am meisten aus. Wer sich mit mir auf FB befreundet hatte, wusste es spätestens dann. Es gibt keinerlei Unterschiede in der Gleichbehandlung zwischen mir und meinen rund 70 Kollegen. Allerdings kam ich als zweiter Homosexueller in die Firma - und der andere war im Gegensatz zu mir eine richtig peinliche Tucke.
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#2 FrageAnonym
#3 AmurPrideProfil
  • 10.11.2017, 14:07hKöln
  • Antwort auf #1 von TheManneken
  • "der andere war im Gegensatz zu mir eine richtig peinliche Tucke."

    Okay...
    War der Dir jetzt peinlich, weil er einfach peinlich war...
    Oder war er Dir peinlich, weil er eine Tucke war...
    Oder weil er gar beides gleichzeitig war?

    Aber eigentlich völlig egal!

    Denn eigentlich bist Du hier derjenige, der mir mal so richtig peinlich ist!
    Wieder mal so ein Schwuler, der ein so geringes Selbstbewußtsein besitzt, das er sich unbedingt gegenüber einem anderen Schwulen, den er als Angehörigen einer vermeintlich schwächeren schwulen Gruppe als sich selbst wähnt, selber erhöhen muss, in dem er auf ihn rumtrampelt!
    *kotz* *würg*
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#4 AntwortAnonym
#5 hugo1970Profil
  • 10.11.2017, 19:02hPyrbaum
  • Antwort auf #1 von TheManneken
  • "eine richtig peinliche Tucke."

    Na und? Das hört sich so an als Du noch homophober währst als die homophoben aus dem hetero Lager.
    Es ist doch scheiß egal, wie eine Person erscheinen will, HAUPTSACHE DIE BETREFFENDE PERSON FÜHLT SICH WOHL!!!!!!
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#6 hugo1970Profil
#7 TheManneken
  • 10.11.2017, 23:39h
  • War ja klar, so eine Reaktion ;)

    Aber ja, ich schäme mich fremd für so manche Kerle, die sich in der Öffentlichkeit absichtlich besonders feminin geben, ohne es zu sein und sie im Privaten sie selbst sind. Dagegen wird bei jeder sich bietenden Gelegenheit jedes Klischee über Schwule bestätigt, mit einem Gang wie auf dem Laufsteg, künstlich angehobener quietschender Stimme und anderer komischer Ticks... Sobald man mit diesen Männern aber mal unter 4 Augen spricht, stellt sich raus, dass das alles Fake und Show ist.

    Nein, wegen solchem Getue tun sich junge Queers schwer, sich zu outen, weil sie Angst haben, mit selbstdarstellerischen Clowns in eine Ecke gestellt zu werden. Nicht wegen vermeintlich intoleranter Schwulen wie mir. Wie oft durfte ich mir schon anhören: "du bist ja gar nicht so wie der und der" (Nein, ich bin ich selbst) oder wie oft kamen Damen auf mich zu, die einen "schwulen besten Freund" suchten und erwartet haben, ich würde gerne mit ihnen shoppen gehen und mir ihre Brüste angucken... Danke an Queers wie meinen Kollegen, dass leider immer noch zu viele Heteros dieses VERqueere Bild von schwulen Männern haben.

    Und mittlerweile geht's mir auch auf den Sack, dass ich mir wiederholt von Schwulen den Vorwurf gefallen lassen muss, homophob zu sein, weil ich offenbar nicht dem Bild eines typisch schwulen Mannes entspreche. Aber das gerade in der LGBT-Community viel Intoleranz, ist für mich nix Neues.
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  • Anm. d. Red.: Deine Heteros und Dein Wunsch, ihnen mehr als nötig zu gefallen, sind das Problem, nicht die "Tucken". Grow up. (Aus der Reihe: Wenn einem die Kommentarfreischaltung während des Auffummelns für die Party die Laune verdirbt)
#8 AlcinoAnonym
  • 11.11.2017, 00:52h
  • Antwort auf #7 von TheManneken
  • Ich habe die Lösung:
    Wir brauchen eine feste Regelung, am besten mit Beispielen wie und wie nicht, wie sich ein Schwuler zu benehmen hat !!!
    Dann könnten wir unsere Regenbogenfahnen, die auch für Vielfältigkeit steht, in verschiedenen Grautönen schwenken, das ist dann nicht mehr so "peinlich" bunt.
    Die LGBTTIQ*-Community will Dir persönlich doch gar nichts: Denk mal in Ruhe darüber nach was Du in diesem Kommentar geschrieben hast - wie passt das denn zu Dir, zu uns?
    Stell Dir vor es käme bei dem Codex "Wie muss ich als Schwuler in der Gesellschaft sein!" heraus, dass Du ab sofort "tuntig" sein musst, wenn Du für Dich das Recht auf "Schwulseinzudürfen" haben möchtest?

    Na, merkt er was?

    Dein Kollege gibt sich in der Öffentlichkeit "schwul", so dass es dem "Klischee" entspricht, wenn ich das so richtig heraus gelesen habe.
    Wo aber ist das Problem?
    Wieso sollte das jungen Schwulen Probleme bereiten?
    Manche Frauen schminken sich extrem.
    Manche Frauen laufen schlampig herum.
    Manche Frauen geben den Vamp, manche das nette Mädchen von Nebenan, manche treten burschikos auf und klopfen einem auf die Schultern ...
    sollte das jungen Frauen schwer machen Frauen zu sein?

    Du solltest einmal gründlich Deine Prämissen überdenken, dann kannst Du verstehen wieso sich hier so viele über Dein Umgang/Deine Haltung zum besagten Kollegen aufregen.
    Es ist ähnlich der Situation, dass jemand einer Partei beitritt, die die Grundrechte die dieser jemand für sich hat, für eben diesen, weil dieser so ist wie er ist es seiner Partei aber nicht passt, abschaffen will. Klar gibt es solche Menschen, Frau Weidel etwa ist ein Beispiel dafür.
    Aber so musst Du doch gar nicht sein bzw. bleiben.
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#9 ursus
  • 11.11.2017, 01:02h
  • Antwort auf #7 von TheManneken
  • "Sobald man mit diesen Männern aber mal unter 4 Augen spricht, stellt sich raus, dass das alles Fake und Show ist."

    wenn einer lebensfrohen tunte das lachen vergeht, sobald sie dir gegenübersteht, dann könnte das auch mit DIR zu tun haben.
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#10 AntwortAnonym
  • 11.11.2017, 12:13h
  • Antwort auf #7 von TheManneken
  • Es ist überhaupt nicht das Problem, dass Du nicht dem "typischen" Bild eines schwulen Mannes entsprichst.
    Du kannst Dich geben wie Du magst.
    Ich werde auch nie auf Anhieb als schwuler Mann erkannt -- solange ich nicht mit meinem Mann Hand in Hand über die Straße gehe -- , trotzdem habe ich tuntige Freunde und finde gar nichts dabei. Ich schäme mich nie für sie.
    Es ist ihr Leben und ihre Lebensfreude.
    Dein Problem und das vieler Heteros ist, dass sie alles peinlich finden was nicht dem hergebrachten Männlichkeitsideal entspricht.
    Dieses Peilnlichberührtsein würde Dich genauso treffen, wenn Deine Heterokollegen Dich mal im Bett oder beim Küssen mit einem anderen Mann sehen würden.
    Dann ist's vorbei mit " Du bist ja gar nicht so!"

    Tuntenfeindlichkeit ist Homophobie!
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