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Gegen "#Muttisgayletruppe"

CDU-Politiker will Neuausrichtung mit weniger Schwulen und Lesben

Der Chef des CDU-Ortsverbands Weißensee will den Einfluss der Lesben und Schwulen in der Union zurückdrängen. Die LSU ist über die Attacke von Dirk Stettner empört.


Der CDU-Politiker Dirk Stettner sorgt mit einem Facebook-Eintrag für Empörung (Bild: Dirk Stettner)

Dirk Stettner, der Chef der CDU Berlin-Weißensee im Bezirk Pankow und ehemaliges Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses, hat mit einem gegen die Lesben und Schwulen in der Union (LSU) gerichteten Eintrag auf Facebook für Empörung gesorgt. In dem bereits vor einer Woche veröffentlichten Kommentar forderte Stettner eine Neuausrichtung der CDU und erklärte: "Wir brauchen mehr #Merz und weniger #Muttisgayletruppe. Steht alles pars pro toto" (letzteres ist Lateinisch für "Ein Teil steht für das Ganze").

Stettner ging nicht näher auf die Frage ein, was er gegen "Muttis Gayle Truppe", eine LSU-Eigenbezeichnung, einzuwenden hat. Mit #Merz bezieht er sich auf den erzkonservativen früheren CDU-Fraktionschef Friedrich Merz, der u.a. auch gegen die rechtliche Anerkennung von Homo-Paaren gekämpft hatte. Merz arbeitete nach seinem Rückzug aus der ersten CDU-Reihe hauptsächlich als Lobbyist, vor kurzen erhielt er von der schwarz-gelben Koalition in Nordrhein-Westfalen den Job des Brexit-Beauftragten der Landesregierung.

"Ungeheuerliche Entgleisung"

Die LSU in Berlin-Pankow spricht angesichts der Kritik Stettners von einer "ungeheuerlichen Entgleisung". Man interessiere sich dafür, "wie er die Lösung seines Problems 'weniger schwule Menschen in der CDU' umsetzen bzw. erreichen möchte", so die LSU Pankow in einer Pressemitteilung. "Es ist uns unbegreiflich, wie man jetzt in Teilen der CDU versucht die Uhr zurückzudrehen. Diffamierung und Verunglimpfungen machen nun auch vor der CDU Pankow nicht halt. Vergleichbare Rhetorik kannten wir bislang nur von der AfD."

Der LSU-Kreisvorsitzende Thomas Schroeder beklagte weiter: "Man versucht auf dem Rücken von Schwulen und Lesben Merkels Politik zu kritisieren. Ein unhaltbarer Zustand." Die erst vor wenigen Monaten gegründete LSU Pankow sieht sich an "dunkle Zeiten" erinnert. Sie forderte die Parteiführung in Pankow auf, sich von Stettner zu distanzieren.

"Weniger Muttis gayle Truppe". Eine unglaubliche verbale Entgleisung. Die #LSUPankow fordert eine Klarstellung der CDU…

Posted by LSU Pankow on Dienstag, 28. November 2017
Facebook / LSU Pankow

Stettner war 2011 über die CDU-Bezirksliste Pankow ins Berliner Abgeordnetenhaus gewählt worden. Nur wenige Monate später trat er aber aus der Fraktion aus, nachdem die Staatsanwaltschaft gegen ihn Anklage wegen Betrugsverdachts, der Insolvenzverschleppung und Vorenthaltung von Sozialleistungen erhoben hatte. Er wurde später zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr verurteilt. Nach einer Berufung wurde das Verfahren schließlich gegen Zahlung von 36.000 Euro eingestellt. Daraufhin nahm die CDU-Fraktion Stettner wieder auf. Er blieb bis zum Ende der Legislaturperiode Fraktionsmitglied.

Die CDU Berlin gilt als relativ liberal. Sieben christdemokratische Bundestagsabgeordnete aus der Hauptstadt stimmten etwa Ende Juni der Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Ehe-Recht zu, nur zwei (Philipp Lengsfeld und Frank Steffel) lehnten diese ab. Die Basis ist allerdings homophober: Bei einer Mitgliederbefragung 2015 waren nur 42 Prozent für die Ehe-Öffnung, 52 Prozent sprachen sich dagegen aus (queer.de berichtete). (dk)



#1 AhaAllesKlarAnonym
#2 niccinicciAnonym
  • 28.11.2017, 18:14h
  • solche spinner und rattenfänger findet man in jeder partei, hat nichts mit der cdu zu tun.
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#3 Tommy0607Profil
  • 28.11.2017, 18:37hEtzbach
  • Christliche Parteien / Vereine sind zum abgewöhnen . Mit ihren Anstand und Moral können DIE im Mittelalter zurück . Einige Christen sind sture Religionsfanatiker wie es die auch in anderen Religionen gibt . Menschlichkeit und Toleranz kennen DIE nicht
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#4 WillSichAnonym
  • 28.11.2017, 19:35h
  • Na, will sich da jemand profilieren um irgendwann in eine höhere Position in die AfD Queereinsteigen zu können?
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#5 Paulus46Anonym
#6 EisenhowerProfil
  • 28.11.2017, 20:07hMarseille
  • Tatsächlich wollte die CDU aber eine Neuausrichtung mit weniger Friedrich Merz.

    Dennoch bin ich über die Formulierung "Muttisgayletruppe" sehr befremdet. Die CDU steht in ihrer Gesamtheit für seriöse, sachorientierte Politik.

    Es steht jedem frei, in der Wirtsstube nach Feierabend ein wenig zu feiern und herumzualbern. Aber innerhalb der CDU sollte Seriosität im Vordergrund stehen.
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#7 AhaAllesKlarAnonym
  • 28.11.2017, 20:37h
  • Antwort auf #6 von Eisenhower
  • Die LSBTTIQ ungleich zu behandeln und die Gesetze gegen Diskriminierung nicht zu erweitern, ist alles andere als sachorientiert!

    Und das Verhalten der CDU als Ganzes kritisiere ich. Daran spiegelt sich nämlich erst der Gedankengang.
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#8 hugo1970Profil
  • 28.11.2017, 21:44hPyrbaum
  • Das ist garantiert ein evangelikaler, die Sprache, die er benutzt zeigt es deutlich!!!
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#9 hugo1970Profil
  • 28.11.2017, 21:48hPyrbaum
  • Antwort auf #7 von AhaAllesKlar
  • "Und das Verhalten der CDU als Ganzes kritisiere ich. Daran spiegelt sich nämlich erst der Gedankengang."

    Na ja, die CDU ist die kleine Schwester der AfD und die CSU ist die große Schwester der AfD.
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#10 TheDadProfil
  • 28.11.2017, 22:35hHannover
  • "" Merz arbeitete nach seinem Rückzug aus der ersten CDU-Reihe hauptsächlich als Lobbyist, vor kurzen erhielt er von der schwarz-gelben Koalition in Nordrhein-Westfalen den Job des Brexit-Beauftragten der Landesregierung.""..

    Friedrich Merz sollte gestern eigentlich zum neuem Vorstandsvorsitzenden im Aufsichtsrat des Flughafens Köln/Bonn gewählt werden, was aber nicht klappte weil sich der Aufsichtsrat weigert die Wahl eines Vorstandes auf die Tagesordnung zu setzen..

    Ein Schelm der Böses dabei denkt..
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