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Mugabe unter Hausarrest

Simbabwe: Homophober Diktator offenbar abgesetzt

Robert Mugabe, der Homosexuelle "schlimmer als Hunde und Schweine" bezeichnet, wurde vom Militär unter Hausarrest gestellt. Noch ist unklar, ob sich bei einem Regierungswechsel die Lage von LGBTI verbessern wird.


Robert Mugabe bei einem Russlandbesuch im Jahr 2015 (Bild: Press Service of the President of Russia / wikipedia)

In Simbabwe hat offenbar die Armee am Dienstag die Macht ergriffen und den langjährigen Präsidenten Robert Mugabe unter Hausarrest gestellt. Der 93-Jährige habe in einem Telefongespräch mit dem südafrikanischen Präsidenten Jacob Zuma gesagt, dass er in seinem Haus festgehalten werde, teilte das Büro von Zuma am Mittwoch mit.

In einer Ansprache im staatlichen Fernsehen sagte der simbabwische Generalmajor Sibusiso Moyo, dass das Militär die "sich verschlimmernde politische, soziale und wirtschaftliche" Krise überwinden wolle. Es ist das erste Mal in der Geschichte des 1980 von Großbritannien unabhängig gewordenen Landes, dass sich das Militär offen gegen Mugabe stellt.

Damit dürfte der wohl homophobste Anführer Afrikas nach drei Jahrzehnten an der Macht von der politischen Bildfläche verschwinden. Mugabe hatte immer wieder mit homofeindlichen Sprüchen für internationale Aufmerksamkeit gesorgt – und den "Unzuchtsparagrafen" in seinem Land genutzt, um politische Gegner auszuschalten. 1996 ließ er etwa seinen Vorgänger im Präsidentenamt, Canaan Banana, wegen angeblicher Homosexualität verhaften und verurteilen. Er bezeichnete Schwule und Lesben wiederholt als "schlimmer als Hunde und Schweine" und nannte Homosexualität unter anderem eine "schmutzige Krankheit". Im Wahlkampf 2013 drohte er Schwulen mit der Enthauptung (queer.de berichtete).

In Simbabwe stehen auf gleichgeschlechtlichen Sex langjährige Haftstrafen. Seit 2006 kann auch homosexuelles "Verhalten" in der Öffentlichkeit – beispielsweise eine Umarmung – als "sexuelle Abweichung" zu einer Gefängnisstrafe führen.

Verheerende Wirtschaftslage

Grund für den Putsch ist allerdings weniger die Menschenrechtspolitik als die katastrophale Wirtschaftslage in Simbabwe: Mugabe wird vorgeworfen, die ehemalige Kornkammer Afrikas in ein Armenhaus verwandelt zu haben.

Als möglicher Nachfolger Mugabes wird der frühere Vizepräsident Emmerson Mnangagwa gehandelt, der letzte Woche abgesetzt worden war. Das Militär will so offenbar die Übernahme der Macht durch die Präsidenten-Ehefrau Grace Mugabe verhindern, die sich in der letzten Zeit für den Posten angeboten hatte.

Der Machtwechsel wird wahrscheinlich zunächst wenig an der Unterdrückung von sexuellen Minderheiten in Simbabwe ändern. So standen andere Politiker den homophoben Sprüchen Mugabe in nichts nach. Erst vergangenes Jahr bekräftigte Mnangagwa etwa bei einem UN-Treffen in Genf, dass sein Land Homosexualität nicht zulassen werde. Der Oppositionspolitiker Morgan Tsvangirai hat sich allerdings vergangenes Jahr dafür ausgesprochen, die Verfolgung Homosexueller zu beenden (queer.de berichtete). (dk)



#1 herve64Profil
  • 15.11.2017, 15:01hMünchen
  • Na, hoffentlich wird diesem korrupten Diktator auch das Vermögen beschlagnahmt, das er sich unrechtmäßig unter den Nagel gerissen hat, z. B. durch die gewalttätige Vertreibung weißer Siedler von ihren einstigen Grundstücken. Mugabe war genau so ein Drecksrassist, nur mit umgekehrtem Vorzeichen. Und solche Existenzen sind schlimmer als Hyänen und Aasgeier.
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#2 HörnchenAnonym
#3 Thomas LAnonym
  • 15.11.2017, 15:53h
  • Endlich ist dieser Typ weg vom Fenster.

    Hoffentlich erlebt er noch ein wenig von dem, was er anderen seit Jahrzehnten angetan hat...
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#4 blindes HuhnAnonym
  • 15.11.2017, 16:19h
  • Wollen wir hoffen, dass nicht wieder ein_e homophobe_r Christ_in das Präsidentenamt übernimmt.
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#5 Sven100Anonym
#6 schwarzerkater
  • 15.11.2017, 19:21h
  • hoffentlich ergeht es mugabe in den letzten tagen so wie honecker: allein mit seiner verbitterung.
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#7 TheDadProfil
  • 15.11.2017, 21:30hHannover
  • Antwort auf #5 von Sven100
  • ""Seine Frau Grace (frühere Ehefrau des Präsidenten von Mozambique wurde langsam zur Nachfolgerin des Greises aufgebaut.""..

    Äh ? Wat ?

    ""Später heiratete sie Stanley Goreraza, einen Piloten der Air Force of Zimbabwe. Sie lebten zusammen in Mufakose, einem Vorort von Harare. Ihr erster Ehemann setzte seine Karriere als Militärattaché in China und später in Indien fort.[1] Aus der Verbindung ging ein gemeinsames Kind hervor.""..

    de.wikipedia.org/wiki/Grace_Mugabe
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#8 AchilleusProfil
#9 Gerlinde24Profil
  • 16.11.2017, 05:17hBerlin
  • Die Lage wird sich nicht verbessern, sondern verschlimmern, auch, wenn ich das Eingreifen des Militärs begrüße. Denn das Militär wollte verhindern, das Grace Mugabe, die fast vierzig Jahre jüngere Frau des Diktators, seinen Platz einnimmt. Eine Frau, die für ihre mangelnde Intelligenz genauso bekannt ist, wie für ihre Prunksucht, ihre Herrschsucht, und ihre Raffgier.
    Das Problem ist, dass Europäer die afrikanische Kultur nicht verstehen. Da zählt nicht Parteienzugehörigkeit, sondern Stammeszugehörigkeit. Es ist ein altes Feudalsystem, dass Afrika erst überwinden muss, um zu wachsen (auch ökonomisch).
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#10 Patroklos