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Kontrollaktion in Clubs

Braunschweig: Gay-Partys dürfen Hetero-Gäste abweisen

Das Ordnungsamt sieht keinen Verstoß gegen das Niedersächsische Gaststättengesetz, wenn Lesben und Schwule unter sich bleiben wollen.


Türsteher und Clubs, die Menschen aufgrund ihrer ethnischen Herkunft diskriminieren, können in Niedersachsen mit Bußgeldern bis zu 10.000 Euro bestraft werden (Bild: Xxinvictus34535 / wikipedia)

Die Stadt Braunschweig hat nach einer Kontrollaktion gegen den Veranstalter einer schwul-lesbischen Party, der heterosexuelle Gäste an der Tür abwies, kein Bußgeld verhängt. Insgesamt hatte das Ordnungsamt im Frühjahr sechs Innenstadt-Diskos überprüft, indem zwei männliche Testpersonen offensichtlich ausländischer Herkunft sowie als Kontrollgruppe zwei weiße Mitarbeiter der Stadt Einlass in den jeweiligen Club begehrten.

Die Testpersonen konnten nur zwei der Läden besuchen, in vier Discos wurden sie nicht eingelassen. Bei der schwul-lesbischen Party sowie einer Abi-Party hätten "sachliche Gründe" zur Abweisung geführt, räumte die Stadt in einer Pressemitteilung ein. Beide Veranstaltungen hätten sich "an einen Personenkreis gerichtet, dem die Testpersonen nicht entsprachen".

Weitere Kontrollen angekündigt

Gegen drei Türsteher der beiden anderen Clubs wurden jedoch Bußgelder verhängt, weil sie den Testpersonen "ohne zureichenden sachlichen Grund den Einlass verwehrten" und damit gegen das Niedersächsische Gaststättengesetz verstießen. "Damit machen wir deutlich, dass die Stadt Braunschweig ein solches Verhalten nicht duldet", erklärte Ordnungsdezernent Claus Ruppert. Er kündigte an: "Wir werden die Kontrollen zu gegebener Zeit fortsetzen."

Die Einlassungen der Türsteher, die Testpersonen seien in der Vergangenheit bereits negativ aufgefallen oder ihre Kleidung sei nicht angemessen, wies die Stadtverwaltung zurück. Die Testpersonen hätten zum ersten Mal Braunschweiger Diskotheken besucht und die städtischen Mitarbeiter seien vergleichbar angezogen gewesen. Die Strafe ist jedoch gering: Den Türstehern soll lediglich ein Bußgeld von 60 Euro zuzüglich Gebühren und Auslagen von 28,50 Euro auferlegt werden.

Seit dem vergangenen Jahr können nach dem Niedersächsischen Gaststättengesetz Diskriminierungen aufgrund der ethnischen Herkunft oder der Religionszugehörigkeit bei Einlasskontrollen als Ordnungswidrigkeit mit bis zu 10.000 Euro geahndet werden. Als einziges Bundesland verbietet Bremen die Abweisung eines Gastes auch aufgrund seiner "sexuellen oder geschlechtlichen Identität" (queer.de berichtete). (cw)

Wöchentliche Umfrage

» Gehören Heteros auf Homo-Partys?
    Ergebnis der Umfrage vom 18.12.2017 bis 25.12.2017


#1 RickeyAnonym
  • 16.12.2017, 18:14h
  • Aber WEHE irgendeine Hetenparty weist einen Schwulen ab, das gibt dann den Shitstorm des Jahrhunderts. Heuchelei!
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#2 TheManneken
  • 16.12.2017, 18:32h
  • On einer Großraumdiskothek on meiner Nähe findet regelmäßig ein Abend für "Gays, Lesbians and Friends" statt. Dort fände ich es auch legitim, auch Heteros anzutreffen. Wieso manche Heten aber meinen, in reine Gay-Clubs gehen zu müssen, erschließt sich mir nicht. Eine Einlasskontrolle sollte da eigentlich gar nicht nötig sein... Leider scheinen es gerade heterosexuelle Frauen zu sein, die es besonders attraktiv finden, mit Gays zu feiern. Aber wieso dann in reinen Gay-Clubs, wo viele doch nur ein Date, ein Erlebnis etc. suchen... Und dann dauernd abgeblockt werden mit den Worten "ähm, sorry, aber ich bin hetero"...

    Aber dann die Frage, wie man überhaupt Heteros erkennen und ihnen daher den Einlass verwehren will? Soll man seine LGBTIQ-Zugehörigkeit dann an Ort und Stelle durch "Handlungen" beweisen?
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#3 MhmhmAnonym
  • 16.12.2017, 18:39h
  • Antwort auf #1 von Rickey
  • Was ist denn bitteschön eine "Hetenparty", entweder eine Party für alle Menschenen oder eben LGBT, das muss schon unterschieden werden, weil eben alle anders sind...das finde ich dann schon in Ordnung, im Gegensatz zum Ausschluss von Rasse, Aussehen, alter u.s.w., außer wenn es gesagt wird, auch heten erwünscht...
    Oder meinst du auch wie manche Homohasser, dass wir "mehr" Rechte/Privilegien haben/fordern??!
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#4 herve64Profil
  • 16.12.2017, 19:18hMünchen
  • Wenn es sich um eine "Ordnungswidrigkeit" handelt, dann ist der Begriff "Strafe" unangemessen: Ordnungswidrigkeiten werden "geahndet" und nicht "bestraft".
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#5 RickeyAnonym
  • 16.12.2017, 19:47h
  • Antwort auf #2 von TheManneken
  • Diese Meinung kann ich ein Stück weit nachvollziehen, aber nur unter der Vorraussetzung, dass du auch heteros gestatten würdest auf ihren Partys unter sich zu bleiben. Die meisten Schwulen würden aber verärgert reagieren, wenn man sie aufgrund ihrer Sexualität an der Tür abweist. Und das ist heuchlerisch.
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#6 niccinicciAnonym
  • 16.12.2017, 20:55h
  • jeder kann in seinen laden lassen, wen er möchte. alles andere würde ich mir als besitzer verbieten. in bestimmte berliner läden kommt eben auch nicht mehr die hütchenspielerfraktion aus dem balkan rein und seitdem gibt es dort wesentlich weniger taschendiebstähle. kreischende heten in darkrooms oder saunen sind auch schwer zu ertragen, erlebt in hamburg dragon-sauna.
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#7 RickeyAnonym
  • 16.12.2017, 20:59h
  • Antwort auf #3 von Mhmhm
  • Die Frage ist, wie du reagieren würdest, wenn ein Türsteher dich und deinen Partner abweist, weil ihr schwul seid. Wenn das für dich ok ist, dann schließ von mir aus auch Heten von deinen LGBT-Partys aus. Wenn das aber für dich nicht okay ist, du aber nichts schlimmes daran siehst, Heteros wegen ihrer Sexualität abzuweisen, bist du ein Heuchler.

    Und wo ist bitte der Unterschied ob ich jemanden aufgrund von Rasse, Alter oder Aussehen ausschließe oder aufgrund der Sexualität? Erklär mir das.

    "Oder meinst du auch wie manche Homohasser, dass wir "mehr" Rechte/Privilegien haben/fordern??!"

    Ein Teil der Cmmunity tut das (leider).
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#8 NikkileinAnonym
#9 andreAnonym
  • 16.12.2017, 23:00h
  • Ein guter Türsteher sollte das richtige Maß und damit die richtige Mischung reinlassen. Also in meiner Partyzeit haben ich auch Heten gesichtet. Wenn auch nicht üppig. Natürlich auch schon was abgefahren, was das Äußere betrifft. Besonders zu AfterHours mit besonders großen Augen. Bei Lesben ist das schwierig. Wenn man mal, von CSD Partys, mit Polit-Prominenz, absieht waren das immer die ultimativen Stimmungskiller. Allerdings kamen Lesben auch von selbst nicht. Die blieben, meist, unter sich. Und somit war da nicht viel zum abweisen. Das war, früher, in den 90iger bis 2005 (meine Zeit) etwa, eine eigene Welt. Wie das jetzt ist, weiß ich nicht.
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#10 yandrakAnonym
  • 17.12.2017, 00:36h
  • Das ist einfach nur Mist. Ist mir doch egal, ob Heteros auf eine LGBT Party wollen. Sollen die kommen. Damit werden offensichtlich liberale Heteros abgewiesen...
    Klar darf man sich dann nicht beschweren, wenn sich da Typen knutschen, aber sonst. Leben und Leben lassen.
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