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Homophobie-Exorzismus

Evangelische Kirche in Württemberg: Neuer Anlauf für Homo-Segnungen

Derzeit ist Württemberg die homophobste Landeskirche in Deutschland: Nur dort sind Segnungen von Homo-Paaren in Gottesdiensten ausnahmslos verboten. Das könnte sich bei der Herbstsynode nächste Woche ändern.


Die Kirchenführung soll kommende Woche entscheiden, ob verheiratete Schwule und Lesben anerkannt werden (Bild: Bildarchiv Stadt Böblingen)

Bei der Herbstsynode der Evangelische Landeskirche in Württemberg wollen Delegierte einen Anlauf unternehmen, auch Schwule und Lesben zu trauen oder zumindest zu ermöglichen, dass gleichgeschlechtliche Paare gesegnet werden. Bei dem Treffen, das vom 27. bis 30. November im Evangelischen Bildungszentrum Hospitalhof in Stuttgart stattfinden wird, soll damit die Rote Laterne der Württemberger Kirche bei der Frage von Homosexualität abgelegt werden.

Die Kirche wird laut der Tagesordnung (PDF) abschließend über ein "Gesetz zur Einführung einer Ordnung der Amtshandlung anlässlich der bürgerlichen Eheschließung zwischen zwei Personen gleichen Geschlechtes, der Begründung einer eingetragenen Lebenspartnerschaft oder der Umwandlung einer Lebenspartnerschaft in eine Ehe" beraten. Zudem soll in einem Antrag darüber abgestimmt werden, ob die Synode um Vergebung für Unrecht bittet, "das von unserer Kirche an gleichgeschlechtlich orientierten Menschen begangen wurde".

Württemberg ist derzeit die einzige der 20 Landeskirchen, die die öffentliche Segnung von Homosexuellen verbietet. Zuletzt hatte die Landeskirche Sachsen die Segnung von Homo-Paaren zumindest "im Einzelfall" zugelassen (queer.de berichtete).


Das schwierige Verhältnis zwischen Homosexuellen und der evangelischen Kirche: Die Akzeptanz hängt vom Wohnort ab (Bild: HUK)

Die zwei Millionen Mitglieder zählende Südwest-Kirche mit Sitz in Stuttgart gilt als eine der konservativsten Landeskirchen, die insbesondere durch evangelikale Strömungen geprägt ist. Ein Teil dieser erzkonservativen Christen hat nach wie vor das Ziel, Homosexuelle zu "heilen". Daher wird bei der Synode mit Widerstand gegen eine Liberalisierung gerechnet. So hat die in Tamm bei Stuttgart ansässige Gruppe "Bruderschaft des Weges" bereits angekündigt, die Anerkennung von Homo-Paaren kategorisch abzulehnen, da es sich bei Homosexualität nicht um eine "Schöpfungsvariante" handle. In der aus der Homo-"Heiler"-Organisation "Wüstenstrom" hervorgegangenen Gruppe versammeln sich Menschen, die ihre Homosexualität aus Glaubensgründen nicht ausleben (queer.de berichtete)

Segnungen bislang nur heimlich

Die liberale Vereinigung "Offene Kirche" setzt sich dagegen bereits seit Jahren für die Anerkennung von Homo-Paaren ein. Ihr Leiter Professor Martin Plümicke erklärte, die Bibel verurteile Homosexualität unter Männern nur in einem Zusammenhang, in dem "eine Partnerschaft auf Augenhöhe für gleichgeschlechtliche Paare nicht vorstellbar" gewesen sei.

Im vergangenen Jahr gründete sich aus dem Bündnis Kirche und Homosexualität (BKH) heraus zudem die "Initiative Regenbogen", die sich für die Gleichbehandlung von schwulen und lesbischen Paaren in der Kirche einsetzt (queer.de berichtete). Der Initiative sind inzwischen 28 Kirchengemeinden beigetreten – von rund 1.300 Kirchengemeinden.

Bislang gilt in Württemberg ein Beschluss aus dem Jahr 1995, nach dem in Ausnahmefällen nur heimlich und hinter geschlossenen Türen gleichgeschlechtliche Paare einen Segen erhalten dürfen. Die Kirchenführung setzte diese harte Linie bis jetzt durch. Im letzten Jahr wurde etwa ein Dekan aus Böblingen gerüffelt, weil er zwei Lesben in der Stadtkirche öffentlich segnete (queer.de berichtete). (dk)



#1 AchilleusProfil
  • 20.11.2017, 16:47hDuisburg
  • Verstehe ich den letzten Absatz des Beitrags richtig? Durchbrennen und heimlich heiraten, das ist in Württemberg möglich? Keine Lust auf spiessige Verwandte, die Eltern wollen nicht ihren Segen geben, dann hole ich mir hat den Segen von einem Pastor in Württemberg? Und niemand bekommt davon etwas mit?
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#2 Emmanuel BourdetteAnonym
  • 20.11.2017, 17:19h
  • Antwort auf #1 von Achilleus
  • Klingt wie heiraten in Las Vegas. Ziemlich romantisch. Anzüge in den Kofferraum legen, volltanken, und ab nach Württemberg! In einer stürmischen Nacht beim Pastor klingeln, das vereinbarte Erkennungswort nennen, über einen Nebengang in die Kirche stolpern...
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#3 RobinAnonym
  • 20.11.2017, 17:28h
  • Nein Danke.

    Ihre "Segnungen" 2. Klasse können die behalten. Wir wollen volle Gleichstellung und keine Almosen.
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#4 Dieter AckermannAnonym
  • 20.11.2017, 17:36h
  • Das könnte Euch Früchtchen so passen!

    Eine Eheschliessung ist eine Amtshandlung, da muss man Papiere ausfüllen und vorlegen. Genehmigungen einholen, und, und und...

    Halli-Galli-Hochzeiten machen wir hier nicht!!

    Schön artig standesamtlich heiraten, dann erst mal einen Hochzeitskurs belegen ob ihr auch mit den Grundlagen des christlichen Glaubens vertraut seid! Schön artig einen Psalm auswenig aufsagen, und so weiter! Und dann schauen wir mal...

    Heimlich machen wir das dann schon gar nicht, sondern ganz offiziell vor der gesamten Gemeinde! Ganz offziell vor Gott und den Menschen machen wir das dann. Ihr werdet schon sehen!
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#5 Paulus46Anonym
#6 hugo1970Profil
  • 20.11.2017, 22:36hPyrbaum
  • Antwort auf #5 von Paulus46
  • Da kannst Du den Daumen drücken, bis er weiß und schwarz wird. Die evangelische Kirche, vor allem, die Württembergische ist von den nazistischen neoliberalen evangelikalen durchsetzt!!!
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#7 userer
#8 Ralph
  • 21.11.2017, 17:25h
  • Was das Schaubild nicht verrät: Vielfach ist die konkrete Vornahme einer Segnung, gottesdienstlichen Begleitung oder wie immer das gerade in der jeweiligen Landeskirche heißt von der Willkür des örtlichen Pfarrers und der örtlichen Kirchengemeinde abhängig. Einen Anspruch gibt es oft nicht.
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