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Kinostart

Eine Liebeserklärung an das queere Neukölln

Ab Donnerstag im Kino: In seiner neuen Doku "Überleben in Neukölln" porträtiert Rosa von Praunheim die letzten echten Berliner Originale.


Nichts Ungewöhnliches in Neukölln: Zwei Männer laufen händchenhaltend durch den Kiez (Bild: Elfi Mikesch / missingFILMs)

Viel Blödsinn wird erzählt über den ach so gefährlichen Berliner "Problembezirk" Neukölln, der mit seinem hohen Migranten- und Hartz-IV-Anteil immer wieder bundesweite Negativschlagzeilen bekommt. Selbst manche schwulen Touristen trauen sich nicht mehr in diesen Stadtteil, obwohl das SchwuZ dort ein neues Zuhause gefunden hat.

Mit seiner neuen Doku "Überleben in Neukölln" rückt Rosa von Praunheim dieses schräge Neukölln-Bild gerade und zeigt die wahren Probleme im Kiez. Zentrum des Films ist Stefan Stricker, der sich Juwelia nennt und seit vielen Jahren eine Galerie in der Sanderstraße betreibt. Hier lädt er an jedem Wochenende Gäste ein, denen er schamlos aus seinem Leben erzählt und poetische Lieder singt, die er mit Jose Promis, seinem Freund aus Hollywood, geschrieben hat.


Juwelia in Aktion (Bild: Elfi Mikesch / missingFILMs)

Juwelia war ihr Leben lang arm und sexy, hat stets um Anerkennung gekämpft, sie aber nur teilweise bekommen. Der Film begleitet sie unter anderem nach New York, wo sie zum ersten Mal eine Ausstellung hat und dort auch auftritt.

In ihrer hessischen Heimatstadt Korbach am Grab ihrer Mutter kommen Juwelia die Tränen. Ihre Mutter hat sich mit 82 Jahren das Leben genommen und die weibliche Seite ihres Sohnes nie akzeptiert. Juwelia ist Clown, Philosoph und Überlebenskünstler und immer noch ein Geheimtipp.

Sie alle genießen das freie Leben in Neukölln


Poster zum Film: "Überleben in Neukölln" startet am 23. November in deutschen Kinos

Neben Juwelia treffen wir die 89-jährige Frau Richter, die im Alter von 50 Jahren nach Neukölln zog, um hier mit einer Frau glücklich zu werden. Wir lernen außerdem den androgynen kubanischen Sänger und Tänzer Joaquin la Habana kennen, der mit seinem Mann zusammenlebt. Sein 17‐jähriger Sohn ist stolz auf ihn.

Wir treffen Mischa Badasyan aus Russland, einen Performancekünstler, der es sich zur Pflicht machte, ein Jahr lang jeden Tag mit einem anderen Mann Sex zu haben. Und wir begegnen der syrischen Sängerin Enana, die nach ihrer dramatischen Flucht nach Berlin hofft, ein freieres Leben führen zu können – als Frau und als Lesbe.

Auch "Beißreflexe"-Herausgeberin Patsy l'Amour la Love ist in der Doku dabei. Sie veranstaltet im SchwuZ die beliebte Party- und Diskussionsreihe "Polymorphia" und bezeichnet sich selbst als Polittunte.


Kaffee und Kuchen bei Mischa Badasyan (Bild: Elfi Mikesch / missingFILMs)

Neukölln war immer ein armer, proletarischer Bezirk mit viel Kriminalität. Vor zehn Jahren kamen wegen der billigen Mieten die Künstler, doch seit fünf Jahren entwickelt sich Neukölln zum Hipster-Bezirk und Mekka für Spekulanten. "Überleben in Neukölln" ist ein liebevolles Porträt des zurzeit spannendsten Teils Berlins ‐ und zugleich ein Zeugnis eines Bezirks, der bald seine Künstler, die sich die Mieten nicht mehr leisten können, vertreiben wird.

Der Film feiert seine Kinostartpremiere am Donnerstag um 20.30 Uhr in Anwesenheit von Regie und Protagonisten im Berliner Moviemento. Am 25. November wird die Filmvorführung im Berliner Wolf-Kino umrahmt von einer Feier zum 75. Geburtstag von Rosa von Praunheim, bei der u.a. Juwelia und Joaquin La Habana auftreten werden. (cw)

Direktlink | Offizieller deutscher Trailer zum Film

Infos zum Film

Überleben in Neukölln. Dokumentarfilm. Deutschland 2017. Regie: Rosa von Praunheim, Markus Tiarks. Mitwirkende: Juwelia, José Promis, Kandis Williams, Rixdorfer Perlen, Wilfriede Richter, Markus Tiarks, Mischa Badasyan, Lothar Wiese, Joaquin La Habana, Siboney La Habana, Bernhard Beutler, Dani Alor, Ala, Zaitonnah, Aydin Akin, Marcel Weber, LCavaliero Mann, Patsy l'Amour laLove, Enana Alassar. Laufzeit: 82 Minuten. Sprache: deutsch-englische Originalfassung. Untertitel: Deutsch. Verleih: missingFILMs. Kinostart: 23. November 2017


#1 UrberlinerAnonym
  • 22.11.2017, 11:26h
  • Bildtitel: "Nichts Ungewöhnliches in Neukölln: Zwei Männer laufen händchenhaltend durch den Kiez"

    Das ist nur dann richtig, wenn die beiden "Kumpels" sind, no homo!

    Aber wenn selbstbewusste Schwule das machen, drohen verbale und körperliche Übergriffe unmittelbar an der nächsten Ecke.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 Sven100Anonym