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Einsatz von PrEP gefordert

Robert-Koch-Institut meldet 3.100 HIV-Neuninfektionen

Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Menschen, die sich mit HIV infiziert haben, leicht gesunken. Zwei Drittel der Fälle sind auf gleichgeschlechtlichen Sex unter Männern zurückzuführen.


Das RKI und die Deutsche Aids-Hilfe schlagen mehrere Maßnahmen vor, um die Zahl der HIV-Infektion signifikant zu senken, darunter der Einsatz von PrEP (Bild: Jeff Eaton / flickr)

Im Jahr 2016 haben sich nach einer am Donnerstag veröffentlichten Schätzung des Robert-Koch-Instituts in Deutschland 3.100 Menschen mit dem HI-Virus infiziert. Das sind 100 Menschen weniger als im Jahr zuvor, als das RKI von 3.200 Neuinfektionen ausging (queer.de berichtete).

Bereits im September hatte das Institut für vergangenes Jahr 3.419 Neudiagnosen gemeldet – einen Rückgang um acht Prozent (queer.de berichtete). Viele dieser positiven HIV-Tests seien aber auf Infektionen zurückzuführen, die sich bereits Jahre zuvor ereignet haben können.

Wie aus dem vom RKI herausgegeben "Epidemologischen Bulletin" (PDF) hervorgeht, sind nach wie vor besonders schwule und bisexuelle Männer von Neuinfektionen betroffen: Geschätzt 2.100 Männer hätten sich beim Sex mit Männern angesteckt. Auch hier gab es einen geringfügigen Rückgang um 100 Fälle im Jahresvergleich.

490 Frauen und 260 Männer steckten sich laut dem Papier bei heterosexuellem Sex an. Darüber hinaus haben sich etwa 240 Personen beim intravenösen Drogenkonsum mit HIV infiziert.


Die Entwicklung der HIV-Neuinfektionen über die letzten Jahrzehnte (MSM steht für "Männer, die Sex mit Männern haben", IVD für intravenösen Drogenkonsum)

88.400 HIV-Positive leben in Deutschland

Insgesamt lebten Ende 2016 in Deutschland 88.400 HIV-positive Menschen – 12.600 von ihnen wissen noch nichts von der Infektion. Von allen HIV-Positiven haben sich den Schätzungen zufolge 56.100 beim Sex zwischen Männern angesteckt. Das entspricht einem Anteil von 63 Prozent. Über 11.000 jetzt in Deutschland lebende Personen haben sich im Ausland infiziert, mehr als die Hälfte davon auf dem afrikanischen Kontinent.

Laut RKI sei der "Grundpfeiler" der HIV-Prävention die Nutzung von Kondomen. Eingegangene Risiken sollten zeitnah durch einen HIV-Test abgeklärt werden, heißt es im "Epidemologischen Bulletin".

Als "zusätzliches und wirksames neues Instrument" bezeichnet das RKI die Präexpositions-Prophylaxe (PrEP). Die tägliche Pille gegen HIV wird bislang noch nicht von den deutschen Krankenkassen übernommen, ist aber inzwischen bereits für 50 Euro im Monat erhältlich (queer.de berichtete).

Aids-Hilfe fordert PrEP auf Rezept

Auch die Deutsche Aids-Hilfe empfiehlt die PrEP als Möglichkeit, HIV besser zu bekämpfen: "Die HIV-Infektionszahlen könnten sinken, wenn Deutschland alle verfügbaren Schutzmethoden zum Einsatz bringen würde", erklärte DAH-Vorstandsmitglied Sven Warminsky. Die Aids-Hilfen setzen sich bereits seit längerem dafür ein, dass eine PrEP für Personen mit einem erhöhten Ansteckungsrisiko auf Rezept erhältlich sein sollte und von den Krankenkassen bezahlt wird: "Dass Bund, Länder und Gesundheitssystem auf gut erprobte Strategien zur Vermeidung von HIV-Infektionen verzichten, ist nicht nachvollziehbar. Es ist Zeit, einen Gang höher zu schalten!", so Warminsky.

Auch mit zwei weiteren Maßnahmen könnten die Zahlen signifikant gesenkt werden: Zum einen müssten saubere Spritzen an Menschen in Haft ausgegeben werden, um die Übertragung durch intravenösen Drogenkonsum zu bekämpfen. Zum anderen müssten Menschen ohne Papiere "endlich einen anonymen Zugang zur HIV-Therapie erhalten, damit sie nicht ihre Abschiebung fürchten müssen, wenn sie medizinische Versorgung in Anspruch nehmen möchten". (dk)



#1 Moritz SAnonym
  • 23.11.2017, 14:38h
  • Es wird Zeit, dass die PrEP endlich eine Kassenleistung wird.

    So könnte man die Ausbreitung von HIV deutlich reduzieren.

    Und langfristig kommt das den Kassen sogar preiswerter als die Therapiekosten und ganzen Folgekosten für HIV-Positive.

    Fakten müssen endlich über Ideologie gestellt werden.
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#2 TimonAnonym
#3 LeipzigerAllerleiAnonym
  • 23.11.2017, 16:41h
  • Antwort auf #1 von Moritz S
  • Nein falsch! Solange HIV eine tödliche Krankheit ist sollte man Safer Sex praktizieren! Wieso ist es für Euch immer selbstverständlich das die Krankenkassen gefälligst alles zu bezahlen hat!? Warum soll die Allgemeinheit für unseren zügellosen Sexspass aufkommen? Und wer meint von einer Bareparty zur nächsten tingeln zu müssen soll seine Prep selbst zahlen! Ich weiss das es nun wieder ein Aufschrei geben wird aber mir egal....
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#4 BEARAnonym
#5 Matthias GAnonym
  • 23.11.2017, 17:14h
  • Antwort auf #3 von LeipzigerAllerlei
  • Tödliche Krankheit? Es gibt seit 1996 eine funktionierende Therapie. Und schon 1997 sank die Sterblichkeitsrate signifikant was glaubst Du eigentlich, warum die Zahlen der Menschen mit HIV steigen? Es sterben nämlich nur noch wenige daran ...
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#6 Michael PAnonym
  • 23.11.2017, 17:46h
  • Antwort auf #5 von Matthias G
  • Und trotzdem ist löst das HI-Virus immer noch eine tödliche Krankheit aus, wenn man es nicht gebührend therapiert.
    Und wie tödlich diese Krankheit ist, kannst du dir auf einem ganzen Kontinent anschauen!
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#7 SchwTAAnonym
  • 23.11.2017, 18:03h
  • Antwort auf #3 von LeipzigerAllerlei
  • Volle Zustimmung! Ich bin auch schwul, und ich sehe es auch nicht ein, dass die Allgemeinheit dafür aufkommen sollte, dass Einige von uns - bei allem Respekt - zu blöd sind, sich vor dem Vögeln ein Gummi überzuziehen. Die PrEP mag ja schön und gut sein, aber ein Gummi ist deutlich günstiger. Bei Sexarbeitern könnte ich mir die PrEP auf Rezept eher vorstellen. Aber der Rest zahlt sie bitte so lange selbst, bis unser Gesundheitssystem wieder fit ist und nicht z.B. eine allopathische Therapie zur Schmerzlinderung physiotherapeutischen Maßnahmen vorzieht.
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#8 HörnchenAnonym
  • 23.11.2017, 18:03h
  • Also, da muss ich LeipzigerAllerlei vollkommen Recht geben! Über 3100 Neuinfektionen .. das sind 3100 zuviel !! SaferSex ist die Lösung für dieses Problem! Nicht ' PrePep ' sondern Kondome! Und diese ' Pille ' soll ja auch nur zu 85% wirken (RestRisiko bleibt) .. Warum beisst sich ein jeder an diesem Medikament so fest? Wie sieht es denn mit den STD's aus .. die bekommt man(n) trotz PrePep (gratis dazu) ! Wohne im Ausland und wir haben an die 100 (!!) NeuInfektionen (Syphilis) .. über einige Monate verteilt! Sonst +-10/Jahr!
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#9 BEARAnonym
  • 23.11.2017, 18:30h
  • Uninformiertes, bösartiges Geplärr ist da wenig hilfreich.

    Um nur auf ein paar Dinge einzugehen:
    Nicht bei jedem genügt es, "sich vor dem Vögeln ein Gummi überzuziehen". Genauer gesagt, ungefähr bei 50% genügt das nicht. Als Passiver braucht man sich kein Kondom überzuziehen. Sondern, wenn man Glück hat, tut das der Aktive. Wenn man Pech hat, tut er's aber auch nicht oder zieht es währenddessen ab, oder es rutscht ab, oder was auch immer. Ein Passiver kann sich niemals 100% darauf verlassen, dass der Aktive ein Kondom benutzt, und dazu auch noch richtig. Er kann sich aber zu 100% darauf verlassen, dass ER SELBST die PrEP nimmt.

    PrEP zu nehmen, bedeutet also in zweierlei Hinsicht, Verantwortung zu übernehmen:
    1) für sich selbst
    2) für die sogenannte "Herde" (wer nicht versteht, was ich meine, möge "Herdenschutz" googeln).
    Gerade auch wegen 2) ist die PrEP eine erstklassig wirkende epidemiologische Maßnahme. In Großbritannien sind die Neuinfektionszahlen seit groß angelegter Einführung der PrEP signifikant gesunken. Und genau das schützt die Allgemeinheit. Und genau deshalb ist es auch sinnvoll, dass die Allgemeinheit die Kosten dafür trägt, wie sie es z.B. auch bei Grippeimpfungen tut.

    Das Gesundheitssystem kann das locker stemmen - in anderen Ländern geht es bereits genau so. Und unser Gesundheitssystem ist auch nicht "unfit". Da hilft auch kein an den Haaren herbeigezogenes Einzelbeispiel.

    Und wieder wird uninformiert herumschwadroniert "SaferSex ist die Lösung für dieses Problem! Nicht ' PrePep ' sondern Kondome!"

    Wenn Kondome die alleinige Lösung für dieses Problem wären, warum sind die Neuinfektionszahlen seit den 1980er Jahren nicht längst gegen Null gesunken? Und warum sinken sie aber plötzlich signifikant da, wo die PrEP angewendet wird?

    Zum Restrisiko: das liegt bei der PrEP nur dann bei "15%", wenn die Personen mit in die Rechnung einbezogen werden, die die PrEP in den Studien falsch ODER GAR NICHT verwendet haben. Ohne diesen Faktor liegt das Restrisiko der PrEP wesentlich niedriger - soweit ich es im Kopf habe, bei ca. 1%.

    Auf andere STD's (oder STI's) wird bei einer PrEP-Anwendung, wie sie standardisiert werden soll, regelmäßig (i.d.R. alle 3 Monate) ärztlich untersucht und getestet. Nur wenn all diese Tests erfolgt sind, stellt der_die behandelnde Ärzt_in ein neues PrEP-Rezept aus. Ich möchte mal wissen, ob auch sonst alle sexuell Aktiven alle 3 Monate zum Arzt gehen, um sich auf sämtliche STD's/STI's testen zu lassen.

    Auch die Kosten für DIESE Infektionen können bei einer standardisierten PrEP also massiv gesenkt werden, da sie schneller erkannt werden, dadurch schneller behandelt werden können und nicht so oft (unerkannt) weitergegeben werden können.

    Leute... bevor Ihr weiter so uninformiert gegen eine der wichtigsten neuen Safer-Sex-Methoden pöbelt... BITTE informiert Euch doch!!! Informationskanäle gibt es im Zeitalter des Internets mehr als genug - und auch die örtlichen AIDS-Hilfen bieten Aufklärung und Hilfestellung.
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#10 EhrlichAnonym
  • 23.11.2017, 18:39h
  • Was hier immer so schön ausgeblendet wird, bei den ganzen gut gemeinten Safer Sex mit Kondom vs. PrEP Aufrufen.
    1. Kondome schützen auch nicht zu 100 %
    2. Kondome schützen gegen andere Geschlechtskrankheiten deutlich schlechter als gegen HIV. Vor Allem wenn man Kondome beim Blasen nicht benutzt. Gummi bei Oralverkehr ?
    Wollt Ihr das wirklich?
    3. Wenn PrEP hinzukommt und Kondomverweigerer dadurch weniger HIV Infektionen bekommen schützt das auch andere und spart Kosten.
    4. Stehen PrEP Nutzer unter Ärztlicher Kontrolle ( wegen der Verschreibung) und bekommen daher auch wesentlich schneller und effektiver eine Behandlung gegen andere STD's.

    Moralaufrufe verhindern kein HIV!
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