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Hugh Hunter lehnt Nominierung ab

Schwule Porno-Awards wegen Rassismus in der Kritik

Vergangenes Jahr sorgten die Oscar-Nominierungen für Aufregung, weil nur weiße Schauspieler in den wichtigen Kategorien nominiert wurden. Die GayVN Awards setzen dem noch einen drauf.


Hugh Hunter will den Rassismus in der schwulen Pornoindustrie nicht dulden (Bild: Twitter / Hugh Hunter)

Der amerikanische Pornodarsteller Hugh Hunter ("Hole Wreckers", "Deep Examination" und "Dr. FrankenFuck's Fist Lab") hat am Wochenende auf Twitter drei Nominierungen für den GayVN Award, den traditionsreichen US-Schwulenpornofilmpreis, abgelehnt. Hunter, der seit drei Jahren vor der Kamera steht, war in den Kategorien "Favorite Daddy", "Best Bear Scene" und "Best Fetish Scene" nominiert worden.

Seinen ungewöhnlichen Schritt begründet der Darsteller mit rassistischen Untertönen in der schwulen Pornografie, die sich in den Nominierungen besonders deutlich zeigten: "Die schwule Pornoindustrie war immer schon ein Ort von verstecktem Rassismus und Vorurteilen. Die neuen GayVN Awards scheinen nun Rassismus und Vorurteile offensichtlicher zu machen." Die Preisverleihung gibt es seit 1998 jährlich, sie wurde aber im Jahr 2011 eingestellt. Im Januar 2018 werden die Awards erstmals wieder vergeben.

Twitter / theHughHunter | In dieser Twitter-Nachricht begründet Hugh Hunter die Ablehnung der Nominierungen

Tatsächlich ist auffällig, dass alle 15 als "beste Darsteller" nominierten Männer weiße Hautfarbe besitzen und auch in den anderen Kategorien nur wenige dunkelhäutige Pornodarsteller nominiert sind. Stattdessen gibt es die Kategorie "Best Ethnic Scene", in denen Schwarze, Latinos und Asiaten um den Preis kämpfen. Diese "Apartheid" erzürnt Hunter. Er fragt, warum es eine Extra-Kategorie für Nicht-Weiße gebe – in einer Zeit, in der Rassismus in den USA ein immer größeren Problem wird.

Hunter: LGBTQ-Familie ist nicht nur weiß


Die GayVN-Awards werden Anfang nächsten Jahres in Las Vegas verliehen

Alle Mitglieder der Porno-Community sollten die GayVN Awards boykottieren, fordert Hunter. "Wir sind Mitglieder der LGBTQ-Familie. Diese Familie schließt alle Farben des Regenbogens und alle Menschen aus jeder Ecke der Welt mit ein". Man müsse diese Industrie dazu zwingen, dem Rassismus abzuschwören, so Hunter. "Für viele sind wir Pädagogen der Sexualität. Lasst uns, so weit es uns möglich ist, die besten Pädagogen sein."

Schwule Pornofilme standen bereits wiederholt wegen Rassismus in der Kritik. Im Frühjahr gab es in Australien Aufregung um eine Szene des beliebten Labels Men.com, in der ein Didgeridoo, ein traditionelles Blasinstrument der Aborigines, als Sex-Toy verwendet wird (queer.de berichtete). Außerdem hatte es Empörung über das niederländischen Studio MaleReality gegeben, das in einem Pornofilm einen Darsteller mit einem rassistischen und sexistischen Tattoo gezeigt hatte: Am Oberschenkel zeigte der Darsteller das Bild eines Ku-Klux-Klan-Mitglieds sowie einer nackten schwarzen Frau, die sich auf einem Ast räkelt (queer.de berichtete). (dk)



#1 Sven100Anonym
  • 28.11.2017, 14:47h
  • Alles eine Frage von Angebot und Nachfrage. In der Pornoindustrie geht es natürlich -wie überall- um's Geld. Wenn in den USA und in Australien nur weiße Pornodarsteller nominiert werden, dann zeigt das, dass sich solche Filme am besten mit weißen Darstellern vermarkten lassen.
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#2 BobAachenProfil
#3 WeAreAllFamilyAnonym
  • 28.11.2017, 15:58h
  • Antwort auf #1 von Sven100
  • Dass du mit diesen Worten in der Kirche keine Probleme bekommst, glaube ich dir sofort. Aber nun weiß ich auch, woher bei dir der Wind weht.
    Wenn du das so unbeteiligt siehst, hier ein anderes, lebensnahes Beispiel:

    Alles eine Frage von Angebot und Nachfrage, sagst du. Das ist dann deiner Logik nach auch der Grund, weshalb du so gut wie keine schwule Filme im TV oder im Kino siehst.
    Und: ist das Thema damit schon erledigt für dich, oder würdest du an dieser Stelle sagen, dass es da um viel mehr geht, weil du davon betroffen bist und es dein tägliches Leben ist?

    Dann weißt du jetzt, wie Dunkelhäutige über deinen Kommentar denken, und wie es ihnen in der Filmindustrie geht.
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#4 andreAnonym
  • 28.11.2017, 17:10h
  • Antwort auf #3 von WeAreAllFamily
  • Wie soll es denen gehen? Die sind genau so vertreten in der Filmindustrie. Im Artikel steht nirgends, daß "Ethnik" unterrepräsentiert ist, in der Filmindustrie. Es geht rein um diesen "Porno-Award", was ich eh schon immer lustig finde. Und es geht darum, daß es 2 oder mehr verschiedene Kategorien gibt. Ich würde mir, z.B. auschließlich "Best Ethnic Scene" anschauen. "Weiß" interessiert mich nicht. 0 Punkte von mir, wenn ich wählen könnte. Oder soll ich Punkte aus Mitleid oder Solidarität vergeben ? Ist das jetzt rassistisch ? Finde ich gut, 2 Gruppen. So hat "weiß" eine Chance, einen Gewinner zu stellen. Sie es mal so rum. Der Typ ist, für mich, ein Wichtigtuer und buhlt um Aufmerksamkeit. Seine "Untertöne" sind rein seine private Meinung. Ich würde mir übrigens niemals für Bären interessieren. Nicht mein Ding, aber ganz sicher nette Leute, fertig. Bin ich jetzt Rassist ?
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#5 wiking77
  • 28.11.2017, 17:13h
  • naja ... es ist doch wirklich Geschmackssache. Und in Geschmackssachen werden Millionen Menschen von anderen Millionen Menschen diskreminiert! Eine ganz natürliche Sache. Wenn zwei schwarzhäutige Männer ficken, kriege ich leider keinen hoch und auf interracial stehe ich auch nicht; warum soll ich also solche Pornos dann kaufen? Nur um nicht zu diskriminieren? Mein Schwanz kann auch nix dafür wenn er nicht hart wird, bei blackmen ... ist das schon gleich pöser Rassismus?
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#6 OutAndProud
#7 qwertzuiopüAnonym
  • 28.11.2017, 17:49h
  • Coole Aktion. Mit der Nominierung verzichtet er ja sicher auch auf Vorteile für seine Karriere.

    Ob er Recht hat damit, dass diese Nominierungen und die Kategorie rassistisch ist, ist mit Sicherheit streitbar. Meiner Meinung nach liegt der Fehler darin, dass das Ganze ein Wettbewerb um etwas ist, das eigentlich Geschmackssache ist, von vornherein völlig sinnlos.
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#8 OutAndProud
  • 28.11.2017, 17:51h
  • Antwort auf #5 von wiking77
  • Bei so einer Verleihung (wie "sinnvoll" sie auch immer sein mag) wird nicht mit harten Schwänzen abgestimmt.

    Aber offensichtlich ist dein Rest Hirndurchblutung gerade in diese Regionen abgesackt.
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#9 OutAndProud
  • 28.11.2017, 17:59h
  • Antwort auf #7 von qwertzuiopü
  • ""Ob er Recht hat damit, dass diese Nominierungen und die Kategorie rassistisch ist, ist mit Sicherheit streitbar.""

    Nein, das ist nicht streitbar.

    Ob ein Film gut gemacht ist oder nicht hat nichts damit zu tun ob einem der Inhalt oder das Genre gefällt.
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#10 Patroklos