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Mit 47 Jahren

Sechsfacher Schwimm-Weltmeister outet sich als schwul

Über Jahre gehörte Mark Foster zu den besten Kurzstreckenschwimmern der Welt. Erst knapp zehn Jahre später traut er sich, in der Öffentlichkeit über seine Homosexualität zu sprechen.


Mark Foster arbeitet inzwischen für die BBC (Bild: Pools for Schools)

Der ehemalige englische Schwimmprofi Mark Foster hat sich im Alter von 47 Jahren in einem Interview mit dem "Guardian" als schwul geoutet. "Es ist nicht so, als ob man mich unter Druck gesetzt hätte, ein Coming-out zu machen", so der 1970 in der Grafschaft Essex geborene Schwimmer, der zwischen 1992 und 2005 bei Kurzbahnmeisterschaften insgesamt sechs Mal den Weltmeistertitel und elf Mal den Europameistermitel in 50 Meter Freistil oder Schmetterling gewinnen konnte – bei den Olympischen Spielen schrammte er allerdings stets an einer Medaille vorbei und erklärte nach den Spielen von Peking im Jahr 2008 sein Karriereende.

"Ich bin immer wieder ausgewichen und habe Halbwahrheiten erzählt", so Foster. Er habe zwar LGBTI-Organisationen wie Stonewall oder Anti-Mobbing-Kampagnen unterstützt, sei aber immer "unter dem Radar" geblieben. Nun sei er des Versteckspiels überdrüssig. Ohnehin wüssten Freunde und Familie bereits Bescheid und würden ihn unterstützen. Foster erklärte weiter, er sei in einer Beziehung mit einem Mann, wollte aber über dessen Identität nichts sagen.

Foster: Coming-out hätte mich zum besseren Sportler gemacht

Im Rückblick nimmt Foster an, seine sportlichen Leistungen hätten womöglich wegen des Versteckspiels gelitten. "Ich weiß nicht, ob das wahr ist, aber wenn man sein ganzes Leben damit verbringt, sich vor der Öffentlichkeit zu verstecken, muss das Auswirkungen haben", so Foster. "Ich habe wegen Hundertstelsekunden Rennen verloren und Weltrekorde gebrochen. Ich sage nicht, ich hätte sonst die Olympiade gewonnen, aber wenn ich nicht unterbewusst all das Zeug hätte verarbeiten müssen, hätte ich mehr erreichen können."

Nach dem Ende seiner Karriere habe er auch Angst gehabt, dass seine Homosexualität seine Arbeit behindern könne: "Meine Schwimmschule ist ja vor allem auf Kinder ausgelegt und es gibt nach wie vor die miese Auffassung, dass Homosexualität gleich Kindesmissbrauch ist. Ich wollte nie als Gefahr für Kinder wahrgenommen werden."

In Großbritannien ist Foster auch nach seinem Rückzug ein bekanntes Gesicht: Er nahm an mehreren Unterhaltungsshows wie "Strictly Come Dancing" (der britischen Version von "Let's Dance") teil und arbeitete für den Fernsehsender BBC als Sportexperte. (dk)



#1 Patroklos
#2 FelixAnonym
  • 29.11.2017, 10:50h
  • Gut, dass er sich nicht mehr selbst verleugnet und endlich frei ist.

    Erst nach dem Outing merkt man, was man sich selbst angetan hat.
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#3 HörnchenAnonym