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BZgA-Umfrage

Viele Deutsche haben Vorbehalte gegen HIV-Positive

Nach einer repräsentativen Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung wollen 75 Prozent selbst mit Kondom keinen Sex mit einem infizierten Menschen haben.


Die Deutsche Aids-Hilfe versucht seit Jahrzehnten, die Akzeptanz von Menschen mit HIV zu erhöhen (Bild: Deutsche Aids-Hilfe)

Anlässlich des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in einer repräsentativen Befragung die Einstellung der in Deutschland lebenden Bevölkerung zum Thema "Leben mit HIV" erhoben. Die aktuellen Ergebnisse zeigen, dass zwei Drittel der Befragten abstrakt keine Berührungsängste mit dem Thema HIV/Aids haben. Außerdem besteht ein hohes Bewusstsein in der Bevölkerung für die Thematik: Fast alle Befragten (97 Prozent) halten es nach wie vor für wichtig, über HIV/Aids informiert zu sein.

Allerdings zeigen die Daten auch, dass es für große Teile der Bevölkerung im alltäglichen Umgang mit HIV-positiven Menschen immer noch Unsicherheiten und Vorurteile gibt. So sind 23 Prozent der Meinung, dass Menschen mit HIV an ihrer Erkrankung selbst schuld seien.


Drei Viertel lehnen Sex mit HIV-Positiven generell ab

Außerdem gibt es Vorbehalte im Umgang mit HIV-Positiven: 15 Prozent geben etwa an, sie würden einen Menschen mit HIV nicht umarmen; 27 Prozent wollen nicht die selbe Toilette benutzen wie ein Positiver. 45 Prozent sind sogar der Meinung, dass sie einen Menschen mit HIV, den sie sympathisch finden, nicht küssen würden. Zudem geben erschreckende 75 Prozent der Befragten an, sie würden mit einem HIV-Positiven selbst mit Kondom keinen Sex haben wollen. "Insbesondere also wenn es zum direkten Körperkontakt kommt, zeigen sich Vorbehalte, obwohl es nachgewiesenermaßen keine Ansteckungsgefahr gibt", heißt es in der Studie.


"Akzeptanz und Solidarität sind beim Thema HIV/Aids nicht immer selbstverständlich. Die Bedenken und Sorgen der Menschen vor Ansteckung werden über verschiedene Lebensbereiche hinweg umso größer, je direkter ihr (Körper-)Kontakt zu HIV-Positiven ist", erklärte BzgA-Leiterin Dr. Heidrun Thaiss. "Dadurch können Situationen entstehen, in denen Menschen mit HIV im Alltag immer noch Diskriminierung erfahren. Umso wichtiger ist es, aufzuklären und gerade zum Welt-Aids-Tag darauf aufmerksam zu machen, dass es beim positiven Zusammenleben ein Miteinander ohne Vorurteile und Ausgrenzung geben kann."

In Deutschland leben laut einer Schätzung des Robert-Koch-Instituts rund 89.000 Menschen mit einer HIV-Infektion (queer.de berichtete). Dank Medikamenten haben die meisten von ihnen eine fast normale Lebenserwartung und können – wie viele andere chronisch erkrankte Menschen auch – in nahezu jedem Beruf arbeiten und ihr Leben frei gestalten.

Für die Umfrage wurden im August diesen Jahres 1.012 in Deutschland lebende Personen ab 16 Jahren telefonisch befragt. (dk)



#1 hugo1970Profil
  • 30.11.2017, 20:55hPyrbaum
  • "Viele Deutsche haben Vorbehalte gegen HIV-Positive"

    Das bemerkt man auch hier, bei unserem Kommentarberreich.
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#2 seb1983
  • 30.11.2017, 22:22h
  • Was ich nicht ganz verstehe:

    "Menschen sind selbst Schuld an ihrer HIV Infektion"
    Wenn der Großteil das verneint, wer ist dann Schuld wenn ich mich mit HIV infiziere?

    Wenn ich ne Stange Rothändle am Tag rauche und dann Lungenkrebs bekomme, wer ist daran Schuld? Die Tabakindustrie?

    Wenn ich mit 200 aus der Kurve fliege wer ist Schuld? Der Autohersteller?
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#3 giliatt 2Anonym
  • 01.12.2017, 00:24h
  • Ich erzähle Euch mal eine Gescuichte aus dem Jahre 1991.

    Wir schwulen Leute waren damals sehr aufgeklärt über HIV. Es gab POSITIVE, die das Virus in sich trugen. Andererseits gab es AIDSKRANKE, bei denen die Krankheit bereits ausgebrochen war. Mit Positiven konnte man unschädlich aus einem Glas trinken. Bei Aidskranken galt dies als höchst riskant und mit Sicherheit als ansteckend. So war der Stand der Wissenschaft damals 1991. Und ich gehörte zu den DDR-Schwulen, welche an der Gründung einer gesamtdeutschen AIDS-HILFE mitwirken wollten.

    Voran sei bemerkt: Mein Mann ind ich waren HIV-negativ.

    Eines Tages brachte mein Mann einen Arbeitskollegen mit nach Hause zum Abendessen und erwähnte nebenbei, dass der heroinabhängig gewesen sei und HIV-positiv.
    Das schockte mich nicht.
    Das störte mich nicht.
    Wir haben uns mit gegenseitigen Wangenküsschen begrüßt und verabschiedet ohne Angst vor einer Infektion. Ich hatte keine Angst, mich anzustecken.

    Allerdings habe ich danach das Geschirr und die Gläser mit kochendem Wasser überbrüht und dann mit einer doppelten Dosis Geschirrspülmittel der Marke PRIL desinfizierend abgewaschen. Das war unnötig. Damals 1991. Auch heute 2017 unnötig.

    Man sieht, wie lange Vorbehalte halten. Man sieht, dass der Mensch sich schützen will.
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#4 KrimTataAnonym
  • 01.12.2017, 01:35h
  • Antwort auf #1 von hugo1970
  • Aufgrund dieser Ergebnisse scheint es dringend erforderlich, dass man die Menschen, die ohnehin Vorbehalte haben, schnellstmöglich davon überzeugt dass PreP das Allheilmittel ist gegen ihren Ängste.
    Und schwuppdiwupp, werden alle Vorurteile verschwinden und auf PreP wird zünftig rumgebum*t, natürlich ohne Latex.

    So wollen es doch diejenigen hier die ständig nach PreP schreien. Merkt ihr eigentlich noch was?
    In einer Gesellschaft, in der unter 20% mit einem Positiven Sex haben wollen (selbst mit Gummi nicht), ist nicht PreP das Thema, sondern Akzeptanz und Aufklärung, und die erreicht man nicht mit einem "Ich nehme da so eine Pille und alles ist gut"
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#5 PoronkusiAnonym
  • 01.12.2017, 05:57h
  • Antwort auf #2 von seb1983
  • Können manche Sachen nicht einfach passieren ohne das es einen Schuldigen gibt? Eine HIV Infektion ist kein Verbrechen bei der ein Täter ermittelt werden muss. Es hat viel mit Glück und Pech zu tun, auch wenn das viele hier nicht wahr haben wollen. Dann müsste man sich eingestehen, dass es einen selbst auch erwischen könnte.
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#6 RobinAnonym
  • 01.12.2017, 09:32h
  • Das zeigt nur wieder mal, dass es viel mehr Aufklärung in den Medien und an den Schulen geben muss.

    Der beste Weg gegen Vorurteile ist Bildung.
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#7 seb1983
  • 01.12.2017, 09:45h
  • Antwort auf #5 von Poronkusi
  • Lungenkrebs und ein Autounfall sind auch keine Verbrechen.
    Trotzdem ist man für sein Handeln verantwortlich, und auch das sollte man sich eben eingestehen.
    Wenn ich Risiken eingehe dann dann ist es eben nicht Glück und Pech sondern, Achtung Schenkelklopferaus vom Autofahren:

    Fahrlässigkeit ist das Außer-Acht-Lassen der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt.

    Passt auch hier ganz gut oder?
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#8 BEARAnonym
  • 01.12.2017, 10:56h
  • Am Ziel sind wir erst, wenn die Mitteilung, dass jemand HIV-positiv ist, keine Ängste, keine Sonderbehandlung, keine Mitleidsbekundungen und keine Schuldzuweisungen mehr nach sich zieht, so DAH-Vorstand Winfried Holz. Es wird uns nicht gelingen, Ablehnung zu verhindern, so lange Menschen Sexualität und Lebensstil anderer beurteilen und glauben, Verhalten sei komplett über den Verstand steuerbar. HIV-positive Menschen haben keinen Grund sich zu schämen, sondern dürfen sich selbstbewusst zeigen!

    www.mannschaft.com/2017/12/30-jahre-welt-aids-tag-diskrimini
    erung-bleibt/
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#9 TraumzerstörerinAnonym
  • 01.12.2017, 11:51h
  • Antwort auf #8 von BEAR
  • "so lange Menschen Sexualität und Lebensstil anderer beurteilen und glauben, Verhalten sei komplett über den Verstand steuerbar. "

    Warum bestehen dann HIV Neu-Diagnosen aus 82% der MSM (Männer die mit Männern Sex haben) in den USA ?

    www.cdc.gov/hiv/group/msm/index.html

    Es muss wohl an der Subkultur, in der diese Menschen gedrängt werden liegen, und die gesellschaftsfeindlichen Ideale die dort vertreten werden. An der eigenartigen Moral.

    Sonst bleibt nur anzunehmen, dass es eine genetische Komponente gibt, die sie zu so risikoreichem Verhalten anspornt, was aber nicht nachgewiesen ist.

    Das gleiche für Transgender, die ebenfalls in diese Subkultur gedrängt werden:

    www.cdc.gov/hiv/group/gender/transgender/index.html

    Es muss einen Zusammenhang zwischen dem Ausgestoßen werden aus der Familie, Gesellschaft und Religion geben, so wie einen zum sorglosen Umgang mit dem eigenen Körper/Verschwendung des eigenen Körpers, der eigenen Gesundheit.
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#10 PoronkusiAnonym
  • 01.12.2017, 17:11h
  • Antwort auf #7 von seb1983
  • Auch ohne fahrlässig zu handeln gibt es immer ein Restrisiko. Dich kann HIV genauso treffen wie ein Autounfall. Dafür muss man nicht zwangsweise fahrlässig handeln. Leute wie dich muss es immer erst erwischen bevor sie das einsehen.
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