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"Expectations from Life"

Umfrage: Menschen mit HIV sind pessimistisch

Eine europäische Umfrage offenbart: Menschen mit HIV haben geringere Erwartungen an ihr Leben als die Allgemeinbevölkerung.


Menschen mit HIV leiden oft unter ihrer Infektion, obwohl sie mit einer Behandlung genauso gut und lange leben können wie die Allgemeinbevölkerung (Bild: flickr / John Steven Fernandez / by 2.0)

HIV-positive Menschen blicken im Vergleich zu der Allgemeinbevölkerung noch immer mit niedrigeren Erwartungen auf ihre Zukunft. Dies zeigt die vom Pharmaunternehmen Gilead Sciences in Auftrag gegebene "Expectations from Life"-Onlinebefragung, die in Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien und Deutschland durchgeführt wurde. Teilgenommen haben über 3.000 Menschen mit HIV.

Laut den am Freitag veröffentlichten Ergebnissen der Umfrage gehen Betroffene im Vergleich zu den nicht infizierten Befragten dreimal häufiger davon aus, nicht so lange zu leben wie ihre Freunde und Familien.

Zusätzlich, so ein weiteres Ergebnis der Umfrage, hinderten Stigmatisierung und fehlende Aufklärung HIV-Infizierte daran, einen neuen Partner zu finden oder eine Familie zu gründen. So erklärten 40 Prozent, sie seien durch die Infektion beim Kennenlernen potenzieller Partner gehemmt. 59 Prozent haben Angst, ihren HIV-Status offenzulegen. Mehr als die Hälfte (54 Prozent) haben aus Angst vor einer Ansteckung Bedenken, mit einem Partner Sex zu haben.

Professor: HIV-Positive können genauso lange leben wie andere

"Durch eine angemessene Therapie und Maßnahmen zur Erhaltung der Langzeitgesundheit können Menschen, die mit HIV leben, nun davon ausgehen, dass sie genauso lange leben werden wie die Allgemeinbevölkerung", erklärte Dr. Giovanni Guaraldi, Assistenzprofessor für Infektionskrankheiten an der Universität Modena und Reggio Emilia in Norditalien. Die Umfrage zeige aber, dass viele HIV-Positive die medizinischen Fortschritte noch nicht erkennen würden. Ärzte müssten daher individuell auf die Patienten eingehen und ihnen die Angst nehmen.

Das Robert-Koch-Institut meldete erst am Donnerstag, dass sich im vergangenen Jahr 3.100 Menschen mit dem HI-Virus infiziert hätten, davon 2.100 beim ungeschützten Sex zwischen Männern (queer.de berichtete).

Die Deutsche Aids-Hilfe empfiehlt als Präventionsmaßnahme insbesondere Safer Sex mit Kondomen. Ergänzend könne bei Personen mit hohem Risikoverhalten die Präexpositions-Prophylaxe (PrEP) – eine tägliche Pille für HIV-Negative, die das Übertragungsrisiko auf praktisch Null reduziert – als Präventionsmittel eingesetzt werden. Außerdem sind HIV-Positive nicht ansteckend, wenn die Virenlast dank einer Behandlung nicht mehr nachweisbar ist. (cw)



#1 PoronkusiAnonym
  • 24.11.2017, 13:15h
  • Dafür exemplarisch sind die meisten Kommentare zu diesem Artikel:

    www.queer.de/detail.php?article_id=30147

    Wer sich nicht versteckt und in Selbstmitleid versinkt wird von der "negativen" Mehrheit als verantwortungsloser Barebacker, der an seiner infektion selbst schuld ist, fertig gemacht.
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#2 EhrlichAnonym
#3 Rosa SoliAnonym
#4 Oliver12345Anonym
  • 24.11.2017, 18:02h
  • Hallo Betroffene. Ich und mein Lebenspartner haben auch seid 4 Wochen die Diagnose HIV. Ein "Griff ins Klo" war die Woche. Mein Partner bekam Kurzatmigkeit und eine Lungenentzündung. Sprich: Krankenhaus.
    Die Lungenentzündung ist jetzt soweit zurückgegangen. Das ganze dauerte 11 Tage. Die Medizin macht's möglich. Auslöser hierfür war HIV. "Wir haben an alles gedacht. Nur nicht an so etwas," sagte ich dem Arzt. Dann sagte der Arzt: " wenn ich Sie wäre, würde ich jetzt auch einen HIV Test machen. Sie sind ja der Partner" .... Und Zack, war ich auch in dem Strudel. Natürlich auch positiv.
    Ich und mein Lebenspartner sind jetzt 5 Jahre zusammen. Wir sind uns treu und das weiss ich 100%ig. Mein Partner schummelt auch nicht. Das Virus muss von vor unserer Kennenlernzeit stammen. Damals war man auch noch etwas bräsig und hat so eine Krankheit nicht richtig ernst genommen. Hatte Lücken in der Aufklärung usw., So wie viele auch heute noch.
    Ob er oder ich? Wir wissen es nicht. Es lässt sich nicht rückverfolgen. Wollen wir auch nicht. Schuldzuweisungen gibt es bei uns nicht sondern Zusammenhalt. Das ist wichtig!
    Wir erhalten schon beide eine Therapie um das HI-Virus zu unterdrücken. Lt. HIV-Schwerpunktarzt funktioniert das normalerweise reibungslos. Ärzte, vor denen man permanent den Hut ziehen müsste, bei so viel Kompetenz und Fachwissen.
    Ich oder besser (wir), wollen allen Betroffenen Mut machen. Wir nehmen täglich eine Tablette um 19:50 Uhr. Vorteil: Es dauert 24 Stunden bis man die nächste einnehmen muss. Man braucht schonmal tagsüber, während der Arbeit nicht dran denken.
    HIV zählt als chronische Krankheit, hab ich mir sagen lassen. So wie z.B. Diabetes oder Bluthochdruck. Also sind wir nicht die einzigen, die sich momentan noch Pillen einwerfen müssen bis Lebensende.
    Ich als Nicht-Arzt möchte mal behaupten, das es so viele clevere Ärzte, Professoren und Wissenschaftler gibt, die täglich ihr bestes für eine Heilung und vollständige Entfernung des Virus aus dem Körper anstreben. Geforscht wird schon seit 30 Jahren und nochmal so lange dauert es bestimmt nicht bis man das heilen kann. Das sind zwar jetzt Träume, aber ich sage das das in den nächsten 5 Jahren bestimmt richtig Fortschritte macht. Meine persönliche Meinung.
    Wenn man Mal nur seriöse Berichte liest und den Bullshit im Internet nicht beachtet.
    Nochmal zu der Medizin: Wir nehmen die eine Tablette jetzt seit 10 Tagen. Mein Partner hat sich einmal am nächsten Morgen übergeben. Das war aber auch nur einmal. Der Körper akzeptiert dann nach und nach die Medizin. Wir fühlen uns beide wirklich fit. Ohne die Situation zu bejubeln. Aber das ist doch schonmal was. Lasst Euch durch die Beipackzettel nicht kirre machen. Die Pharma-Industrie ist dazu verpflichtet, jede Nebenwirkung niederzuschreiben, die irgendwie Mal aufgetreten ist bei jemandem.
    Seid optimistisch. Wir sind es auch!
    Man kann sich auch gerne mal Kurzschließen über E-Mail: Oliverdonki@aol.com
    Ich grüße Euch alle, egal wie Ihr gerade in den Seilen hängt. Das wird schon aufwärts gehen. Wir sind nicht mehr in den 80er Jahren.
    Achso nochwas: Zum Thema mit Stigmatisierung kann ich nur folgendes sagen: wenn ihr euch nicht sicher seid, wen Ihr im Freundeskreis oder sonstwem von Eurer HIV Erkrankung erzählt, dann tut es doch auch nicht. Da kommt ein Deckel drauf und fertig. Soll man jetzt auch noch den Kontostand der Bank preis geben? Oder interessiert es uns, ob Marie uns etwas über Ihren langjährigen "Scheidenpilz" erzählt? Ich denke das will keiner wissen und ein paar Geheimnisse darf jeder haben. Sonst wäre es kein Geheimnis mehr :-)
    Meine Kontaktemail: Oliverdonki@aol.com

    Gruß an alle und Danke das Ihr alles gelesen habt :-)
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#5 HoffnungProfil
#6 S ZachariasAnonym
  • 25.11.2017, 10:06h
  • Antwort auf #1 von Poronkusi
  • Das ist so, aber ich finde das auch verständlich. Wer unangenehme Dinge auf sich nimmt (und aus Angst voor hiv Ficken mit Gummi bzw. weniger Sex als man möchte, ist für die meisten Männer unangenehm), der will dafür was zurück haben. Früher was die Hoffnung auf Gesundheit und ein langes Leben. Das haben Menschen mit hiv nun genauso wie Menschen ohne hiv. Dann doch wenigstens ein glücklicheres Leben als die Menschen mit hiv. Aber wenn dann die Leute mit hiv auch noch glücklich sind, dann lohnt es sich doch gar nicht mehr mit Gummi zu ficken und vorsichtig zu sein.... Nein, das geht zu weit.
    Wenn Menschen mit hiv als fröhliche Barebacker ausgeschimpft werden, dann sehe ich erst mal Neid. Und vielleicht ist es auch ein Kompliment dafür, dass jemand sich nicht von der Angst hat regieren lassen und selbstbewusst eigene Entscheidungen getroffen hat, aber das muss man im Einzelfall sehen. Auf jeden Fall kann ich darüber gut lachen: Freundchen, mit Deiner Hetze sagst Du mehr über Dich selbst, als Du willst.
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#7 Oliver12345Anonym
#8 andreAnonym
  • 25.11.2017, 11:16h
  • Antwort auf #4 von Oliver12345
  • Volle Zustimmung. Besonders auch der letzte Absatz. Letztendlich muß das allerdings jeder selbst wissen. Ich hatte es auch schon weit über 10 Jahre, sagt mein behandelner Arzt. Er Ist HIV Spezialist und Onkologe. Festgestellt wurden 23 T-Helferzellen. Bei 500 beginnt der grüne Bereich. AIDS Vollbild nennt man das. Aber, da kann ich Euch beruhigen. Bei mir, nach einem Jahr, Krankheit nicht mehr feststellbar. Die blaue Pille und bei mir Tivicay helfen gut. Ins Krankenhaus bin ich, damals, gekommen, wegen Schwächeanfall (Schweißausbruch und gelaufen wie ein 80ig jähriger) und Kaposi. Man hatte eine Hautprobe entnommen. Immunsystem zusammengebrochen sagten die Ärzte. 4 mal wöchentlich Sportstudio, Muskeln und optisch Top, man hat mir, die Krankheit, nicht angesehen. Fragt sich echt, wieviel Leute herumlaufen und es nicht wissen. So wie ich damals.
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#9 Oliver1975Anonym
  • 25.11.2017, 12:10h
  • Antwort auf #8 von andre
  • Hallo Andre. Vielen Dank für Deine Antwort. Baut uns absolut auf. Darf ich fragen, wie lange Du jetzt die Therapie machst? Und wie sieht es mit Sport aus?
    Am besten tauscht man sich mal über E-Mail oder einen Chat aus. Email hatte ich ja oben in meinen riesen Text geschrieben ;-)
    Oli
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#10 andreAnonym
  • 25.11.2017, 12:53h
  • Antwort auf #9 von Oliver1975
  • Vor 14 Monaten genau wurde es festgestellt. Gleich mit Therapie angefangen. Noch im Krankenhaus. Alle 3 Monate Kontrolle mit Blutbild. Keine Panik, wen sich am Anfang nichts oder kaum was tut an den Werten. Bei mir ging es erst relativ schnell , mit den Werten und dann hat sich Monate nichts getan. Dann aber wieder. Das wird. Der Arzt hat mich, erst beim letzten mal und vorbeugend, wie er sagte, Hepatitis B geimpft. Der Impfstoff hieß "Engerix-B" und auch Grippe. Er will eben, daß es mir gut geht. ;-) . Ich vertraue Ihm. Also Kopf hoch Ihr 2. Und bitte nicht einschränken. Sport, Sex, alles möglich. Das Andere überlege ich mir noch. Mal Screenshot gemacht.
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