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Homophobie in Russland

Fußball-WM: Sind homosexuelle Fans sicher?

Ein russischer Fußballfunktionär spielt Sorgen herunter, dass homosexuelle Fans bei der Weltmeisterschaft im kommenden Jahr mit einem Fuß im Gefängnis stehen könnten.


Zum ersten Mal seit Jahren findet die Fußball-WM in einem offen homophoben Land statt (Bild: FIFA)

Russland hat Vorwürfe zurückgewiesen, wonach homosexuelle Fußballfans bei der Herren-Weltmeisterschaft 2018 gefährdet seien. Der frühere Nationalspieler Alexei Smertin, der unter anderem beim Londoner Spitzenclub FC Chelsea unter Vertrag gestanden hatte und heute Abgeordneter eines russischen Regionalparlaments und WM-Botschafter ist, behauptete im "Guardian", dass selbst das Zeigen von Regenbogen-Artikeln erlaubt sei.

"Es wird definitiv kein Verbot für Regenbogensymbole in Russland geben", erklärte Smertin. "Es ist ganz klar, dass man hierher kommen kann und nicht dafür bestraft wird, seine Gefühle zu zeigen." Das Homo-"Propaganda"-Gesetz sei nur zum Schutz von Minderjährigen erlassen worden. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand in eine Schule geht und für diese Art bei unseren Kindern wirbt", so Smertin.

Allerdings wurde das Homo-"Propangada"-Gesetz in Russland in den vergangenen Jahren vor allem angewandt, um freie Meinungsäußerungen und Kundgebungen von LGBTI-Aktivisten zu unterdrücken. Zudem gibt es Vermutungen, dass eine Zunahme homophober Hassverbrechen auf die Wirkung des Gesetzes zurückzuführen ist (queer.de berichtete).

FARE warnt homosexuelle Fans

Anlass der Äußerung Smertins waren Pressemeldungen zur Fanorganisation "Football Against Racism in Europe" (FARE), die vor wenigen Tagen homosexuelle Fans vor Übergriffen durch Homo-Hasser in Russland gewarnt hatte. FARE kündigte an, einen entsprechenden Verhaltens-Leitfaden zu erstellen. "Der Leitfaden wird homosexuellen Menschen raten, überall dort vorsichtig zu sein, wo die LGBT-Community nicht willkommen ist. Die selbe Message geht auch an schwarze Fans oder andere Minderheiten – ihr könnt zur WM gehen, müsst aber besonders vorsichtig sein", erklärte FARE-Chef Piara Powar. So sei es in Russland etwa für Schwule gefährlich, händchenhaltend in der Öffentlichkeit zu gehen oder offen über ihre sexuelle Orientierung zu reden.

In einer ersten Reaktion begrüßte Powar die Äußerungen von Alexei Smertin: "Er gibt eine Rückversicherung. Das ist alles, was die Leute wollen", so Powar.

Die Fußball-WM wird vom 14. Juni bis 15. Juli 2018 in elf russischen Städten veranstaltet. Insgesamt werden 32 Teams gegeneinander antreten. Die deutschen Fußballnationalmannschaft strebt an, den 2014 in Brasilien errungenen WM-Titel zu verteidigen.

Der Weltfußballverband FIFA hat bereits 2015 einen Leitfaden herausgegeben, um Diskriminierung im Sport einzudämmen – und dabei auch Homophobie ausdrücklich erwähnt (queer.de berichtete).

Während dem letzten sportlichen Großereignis in Russland, den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi, hatte das Putin-Regime hunderte Menschenrechtler, darunter viele LGBTI-Aktivisten, bei Protesten festnehmen lassen (queer.de berichtete). So wurde auch direkt vor einem Stadion die italienische LGBTI-Aktivistin Vladmir Luxuria festgenommen, weil sie eine Regenbogenflagge mitführte. Zuvor hatte Russland dem IOC versichert, dass homosexuelle Gäste und Sportler sicher seien. (dk)



#1 LollipopAnonym
  • 01.12.2017, 16:54h
  • Ganz davon abgesehen, dass die Fifa eh ein boykottierenswerter laden ist, werde ich mir die WM in Russland sicher nicht anschauen. Und hinfahren 3 mal nicht. Ich will dieses LGBTI+ feindliche Land nicht auch noch unterstützen.
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#2 PschoAngelProfil
  • 01.12.2017, 17:10hWesterstede
  • Ich als Transidente Fraue, die seid ihrer tiefen Kindheit ein riesen Fußballfanatiker bin, bin sehr enttäuscht, da die WM 2018 die erste Wm wäre die ich mir im Stadion anschauen könnte. Da diese jedoch in Russland stattfindet und die 2022 in Katar stattfinden wird, muss ich wohl bis 2026 warten, wobei wenn es nach der Fifa geht, findet die bestimmt in der Türkei statt...
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#3 EigentlichAnonym
  • 01.12.2017, 20:35h
  • Wenn man mal hinschaut, was Russland so die letzten Jahre getrieben hat, ist es eigentlich nicht korrekt, dass sie überhaupt die WM austragen dürfen. Es gibt sichere Länder.
    Und nun weiß eine/r der LSBTTIQ nicht, ob er/sie überhaupt sorgenfrei in Russland ein Spiel anschauen kann. Das ist schon wirklich ignorant von den Verantwortlichen der WM.
    Dabei werben manche Nationen mit Toleranz.
    Aber wenn die EM oder WM ausgetragen werden soll, dann vergessen alle plötzlich, wofür sie geworben hatten.

    Und ich werde manche Spiele vom TV aus anschauen und dabei kein wohles Gefühl haben. Das Austragungsland weckt in mir einfach zu viele negative Wahrheiten! Aber die Spiele unserer Mannschaft schaue ich mir an.
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#4 hugo1970Profil
  • 01.12.2017, 23:12hPyrbaum
  • Die größte Fußballschande ist, das Russland die WM austragen darf!!!!
    Solche Staaten, wie Russland dürfen keine großen Sportveranstaltungen austragen, solange die Menschenrechte in dem jeweiligen Staat nicht eingehalten werden!
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#5 hugo1970Profil
  • 01.12.2017, 23:15hPyrbaum
  • "Putin-Regime"

    Gratulation!!!!!! queer.de Redaktion, das ist die richtige diplomatische Bezeichnung des verbrecherischen Regimes!!!
    Diese Bezeichnung müßte jedes Medium verwenden, wenn es über die russische verbrecherische Regierung berichtet!!!!
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#6 HörnchenAnonym
  • 02.12.2017, 12:18h
  • Ich meine nicht, daas man(n) als Schwuler (Fussball Fan) nach Russland reisen sollte .. dann kann man(n) ja gleich Urlaub in der Türkei machen :-)
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#7 AmberAnonym
  • 02.12.2017, 14:09h
  • ich kann nicht verstehen wie man solche Turniere an dermaßen Homophobe und Menschenverachtende Länder, wie Russland oder Katar vergeben kann.

    Selbst zu Olympia war man da doch nicht sicher, obwohl es einem vorher versichert worden war. Am besten gar nicht erst hin fliegen. Nur die wichtigsten Spiele im TV gucken. ich bin eh gespannt, wie gut da die Einschaltquoten oder die Besucherzahlen werden. Ich hoffe sehr, das viele Leute dieses Turnier boykottieren.
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#8 AlicinoAnonym
  • 03.12.2017, 00:00h
  • Ich stimme der überwiegenden Meinung hier zu:
    Ein Land, welches nicht international und interkulturell genug ist um internationale und interkulturelle Gäste sicher und Willkommen heißen kann, dürfte kein Austragungsort internationaler und interkultureller Veranstaltungen werden.
    Durch ihr übliches Verhalten im Land disqualifizieren sich solche Länder a priori für diese Art von Veranstaltung. Sie widersprechen dem "Geist" solcher Veranstaltungen.
    Bei der Vergabe durch die FIFA geht es leider nicht primär um die ethischen Grundsätze sondern zu aller erst um Geld.
    Es gibt viele viele geeignetere Länder als dieses Putin-Russland. Wer kommt schon auf die Idee ein Gesetzt gegen Homopropaganda zu verabschieden. Und wenn man sieht wie es angewandt wird. Wie blind müssen die FIFA-Entscheider eigentlich sein wenn sie das nicht erkennen. Und es sind nicht "nur" die ca 10% LGBTTIQ in unseren Gesellschaften, es kommen noch Schwarze und andere "Minderheiten" hinzu !!!
    Wer ist dieser Alexei Smertin überhaupt, dass er dies "versprechen" kann? Ich wüsste nicht, dass sich das (Putin-)Regime je an die Aussagen von noch so bekannten Persönlichkeiten gebunden fühlt - eher ist das Gegenteil der Fall: Sei es nur um zu demonstrieren dass die Meinung von Berühmtheiten nichts zählt wenn es um politisches geht und dass, das Regime IMMER macht was es will !!
    Da gibt es genügend Schriftsteller, Multimilliardäre, Politiker, Stars und Sternchen, Kosmonauten, Physiker, ... die das auch in jüngster Zeit leidvoll erfahren mussten.
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#9 Tommy0607Profil
  • 03.12.2017, 17:15hEtzbach
  • Man sollte sich überlegen , als Schwuler , ob man dieses Risiko eingehen soll . Und ins "Reich der Putina" fahren sollte!
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