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Happy Birthday!

Rosa von Praunheim wird 75

Über Jahrzehnte hat Filmemacher Rosa von Praunheim die schwule Community entscheidend mitgeprägt – und für so manche Kontroverse gesorgt.


Der Autor und Regisseur Rosa von Praunheim kam am 25. November 1942 zur Welt – und sollte die Geschichte der deutschen Schwulenbewegung erheblich mitbestimmen (Bild: Emilio Esbardo / wikipedia)

Regisseur, Autor, Provokateur: Rosa von Praunheim hat wie nur wenige die Kultur und Gesellschaft in Deutschland mitbestimmt – und fast nebenbei der politischen Homosexuellenbewegung in Deutschland das Laufen beigebracht. Das als Holger Radtke in Riga geborene Enfant terrible, das mit seinem Lebenspartner in Berlin lebt, wird am 25. November 75 Jahre alt.

Insgesamt hat Praunheim bisher mehr als 140 Filme gedreht, darunter Klassiker wie "Die Bettwurst" oder "Der Einstein des Sex". Und offenbar will der Meister noch lange nicht in Rente gehen: Erst am Donnerstag kam seine Doku "Überleben in Neukölln" in die deutschen Kinos. In dem Film porträtiert er die letzten echten Originale des Berliner Bezirks (queer.de berichtete).

"Nicht der Homosexuelle ist pervers"

In ganz Deutschland bekannt wurde Praunheim vor allem durch zwei Aktionen: Zum einen die Diskussionen um die Ausstrahlung seines Filmes mit dem sperrigen Titel "Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt" Anfang 1973 in der ARD. Kultstatus erreichte die Politdoku auch dank des Bayerischen Rundfunks, der sich erstmals wegen eines Homosexuellenfilmes aus dem ARD-Programm ausklinkte.

Zum anderen sorgte Praunheims Auftritt in der RTL-Krawallshow "Heißer Stuhl" im Dezember 1991 bei vielen für Schnappatmung, als er live Hape Kerkeling und Alfred Biolek als schwul outete. Praunheim begründete das Outing damit, dass es in einer Zeit, in der Schwule nach wie vor gemobbt und verprügelt werden, die Pflicht von schwulen Promis sei, an die Öffentlichkeit zu gehen und eine Vorbildfunktion einzunehmen.


Rosa von Praunheim auf dem "Heißen Stuhl": Sein Auftritt gehört inzwischen zur deutschen Fernsehgeschichte

Innerhalb der Schwulenbewegung war diese Ansicht hoch umstritten. "Es gab eine Hasswelle von Schwulen und von Heteros, die mir verbieten wollten, weiter zu arbeiten", so Praunheim vor zwei Jahren in einem Interview mit dem "Neuen Deutschland". Dennoch machte er unbeirrt weiter – und wurde 2012 für seine Leistungen sogar mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. (cw)



#1 Patroklos
#2 HappyBirthdayAnonym
  • 25.11.2017, 12:34h
  • Alles Gute und Gesundheit zum Geburtstag, Herr Praunheim. Und vielen Dank für Ihren großen Einsatz, der nun uns auch zugute kommt :-)
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#3 BEARAnonym
#4 jochenProfil
  • 25.11.2017, 13:13hmünchen
  • Ich seh seine Arbeiten gerne.
    Nicht nur, weil er weit ab vom so oft üblichen stink ödem und trostlosem 08/15 Film- und Serien-Bla-Bla arbeitet. Das Schema F , dass uns heute im TV und Kino so oft präsentiert wird, gibt es bei ihm kaum . Er überrascht mich meist und er unterhält mich damit meistens auch auf informativer und interessanter Art und Weise . Zeigt Wirkliichkeiten und Nischen der Gesellschaft, die man nur sehr selten zu sehen bekommt .
    Rosa hat mit dem z. B. sehr gut überlegtem Outing bewiesen , dass man nicht immer nur Kuschelkurs fahren kann, wenn man etwas bewegen muss.

    Ich wünsche Rosa, dass er noch viele Filme macht , Denn 75 ist heute doch kein Alter mehr . (Woody Allen ist 83 und macht jedes Jahr noch einen Film:-).

    Alles Gute und vorallem Gesundheit
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#5 AchilleusProfil
  • 25.11.2017, 14:16hDuisburg
  • Meinen Glückwunsch, und noch einmal herzlichen Dank für das Outing im Dezember 1991.

    Rosa von Paunheim hat mit dieser Aktion ein Stück Geschichte geschrieben.

    Ich erinnere mich an all die Kritik, die von Schwulen und Schwulenhassern gegen diese Aktion kam, auch im persönlichen Umfeld.

    Tatsächlich ist so etwas nötig. Auch in Verfolgerstaaten (Russland, Polen) wäre solch eine Aktion bitter nötig.

    Kapert Live-Sendungen im Müllfersehen, und raus damit. Outet Sympathieträger, Hassfiguren, Amtsträger, wen auch immer. Wer mit Lügen Karriere macht, während andere verfolgt werden und sterben, der kann problemlos geoutet werden, fertig.
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#6 rechts-trägerAnonym
  • 25.11.2017, 14:19h
  • Tja, damals im Filmkunst-66 gemeinsam mit Dannecker fing vieles an, wir, die Studenten in einer Diskussion zu DEM Film. Der Kampf endete letzendlich auf dem Siegerpodest.
    Bleibtreu, wie die Straße am Filmkunst-66, blieb seine künstlerisch-dokumentarische Devise, herzlichen Glückwunsch.
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#7 NickKnattertonAnonym
  • 25.11.2017, 14:24h
  • Antwort auf #4 von jochen
  • Ich mag diesen Mannl überhaupt nicht! Das Outen anderer Personen damals war eine Riesensauerei von ihm!
    Jeder hat selbst zu entscheiden wann und ob er sich outen möchte,das hat er Praunheim nie begriffen!
    Ich wünsche ihm daher nicht alles Gute zum Geburtstag!
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#8 Andreas KlugAnonym
  • 25.11.2017, 14:42h
  • Rosa, ich will ein Kind mit Dir!!

    Den (damals noch ziemlich niedlichen) Hape Kerkeling hätte ich als 16jähriger 1991/92 ohne mit der Wimper zu zucken aus dem Bett geworfen, hätte ich dafür ein wenig Herumgeschmuse mit Dir bekommen!

    Angry Young Men haben's mir seitdem angetan, was will man tun.

    Man sollte auch mal die Follow-Ups der Outing-Story sammeln: Was die BILD damals daraus gemacht hat, dann ein tageslanges Hin und Her in den Nachrichten, und wie die "einfachen Leute" darauf reagiert haben (und ich kann eins sagen: Sie waren ziemlich verstört!).

    Das war eine Kunstaktion der Nachkriegsgeschichte, die ihresgleichen sucht.
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#9 niccinicciAnonym
  • 25.11.2017, 15:30h
  • rosa ist klasse! er schockt, amüsiert, rüttelt auf, und nervt. aber genau das sind typen, die hängenbleiben und zumindest bewirken, das man über was nachdenkt. ich habe mir zum beispiel sein neues buch gekauft und zum ersten mal gelesen, das die von mir so gehassten taschendiebe eine geschichte haben. so waren mir die hintergründe eben nicht bewusst. das ist rosa. er geht in die tiefe, kennt keine tabus. er sticht das messer direkt in die wunde. herzlichen glückwunsch, bist klasse!!!
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#10 hugo1970Profil
  • 25.11.2017, 21:39hPyrbaum
  • "Praunheim begründete das Outing damit, dass es in einer Zeit, in der Schwule nach wie vor gemobbt und verprügelt werden, die Pflicht von schwulen Promis sei, an die Öffentlichkeit zu gehen und eine Vorbildfunktion einzunehmen."

    So is es, die Promis sollten sich outen und jedem zeigen, das es nichts dabei ist, Queer zu sein und zu leben!!!
    Vor allem die Internationalen Stars sollten es tun, denn wir, "hier im Westen" leben im "Paradies" im Vergleich zu anderen Ländern.
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