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"Bohemian Rhapsody"

Aufruhr um Queen-Film: Bryan Singer gefeuert

Der bisexuelle Star-Regisseur wird doch nicht die Biografie der Kult-Band von Freddie Mercury verfilmen.


Regisseur Bryan Singer beim Fantreffen Comic Con in San Diego (2013) (Bild: Gage Skidmore / flickr)

  • 5. Dezember 2017, 15:04h, noch kein Kommentar

Bryan Singer ist von Twentieth Century Fox als Regisseur des Filmes "Bohemian Rhapsody" gefeuert worden. Als Grund nannte das Filmstudio am Montag, dass der 52-jährige amerikanische Regisseur bei den Dreharbeiten in London wiederholt ohne Begründung nicht erschienen sei. "Twentieth Century Fox hat die Produktion von 'Bohemian Rhapsody' wegen der Nichtanwesenheit von Bryan Singer vorläufig gestoppt", so ein Studiosprecher gegenüber "Entertainment Weekly". Laut "Deadline" habe Singer allein vergangene Woche drei Tage unentschuldigt gefehlt.

Außerdem soll es nach Informationen von US-Medien Spannungen zwischen Singer und dem Hauptdarsteller Rami Malek ("Mr. Robot") gegeben haben, der Freddie Mercury darstellt. Malek habe dem Regisseur Unzuverlässigkeit und Unprofessionalität im Umgang mit den Schauspielern vorgeworfen.

In einer ersten Reaktion erklärte Singer, es habe zwar Auseinandersetzungen zwischen ihm und Malek gegeben, man habe sich aber ausgesprochen. Gleichzeitig kritisierte er Twentieth Century Fox: Das Filmstudio habe ihm keinen Urlaub gewährt, um seine kranke Mutter zu besuchen. Das habe seiner eigenen Gesundheit zugesetzt: "Ich wollte dieses Projekt unbedingt zu Ende bringen und das Vermächtnis von Freddie Mercury und Queen damit ehren, doch Fox hat mir nicht erlaubt, mich zuerst um mich und die Gesundheit meiner Lieben zu kümmern", heißt es in einer Pressemitteilung.

Noch unklar, wer Singer als Regisseur nachfolgt

Twentieth Century Fox hat bislang noch keinen Ersatzregisseur benannt. Das Studio will den Film wie geplant bis Dezember 2018 in die Kinos bringen.

Der 1965 geborene Bryan Singer ist vor allem durch seine "X-Men"-Filmserie bekannt, bei der als Regisseur und Produzent mitwirkt. Zu seinen Erfolgsfilmen gehören auch "Die üblichen Verdächtigen" mit Kevin Spacey, "Der Musterschüler" mit Ian McKellen und "Superman Returns" mit Brandon Routh.

Singer galt viele Jahre seiner Karriere als "schwuler Regisseur", hat sich aber 2014 im Magazin "Out" als bisexuell geoutet (queer.de berichtete). Inzwischen hat er mit der Schauspielerin Michelle Clunie ("Queer as Folk USA", "Teen Wolf") einen gemeinsamen zweijährigen Sohn.

2014 beschuldigten zugleich zwei Männer Singer, sie sexuell missbraucht zu haben – einer davon soll zum Tatzeitpunkt 17 Jahre alt gewesen sein. Beide Klagen wurden allerdings fallengelassen (queer.de berichtete). Im Zuge der Debatte um Missbrauch in Hollywood, die unter anderem Harvey Weinstein und Kevin Spacey die Karriere kostete, waren diese Vorwürfe in den letzten Wochen in sozialen Netzwerken erneut hochgekocht. In einer Petition fordern Studenten der Filmhochschule USC School of Cinematic Arts in Kalifornien, den Namen Singers vom Uni-Gebäude zu entfernen. (dk)