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Neue "Discovery"-Folge

Star Trek: Jetzt küssen auch schwule Männer

Erstmals in ihrer 51-jährigen Geschichte gibt es in der Weltraum-Saga einen schwulen Kuss.


Ein Doktor und ein Pilzexperte versüßen sich ihre Arbeitszeit: In der neuesten "Discovery"-Folge wird der Kuss von mehreren Seiten gezeigt (Bild: CBS All Access)

Bereits vergangenen Monat stellte "Star Trek: Discovery" mit Hugh Culber (Wilson Cruz) und Paul Stamets (Anthony Rapp) das erste schwule Paar der TV-Franchise vor (queer.de berichtete). In der neuesten Folge mit dem Titel "Algorithmus", die seit Montag auf Netflix zu sehen ist, dürfen sich die beiden erstmals küssen – damit betritt "Star Trek" Neuland.

Die letzte "Discovery"-Folge in diesem Jahr handelt entscheidend davon, wie sich Lieutenant Stamets auf einer Mission in gesundheitliche Gefahr begibt, um – so sein Captain – "Billionen Leben" zu retten. Sein Boyfriend, immerhin von Beruf "Discovery"-Chefarzt, ist über den gefährlichen Auftrag zwar nicht begeistert, aber lässt seinen Liebsten gewähren. Zum Ende der Folge hin küssen sich die beiden in einer romantischen Szene zärtlich und reden über ihre gemeinsame Zukunft.

Auch weitere für "Star Trek" eher ungewöhnliche Themen werden in dieser Folge behandelt: Neben dem Thema Posttraumatische Belastungsstörung wird in recht drastischen schnell geschnittenen Bildern die Folter und Vergewaltigung eines Sternenflottenoffiziers durch eine Klingonin gezeigt.

"Star Trek"-Küsse im Wandel der Zeit

Kuss-Szenen hatten bei "Star Trek" schon immer eine größere Bedeutung: 1968 sorgte der Kuss zwischen Uhura (Nichelle Nichols) und Captain Kirk (William Shatner) für Aufregung, weil Beziehungen zwischen Schwarzen und Weißen in konservativen Teilen des Landes noch immer als ungehörig galten. Allerdings küssten sich die beiden Figuren in der Szene nicht freiwillig, sondern wurden von bösen Außerirdischen dazu gezwungen.


Dieser Kuss zwischen Uhura und Kirk sorgte 1968 für Aufregung

Mit gleichgeschlechtlichen Küssen taten sich die "Star Trek"-Macher bis in die jüngste Vergangenheit noch sehr schwer. In den Achtziger- und Neunzigerjahren durften sich so höchstens Frauen näher kommen, da die Macher und Sender Angst hatten, dass Männerküsse die Fans ekeln könnten. Selbst bei den Frauenküsse gab es meist außergewöhnliche Umstände, die die gleichgeschlechtlichen Charakter ein wenig in Frage stellten – etwa wenn ein Mann in einer "Star Trek: Voyager"-Folge den Körper einer Frau übernimmt und dann mit seiner Liebsten schmust.

Am weitesten ging "Star Trek: Deep Space Nine" mit seiner Folge "Wiedervereinigt", die im Oktober 1995 gezeigt wurde. Hier küssten sich Lenara Kahn (dargestellt von Gaststar Susanna Thompson) und die Hauptfigur Jadzia Dax (dargestellt von Terry Farrell). Auch bei dieser Szene gab es eine "Star Trek"-typische Einschränkung: Bei beiden Figuren handelt es sich um sogenannte Trill, also Aliens, die aus einem Wirtskörper und einem eingepflanzten Symbionten bestehen, der wie eine Riesenkaulquappe aussieht. Und einer dieser Symbionten hatte kurz zuvor noch einen männlichen Wirt. Zur Zeit der Ausstrahlung schrieb die Nachrichtenagentur AP, dass kein richtiger lesbischer Kuss gezeigt werde, sondern der Kuss einer Frau mit "einer Außerirdischen, die mal ein Mann war".


1995 durften sich schon gleichgeschlechtliche Paare küssen, zumindest weibliche Aliens

Die erste offen homosexuelle Figur erschien dann erst 2016 im letzten Kinofilm "Star Trek Beyond": Hier wurde erstmals Steuermann Sulu (John Cho) mit seinem Lebenspartner und seinem Kind gezeigt – für ganze drei Sekunden (queer.de berichtete).

"Star Trek: Discovery" wird außerhalb Nordamerikas auf Netflix gezeigt. Bislang sind neun Folgen in der ersten Hälfte der ersten Staffel erschienen. Die nächste Folge kann ab dem 8. Januar 2018 gestreamt werden. Bereits vergangenen Monat gab der Sender CBS bekannt, dass man bereits eine zweite Staffel bestellt habe (queer.de berichtete). (dk)

Twitter / LLAPawsper | Viele Trekkies waren entzückt über den Schmatzer



#1 Lukas FreitagAnonym
  • 14.11.2017, 13:14h
  • Immerhin wird den Trekkies jetzt mal gezeigt wie das mit dem Knutschen funktioniert.

    Kerzen anzünden, schön was kochen, romantische Musik spielen lassen.. Und Fernseher abschalten nicht vergessen.
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#2 TheMumProfil
  • 14.11.2017, 15:10hHannover
  • Ist ja alles schön und gut, aber seit der Kevin Spacey Sache und des daraufhin losgetretenen Sexuelle-Belästigung-Anschuldigungs-Tsunamis habe ich gerade einfach keinen Bock mehr auf Anthony Rapp. Nicht etwa, weil ich ihm Lügen unterstelle (für mich ist bislang einfach unbewiesen, was an diesen Anschuldigungen dran ist), doch wenn ich jetzt Anthony Rapp sehe, denke ich an diesen ganzen Aufruhr und kann mich nicht mehr auf die Handlung und die Charaktere der Serie einlassen. Ändert sich in ein paar Jahren aber sicher wieder.
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#3 Homonklin44Profil
  • 14.11.2017, 15:23hTauroa Point
  • Das fand ich immer schade, obwohl Roddenberry's Philosophie ansonsten sehr zukunftsweisend als auch symbolträchtig Brücken bauend wirkt. Unter dem Umstand der Gesellschaft, und wie die Umsetzung möglich war, aber auch nachvollziehbar und mit humanoiden "Aliens" etwas schwierig umzusetzen gewesen.
    Dass es Planeten und "Spezies" geben könnte, die ein anderes Geschlechtersystem haben, als die Erdlinge, da gab es ja mehrere subtile Andeutungen. Ich erinnere mich an eine Folge, wo es um ein Matriarchat ging, und die dortigen männer sehr zarte, fast verweichlicht gehorsame Geschöpfe waren. Auch das gefällt sicher vielen Fans nicht so.

    Man hätte aber mit vielen Ideen spielen können, zum Beispiel einer unwesentlichen Geschlechtsdismorphie, also wo Männer und Frauen sich äußerlich kaum unterscheiden. Wie bei Heringsmöwen etwa.

    Okay, wenn bei den Trills nur die Symbionten schnullen, hätten die empfindlicheren Fans auch gebrochen. Wer guckt schon gern Kaulquappen-Liebe?
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#4 WillieAnonym
  • 14.11.2017, 19:28h
  • Antwort auf #2 von TheMum
  • Anschuldigungen gegen Spacey kommen inzwischen von 15 anderen Männern, einer davon war ebenfalls 14, als Spacey eine Beziehung mit ihm hatte, in deren Verlauf er versucht hat, den Jungen zu vergewaltigen.
    Selbst wenn einige falsche Anschuldigungen dabei sind, ist es ziemlich unwahrscheinlich, dass alle lügen. Zudem gibt es diese Grüchte über Spacey seit den 90ern.
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#5 LillyComptonAnonym
  • 14.11.2017, 19:35h
  • Ich frage mich warum gerne übersehen wird das Jadzias und Lenaras Kuss und verliebtheit auch einen offensichtlichen Trans* Charakter haben?
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#6 OrthogonalfrontAnonym
#7 Mister SpuckAnonym
  • 14.11.2017, 20:27h
  • Das wurde auch Zeit und sieht auch viel besser als die 08/15-Hetenfilm küsse aus!
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#8 DJMarauderAnonym
#9 TheManneken
  • 14.11.2017, 23:31h
  • Find ich toll, solange es nicht aufgesetzt wirkt - quasi mit dem Vorschlaghammer. Eigentlich sollte es solch einer Meldung nicht bedürfen. War lang an der Zeit!
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#10 GrollAnonym
  • 15.11.2017, 00:55h
  • Das man wegem ein kuss unter Männern so ein Drama macht da sollten sich die leute schämen männer küssen eher besser das wurde mir schon viele male gesagt
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