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Welt-Aids-Tag

Kardinal Schönborn erinnert in Gottesdienst an Aids-Opfer

Der Wiener Erzbischof veranstaltet anlässlich des Welt-Aids-Tages einen Gedenkgottesdienst für die 36 Millionen an Aids verstorbenen Menschen.


Kardinal Schönborn will "Bereitschaft zum Lernen" zeigen (Bild: Wiki Commons / GuentherZ / CC BY-SA 3.0)

Am Internationalen Welt-Aids-Tag (1. Dezember) laden Kardinal Christoph Schönborn und Gery Keszler, Chef des "Lifeball"-Trägervereins LIFE+, um 22.30 Uhr zum konfessionsübergreifenden Gedenkgottesdienst in den Wiener Stephansdom. Damit wollen der LGBTI-Aktivist und der katholische Erzbischof von Wien an die 36 Millionen Verstorbenen erinnern und ein Zeichen gegen Vorurteile setzen.
 
Das Wiener Kammer-Orchester und der Philharmonia Chor Wien lassen bei der Veranstaltung Mozarts letzte Komposition unter der Leitung der international renommierten Dirigentin Keri-Lynn Wilson im wichtigsten Gotteshaus Österreichs erklingen. Dazu werden junge Ausnahmetalente wie Tenor Levy Strauss Sekgapane (Operalia-Gewinner 2017) auftreten.

"Mitgefühl ist ganz wichtig für unsere Zeit. Es ist die Gabe, genau hinzuschauen und Bereitschaft zum Lernen zu zeigen. Wir feiern diesen Gottesdienst um für die zu beten, die an Aids gestorben sind, um die Hinterbliebenen zu trösten und um denen Kraft zu erbitten, die an HIV/Aids leiden", so Kardinal Christoph Schönborn über sein Engagement. Der 72-Jährige trat bereits letztes Jahr überraschend beim Red Ribbon Celebration Concert in Wien auf (queer.de berichtete).
 
"Ich bin Kardinal Schönborn außerordentlich dankbar für das Signal, das er mit dem Gottesdienst in der Domkirche aussendet, und die damit verbundenen Gesten des Aufeinanderzugehens und der Nächstenliebe am Gründungstag unseres Vereins", erklärte Keszler betont berührt über das Zustandekommen des Gottesdienstes am Abend des 25-jährigen Bestehens von LIFE+.

Bischofskonferenz lehnt Gleichbehandlung Homosexueller ab

Die Zusammenarbeit zwischen dem Kardinal und dem Aktivisten, der vor ein paar Jahren von einer FPÖ-nahen Zeitung als "Berufsschwuchtel" bezeichnet wurde, erscheint angesichts der aggressiv ablehnenden Haltung der österreichischen Kirche, wenn es um die politische Gleichbehandlung Homosexueller geht, als eigenartig. Schönborn gehört innerhalb der katholischen Kirche allerdings noch zu den liberaleren Stimmen: So sprach er 2015 davon, dass die rechtliche Anerkennung von Homo-Paaren eine gute Idee sei – der Gleichbehandlung mit Heterosexuellen erteilte er aber eine klare Absage (queer.de berichtete).

Erst vor wenigen Tagen hatte die österreichische Bischofskonferenz vor der Gleichstellung im Ehe-Recht gewarnt (queer.de berichtete). Dabei argumentierten die katholischen Würdenträger, dass die Ehe-Öffnung zu Geschwisterehe und Polygamie führen werde. Schönborn ist seit fast 20 Jahren Chef der Bischofskonferenz.

Nach Ansicht von Bürgerrechtsaktivisten kostet die Haltung der katholischen Kirche Menschenleben: Sie prangern seit Jahrzehnten die politische Schlechterstellung von Homosexuellen als einen der Hauptgründe an, warum der Kampf gegen HIV so langsam Erfolge bringt. Eine Studie von Forschern der Freien Universität Berlin kam erst vergangenes Jahr zu dem Ergebnis, dass die Diskriminierung schwuler Männer das Risiko einer HIV-Infektion drastisch erhöhen würde (queer.de berichtete). (dk)



#1 RobinAnonym
  • 15.11.2017, 17:55h
  • Wie heuchlerisch und verlogen ist das denn?!

    Wer hat denn Jahrzehnte lang Kondome verteufelt und tut es oft genug noch heute?

    Wer erzählt denn in Afrika den Leuten, AIDS käme nicht von Sex, sondern von Kondomen?

    Meint die Katholische Kirche etwa, sie könne sich von ihrer Schuld reinwaschen und das Blut an ihren Händen abbekommen, indem sie mal ein wenig für die AIDS-Toten und ihre Waisenkinder "betet"?
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#2 Sven100Anonym
  • 15.11.2017, 18:12h
  • Kardinal Schönborn ist mehr als andere hochrangige Kleriker offen für die Rechte von Schwulen und Lesben. Mit seinen Äußerungen kommt er ihnen weit entgegen.
    Was allerdings in der RKK niemals möglich sein wird, ist die Priesterweihe von Frauen und die Anerkennung der Eingetragenen Lebenspartnerschaft als Ehe. Darüber braucht man nicht zu diskutieren. Seitens der Kirche geht das einfach nicht, weil sich Rom festgelegt hat.
    Es nützt deshalb nichts, wenn in schwulen Medien von "Homohassern" usw die Rede ist.
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#3 RobinAnonym
  • 15.11.2017, 19:00h
  • Antwort auf #2 von Sven100
  • "Seitens der Kirche geht das einfach nicht, weil sich Rom festgelegt hat.
    Es nützt deshalb nichts, wenn in schwulen Medien von "Homohassern" usw die Rede ist."

    Aha. Und nur weil sich Rom darauf festgelegt hat und sich das niemals ändern wird, ist das kein Homohass?

    Und ja: es gibt auch etwas gemäßigtere Vertreter dieser "Kirche". Aber auch denen muss klar sein, dass sie durch ihre Mitgliedschaft oder sogar Funktionen diesen Verein als ganzes fördern.
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#4 JasperAnonym
  • 15.11.2017, 19:09h
  • Würde die Kirche wirklich etwas für HIV-Positive und AIDS-Kranke tun wollen, würde sie nicht nur daran "erinnern", sondern z.B. das Geld, das sie weltweit in Kampagnen gegen die Gleichstellung von GLBT steckt, nutzen, um finanziell schwachen HIV-Kranken die Behandlung zu bezahlen.

    Damit könnten wirkliche Leben gerettet werden, statt immer nur Hass über die Menschheit zu bringen und dann Kreide zu fressen und sich mit solchen Marketing-Aktionen als angeblich "barmherzig" zu präsentieren.
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#5 Ralph
  • 15.11.2017, 19:56h
  • Dieser Hetzer gegen die rechtliche Gleichstellung von Schwulen und Lesben will "ein Zeichen setzen gegen Vorurteile"?! Schande über Keszler, dass er sich von diesem Heuchler zum nützlichen Idioten machen lässt.
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#6 EsbolAnonym
  • 15.11.2017, 20:07h
  • Zunächst mal, ich bin als Reaktion auf einen polnischen Papst und seine Engstirnigkeit dereinst aus der Katholischen Kirche ausgetreten! Und sicherlich ist das auch heute keine homofreundliche Organisation in Toto. Aber wie soll sich das jemals ändern, wenn man Leute wie Kardinal Schönborn nicht wenigstens zugesteht, auf die Szene zuzugehen und die Diskussion innerhalb der Kirche offener zu führen? Vielleicht muss man auch eine solche Organisation mal differenzierter betrachten und nicht schwarz/weiß? Ich finde es gut, dass es auch in der Katholischen Kirche Leute gibt, die eben NICHT so verbohrt sind, wie manche andere Bischöfe und Kardinäle! Und auch südlich von Europa gibt es welche, die Kondome eben nicht verteufeln! Die sollten wir vielleicht fördern und unterstützen und den Dialog mit ihnen suchen?
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#7 AmurPrideProfil
  • 15.11.2017, 20:51hKöln
  • Antwort auf #3 von Robin
  • ""..Und ja: es gibt auch etwas gemäßigtere Vertreter dieser "Kirche". Aber auch denen muss klar sein, dass sie durch ihre Mitgliedschaft oder sogar Funktionen diesen Verein als ganzes fördern..""

    Und die Idee, das man eine Organisation oder Gesellschaft auch von innen heraus verändern kann, wie das schon seit geraumer Zeit in der Evangelischen Kirche Deutschland geschieht, negierst Du?
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#8 tomtomAnonym
  • 15.11.2017, 21:42h
  • Wie manche sich immer schön aufregen können....
    Seid doch froh dass es auch in Kirche immer mehr Menschen gibt die uns nicht verteufeln, sondern mit offenen Armen empfangen. Diese Organisation kann man nicht einfach auf links krempeln! Das braucht viel Zeit. Wenn alle austreten die uns hassen, was bleibt dann übrig? Ein extremistischer Haufen! Von dem wir nichts mehr erwarten können!
    Mit diesem steten HASS auf die Kirche werdet IHR/wir nichts erreichen! Wir können die kirchlichen Vertreter nich aufklären, wenn wir unsere Schutzmauer nicht abbauen. Ich kenne sehr positive Beispiele, die uns mit Freude empfangen.
    Geht doch einfach mal zum Queer Gottesdienst und lasst Euch darauf ein.. Ich habe weder dort noch in anderen normalen Messe je was schlechtes gehört- nur so am Rande.
    Wenn Ihr (Kirchenhasser) damit nichts anfangen, setzt Euch einen Aluhut auf und gut ist das...
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#9 stephan
  • 15.11.2017, 22:33h
  • Das einzige Zeichen, das Herr Schönborn setzen sollte, ist die Befürwortung der rechtlichen Gleichstellung und Eheöffnung! Alles andere sind Nebelkerzen! ... Lasst es einfach, Ihr Katholiken! So klug wie Ihr, sind wir schon lange und durchschauen Eure miese Taktik! Gleichstellung jetzt!!!
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#10 TheDadProfil