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Stuttgart

Thomas Ott mit "Rosa Detlef" ausgezeichnet

Der "Erlkönig"-Buchhändler, der derzeit um den Erhalt seines Ladens kämpft, erhält den Preis der Stuttgarter MCC-Kirche.


Thomas Ott in seiner Buchhandlung (Bild: Buchhandlung Erlkoenig)

Der "Erlkönig"-Buchhändler Thomas Ott und das Kulturzentrum für Frauen Sarah e.V. sind in Stuttgart mit dem jährlich vergebenen "Rosa Detlef" ausgezeichnet worden. Der Preis der Stuttgarter MCC-Kirchengemeinde wurde am Sonntag bei einer Veranstaltung im Theater Rampe vergeben.

Ott, der die Auszeichnung persönlich entgegennahm, wurde für sein Projekt "Die Geschichte der Verzauberten" ausgezeichnet. Er hatte dafür Mitglieder der LGBTI-Community begleitet und deren Geschichten aufgeschrieben.

Derzeit kämpft Ott darum, seine traditionsreiche queere Buchhandlung in der baden-württembergischen Landeshauptstadt zu retten; sie befindet sich in finanziellen Turbulenzen. Er rief die Community deshalb unter anderem dazu auf, seinen Online-Shop zu nutzen (queer.de berichtete).

Neben Ott war in der Kategorie Einzelperson auch Peter Grohmann von Die AnStifter e.V. nominiert – sein Verein für interkulturelles Miteinander vergibt jedes Jahr den Stuttgarter Friedenspreis. Ebenfalls nominiert war Jossi Wieler, der Intendant der Staatsoper Stuttgart.

Vom Kulturzentrum Sarah, dem Sieger der Kategorie Gruppe, sind bei der Preisverleihung keine Vertreterinnen erschienen. Neben der Sarah waren auch das Frauenberatungs- und Therapiezentrum Stuttgart (Fetz) e.V. sowie der Frauenchor Musica Lesbiana nominiert worden.

Preis wird seit 2010 verliehen

Der undotierte Preis wird seit 2010 jedes Jahrs von der Stuttgarter Gemeinde der Metropolitan Community Church ("Salz der Erde") vergeben – und zwar jeweils an eine Person und eine Organisation, die sich in besonderer Weise für die LGBTI-Community engagiert haben. Die Auszeichnung soll an die Verfolgung Homosexueller während der NS-Zeit erinnern, als schwule Männer einen Rosa Winkel tragen mussten.

Die MCC-Kirche war 1968 von einem schwulen Pastor in Kalifornien gegründet worden und setzt sich im Gegensatz zu anderen Kirchen insbesondere für Schwule und Lesben sowie andere diskriminierte Minderheiten ein. Inzwischen gibt es über 200 MCC-Gemeinden in 37 Ländern der Welt. Seit 1988 ist die Kirche auch in Deutschland aktiv. In Stuttgart gibt es seit 2000 eine MCC-Gemeinde. (cw)



#1 Sven100Anonym
  • 04.12.2017, 18:48h
  • In einer Zeit, in der die evangelischen Landeskirchen und andere KIrchen schwule und lesbische Paare trauen, bedarf es keiner Ghettokirche mehr.
    Die Gemeinden der MCC sind seinerzeit in den USA unter anderen Vorbedingen und in einem anderen regionalen Umfeld (Baptisten! Evangelikale!) entstanden. Ihr Konzept ist auf Deutschland nicht wirklich übertragbar. Gerade Städte wie Hamburg und Stuttgart sind inzwischen so liberal, dass man sich fragt, warum einige Schwule und Lesben soviel Energie für ihre Gemeinden aufbringen. Es gibt ja auch keine eigenen Kirchen für alleinerziehende Mütter oder für Linkshändler. Aber vielleicht ist der Kuschelfaktor in ihrem selbst geschaffenen Ghetto so groß, dass man gar keine gemeinsame Kirche mit Heteros will.
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#2 AntireligiotAnonym
#3 hugo1970Profil
  • 04.12.2017, 19:52hPyrbaum
  • So lange christliche Religionen uns Queers auf den Scheiterhaufen schicken wollen, hat auch so eine Kirche Ihre Da Seins Berechtigung!!!
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#4 TheDadProfil
  • 04.12.2017, 22:04hHannover
  • Antwort auf #1 von Sven100
  • ""In einer Zeit, in der die evangelischen Landeskirchen und andere KIrchen schwule und lesbische Paare trauen, bedarf es keiner Ghettokirche mehr. ""..

    Tun sie das ?
    Wie chic..
    Etwa ALLE ?
    Kuck an..

    Mit der gleichen doofen "Begründung" könnte man dann auch die RKK für überflüssig erklären..

    Aber halt..
    Das ist sie doch schon auch ohne "diese Zeit"..

    ""Gerade Städte wie Hamburg und Stuttgart sind inzwischen so liberal""..

    Immer wieder hübsch wenn irgendwelche Leute absurde Vergleiche aufstellen..

    ""Aber vielleicht ist der Kuschelfaktor in ihrem selbst geschaffenen Ghetto so groß, dass man gar keine gemeinsame Kirche mit Heteros will.""..

    Hier hilft dann ein Blick auf den Internet-Auftritt der MCC, die sich nach eigener Aussage an LGBTTIQ*-Menschen und ihre Freunde wendet..
    Aber eben nicht an verdummbibelte Arschlöcher..
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#5 TheDadProfil
#6 Jonas TheissenAnonym
  • 04.12.2017, 23:10h
  • So ein "Rosa Detlef" ist ja auch was feines. Immerhin eine Anerkennung von der Community, wenngleich auch undotiert.
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#7 erlkoenigProfil
  • 05.12.2017, 00:56hStuttgart
  • Antwort auf #1 von Sven100
  • Ich bin doppelt befangen, auf diesen post zu antworten: 1) ich habe gestern den "rosa detlef" bekommen und 2) ich bin ich überzeugter agnostiker und daher weder befugt noch sonderlich daran interessiert, zu religiösen fragen stellung zu nehmen.
    trotzdem finde ich den satz "In einer Zeit, in der die evangelischen Landeskirchen und andere KIrchen schwule und lesbische Paare trauen, bedarf es keiner Ghettokirche mehr" ausserordentlich absurd.
    1) hat die Herbstsynode der evangelischen Landeskirche Württemberg vor wenigen Tagen einen (sehr miesen) Kompromiss-Vorschlag für die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare abgelehnt. Ergebnis: die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare ist eben in der liberalen Hochburg Stuttgart weiterhin NICHT erlaubt. das geht mir persönlich an der nase vorbei, weil ich diese segnung nicht brauche. es geht aber nicht um mich. es geht darum, dass hier eine "landeskirche" weiterhin handfeste diskriminierung betreibt, übrigens hauptsächlich deshalb, weil die von dir nur in den USA vororteten "evangelikalen" eben im schwäbischen musterländle eine rekationäre sperrminorität haben, ganz im trump´schen sinne
    2) nein, es gibt keine kirchen für alleinerziehende mütter oder linkshänder. aber es gibt, und das wohl auch aus gutem grund, kirchen, die sich (überwiegend) den anliegen marginalisierter gruppen annehmen. genauso wie es (noch) buchläden für schwule/lesben/meinetwegen LSBTTIQ gibt, und es gibt wohl auch gruppen, die sich den anliegen alleinerziehender mütter widmen oder linkshändern. und das ist wohl auch gut so.
    3) ein ghetto ist ein von einer (diskriminierenden) mehrheit bestimmter bereich, den eine (diskriminierte) gruppe nicht verlassen darf. ein selbstgewählter "freiraum" einer gruppe, in der sie "ihre eigenen angelegenheiten" behandelt, kann schon per definition kein ghetto sein. und die MCC mag zwar als "queere kirchengemeinde" eine gewisse tendenz dazu haben, sich besonders den anliegen eine "ghettoisierten gruppe" anzunehmen, aber sie ist kein "exklusiver klub". wenn sie das wäre, dürfte sie und würde sie auch keinen "rosa detlef" verleihen an leute wie mich, die mit ihrer religiösen "tendenz" herzlich wenig zu tun haben
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#8 WowwAnonym
  • 05.12.2017, 09:27h
  • Antwort auf #1 von Sven100
  • Ich schlage dir vor, einfach mal in Ruhe mit dem Pfarrer der MCC zu reden und dir davon erzählen zu lassen, wie regelmäßig Menschen bei ihm aufschlagen, denen es nicht sonderlich gut ergangen ist als ihre Gemeinden herausfanden, dass sie schwul waren. Das ist kein netter Kuschelclub, sondern teilweise Notfallseelsorge.

    Mit Verlaub, aber wer Kirche in Württemberg als liberal bezeichnet kennt nur einen winzigen Ausschnitt des Spektrums, und auch in konservativen Kirchen gibt es LGBT.
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#9 stromboliProfil
  • 05.12.2017, 09:55hberlin
  • Antwort auf #7 von erlkoenig
  • sicher durftest du auch eine dankesrede halten..
    Ich hätte unbelasstet als atheist zuerst mal die doppelbödigkeit solcher preise seitens christlicher institutionen/sekten hervorgehoben.

    " Die Auszeichnung soll an die Verfolgung Homosexueller während der NS-Zeit erinnern, als schwule Männer einen Rosa Winkel tragen mussten."

    Das ist natürlich unverdächtig und auch von gutem willen christlicher nächstenliebe gezeichnet.
    Gezeichnet aber auch im eindeutigen verdrängen über entstehung und partizipierendem mitläufertum jener christgläubigen im nazi-faschismus, welcher mit teil jener verfolgungsbegründung pate stand: hier das "sündhafte", da das "gesunde volksbefinden".

    Vieleicht wäre der preis ja noch erträglich , würde die verleihende glaubensgemeinschaft sich zu ihrer eigenen schuld aus ihrem "glaubensbekenntniss heraus bekennen, und nicht eine stellvertretungstäterschaft herstellt, die sie in eine rolle der mildtätigkeit entschwinden lässt.

    Na ja, zu weihnachten lässt sich jedes paket unter dem baum der allesverzeihenden nächstenliebe ( hauptsächlich der sich selbstverzeihenden...) packen.
    Hauptsache, man entkommt so dem verursacherprinzip!
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#10 stromboliProfil