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Vereinte Nationen

Victor Madrigal-Borloz ist neuer LGBTI-Ermittler der UN

Der Menschenrechtsaktivist aus Costa Rica wird sich künftig bei den Vereinten Nationen um die Rechte sexueller und geschlechtlicher Minderheiten kümmern.


Victor Madrigal-Borloz soll künftig beobachten, wie es mit den Rechten von LGBTI in aller Welt bestellt ist (Bild: HPC)

Der gegenwärtig in Kopenhagen lebende Jurist Victor Madrigal-Borloz wird neuer unabhängiger Experte für die Wahrung der Rechte von Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen bei den Vereinten Nationen. Das hat der UN-Menschenrechtsrat in seiner Sitzung am Montag in Genf entschieden. Der Costa Ricaner wird sein neues Amt voraussichtlich am 1. Januar 2018 antreten.

Madrigal-Borloz folgt dem Thailänder Vitit Muntarbhorn, der im vergangenen Jahr als erster LGBTI-Experte eingesetzt worden war (queer.de berichtete). Der 64-Jährige erklärte allerdings aus persönlichen Gründen im September seinen Rückzug (queer.de berichtete). Vor seinem Abtritt stellte er Ende Oktober vor der UN-Vollversammlung in New York seinen ersten Bericht zur Menschenrechtslage sexueller und geschlechtlicher Minderheiten vor. Der Professor der Chulalongkorn-Universität in Bangkok begrüßte zwar einen "globalen Trend, einvernehmliche gleichgeschlechtliche Beziehungen zu entkriminalisieren", beklagte aber gleichzeitig "allgegenwärtige" Defizite in der Menschenrechtslage (queer.de berichtete).

Bislang ist Madrigal-Borloz Generalsekretär der Anti-Folter-Nichtregierungsorganisation "International Rehabilitation Council for Torture Victims" (IRCT) in Kopenhagen. Zuvor hatte er unter anderem als Anwalt beim Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte gearbeitet, der Menschenrechtsverletzungen in Lateinamerika verfolgt.

LGBTI-Aktivisten begrüßen die Ernennung: "Mardigal-Borloz hat viel Erfahrung, wie man die am meisten marginalisierten Gruppen schützen kann. Das wird ihm in seinem neuen Amt helfen", erklärte Jessica Stern von der Organisation OutRight Action International. Sie freue sich auf die Zusammenarbeit.

Ruth Baldacchino und Helen Kennedy, die Sprecherinnen der International Lesbian, Gay, Bisexual, Trans and Intersex Association (ILGA), betonten, dass Madrigal-Borloz in seiner Arbeit für die Ächtung der Folter bereits mit der LGBTI-Problematik in Berührung gekommen sei. Er habe besonders "den Stimmen aus der Zivilgesellschaft" zugehört, lobten die ILGA-Aktivstinnen. (dk)