Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?30230

Pressekonferenz im Weißen Haus

Donald Trump hat kein Problem mit Verbotsschildern für Homosexuelle

Ein Schild an einer Bäckerei, das Homosexuellen das Einkaufen verbietet? Der US-Präsident hält dies nach Angaben seiner Sprecherin für machbar.


Dieses Bild stammt aus einer Parodie, es könnte aber nach dem Willen der Trump-Regierung im amerikanischen Bibel-Gürtel bald alltäglich werden

Sarah Huckabee Sanders, die Pressesprecherin von Donald Trump, hat am Dienstag erklärt, dass der US-Präsident kein Problem damit habe, wenn christliche Geschäftsinhaber aus religiösen Gründen Homosexuellen den Zutritt verweigern. Damit reagierte Huackabee Sanders auf eine Frage des "New York Times"-Reporters Michael Shear.

Shear hatte während der Pressekonferenz im Weißen Haus die folgende Frage formuliert: "Die Anwälte des Justizministers haben heute für die Regierung im Supreme Court gesagt, dass es legal wäre, wenn Bäcker ein Schild ins Fenster stellen mit der Aufschrift: 'Wir backen keine Kuchen für Homo-Ehen'; stimmt der Präsident zu, dass das in Ordnung wäre?"

Die Pressesprecherin antwortete daraufhin: "Der Präsident unterstützt mit Sicherheit die Religionsfreiheit und das ist ein Thema, über das er im Wahlkampf und seit seinem Amtsantritt gesprochen hat." Sie denke, dass ein Verbotsschild für den Präsidenten kein Problem darstellen würde.

Twitter

Huckabee Sanders ist die Tochter des Homo-Hassers Mike Huckabee. Der ehemalige Baptistenprediger und Gouverneur von Arkansas hat die gleichgeschlechtliche Ehe wiederholt mit Kindesmissbrauch gleichgesetzt (queer.de berichtete).

Trump-Regierung stellt sich an Seite von homophoben Bäckereien

Anlass für die Frage war eine Anhörung des Supreme Court vom Dienstag. In dem Fall will sich ein christlicher Bäcker aus Colorado das Recht ersteiten, homosexuellen Paaren keine Dienstleistungen erbringen zu müssen (queer.de berichtete). Das vom erbitterten Homo-Gegner Jeff Sessions angeführte Justizministerium unterstützte dabei die Position des Bäckers. Laut Beobachtern hängt die Entscheidung, die voraussichtlich im Juni 2018 bekannt gegeben wird, am Votum von Richter Anthony Kennedy. Der 81-Jährige gibt in vielen Fällen die entscheidende Stimme ab, da vier der neun Richter meist der Parteilinie der Republikaner, die anderen vier der Linie der Demokraten folgen.


Das Haus von US-Justizminister Jeff Sessions argumentierte vor den Höchstrichtern, dass Christen ein Recht darauf haben sollten, Homosexuelle aus religiösen Gründen zu diskriminieren

LGBTI-Aktivisten kritisierten die Haltung des Justizministeriums scharf: "Die Religionsfreiheit ist sehr wichtig für den Erfolg unserer Nation. Das bedeutet aber nicht, dass jemand seine Meinung anderen aufdrücken oder sie schädigen oder diskriminieren darf", erklärte Sarah Kate Ellis, die Chefin der LGBTI-Organisastion GLAAD.

Geschichte wiederholt sich

Ähnliche Debatten um Diskriminierung hatte es in den USA bereits vor gut 50 Jahren gegeben, als das Verbot für heterosexuelle gemischtrassische Ehen in den Südstaaten abgeschafft wurde. Auch damals argumentierten insbesondere religiöse Gruppen wie die Südstaatenbaptisten, dass eine heterosexuelle Ehe zwischen einer weißen und einer schwarzen Person dem christlichen Glauben widersprechen würde. Diese Argumentation wurde damals mit der Bibelstelle zum Turmbau von Babel begründet, mit dem Gott die Rassen getrennt habe. Heute glaubt allerdings nur noch eine Minderheit der Christen an die biblische Rechtfertigung der Rassentrennung.

Heutzutage ist es per Bundesgesetz verboten, aus Gründen der Rasse Menschen zu diskriminieren. Gegen Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung gibt es allerdings kein Bundesgesetz, sondern nur regionale Gesetze in der Hälfte der US-Bundesstaaten.



#1 krakalaAnonym
  • 06.12.2017, 12:28h
  • Fragt den Präsidenten mal, ob er es in Ordnung findet, wenn ein moslemischer Verkäufer eine Frau nicht bedienen möchte, weil diese kein Kopftuch trägt.

    (Soll keine Verallgemeinerung sein.)
  • Antworten » | Direktlink »
#2 Ralph
  • 06.12.2017, 12:43h
  • Damit haben wir in Deutschland Erfahrung. Hier lautete das Schild: "Juden sind hier unerwünscht." Nie werde ich auch das Schild an einem Londoner Pub vergessen, das dort in den Achtzigern hing: "We regret we cannot accept dogs and children." Durch solche und ähnliche Schilder zum Ausdruck gebrachte Menschenverachtung wird im angelsächsischen Sprachraum offenbar gar nicht als solche erkannt, sondern das scheint ganz normales Verhalten im Geschäftsleben zu sein. Man gibt bekannt, mit wem man keine Geschäfte machen bzw. wen man gar nicht erst einlassen will. Hier sollten Schwule, Lesben und ihre Unterstützer zum nächstliegenden Mittel greifen und als Geschäftsinhaber durch ein Schild am Eingang klarstellen, dass Evangelikale, Republikaner und Nazis in diesem Laden nicht bedient werden. Übrigens war ich Deutscher unter lauter Engländern in jenem Pub (s.o.) der Einzige, der das Schild furchtbar und völlig inakzeptabel fand. Ich vermochte nicht, den Anderen klarzumachen, weshalb - und zwar nicht infolge sprachlichen Unvermögens. Meine in eloquentem Englisch vorgetragene Empörung wurde ganz einfach in der Sache nicht verstanden.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 DieAuchAnonym
  • 06.12.2017, 12:54h
  • Antwort auf #2 von Ralph
  • Auch die USAler haben damit schon Erfahrung. Das ist ja das perverse daran.
    Wie war das damals mit den Dunkelhäutigen? Und wie ist es ja heute immer noch?
    Muss man erst gar nicht auf Deutschland verweisen.
    Es reicht, wenn man denen ihre eigene Geschichte vorhält. Un selbst daraus wollen sie offensichtlich nicht lernen. Zumindest die Republikaner nicht.

    Mir tun die Demokraten leid, und alle, die was Gutes für die USA taten, inklusive Obama.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 ach soAnonym
  • 06.12.2017, 13:00h
  • Antwort auf #2 von Ralph
  • "Hier sollten Schwule, Lesben und ihre Unterstützer zum nächstliegenden Mittel greifen und als Geschäftsinhaber durch ein Schild am Eingang klarstellen, dass Evangelikale, Republikaner und Nazis in diesem Laden nicht bedient werden. "

    Und das wäre dann moralisch gerechtfertigt, weil ...?
  • Antworten » | Direktlink »
#5 RobiAnonym
  • 06.12.2017, 13:09h
  • Nur zur Richtigstellung: Es geht hier nicht um das Bedienen von homosexuellen Menschen per se, sondern das Bedienen bei einer gleichgeschlechtlichen Hochzeit. Ein Schwuler könnte trotzdem zu einem anderen Anlass dort Kunde sein. (Das heißt nicht, dass es in Ordnung ist)
  • Antworten » | Direktlink »
#6 BEARAnonym
  • 06.12.2017, 13:12h
  • Antwort auf #4 von ach so
  • ...vielleicht ja, weil evangelikal sein, republikanisch sein, Nazi sein eine freiwillige Gesinnungs-Entscheidung ist und sich diese Leute somit ganz bewusst gegen uns aufstellen?

    Oder willst du im Ernst behaupten, diese Gesinnungen seien schützenswert, wie es naturgegebene Eigenschaften von Menschen wie Homosexualität oder Hautfarbe sind?

    Selbstverständlich dürfen Geschäftsinhaber_innen mitteilen, dass solche Personengruppen unerwünscht sind, und Hausverbot erteilen, wem sie wollen. Denn DIESE Leute könnten (zumindest rein theoretisch) ja frei entscheiden, ob sie menschenfeindliche Arschlöcher sein wollen oder nicht. Wohingegen Homosexuelle, People of Colour und Andere diese Entscheidungsfreiheit NICHT haben.

    Freue mich, dass ich Dir ein bisschen was über Diskriminierung beibringen durfte.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 sophisticatedAnonym
#8 BEARAnonym
  • 06.12.2017, 13:50h
  • Antwort auf #7 von sophisticated
  • ...wobei dies natürlich eine Schein-Argumentation bzw. eine Schein-Gleichsetzung ist.

    Denn, wie wir wissen, ist das Ausleben der sexuellen Orientierung nun mal auch kein "willentliches Tun", sondern - anders gesagt - "einfach" das Nicht-Blockieren, also Zulassen des im jeweiligen Menschen angelegten Sexualtriebs inclusive seiner ebenfalls angelegten Zielrichtung.
    Und ein Trieb ist eben an sich maximal begrenzt steuerbar. (Mir ist klar, dass von uns genau das gefordert wird: den Trieb zu steuern, zu unterdrücken...)

    Kehren wir das Ganze doch mal um und verurteilen Heterosexuelle dafür, dass sie ihre Sexualität auch tatsächlich ausleben... es ließe sich da z.B. das Argument Überbevölkerung des Planeten herbeizaubern...

    Zu dieser Umkehrung gibt es übrigens einen aktuellen Kurzfilm:

    www.facebook.com/enough2014/videos/971035713059389/
  • Antworten » | Direktlink »
#9 ach soAnonym
  • 06.12.2017, 13:53h
  • Antwort auf #6 von BEAR
  • Ich bin grundsätzlich der Ansicht, dass jeder Geschäftsinhaber bedienen darf, wen er möchte. Und dass jeder Geschäftsinhaber entsprechend auch die Freiheit hat, sich (z.B.) als bornierter Spinner zu outen, indem er bestimmte Personengruppen als Kunden ausschließt.

    Abgesehen davon erschließt sich mir persönlich nicht, warum ein schwules Paar unbedingt bei einem schwulenfeindlichen Bäcker einen Kuchen kaufen können will. Da lass ich doch als Kunde den Bäcker rumspinnen und geb mein Geld lieber bei jemandem aus, der mir wohlgesonnen ist!
  • Antworten » | Direktlink »
#10 BEARAnonym