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Attacke in Berlin

Linke-Politiker Hakan Taş bei Angriff verletzt

Das schwule Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses wurde von einem unbekannten Täter am Kopf verletzt und auf Türkisch als "Vaterlandsverräter" beschimpft.


Hakan Taş, 1966 in der Türkei geboren, zog mit 14 Jahren nach Deutschland. Seit 2011 ist er für die Linkspartei Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses (Bild: Promo)

Der Berliner Landesparlamentarier Hakan Taş (Die Linke) ist am Montag auf dem Weg zum Kulturauschuss nach eigenen Angaben von einem Unbekannten am Kreuzberger Oranienplatz angegriffen und durch einen Faustschlag am Kopf verletzt worden. Der 51-Jährige erlitt eine Platzwunde, die von einem Arzt genäht worden sei. Der Fraktionssprecher für Inneres, Partizipation und Integration habe Anzeige bei der Polizei erstattet.

Taş vermutet einen nationalistischen Hintergrund der Tat. "Er beschimpfte mich auf Türkisch, nannte mich einen Vaterlandsverräter", erklärte der Linke-Politiker gegenüber dem Berliner "Tagespiegel". Auch die Beschimpfung "Hurensohn" soll gefallen sein. Der Abgeordnete pflegt enge Kontakte zu türkischen Oppositionspolitikern und hat die demokratiefeindliche Politik von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan immer wieder heftig kritisiert.

Im Visier von Neonazis und türkischen Nationalisten

Der Angriff in Kreuzberg war nicht der erste Vorfall. Der offen schwule Abgeordnete wird seit mehreren Jahren von Rechtsextremen und türkischen Nationalisten bedroht und aus diesen Gruppen vor allem online ständig auch als "Schwuchtel" beschimpft (queer.de berichtete). Er sei jedoch noch nie derart verletzt worden wie am Montag, sagte Taş.

"Es geht mir den Umständen entsprechend gut", teilte der Abgeordnete auf seiner Facebook-Seite mit. "Derartige Angriffe machen mich vorsichtiger. In der Sache bestätigen Sie mich und meine politische Haltung jedoch. Sie stärken mich in meinen Bestrebungen und in meinem Kampf für mehr Demokratie und Akzeptanz." So werde er am Dienstag wie geplant als Prozessbeobachter in die Türkei reisen.

Hakan Taş wurde 1966 in der türkischen Stadt Kemah geboren und zog 1980 im Alter von 14 Jahren nach Deutschland. Er absolvierte eine Ausbildung zum Kaufmann, später arbeitete er als Autor und setzte sich für die Rechte von Einwanderern ein. 2011 gelang ihm der Einzug ins Abgeordnetenhaus. (cw)



#1 KassandraAnonym
#2 AmurPrideProfil
  • 05.12.2017, 11:19hKöln
  • Es wird Zeit, dass solche politisch motivierte Gewalttaten wie diese, gerichtlich als das gebrandmarkt werden, was sie in Wirklichkeit sind: Terrorismus!
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#3 TheDadProfil
  • 05.12.2017, 11:29hHannover
  • Antwort auf #1 von Kassandra
  • ""In Deutschland haben 63,1 % der Türken, die an der Abstimmung teilgenommen haben, für Erdogans autoritäres Präsidialsystem gestimmt; in der Türkei waren es nur 51,4 %.""..

    Steht auch im Artikel :

    ""Dass rund 416.000 Menschen, die in Deutschland in Freiheit und Demokratie leben, dafür stimmen, dass in einem anderen Land ein autoritäres System eingeführt wird, scheint schwer nachvollziehbar.""..

    Damit liegt die Wahlbeteiligung der etwa 1,5 Millionen Menschen mit türkischen Wurzeln unter einem Drittel, was vor allem der Tatsache geschuldet ist, das etwa die Hälfte der hier als "Türken" bezeichneten Menschen gar keine "Türken", sondern in der Türkei geborene Kurden sind, die entweder gar nicht an der Wahl teilgenommen haben, oder dagegen gestimmt haben..
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#4 JustusAnonym
  • 05.12.2017, 15:12h
  • Die Angreifer müssen gefunden und mit aller Härte bestraft werden.

    Hier gelten Grundrechte wie Meinungs- und Redefreiheit. Und Gewalt ist völlig inakzeptabel.

    Wem das nicht passt und wer es anderswo besser findet, der kann gerne gehen; es wird niemand gezwungen, hier zu leben.

    Alle anderen, die nicht gewalttätig sind, die unsere Gesetze achten und unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung respektieren, sind herzlich willkommen.
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#5 naturalizeAnonym
  • 06.12.2017, 03:50h
  • Nachdem er offen schwul und noch dazu erdogankritisch ist, hat er gleich zwei aufgemalte Zielscheiben für gehirngewaschene Erdogan-Fanatiker zu bieten. Ich wünsche Hakan gute Besserung und hoffe, dass die Täter schnell ihrer gerechten Strafe zugeführt werden.
    An seiner Stelle würde ich jedoch nicht in die Türkei reisen. Man weiß nie, ob man von da wieder zurück kommt, insbesondere als Kritiker.
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