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  • 24. Juni 2005, noch kein Kommentar

Die Erfinder von Dr. Snuggles müssen ordentlich was geraucht haben – so skurril ist der TV-Kult. Der Kracher für jede Party!

Von Jan Gebauer

In einer friedlichen Welt, in der es fliegende Marmeladenbäume, sprechende Wecker und ein sommersprossiges Kamel in den Wolken gibt, lebt der liebenswerte Erfinder Dr. Snuggles. Sein Regenschirm besitzt einen sprechenden Entenkopf, seine gute Freundin Frau Kuschel hat eine kosmische Katze als Untermieterin, die die Zukunft voraussehen kann und außerdem löst Snuggles Räsel um einen Zauberpilz, erfindet eine Lachmaschine und kämpft gegen grässliche Smog-Maschinen. Doch eine Frage bleibt: Nahm Dr. Snuggles selber Drogen oder war Erfinder Jeffrey O'Kelly ständig stoned? Wie sonst hätte man so eine unglaublich verrückte, bunte und witzige Welt erfinden können, wo scheinbar alles lebt, bunt wabert und sprechen kann. Ebenfalls verblüffend: Die in den Niederlanden produzierte Serie aus dem Jahre 1979 besteht nur aus 13 Folgen und wurde erstmals am 24. Juni 1981 im deutschen Fernsehen gezeigt. Was einem als Kind als unendlicher Dauerbrenner vorkam, war in Wirklichkeit nur ein kleiner Ausflug in die phantastische Welt von Dr. Snuggles.

Dass dennoch ein Kult um den Erfinder entstand, ist auch den vielen süßen Charakteren der Serie zu verdanken. Snuggles Haushälterin Fräulein Reinlich ist eine äußerst zickige Furie, die sich pausenlos gegen das freche sprechende Mäuschen Knabber zur Wehr setzen muss. Darum ist sie auch in fast jeder Folge damit beschäftigt, Besen-schwingend hinter dem kleinen Racker her zu rennen. Dem putzigen Tier wird in der 13. und letzten Folge gleich eine ganze Story gewidmet, als er "Knabber, der König der Mäuse" wird. Allerdings ist da auch noch Dennis der Dachs, der in Folge Neun mit Hilfe einer sonnigen Lachmaschine von seiner schlechten Laune befreit wird. Und das Kamel, das in rosa Wolken gebettet durch die Gegend schwebt, ist ebenfalls ein surrealistisches Highlight der Serie. Durch Madame Etepetete wusste man schon als Kind was geziertes Benehmen bedeutet, Roboter-Frau Mathilde Dosenfänger hätten wir auch gerne als Gehilfin gehabt und am fliegenden Marmeladenbaum würde man immer noch gerne naschen.

Diese ursprünglich für Kinder gedachte Serie hat natürlich keine Alterbseschränkung und ist für Erwachsene einfach als Kindheitskult zu verstehen. Das Bild von "Dr. Snuggles" kann man nicht mit einer heutigen DVD-Produktion vergleichen. Am Anfang sind einige Lichtblitze und Kratzer zu sehen, die im Laufe der Handlung allerdings nur noch vereinzelt auftreten. Die Farben sind allerdings sehr kräftig und bunt, so dass man optisch doch Einiges geboten bekommt. In "Dr. Snuggles" besteht der Hintergrund aus unbewegten Bildern. Man wird kaum abgelenkt und kann sich in Ruhe auf die Hauptgeschichte und die skurrilen Figuren konzentrieren.

Fazit: Knallbunt und total verrückt: Für einen "drogenfreien Trip" in die Kindheit ist die drei DVD-starke Serie perfekt. Man kommt aus dem Lachen und Kopfschütteln nicht mehr heraus und taucht in eine Zeit ab, als noch nicht jeder Zeichentrick aus Japan kam und mit einfallslosem Gemetzel aufwartete.

Tipp: Folge Zwölf: Fräulein Reinlich und Madame Etepetete werden entführt und fliegen mitsamt Tischgedeck durchs Weltall. Dr. Snuggles muss sich erstmal mit sprechenden Kaffetassen und einer befleckten Decke auseinandersetzen, bevor er die Damen retten kann.

25. Juni 2005