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München

30-Jähriger wegen Mordversuchs an 73-jährigem Ex-Freund vor Gericht

Bereits zum zweiten Mal muss ein schwuler Rentner vor Gericht aussagen, weil Sexpartner auf ihn eingeprügelt haben.



Das Landgericht München verhandelt laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" seit Montag gegen einen 30-jährigen Brasilianer, der versucht haben soll, seinen 73-jährigen Ex-Freund umzubringen. Joandson S. hatte den Rentner im März diesen Jahres mit einer Eisenstange fast totgeschlagen.

Die beiden Männer hatten sich auf der Datingplattform "Planetromeo" kennengelernt. Der 30-Jährige habe bereits seit seiner Kindheit den Wunsch gehabt, nach Deutschland zu kommen, konnte sich aber ein Studium nicht leisten, so die "Süddeutsche" aus der Verhandlung. Daraufhin lud der Rentner den jungen Mann zu sich ein. Im Dezember 2016 flog S. schließlich nach München und zog bei dem 73-Jährigen ein, der ihm auch finanziell unter die Arme griff.

Das Paar habe ursprünglich eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingehen wollen – nach wenigen Wochen kam es aber zum Streit, weil S. immer öfter unterwegs war, "um Freunde zu treffen". Laut Staatsanwaltschaft sei es dann im März zu einem Streit um geliehene fünf Euro gekommen: Der Rentner schmiss seinen Freund aus der Wohnung und weigerte sich, ihm ein Rückflugticket nach Brasilien zu kaufen.

Am Tag nach dem Rauswurf kehrte der Brasilianer zurück und behauptete, dass er im Keller seine Schuhe abholen wollte. "Er hat mich bewusst da runter gelockt, im Keller waren aber gar keine Schuhe", erklärte das Opfer vor Gericht. Der Jüngere habe im Keller eine Eisenstange genommen und mindestens acht Mal auf den Rentner eingeschlagen. Dabei erlitt der Mann eine offene Schädelfraktur, drei Kopfplatzwunden und eine Unterarmfraktur. Der Angriff hatte auch psychische Folge: Er habe seither Angst, in den Keller zu gehen, sagte der 73-Jährige.

30-Jähriger gesteht Tat

Der Angeklagte hat die Tat inzwischen gestanden und sich über seine Anwältin entschuldigt. Am Donnerstag soll der Prozess weitergehen.

Der Rentner musste bereits im Sommer vor demselben Gericht aussagen, weil er im April 2016 von zwei Callboys, die er ebenfalls über "Planetromeo" kennengelernt hatte, ausgeraubt und verprügelt worden war. Die Täter, ein 19- und ein 23-Jähriger, wurden zu dreieinhalb bzw. vier Jahren Haft verurteilt (queer.de berichtete). (cw)



#1 audi5000Profil
  • 21.11.2017, 17:53hlindau
  • klar das ist mal wieder echt tragisch und an heimtücke fast nicht zu überbieten. aber auch sorry, aus fehlern sollte man doch lernen? ich hätte sicher nach dem ersten überfall die schnauze voll von so jungen die doch sicher eh nur geld wollen?! sicher will niemand allein sein, aber es geht doch auch anders und ohne sich so einer gefahr auszusetzen?
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#2 RüdigerAnonym
#3 BEARAnonym
  • 22.11.2017, 06:05h
  • Es war SO klar, dass hier gleich wieder Täter-Opfer-Umkehr betrieben wird. Das kann das Opfer sicher gut gebrauchen, sich auch noch von Euch eins überbraten zu lassen.

    Ja: man sollte grundsätzlich vorsichtig sein, wenn man Leute zu sich nach Hause einlädt. Aber so etwas kann generell jedem passieren. Und wenn es passiert ist, braucht das Opfer aus der Community garantiert keine Häme und Schadenfreude, sondern verdammt nochmal Mitgefühl und Unterstützung.
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#4 seb1983
  • 22.11.2017, 07:13h
  • Antwort auf #3 von BEAR
  • Wo wird denn hier Täter Opfer Umkehr betrieben?

    Es wurde lediglich gesagt dass der 72 Jährige offenbar nicht sonderlich clever agiert bei der Befriedigung seiner Vorlieben.

    Es soll gar Heteros geben die sich bei sowas von jungen Damen bis aufs letzte Hemd ausnehmen lassen.
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#5 herve64Profil
  • 22.11.2017, 13:15hMünchen
  • Antwort auf #3 von BEAR
  • Täter-Opfer-Umkehr? Du redest wirr. Und es bleibt nun mal leider Gottes Tatsache, dass man vor lauter Geilheit nicht sämtliche Vorsichtsmaßnahmen außer Acht lassen sollte, erst Recht nicht dann, wenn man schon mal auf eine ähnliche Masche herein gefallen ist.

    Schlimm finde ich allerdings, dass man sich offensichtlich nicht einmal mehr auf die Planetromeo-Escorts verlassen kann. Es würde mich mal interessieren, wie diese rekrutiert werden.
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#6 Homonklin44Profil
  • 22.11.2017, 15:56hTauroa Point
  • Wir wissen nicht mal, ob hier das Mitgefühl mit einem Menschen mit schlechten Möglichkeiten, dem Brasilianer eben, dazu hin führte, das Begehren, oder aber die Gutmütigkeit und naives Vertrauen des Opfers ausgenützt wurde. Der Verlauf mit dem Streit um die 5 Euro kann anschließend zu einer Art Vergeltungsfrust bei dem Rausgeworfenen geführt haben

    Und das vorangegangene Erlebnis mit den Callboys. Da war er an falsche Fuffziger geraten. Wie viele Leute empfehlen nach so einer Erfahrung auch, nicht das Handtuch zu werfen und doch bitte neue Versuche zu unternehmen, um vielleicht doch irgendwann dem Richtigen zu begegnen.
    Der ältere Herr glaubte vielleicht, dieser könnte Derjenige sein. Die Beziehung scheiterte, so viele Beziehungen werden wieder aufgelöst, weil es einfach nicht klappt, doch wer würde erwarten, deshalb halb tot geprügelt zu werden?

    Ob es besser für einen ist, ab einer gewissen Altersgrenze die Beziehungshoffnung einzumotten, das muss auch jeder selbst wissen. Vielleicht sind manche zu naiv oder zu großherzig, haben zu viel Mut, um sich auf neue Leute einzulassen.
    Einer mit üblen Absichten kann hinter jedem Alter stecken.
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#7 seb1983
  • 22.11.2017, 21:08h
  • Antwort auf #6 von Homonklin44
  • Wenn ein 73 jähriger einem 43!!! Jahre jüngerem Brasilianer ein Übersiedeln nach Deutschland finanziert und der sich dann durch die Clubs vögelt statt daheim Händchen zu halten könnte man in diesem Alter einen Funken Selbstreflexion erwarten.
    Den "Richtigen" wird man so höchst wahrscheinlich nicht finden. Tragisch dass dann das südländische Temperament zugeschlagen hat, aber es ist ja grade noch gutgegangen.
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#8 daVinci6667
  • 22.11.2017, 23:31h
  • Antwort auf #7 von seb1983
  • Ach ja die Naivität ist manchmal grenzenlos. Heten in einem gewissen Alter sind manchmal noch viel schlimmer. Gewissen Menschen ist einfach nicht zu helfen, selbst solche die gut ausgebildet oder sogar Akademiker sind.

    Eine meiner Schwestern hat mal einen ältern Herrn in seinen 70ern nach einem Spitalaufenthalt gepflegt und ihm auch die Rechnungen Ende Monat einbezahlt.

    Dabei entdeckte sie horrende Telefonrechnungen. Er meinte ganz im ernst, seine Freundin arbeite halt sehr viel, hätte keinen Privatanschluss und sei nur über ihre Geschäftsnummer erreichbar. Diese Geschäftsnummer war natürlich eine 0906 er Nummer. (CH-Porno-Nrn)
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#9 EhrlichAnonym
  • 23.11.2017, 12:17h
  • Ihr habt ja alle Recht, was mangelnde Vorsicht, Naivität und Gutmütigkeit angeht.
    Aber welchen Vorschlag habt Ihr denn für einen
    älteren Herrn, gleich welcher sexueller Orientierung, der noch Bedürfnisse resp. einen Beziehungswunsch hat?
    Soll er lieber im stillen Kämmerlein masturbieren?
    Soll er frustriert seiner Sexualität und Liebesbedürftigkeit abschwören.
    Risiken können manchmal mehr Leben bedeuten als Selbstaufgabe.
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#10 daVinci6667
  • 23.11.2017, 17:24h
  • Antwort auf #9 von Ehrlich
  • Masturbieren ist ok und ist das sicherste was es gibt. Nichts dagegen zu sagen.

    Ich kann jedoch verstehen, irgendwann reicht das vielleicht nicht und Mann sucht jemanden mit Haut und Haaren und zum Anfassen.

    Wäre ich älterer Single oder Witwer würde ich mich vermutlich viel mehr in der Community engagieren wollen und an Freizeitaktivitäten teilnehmen wie z.B. schwulem Wandern etc. Vielleicht ergibt sich da was?

    Vielleicht bin ich da naiv, aber Ich würde genau wie in meinen jüngeren Tagen einen etwa gleichaltrigen schwulen Mann suchen der zu mir paar. Da muss es doch einer geben!

    Das Internet ist bei dieser Suche sicher ein Segen und gleichzeitig Gefahr, also wie immer vorsichtig sein. Wer mit dem Medium wenig Erfahrung hat kann auch noch wie bisher altmodisch analog leben. Zumindest noch.

    Lieber Gruss
    daVinci6667
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