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Video

Antidiskriminierungsstelle wirbt für LGBTI-Aufklärung an Schulen

Die "Vielfalt der Liebe" müsse auch an deutschen Schulen behandelt werden, fordert die 2006 eingerichtete Bundesbehörde.


Ausschnitt aus dem Videoclip der Antidiskriminierungsstelle

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes setzt sich mit einem am Montag veröffentlichten Video dafür ein, dass sexuelle und geschlechtliche Vielfalt im Unterricht ein altersgerecht vermitteltes Querschnittsthema an Schulen sein solle. Der anderthalbminütige Kurzfilm mit dem Titel "Halbwissen" zeigt ein wissbegieriges Mädchen, das die Welt entdeckt. Das Kind bemerkt entsetzt, dass ihm manche Informationen vorenthalten bleiben. Der Clip endet mit der Texteinblendung: "Tatsachen gehören in den Schulunterricht. Die Vielfalt der Liebe ist eine Tatsache."

Direktlink | Die Antidiskriminierungsbehörde warnt vor gefährlichem Halbwissen, sollte das Thema der sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten an Schulen verschwiegen werden

Parallel zum Video stellt die Antidiskriminierungsstelle auf der Website www.antidiskriminierungsstelle.de/alleswissen ihre Positionen dar. Die Behörde verweist auf vorhandene und nicht vorhandene Bemühungen der Länder, diese Themen in den Schulen einzubinden, und bietet Links zu Materialien rund um Diskriminierung aufgrund der sexuellen und geschlechtlichen Identität im Bildungsbereich sowie Handreichungen und Materialien für Lehrer.

Erheblicher politischer Widerstand gegen Schulaufklärung

In den letzten Jahren gab es immer wieder Proteste von Homo-Gegnern gegen die Erwähnung von Homo- oder Transsexualität in Lehrplänen. Kritik kommt insbesondere von Bewegungen wie der "Demo für alle" und aus der AfD, aber auch CDU/CSU und FDP haben wiederholt Stimmung gegen die Einbeziehung sexueller und geschlechtlicher Minderheiten im Schulunterricht gemacht – und dabei immer wieder homophobe Klischees bedient.

In Baden-Württemberg lehnte etwa FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke die Erwähnung von Schwulen und Lesben im Lehrplan ab, weil "andere Lebensformen", also Homosexuelle, "nicht als gleichwertig" angesehen werden könnten (queer.de berichtete). In Niedersachsen warnte 2014 die inzwischen aus dem Landtag ausgeschiedene CDU-Schulexpertin Karin Bertholdes-Sandrock davor, "dass beispielsweise Schwule und Lesben in den Klassen allein gegenüber den Kindern auftreten" (queer.de berichtete). (dk)



#1 DankeAnonym
#2 Ralph
  • 05.12.2017, 17:23h
  • Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes hat seit der Übernahme ihrer Leitung durch Christine Lüders einen enormen Fortschritt gemacht. Frau Lüders bekennt sich voll und ganz zur Gleichbehandlung aller sozialen Gruppen. Sie tritt auch und gerade der Ausgrenzung und Benachteilung wegen der sexuellen Orientierung und der Geschlechtsidentität entgegen. Ihr ist z.B. zu verdanken, dass die Nazi-Urteile 1945-69 und die ebenfalls menschenrechtswidrigen Urteile 1969-94 endlich aufgehoben wurden. Ohne ihr öffentliches Beharren darauf hätten Politik und Justiz Adolf Hitlers und Konrad Adenauers Schwulenverfolgung weiter eisern verteidigt. Wenn wir uns daran erinnern, dass bei der Gründung der Antidiskriminierungsstelle noch ein klares Signal gegen Schwule und Lesben gegeben worden war, indem damals ausgerechnet ein Vertreter der homohassenden kath. Kirche zum Festredner berufen worden war, Kardinal Lehmann, dann darf heute mit Befriedigung festgestellt werden, dass Frau Lüders diesen ewiggestrigen Misthaufen von Volksverhetzern und Menschenfeinden, den die seinerzeitige Bundesregierung als Antidiskriminierungsstelle (in Wahrheit als Diskriminierungsaufrechterhaltungsstelle) errichtet hatte, von Pennern und Leisetretern gereinigt hat und gegen politische und religiöse Extremisten ohne Hemmung und ohne sich von der Bundesregierung oder vom Bundestag zurückpfeifen zu lassen, vorgeht.
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#3 hugo1970Profil
  • 05.12.2017, 21:53hPyrbaum
  • Danke an Christine Lüders, Danke an Alle, die für unsere Menschenrechte kämpfen, vielen Dank!!!!
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#4 FloraAnonym
#5 PeerAnonym
  • 06.12.2017, 20:31h
  • Schule soll keine Ideologie verbreiten, sondern die Realität vermitteln.

    Und zu dieser Realität gehören eben auch Homo-, Bi-, Trans- und Intersexualität.

    Insofern muss Schule auch diese Themen behandeln.

    Nicht nur, um Mobbing und Gewalt an Schulen zu reduzieren und Schulen auch für LGBTI-Schüler zu einem sicheren Umfeld zu machen, wo man angstfrei hingehen kann. Sondern auch für die Hetero-Schüler, die ohne Hass leichter durchs Leben gehen und es später im Leben einfacher haben, wenn sie die ganze Vielfalt kennen und schätzen.
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#6 AmurPrideProfil
#7 FloraAnonym
  • 07.12.2017, 14:59h
  • Antwort auf #5 von Peer
  • 1. Die Aufgabe der Schule besteht laut Rahmenlehrplan genau darin, vielfältige Lebensformen zu besprechen, zu erklären und damit die Auseinandersetzung mit einer pluralistischen Gesellschaft zu fördern. Dies sollte nun jedem bekannt sein, denn in die Schule ist jeder gegangen.
    2. Wir sollten uns zurückhalten in Bezug auf ein sexuelles Käfigdenken. Was heißt denn lesbisch, schwul, bisexuell? Der Mensch ist grundsätzlich polysexuell jeder Mensch, und im Laufe seines Lebens entdeckt er seine sexuellen Identitäten, die er auslebt oder vielleicht aus Angst vor Repression in der Gesellschaft auch nicht ausleben kann. Weg vom sexuellen Käfigdenken ist letztlich das Entscheidende und hin zu mehr Toleranz anderen aber auch sich selbst gegenüber. Das ist die Aufgabe der Schule und sie wird von uns Lehrern auch genau so vermittelt und das seit Jahren.
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