Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?30149

"Unverschämt"

Aufarbeitung des §175: Ausstellung im Wiesbadener Landtag eröffnet

Im hessischen Parlament können Besucher in einer Ausstellung mehr über die Geschichte und Verfolgung von Schwulen und Lesben zwischen 1945 und 1985 erfahren.


Die Ausstellung entführt in eine Zeit, als die Forderungen der Aktivisten noch ein wenig anders waren als heute (Bild: Hessisches Ministerium für Soziales und Integration)

Im Hessischen Landtag ist am Mittwoch die Ausstellung "Unverschämt. Lesbische Frauen und schwule Männer in Hessen von 1945 bis 1985" eröffnet worden, die im Auftrag des Ministeriums für Soziales und Integration durch das Schwule Museum* Berlin zusammengestellt wurde. Anwesend waren Landtagspräsident Norbert Kartmann, Landesjustizministerin Eva Kühne-Hörmann (beide CDU), der Bevollmächtigte der Landesregierung für Integration und Antidiskriminierung, Staatssekretär Kai Klose (Grüne), sowie Dr. Birgit Bosold, Mitglied im Vorstand des Schwulen Museum* Berlin.

Auf Text- und Bildtafeln sowie zahlreichen Dokumenten präsentiert die Ausstellung die Ergebnisse des Forschungsprojekts "Aufarbeitung der Schicksale der Opfer des ehemaligen Paragrafen 175 StGB in Hessen". Die schwarz-grüne Landesregierung hatte in ihrem Koalitionsvertrag 2013 beschlossen, die Verfolgungsgeschichte sexueller Minderheiten aufzuarbeiten. Letztes Jahr hatte sie das Schwule Museum* beauftragt, die Verfolgungsgeschichte in Hessen zu untersuchen (queer.de berichtete).

"Wichtiger Beitrag zur Erinnerung an die Opfer"

"Die Ausstellung zur Aufarbeitung der Opfer des Paragrafen 175, nach dem homosexuelle Handlungen unter Strafe gestellt wurden, leistet einen wichtigen Beitrag zur Erinnerung an die Opfer und deren Rehabilitation", sagte Landtagspräsident Kartmann bei der Ausstellungseröffnung. "Es ist ebenso wichtig, die Ausstellung im Hessischen Landtag zu präsentieren, in dem alle Fraktionen gemeinsam beschlossen hatten, eine Ausstellung zur Aufarbeitung der Strafverfolgung Homosexueller nach 1945 zu initiieren."

Staatssekretär Klose lobte, dem Schwulen Museum* sei es mit der Ausstellung gelungen, die Lebenssituation lesbischer Frauen und schwuler Männer "atmosphärisch dicht einzufangen." Die Ausstellung schlage auch eine "Brücke zu unserer Zeit und auch zum Hessischen Aktionsplan für Akzeptanz und Vielfalt der Landesregierung, der einen breiten gesellschaftlichen Konsens über die Akzeptanz verschiedener sexueller Orientierungen und geschlechtlicher Identitäten" fördere. Das Papier war im Juni vorgestellt worden (queer.de berichtete). (pm/dk)



#1 queergayProfil
  • 24.11.2017, 14:48hNürnberg
  • Diese Aufarbeitung, Thematisierung und Würdigung im öffentlichen Raum kann nicht hoch genug eingeschätzt werden.
    Daß sich ähnliches nicht wieder ereignen kann, dürften nur naive, bildungsferne oder gutgläubige Gemüter in Betracht ziehen.
    Zeigen doch gerade etliche Nachrichten - wie z.B. aus der Türkei - wie schnell alle Queer-Aktivitäten einfach verboten werden können....mit dem Argument, queere Veranstaltungen würden provozieren und Ressentiments und Feindseligkeit gegenüber eines Teils der Gesellschaft hervorrufen.
    Türkei-Herrscher Erdogan hatte schon 2013 gesagt, daß Homosexualität der "Kultur des Islam" widerspreche.
    Mittlerweile hat die Türkei die höchste Rate an Hass-Verbrechen gegen sexuelle Minderheiten in Europa.
    Queere Aktivitäten gelten im Islamland Türkei - von höchsten Ämtern geäußert - als eine Gefahr für Gesundheit und Moral sowie für die Rechte und Freiheiten anderer. Und das im Jahr 2017.
    Bei einer solchen Herrschaftslage sollte diese Ausstellung im Hessischen Landtag Wiesbaden auch die Beachtung erhalten, die sie verdient.
    Nur muß ich befürchten, daß sich vor allem viele jüngere LGBTIQ-Leute eher desinteressiert und gelangweilt in ihre konsumfreudige, modebewußte Schicki-Micki-Banal-Szene zurückziehen - nach dem Motto....'das war einmal, was geht das mich heute noch an?'
    Virtuelle PlanetRomeo-Show-Portalwelten - nach dem Motto "Wer ist der Schönste im Land?" sind da auch viel unterhaltsamer und weniger anstrengend als die queeren Realitäten von heute. Ohne Politisierung kann die queery Community ziemlich schnell dem Untergang geweiht sein.
  • Antworten » | Direktlink »