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Diskriminierungsfreie Spiele

UN-Resolution zum Olympischen Frieden schützt Schwule und Lesben

Die Vereinten Nationen haben ein Dokument verabschiedet, das auch sexuelle Minderheiten während der nächsten Olympiade in Südkorea schützen soll – gegen den Widerstand von Russland und Ägypten.


Im kommenden Februar treffen sich Athleten aus aller Welt erneut zu den Olympischen Winterspielen (Bild: Chris Kantos / flickr)

Die UN-Vollversammlung in New York City hat am Montag nach einer zweistündigen Debatte eine Resolution zum Olympischen Frieden verabschiedet, die auch eine Nichtdiskriminierungsklausel aufgrund der sexuellen Orientierung enthält.

Mit dem Dokument, das zu jeder Olympiade alle zwei Jahre neu verhandelt wird, verpflichten sich alle 193 UN-Mitgliedstaaten, während den Spielen zivil miteinander umzugehen – und etwa keine kriegerischen Handlungen durchzuführen. Die Winterspiele finden vom 9. bis zum 25. Februar 2018 im südkoreanischen Pyeongchang statt. Der Olympische Frieden gilt sowohl während dieser Zeit als auch noch während der darauf folgenden Paralympischen Spiele, die ebenfalls in Pyeongchang veranstaltet werden.

Der Schutz von Schwulen und Lesben basiert auf der Olympischen Charta, die Ende 2014 um das Merkmal sexuelle Orientierung ergänzt wurde (queer.de berichtete). Das Internationale Olympische Komitee reagierte damit auf die Olympischen Spiele in Sotschi, als Russland hunderte Menschenrechtler, darunter viele LGBTI-Aktivisten, festnehmen ließ (queer.de berichtete). Die UN-Resolution zum Olympischen Frieden hatte für die Sotschi-Spiele noch das Thema sexuelle Orientierung ausgeklammert (queer.de berichtete).

"Heute waren wir die Sieger!"

Laut der LGBTI-Organisation OutRight International haben Ägypten und Russland dafür gekämpft, den Schutz von Schwulen und Lesben aus dem Dokument zu streichen, seien damit aber wegen des Einsatzes von Nichtregierungsorganistionen und LGBTI-freundlicher Staaten gescheitert. "Die Länder haben als deutliche Botschaft gesendet, dass es keinen Platz für Diskriminierung bei der Olympiade gibt", erklärte OutRight-Chefin Jessica Stern. "Wir danken der Zivilgesellschaft für die Mobilisierung, die stattgeufnden hat, damit die [Antidiskriminierungsrichtline] im Olympischen Frieden erhalten bleibt. Heute waren wir die Sieger!"

Der Olympische Frieden geht auf die alten Griechen zurück: Erstmals wurde ein derartiges Abkommen 884 v. Chr. zur Gewährleistung des sicheren Ablaufs der Olympischen Spiele verabschiedet. In den Neunzigerjahren des letzten Jahrhunderts belebte die UN die alte Tradition wieder – Sanktionsmöglichkeiten, den Olympischen Frieden durchzusetzen, hat die UN aber nicht. (dk)



#1 RobinAnonym
  • 14.11.2017, 15:29h
  • "das auch sexuelle Minderheiten während der nächsten Olympiade in Südkorea schützen soll"

    Soll das wirklich nur bei der nächsten Olympiade in Südkorea gelten oder gilt das jetzt für alle Olympischen Spiele?
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#2 StrottiAnonym
  • 14.11.2017, 16:20h
  • Antwort auf #1 von Robin
  • Wird jedes Mal komplett neu besprochen: Mit dem Dokument, das zu jeder Olympiade alle zwei Jahre neu verhandelt wird, verpflichten sich alle 193 UN-Mitgliedstaaten, während den Spielen zivil miteinander umzugehen
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#3 EisenhowerProfil
  • 14.11.2017, 20:19hMarseille
  • Danke für diese erfreulichen Nachrichten.

    Es sollte überflüssig sein, «sexuelle Minderheiten» während der olympischen Spiele gesondert zu schützen.

    Die Spiele stammen aus Griechenland, aus einer Kultur, in der es keine «sexuellen Minderheiten» gibt, nur menschliche In­di­vi­du­en.

    Sport und Erotik sind in Griechenland untrennbar miteinander verbunden, beides richtet sich an breiteste Bevölkerungskreise.

    Dazu gibt es unzählige Studien und sogar Lehrbücher, die Begriffe «Athletik» und «Homosexualität» sind dabei miteinander austauschbar.

    Ein schönes und einsteigerfreundliches Lehrwerk zum Thema findet sich hier, es gibt aber noch andere:

    Eros and Greek Athletics

    global.oup.com/academic/product/eros-and-greek-athletics-978
    0195149852


    Leider hat es etwas gedauert, bis sich diese Einsicht auch in den Olympischen Spielen der Neuzeit und allgemein in der Gegenwart durchzusetzen begann.
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#4 Patroklos
  • 14.11.2017, 20:34h
  • Antwort auf #1 von Robin
  • Das gilt nur für die Olympischen Winterspiele 2018 in Südkorea. Für Tokio, das 2020 der Gastgeber der Olympischen Sommerspiele ist, nicht. Gleiches gilt auch für Peking 2022, Paris 2024 und Los Angeles 2028.

    Steht auch im Artikel:

    "Mit dem Dokument, das zu jeder Olympiade alle zwei Jahre neu verhandelt wird..."
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#5 ursus
  • 14.11.2017, 20:45h
  • Antwort auf #3 von Eisenhower
  • "Es sollte überflüssig sein, «sexuelle Minderheiten» während der olympischen Spiele gesondert zu schützen."

    es sollte auch überflüssig sein, mord und vergewaltigung gesondert zu verbieten. was soll so ein satz aussagen?
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#6 hugo1970Profil
  • 14.11.2017, 21:40hPyrbaum
  • Was für eine verwahrloste Welt.
    Wir Menschen brauchen eine weltweite Resolutionen um Menschenrechte, auf dem Papier, durchzusetzen.
    Russland hat wieder mal gezeigt, auf welcher Seite das Land steht!!!!
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#7 Daniel KleinAnonym