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Event des British Council

LGBTI-Filmfest in Istanbul verboten

Nach dem kompletten Verbot von queeren Kulturveranstaltungen in Ankara wurde nun auch eine Kurzfilmnacht in Istanbul untersagt. Gegen die Verbote regt sich Protest, auch auf der Straße.


Protest am Freitag in Ankara (Bild: Sosyalist Gençlik / twitter)

Die plötzliche Welle von Verboten von kulturellen Veranstaltungen der queeren Szene der Türkei geht weiter: Am Freitag hat der Gouverneur des Istanbuler Bezirks Beyoğlu eine für Samstag geplante LGBTI+-Filmvorführung samt anschließenden Gesprächs- und Interviewrunden verboten.

Für die Veranstaltung, von der man über soziale Netzwerke erfahren habe, sei keine Genehmigung eingeholt worden, hieß es in einer kurzen Stellungnahme des Gouverneuramtes. Auch könnten die Aktivitäten eine Gefährung der öffentlichen Ordnung, Sicherheit und Moral darstellen. Bei der Veranstaltung handelt es sich um einen Kurzfilmwettbewerb, den das "Pink Life KuirFest" zusammen mit dem British Council abhalten wollte.


In der letzten Woche hatte bereits der – von der nationalen AKP-Regierung direkt bestimmte – Gouverneur der Hauptstadt Ankara eine Veranstaltung des "KuirFest" mit Filmen aus Deutschland verboten, die in Zusammenarbeit mit der Deutschen Botschaft stattfinden sollte (queer.de berichtete). Wenige Tage später gab der Politiker bekannt, dass bis auf weiteres alle von "LGBTI-Nichtregierungs-Organisationen" durchgeführten kulturellen Veranstaltungen verboten seien, darunter Kino- und Theatervorführungen, öffentliche Debatten oder Lesungen. Auch diese Verbote waren mit der öffentlichen Sicherheit und Moral begründet worden (queer.de berichtete).

Damit entfiel auch der für letzten Mittwoch geplante Ankara-Termin des British-Council-KuirFest-Wettbewerbs. Das eigentliche "KuirFest" ist für nächsten Januar in beiden Städten geplant, es wäre die siebte Ausgabe.

Demonstration in Ankara

Das queere Filmfestival und die Organisation Kaos GL haben inzwischen angekündigt, gegen das Gouverneurs-Verbot in Ankara gerichtlich vorzugehen. Widerstand regt sich an vielen Stellen: So hielten Studenten der Technischen Universität des Nahen Ostens in Ankara am Freitag ein queeres Solidaritäts-Filmfestival ab und ließen sich bei der Vorführung des deutschen Films "Romeos" auch nicht vom Sicherheitsdienst der Uni und zwischenzeitlich abgestellten Strom einschüchtern. Ähnliche Szenen hatten sich an der Uni bereits am Mittwoch abgespielt. Am Freitagabend demonstrierten allerdings hunderte Studenten nach der Veranstaltung durch das Gelände der Uni zum Amt des Rektors.

Twitter / elfpostasi

Als Zeichen des Protests hatte die Deutsche Botschaft in Ankara in der letzten Woche die Regenbogenflagge an ihrem Gebäude ausgehangen. Europa-Staatsminister Michael Roth hatte das Verbot auf Twitter kritisiert und am Dienstag in einer Rede im Auswärtigen Amt betont: "Die Freiheit der Kunst und die Rechte von Minderheiten sind unantastbar – auch in der Türkei!" Bei der zusammen mit der Hirschfeld-Eddy-Stiftung des LSVD organisierten Veranstaltung sprachen Politiker und Aktivisten aus dem In- und Ausland über die Situation von LGBTI auf dem Westbalkan und in der Türkei.

In Stellungnahmen hatten u.a. auch Mitglieder der LGBTI-Intergroup des Europäischen Parlaments und Nils Muižnieks, der Menschenrechtskommissar des Europarats, das aktuelle Verbot in Ankara kritisiert. Seit rund zwei Jahren sind entsprechende Ermahnungen zum Alltag geworden: Nach dem überraschenden Verbot des Istanbul Pride 2015, der in den Vorjahren noch zehntausende Menschen auf die Straße locken konnte, waren mehrfach LGBTI-Demonstrationen im ganzen Land verboten und teils mit Polizeigewalt niedergeschlagen worden, darunter jeder Pride und Trans Pride in Istanbul seitdem (queer.de berichtete). (nb)



#1 schwarzerkater
  • 25.11.2017, 02:00h
  • wieder ein schritt näher dran an einem kalifat - die deutschen unternehmen sollten nun endlich ihre werke aus der türkei zurück ziehen und in anderen EU-ländern fertigen lassen: portugal, bulgarien oder rumänien wären froh.
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#2 BobAachenProfil
#3 Gerlinde24Profil
  • 25.11.2017, 07:17hBerlin
  • Erdowahn bekommt, was er will, weil zu viele ihm will fähig folgen. Denn für die meisten Türken seiner Partei (und auch Türken, die ihn nicht gewählt haben), sind LGBTI-Menschen Abschaum und unislamisch. Jedoch, wenn jemand unislamisch ist, dann Erdowahn.
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#4 andreAnonym
  • 25.11.2017, 10:35h
  • "Die osmanischen Sultane waren die politischen und als Kalifen zugleich die religiösen Führer der islamischen Welt. Der türkische Präsident Erdogan will daran anknüpfen und hat bereits Maßnahmen ergriffen." stand im August in der Welt. Vielleicht in Richtung Saudi-Arabien oder Iran, wo es die Todesstrafe für Schwule gibt. Insofern ist der Weg vorhersehbar. Die AKP ist doch eine islamisch-konservative Partei.
    Staatsgründer Atatürk, hat gesagt:" Der Islam gehört auf den Müllhaufen de Geschichte. Diese Gotteslehre eines unmoralischen Beduinen, ist ein verwesender Kadaver, der unser Leben vergiftet. Mustafa Kemal (Atatürk). La mort dun Empire, 1954
    Das gilt auch für die Gegenwart, nicht nur in der Türkei, meiner Meinung nach.
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#5 andreAnonym
#6 RobinAnonym
  • 25.11.2017, 18:32h
  • Das beweist wieder mal, dass die Türkei nicht in die EU gehört.

    Dort gelten weder Redefreiheit, noch Versammlungsfreiheit, noch Freiheit der Kunst.

    Und übrigens gehört die Türkei nicht nur politisch und wirtschaftlich nicht nach Europa, sondern auch nicht geografisch, denn sie liegt nur zu weniger als 3 Prozent in Europa und zu mehr als 97 Prozent in Asien.
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#7 hugo1970Profil
  • 25.11.2017, 21:14hPyrbaum
  • Wenn man sich auf die Politiker verlässt, ist man verlassen!!!!
    Liebe Politiker, wann sind endlich Sanktionen gegen die Erdoganische Regierung zu erwarten?
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#8 hugo1970Profil
#9 hugo1970Profil
  • 25.11.2017, 21:20hPyrbaum
  • Antwort auf #6 von Robin
  • Trotzdem muß man auf Erdogan Druck ausüben.
    Sobald der Demokratieprozess von anderen Politiker/Parteien wieder in Gang gebracht wird, sollte man der Türkei ein ernsthaftes Beitrittsangebot machen!!!
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#10 RobinAnonym
  • 25.11.2017, 21:54h
  • Antwort auf #9 von hugo1970
  • Sehe ich anders, denn wir sehen ja, dass das Rad jederzeit wieder zurückgedreht werden kann.

    Und ähnliches sehen wir auch bei Polen und Ungarn, wo die EU seit der Aufnahme auch keinerlei Druckmittel mehr hat. Wir brauchen nicht noch mehr solche Staaten in der EU...
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