Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?30068

Sexskandal

Homo-Hasser Roy Moore soll 14-Jährige sexuell belästigt haben

Der ultrakonservative Republikaner sieht Homosexuelle und Transpersonen als Gefahr für die Moral in seinem Land an. Jetzt muss er sich gegen Missbrauchsvorwürfe wehren.


Roy Moore bei einem Wahlkampfauftritt: Am 12. Dezember muss er sich den Wählern stellen (Bild: Screenshot Fox News Channel)

Ein Sexskandal bringt die Wahlkampagne des wohl homophobsten Kandidaten für den US-Senat der letzten Jahre ins Schlingern: Dem früheren Richter Roy Moore, der am 12. Dezember in Alabama als Nachfolger des ins Justizministerium gewechselten Jeff Sessions gewählt werden will, wird von einer Frau vorgeworfen, sie vor knapp vier Jahrzehnten sexuell belästigt zu haben, als sie gerade einmal 14 Jahre alt war. Moore streitet alle Beschuldigungen ab.

Die Geschichte der heute 53-jährigen Frau machte am Donnerstag die Zeitung "Washington Post" in einem exklusiven Bericht publik: Darin erzählt die Frau unter Nennung ihres Namens, dass Moore sie 1979 mit nach Hause genommen habe. Der damals 32-jährige Vize-Bezirksstaatsanwalt habe sie dann geküsst, sie bis auf die Unterhose und den BH entkleidet und ihre Hand unter seine Unterwäsche geführt. "Darauf war ich nicht vorbereitet. Ich hatte damals mit meiner Hand nie den Penis eines Mannes berührt – und schon gar keinen erigierten."

Bei dem Übergriff soll es sich auch laut der "Washington Post" nicht um einen Einzelfall gehandelt haben. Man habe mit über 30 Menschen gesprochen, darunter Mütter und Freundinnen von Frauen, die Moore unangemessenes Verhalten gegenüber weiblichen Jugendlichen vorwarfen.

Moore sieht sich als Opfer linker Medien

Moore selbst wies alle Anschuldigungen auf Twitter zurück. Bei der Berichterstattung handle es sich um eine Attacke der "liberalen Medien-Schoßhunde der Obama/Clinton-Maschinerie", behauptete der 70-Jährige. "Das Böse" tue gerade alles, um christliche Konservative "wie dich und mich" mundtot zu machen.



Einige seiner Anhänger versuchen, Moore aber schon einmal vorsorglich zu verteidigen, sollten sich die Vorwürfe erhärten. Jim Zeigler, der staatliche Rechnungsprüfer von Alabama und ein langjähriger Unterstützer Moores, zog dafür sogar die Bibel heran: "Nehmen Sie Maria und Josef", so Zeigler gegenüber der Zeitung "The Examiner". "Maria war eine Teenagerin und Josef ein erwachsener Zimmermann. Sie wurden die Eltern von Jesus." Daran sei "nichts Unmoralisches oder Illegales", behauptete Zeigler weiter. Allerdings verschweigt er, dass in Alabama vor 40 Jahren das Schutzalter wie auch heute bei 16 Jahren liegt – und sexueller Missbrauch verboten ist.

Viele Republikaner in Washington gehen allerdings auf Distanz zu Moore, darunter der republikanische Senats-Fraktionschef Mitch McConnell und der frühere Präsidentschaftskandidat John McCain. "Er sollte sofort abtreten und der Bevölkerung von Alabama die Möglichkeit geben, einen Kandidaten zu wählen, auf den sie stolz sein kann", so McCain. Auch das Weiße Haus erklärte am Freitag, dass Präsident Donald Trump den Rückzug Moores erwarte, sollten sich die Vorwürfe als wahr herausstellen.

Bislang gilt Moore im ultrakonservativen Staat Alabama als sicherer Sieger gegen seinen Herausforderer Doug Jones. Umfragen sehen Moore teilweise rund 20 Prozentpunkte vor dem LGBTI-freundlichen Demokraten.

Moore: Kindesmissbrauch besser als Homosexualität

Moore profilierte sich in den vergangenen Jahrzehnten als Verteidiger ultrakonservativer Werte – und sorgte damit oft für Empörung, etwa als er Homosexualität als schlimmer als Kindesmissbrauch bezeichnete: 2002 stellte er sich als Chef-Richter Alabamas bei einem Sorgerechtsstreit etwa auf die Seite eines Vaters, obwohl dieser die Kinder missbraucht hatte. Der Grund: Die Mutter war eine Lesbe, die wegen ihres "homosexuellen Verhaltens" nicht in die Nähe von Kindern gelassen werden solle. Das Skandal-Urteil wurde später von einem Berufungsgericht wieder aufgehoben.

Moore wurde während seiner Karriere zwei Mal aus dem Alabama Supreme Court, dem höchsten Gericht des Bundesstaates, ausgeschlossen, weil er seine Macht missbraucht hatte. Die erste Suspendierung erfolgte 2003, als er sich weigerte, eine Anordnung eines Bundesgerichts umzusetzen und die biblischen zehn Gebote vom Justizgebäude in der Hauptstadt Montgomery zu entfernen.

Im Jahr 2012 wurde Moore erneut in das Amt gewählt; seine zweite Suspendierung erhielt er vier Jahre später, weil er sich unter Berufung auf seinen christlichen Glauben geweigert hatte, gleichgeschlechtliche Eheschließungen in Alabama zu erlauben (queer.de berichtete). Damit widersetzte er sich der Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA, der die Ehe im Juni 2015 für Schwule und Lesben geöffnet hatte (queer.de berichtete). Moore beschuldigte vor seiner zweiten Absetzung "Atheisten, Homosexuelle und Transgenderpersonen", eine Kampagne gegen ihn zu führen.

Wiederholt sorgte Moore mit LGBTI-feindlichen Aussagen für Wirbel. So bezeichnete er Transpersonen generell als "geisteskrank". Außerdem behauptete er, die angebliche Verfolgung von Gegnern der Ehe-Öffnung in den USA sei vergleichbar mit der Verfolgung von Juden in Nazi-Deutschland. (dk)



#1 AlexAnonym
#2 newsflashAnonym
#3 Guillaume TellAnonym
#4 Svetlana LAnonym
  • 10.11.2017, 13:37h
  • Jetzt wird die Bibel auch schon zur Rechtfertigung von Kinderschändung herangezogen. Wie abartig veranlagt kann man eigentlich sein?
  • Antworten » | Direktlink »
#5 HörnchenAnonym
#6 Patroklos
#7 marcfabianAnonym
  • 10.11.2017, 17:40h
  • Antwort auf #2 von newsflash
  • Der Unterschied zu Charlie Sheen liegt darin, dass sich Roy Moore in ein politisches Amt wählen lassen will. In diesem Amt wird er Gesetze beraten und verabschieden. Seine Stimme wird die Bevölkerung eines Bundesstaates repräsentieren.

    Zweiter grosser Unterschied: Charlie Sheen hat sich nie als moralische Stimme (irgendwelcher Werte) selber hervorgetan oder sich als Saubermann dargestellt. Dagegen profiliert sich Roy Moore als Wächter und Verteidiger "christlicher" Werte. Bei solchen Wölfen im Schafspelz sollte gut hingeschaut werden!
  • Antworten » | Direktlink »
#8 johannbAnonym
  • 10.11.2017, 18:59h
  • Antwort auf #2 von newsflash
  • Nun ist aber der Vorwurf handfest gegen Moore.
    Es gibt anscheindent Btroffene.
    Sobald sich das bei diesem Schauspieler so darstellt, wirds wohl kommen.
    Es schGerücht handeln.
    Sowas möchte ich hier nicht lesen. Sowas kommt in die Bild.....
  • Antworten » | Direktlink »
#9 LysoAnonym
  • 10.11.2017, 19:10h
  • Antwort auf #2 von newsflash
  • Naja...Epoch Times ist Deine Quelle? Nicht gerade vertrauenerweckend. Und die Ursprungsquelle ist der National Enquirer....Der hat auch schon berichtet, dass Barack Obama ein Ausserirdischer ist....
  • Antworten » | Direktlink »
#10 goddamn liberalAnonym
  • 10.11.2017, 19:30h
  • Antwort auf #2 von newsflash
  • "Unangenehmer Beigeschmack, dass ihr diesen evangelikalen heterosexuellen "Homo-Hasser" sofort mit einem Bericht beehrt."

    Nein, das ist Feindbeobachtung eines Menschen, der uns wieder in Gefängnis werfen will, und seriöse Berichterstattung unter Berufung auf auf die Washington Post, die neben der New York Times zu den besten Zeitungen der USA gehört, gelesen u.a. vom Bildungsbürgertum der Ostküste.

    Moore ist nicht nur ein Homohasser, sondern ein kulturloser Zivilisationsverweigerer, der den säkularen Rechtsstaat zugunsten eines Gottesstaats abschaffen will.

    Ein 'evangelikaler' Khomenei aus einem ehem. Sklavenhalterstaat.
  • Antworten » | Direktlink »