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Zu "provokativ"

Türkei verbietet deutsches LGBTI-Filmfestival

Angeblich wegen Terrorgefahr verbietet die Regionalregierung von Ankara die Aufführung mehrerer deutscher LGBTI-Filme.


Auch die harmlose Coming-of-Age-Geschichte im Film "Romeos" ist den türkischen Behörden zu heiß

Der Gouverneur der türkischen Hauptstadt Ankara hat am Mittwoch ein deutsches LGBTI-Filmfestival nur 24 Stunden vor dem geplanten Beginn verboten. Im Rahmen des von der deutschen Botschaft unterstützten Festivals sollten am Donnerstag und Freitag vier deutsche Filme aufgeführt werden, darunter etwa "Romeos", eine 2011 erschienene Coming-of-Age-Geschichte eines schwulen Frau-zu-Mann-Transsexuellen, die in Köln spielt.

Das Gouverneursamt führte als Begründung für das Verbot Sorgen um die öffentliche Sicherheit an. Die Filminhalte könnten "Ressentiments und Feindseligkeit gegenüber eines Teils der Gesellschaft" provozieren. Außerdem könne das Zeigen der Filme die Terrorgefahr erhöhen. Es gebe Berichte, wonach "Terrororganisationen versuchen, Dissidenten oder deren Organisationen anzugreifen". Daher könne das Filmfestival "provokativ" sein und ungewollte Reaktionen auslösen. Mit ähnlichen Begründungen hatten die von der Regierung eingesetzten Gouverneure in Ankara, Istanbul und weiteren Städten in den letzten Jahren bereits mehrfach Veranstaltungen zum CSD oder dem Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie verboten.

Kritik aus der Bundesregierung

Aus Berlin gab es scharfe Kritik am Verbot: Europa-Staatsminister Michael Roth erklärte am Mittwochabend auf Twitter: "Die Freiheit der Kunst und die Rechte von Minderheiten sind unantastbar! Das muss auch in der #Türkei gelten!", so der SPD-Politiker. Die deutsche Botschaft setze "ein Zeichen und zeigt ganz klar Flagge", so Roth weiter. Er veröffentlichte ein Bild des Botschaftsgebäudes in Ankara, an dem eine große Regenbogenfahne aufgehängt ist.

Twitter / MiRo_SPD

In der Türkei sind homosexuelle Handlungen zwar seit 1858 legal. Die türkischen Behörden haben in den letzten Jahren allerdings die Daumenschrauben gegen LGBTI angezogen. Erst im Juli setzte die Polizei erneut Tränengas gegen friedliche CSD-Teilnehmer in Istanbul ein (queer.de berichtete). Auch von höchster politischer Ebene aus werden sexuelle Minderheiten attackiert: Vergangene Woche echauffierte sich Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan über die vermeintliche Existenz einer "Homosexuellenquote" in einem staatlichen Gremium (queer.de berichtete). (dk)



#1 herve64Profil
  • 16.11.2017, 11:25hMünchen
  • Ist das alles, was Erdogans Junta gegen "Ressentiments und Feindseligkeit gegenüber eines Teils der Gesellschaft" einfällt? Wie wäre es mal mit Aufklärung statt Verteufelung?

    Aber dazu müsste wohl erst seine Alte ihr Kopftuch coram publico verbrennen wie es weiland die Feministinnen in den 68ern mit ihren BHs gehandhabt haben.
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#2 RobinAnonym
  • 16.11.2017, 11:27h
  • Das beweist wieder mal, dass die Türkei nicht nur homophob und transphob ist, sondern dass Grundrechte wie Redefreiheit und Freiheit der Kunst dort nichts gelten.
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#3 TechnikerAnonym
  • 16.11.2017, 11:43h
  • Wann werden in der EU endlich Erdolfs AKP und ihre Tarnorganisationen Ditib und UETD wegen Terrorgefahr verboten und ihre Mitglieder ausgewiesen, sofern sie keinen Paß eines EU-Landes haben?

    Ansonsten kann man nur sagen: Zur Zeit ist jeder Kontakt Richtung Türkei vergebliche Liebesmüh. Als Ausländer muß man ja zudem ständig damit rechnen, von Erdowahns Schergen unter fadenscheinigstem Vorwand eingeknastet zu werden.

    Erledigen werden sich der Despot und seine Kamarilla erst, wenn seine Jubelperser am eigenen Portemonnaie die Folgen seines Kamikazekurses spüren - und dann wird ihm auch sein Brüderchen im Ungeiste, der KGB-Möchtegern-Macho, nicht mehr helfen. Im Gegenteil: Vladi tut ja alles, um Nato-Staaten zu destabilisieren...
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#4 queergayProfil
  • 16.11.2017, 11:43hNürnberg
  • Die Rechte von Minderheiten sind eben doch antastbar. Auch wenn in der Türkei homosexuelle Handlungen (noch) legal sind, heißt das noch lange nicht, daß das so bleiben wird. Die Neu-Einführung der Todesstrafe ist doch schon eine Herzensangelegenheit von Herrscher Erdogan. Überall wo islamische Fundamentalisten und Hardliner an der Macht sind, sind queere communities bedroht.
    Mr. Erdogan und Konsorten wollen eine neue Belebung muslimischer Werte. Das ist Realität 2017. Nur naive Menschen werden das vielleicht gerne übersehen oder nicht wahrhaben wollen.
    Gay-Filme sind für dortige Polit-Machthaber eine Provokation, die auch deren Autorität und Machtgefüge in Frage stellen...wollen sie doch die sog. Volksmoral gesunden lassen und das Volk auf ergebene und autoritätsgläubige Denkmuster einschwören.
    In solchen streng hierarchisch geführten Ländern hat die Freiheit der Kunst noch nie einen Stellenwert gehabt, sie wurde immer unterdrückt und bekämpft. Da kann nur helfen, sich eindeutig und entschieden klar zu positionieren und klare Kante zeigen. Notfalls mit härterer Gangart.
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#5 AmurPrideProfil
  • 16.11.2017, 12:20hKöln
  • Wären doch nett gewesen die Filme abends im Garten der Botschaft aufzuführen... :-)
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#6 StrottiAnonym
  • 16.11.2017, 12:33h
  • Antwort auf #4 von queergay
  • "Überall wo islamische Fundamentalisten und Hardliner an der Macht sind, sind queere communities bedroht." Wenn islamische durch religiöse ersetzt wird, kann ich dem zustimmen. Aktuelles Beispiel: Das "christliche" Simbabwe, wo der Katholik Robert Mugabe seit Jahrzehnten gegen LGBT-Menschen hetzt. Vermutlich wird auch seine Absetzung daran nichts ändern. Bei Erdogan habe ich übrigens das Gefühl, das er den Islam nur benutzt, um seine persönliche Machtgeilheit zu befriedigen (was es natürlich nicht besser macht).
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#7 userer
  • 16.11.2017, 13:20h
  • Antwort auf #6 von Strotti
  • Ich denke nicht, dass die Religiösen ihre jeweilige Religion miss-brauchen; ich denke, sie ge-brauchen ihre Religionen, die diesen Hass offenbar auf jeden Fall hergeben. Wäre der Hass in ihnen nicht verankert, könnten sie nicht als Argument dienen.

    Apropos Argument: Wenn Erdogan das Schutzhaft-Argument anführt, entlarvt ihn das als na was wohl?
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#8 Gerlinde24Profil
  • 16.11.2017, 14:22hBerlin
  • Antwort auf #7 von userer
  • Erdowahn benutzt die Religion als Waffe, als Mittel zum Zweck, um "seine" Türkei so umzugestalten, wie er es will. Und, das hat schon Hitler gezeigt, und vorher der KKK, was ist besser, als von tatsächlichen Problemen abzulenken, als sich Sündenböcke zu suchen, die in der Gesellschaft verhasst sind?
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#9 Gerlinde24Profil
#10 Gerlinde24Profil
  • 16.11.2017, 14:26hBerlin
  • Antwort auf #3 von Techniker
  • Das werden die nie tun, weil sie ihn wegen der Flüchtlinge brauchen! Der Typ hat schon dutzend mal die rote Linie überschritten, aber weder Mutti Merkel, noch die EU zeigen ihm die rote Karte.
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