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Fake-News

Russische Medien "outen" Conchita Wurst als hetero

Die bärtige Sängerin sei mit einer Frau verheiratet und habe zwei Kinder, verbreitet u.a. die regierungsnahe Nachrichtenagentur "Regnum". Anlass ist ihr Besuch beim LGBTI-Filmfestival "Side by Side".


Conchita Wurst hatte in den letzten Jahren mehrfach betont, gerne einmal zu ihren Fans nach Russland fahren zu wollen (Bild: U.S.Embassy Vienna / flickr)

Russische Medien, darunter die regierungsnahe Nachrichtenagentur "Regnum", haben am Wochenende berichtet, die österreichische Sängerin, frühere Eurovision-Siegerin und Dragqueen Conchita Wurst sei nicht schwul, sondern in Wirklichkeit mit einer Frau verheiratet und habe zwei Kinder. Als "Quelle" für die Fake-News wurde ein Boulevard-Kanal des Instant-Messaging-Dienstes Telegram angegeben.

"Sie leben in einem kleinen Dorf in der Nähe von Wien", heißt es in der russischen Nachricht über Tom Neuwirth, wie Wurst mit bürgerlichem Namen heißt. Die Rolle der Dragqueen und des Schwulen, der mit einem anderen Mann zusammenlebt, spiele der Künstler nur für die Medien. Er sei dazu vertraglich verpflichtet worden. Regnum wählte zu der Meldung die Überschrift, dass sich Neuwirth noch als "ehrbarer Familienvater erweisen" könnte.

Stargast beim LGBTI-Filmfestival in St. Petersburg

Conchita Wurst war als Stargast zum zehnten Jubiläum des St. Petersburger LGBTI-Filmfestivals "Side by Side" ("Bok o bok") zum ersten Mal nach Russland gereist (queer.de berichtete). Am Samstag trat sie unter anderem bei der Preisverleihung zum Abschluss des Festivals und am Abend auf einer Party auf. In den vergangenen Jahren war "Side by Side" wiederholt staatlichen Schikanen und Angriffen orthodoxer und nationalistischer Kreise ausgesetzt (queer.de berichtete).

Direktlink | Conchita Wurst in einem Interview mit dem St. Petersburger Magazin Sobaka auf die Frage, wie sie mit Hass umgehe und welchen Rat sie denen gebe, die damit noch täglich zu kämpfen haben

Während Wurst in Interviews mit liberalen russischen Medien auch über LGBTI-Rechte sprach, verbreitete die staatliche Nachrichtenagentur "Ria Nowosti" vor allem ein Zitat der Sängerin von einer Fragerunde auf dem Filmfestival. Dort hatte sie salopp erklärt, dass sie von den Palästen in St. Petersburg begeistert sei und sich am liebsten selbst einen Palast in der Stadt kaufen möchte.

Diese Aussage wurden sogar vom stellvertretenden Ministerpräsidenten Dmitri Rogosin auf Facebook und Twitter kommentiert. Der extrem nationalistische Politiker erinnerte an eine für ihren Bartwuchs bekannte Petersburger Adlige des 18. Jahrhunderts und schrieb, dass es künftig wohl eine touristische Tour zu den Palästen von zwei bärtigen Frauen geben werde. Später löschte Rogosin seine Posts.

Direktlink | Conchita Wurst möchte einen St. Petersburger Palast kaufen

Bereits 2014 hatte sich der Vizeregierungschef über die Sängerin empört. Der Eurovision-Sieg von Conchita Wurst habe "Anhängern einer europäischen Integration ihre Euro-Perspektive gezeigt: ein bärtiges Mädchen", schrieb Rogosin damals auf Twitter. Präsident Wladimir Putin betonte einige Tage später, er sei "sehr liberal", kritisierte aber ein "aggressives" Zurschaustellen der Sexualität durch Wurst. "Die Bibel spricht von zwei Geschlechtern, und der Hauptzweck ihrer Verbindung ist es, Nachwuchs zu produzieren", sagte er weiter. "Es ist wichtig für uns, die traditionellen Werte aufrechtzuerhalten." (cw)



#1 queergayProfil
  • 26.11.2017, 17:03hNürnberg
  • Der "sehr liberale" Präsident Putin kritisiert die "aggressive Sexualität" von Conchita, während er gleichzeitig der Homo-Jagd im eigenen Land durch entsprechend aggressive Gesetze kräftig Auftrieb verleiht.
    Und dieser "sehr liberale" Präsident "lässt" - auf aggressive Weise - "Gegner zu 100% ermorden oder verschwinden"...wie mir ein früherer Oberst der russischen Armee versicherte. Auch der CSU-Politiker Bernd Posselt vertritt auch öffentlich diese Sichtweise, weshalb er für Russland Einreiseverbot hat. Schlimmeres ist ihm Gott-sei-Dank noch nicht passiert.
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#2 Homonklin44Profil
  • 26.11.2017, 20:10hTauroa Point
  • Dass sich in Russland die Medien vollkommen lächerlich machen, um die Realität nach ihrem Gusto zu verdrehen, damit ja nicht der Eindruck entstehen kann, bei Promi-Besuchern messe man mit zweierlei Maß im Bezug zu den Homo-Propaganda-Gesetzen, ist ja nicht neu. Wie lange wurde die gesamte Realität für möglichst alle Bürger früher schon verdreht, um ein Theaterschauspiel einer gekünstelten Idealwelt vorgaukeln zu können?

    Revuefilm ähnliche Nachrichten-Manipulattion. Da sind die Lebensentwürfe in amerikanischen Musicals noch realistischer.

    Auch wenn Conchita ein Mann ist - zu schreiben, dass eine Frau mit Bart mit einer Frau verheiratet sei, wirkt dann aber auch nicht allzu daddy-like. Da müssen die wohl was verwechselt haben. Vielleicht denken sie an einen Mann, als Frau verkleidet, mit einem Bart und einer Vagina, der mit einer Frau mit Plazenta, dafür aber ohne Vagina und dafür mit einem bärtigen Penis ausgestattet ist, oder sie denken überhaupt noch was dezent anderes.
    Nach 2 Buddels Vodka ist das sowieso alles einerlei.
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#3 kuesschen11Profil
  • 26.11.2017, 22:25hDarmstadt
  • Conchita sollte ihr dementi öffentlich gegenüber den fake-news abgeben, sonst tut sie sich und ihren russischen Fans keinen Gefallen damit.

    Sie sollte in Russland genauso zu ihrer Identität stehen, wie sie es in Europa tut. Sie ist schliesslich eine Botschafterin für LGBT's.

    Das homophobe "Propaganda-Verbotsgesetz" für LGBT verstösst gegen die Menschenrechte und ist keineswegs auf die leichte Schulter zu nehmen.
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#4 Gerlinde24Profil
  • 27.11.2017, 05:53hBerlin
  • Klar! Und demnächst wird der Papst als Drag Queen, Donald Trump als Lederschwuler, und Angela Merkel als Lesbe geoutet. (kicher, kicher, sich auf den Boden wälzend).
    Ich glaube, die Russenmedien spinnen langsam!
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#5 Gerlinde24Profil
#6 Gerlinde24Profil
  • 27.11.2017, 05:59hBerlin
  • Antwort auf #1 von queergay
  • Wäre das nicht toll, wenn deutsche/europäische und US-Medien Putin als schwul "outen würden (Fake News einmal andersherum)? Und, wenn man schon mal dabei ist, den russischen Patriarchen als Pädophilen, und jeden homophoben russischen Politiker als Drag Queen? Das wäre ein wahres "Fake News Fest".
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#7 willieAnonym
  • 27.11.2017, 07:45h
  • Antwort auf #5 von Gerlinde24
  • Russische Propaganda hat schon immer mit "fake news" gearbeitet. Diese scheinbar idiotische Methode verfolgt klare Ziele, nämlich unter anderem eine allgemeine konfuse Athosphäre zu schaffen, in der wahr von falsch nicht mehr unterschieden werden kann, bzw. in der es den Leuten irgendwann egal ist und eine Abstumpfung eintritt. In diesem Nebel aus Verwirrung und unterschwelliger Drohung können dann die Machthaber treiben, was sie wollen.
    Diese Methoden wurden nach dem 2. Weltkrieg von Krakauer etc. sehr gut aufgearbeitet, auch in Bezug auf die NSDAP.

    Siehe auch --> gaslighting --> Trump

    Siehe auch ---> Sartre über Antisemiten: Never believe that [they] are completely unaware of the absurdity of their replies. They know that their remarks are frivolous, open to challenge. But they are amusing themselves, for it is their adversary who is obliged to use words responsibly, since he believes in words. The anti-Semites have the right to play. They even like to play with discourse for, by giving ridiculous reasons, they discredit the seriousness of their interlocutors. They delight in acting in bad faith, since they seek not to persuade by sound argument but to intimidate and disconcert." (Sarte 1944/1976:13)
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#8 schwarzerkater
  • 27.11.2017, 13:31h
  • wie schön zu erfahren, dass "der waschechte demokrat" auch noch "sehr liberal" ist. dafür strahlt Conchita eine aggressive sexualität aus... - und die erde ist eine scheibe.
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#9 AlicalinoAnonym
  • 27.11.2017, 14:10h
  • Lieber Tom, liebe Conchita,
    ich freue mich ja so für euch zwei in eurem bestimmt sehr idyllischen Bergdorf bei Wien.
    Das war sicherlich eine Überraschung für euch: So schnell Eltern zu werden.
    Hat Tom oder Conchita die Kinder zur Welt gebracht? Man hat keinem von euch zweien die Schwangerschaft angesehen!
    Sind es Zwillinge?
    Wie heißen denn die Kleinen?
    Wie alt sind sie?
    Sind sie gesund?
    Fahren sie auch mit nach St. Petersburg?
    Und die wichtigste Frage der Welt und des ganzen Rests: Sind es zwei Mädchen oder zwei Jungs oder Mädchen und Junge?
    Bei einem haben die aber recht: die Rolle als Eltern würde zu dir - oh sorry - zu euch gut passen - vielleicht mit dem richtigen Partner an seiner Seite.
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#10 Ralph
  • 27.11.2017, 16:46h
  • Jüngst ist aufgeflogen, dass es sich bei dem russischen Präsidenten in Wahrheit um einen Pornodarsteller aus St. Pölten namens Waldemar Pudding handelt, der einst als supermaskuliner Konkurrenzkandidat gegen Boris Jelzin eingekauft wurde, weil kein Russe aufzutreiben gewesen war, der mit nacktem Oberkörper bei der Bärenjagd und beim Lachsfischen ähnlich fotogen gewesen wäre. Angeblich hat er allerdings nach jahrzehntelangem Testosteronspritzenmissbrauch inzwischen Schrumpfhoden.
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