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Niederrhein

Rentner in Emmerich ermordet: Polizei sucht Hinweise aus der schwulen Szene

Der 77-Jährige galt als wohlhabend und ließ den oder die Täter offenbar in sein Haus. Die Polizei geht daher auch seinen Treffen mit Männern nach.


Die Krefelder Polizei hat zu dem Fall eine 24-köpfige Mordkommission unter dem Namen "Abtei" gebildet (Bild: Maik Meid / flickr)

Nach einem brutalen Mord an einem 77-Jährigen im niederrheinischen Emmerich sucht die Polizei nach Zeugen und Bekannten des Opfers, die Angaben zu seinem Privatleben machen können. Die Leiche des Rentners war am Freitag in dessen Einfamilienwohnhaus im Stadtteil Elten von seinem Stiefsohn gefunden worden.

Robert Theodor Christ wurde nach Vermutungen der Polizei wahrscheinlich aus Habgier ermordet, offenbar hätten es der oder die Täter auf entwendetes Bargeld in Höhe von mehreren tausend Euro abgesehen, hieß es am Sonntag laut Medienberichten auf einer gemeinsamen Pressekonferenz der Mordkommission der Krefelder Polizei und der Kreispolizei Kleve. Um Spuren zu verwischen, waren Wasserkräne aufgedreht und Abflüsse verstopft worden.

Zugleich war die Tat äußerst brutal: Der Obduktion vom Samstag zufolge starb der 77-Jährige an massiven Kopfverletzungen und erlitt etliche Schnitt- und Stichverletzungen. Nach Angaben der Polizei dauere die Sicherung von Spuren im ganzen Haus noch für einige Tage an – das Erdgeschoss war durch den oder die Täter überflutet worden.

Kontakte zu Männern gesucht

Das Mordopfer galt den Berichten örtlicher Medien zufolge als sehr beliebt, engagierte sich im Kirchenchor und einigen Vereinen. Er besaß eine örtliche Tankstelle und betrieb zuvor mit seiner Ehefrau, die vor vier Jahren als Pflegepatientin starb, eine Drogerie-Filiale.

Christ war zuletzt am Donnerstag um 16.20 Uhr gesehen worden, als er von der Star-Tankstelle in Elten mit seinem weißen Mercedes vermutlich zu seiner Wohnanschrift gefahren ist. "Dort dürfte es zu dem noch unklaren Tatgeschehen gekommen sein", so die Polizei. "Die Mordkommission bittet daher besonders um Hinweise von Zeugen, die zu dieser Zeit noch Kontakt zum Opfer hatten oder dieses am Nachmittag oder am Abend des Donnerstags (14. Dezember 2017) noch gesehen haben. Hinweise werden erbeten an 02821 5040."

Die Polizei vermutet, dass das Mordopfer den oder die Täter gekannt oder zumindest freiwillig in das Haus gelassen hat – das Haus hatte eine Alarmanlage und der Rentner galt als vorsichtig im Kontakt zu Fremden an der Haustüre. Allerdings waren wie im ganzen Haus auch an der Haustüre Blutspuren gefunden worden.

In diesem Zusammenhang sind für die Polizei auch Kontakte des Mannes in die schwule Szene interessant. "Christ habe seit dem Tod seiner Frau keine neue Partnerin gesucht, sondern Kontakte zu Männern gepflegt, auch über das Internet", fasst "Bild" den Ermittlungsstand nüchtern zusammen. Die NRZ schreibt hingegen über Christ: "Er war 43 Jahre verheiratet, sei aber, nachdem seine zum Schluss bettlägerige Frau verstorben wäre, seiner homosexuellen Neigung gefolgt, erklärte [der Krefelder Mordkommissionsleiter] Gerd Hoppmann: 'Durch Kontakte zu diesem Milieu ergibt sich eine deutliche Gefahrenlage.'" Die Zeitung nutzt den vom Bund Lesbischer und Schwuler Journalisten kritisierten Begriff "Homosexuellenmilieu" auch als Zwischenüberschrift. (nb)



#1 BEARAnonym
  • 18.12.2017, 09:10h
  • 'Durch Kontakte zu diesem Milieu ergibt sich eine deutliche Gefahrenlage.'

    Da ist es wieder - das ominöse, böse Homosexuellenmilieu. Klar, da ist er doch dann selbst schuld: hätte er sich doch lieber wieder eine Frau gesucht, wie sich das gehört.

    Aber es gibt in Deutschland ja keine Schwulenfeindlichkeit mehr - seitdem "die sogar heiraten dürfen", ist natürlich eine volle gesellschaftliche Gleichstellung erreicht und garantiert.

    Nicht.
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#2 dingoAnonym
  • 18.12.2017, 09:27h
  • Antwort auf #1 von BEAR
  • Aber ansonsten geht's noch gut ja?

    Die Aufgabe der Polizei ist buchstäblich die "Ermittlung". Und ein wohlhabender älterer Mann, der sich (sexuelle) Kontakte im Internet sucht, hat in diesem Fall eine klare Ermittlungsrichtung(unter anderem.)

    Außerdem hat der Begriff "Milieu" an sich nichts negatives an sich, bitte mal googlen. Die Polizei hat da schon nichts falsches gesagt, da die Sachlage die Gefahrensituation vorlegt.

    Fakt ist, wer sich fremde Personen ins Haus einlädt geht immer ein Risiko ein. Da ist die Homosexualität dann ein untergeordneter Punkt.
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#3 BEARAnonym
#4 LaurentProfil
  • 18.12.2017, 11:03hMetropolregion Rhein-Neckar
  • Antwort auf #3 von BEAR
  • Abgesehen davon, dass das nichts heißen muss, wenn Journalisten etwas kritisieren, sehe ich das auch nicht so übermäßig verbissen:
    Milieu, Szene (klingt vielleicht etwas moderner).

    Ist es denn nicht auch so, dass nicht wenige lustvoll/besonderen Wert darauf legen, sich bewusst von der Gesamtgesellschaft zu separieren und sich die Zuordnung zu dem bzw. die weitere Verwendung des entsprechenden Begriffs, der lt. Duden hier nicht besonders negativ besetzt ist bzw. abwertend gebraucht wird, damit mehr oder weniger selbst zuzuschreiben haben?
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#5 TheDadProfil
  • 18.12.2017, 11:08hHannover
  • Antwort auf #2 von dingo
  • ""Da ist die Homosexualität dann ein untergeordneter Punkt.""..

    Diese "Unterordnung" wird durch die Verwendung des Begriffes "Milieu" ins Gegenteil verkehrt, weil der Eindruck erweckt werden soll, in den "Kreisen der Homosexuellen" seien Gewalttätigkeiten an der Tagesordnung und es "gefährlich" sich mit "solchen Leuten" einzulassen..
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#6 herve64Profil
  • 18.12.2017, 11:09hMünchen
  • Erst mal eine Frage an die Redaktion: was sind eigentlich "Wasserkräne"?

    So, und jetzt zum Inhalt: gerade WEIL wir in Zeiten leben, in denen Schwule heiraten dürfen. ist die Bezeichnung '"Homosexuellenmilieu" ein Unding und die Behauptung, dass man einem höheren Risiko unterliegt, ausgenommen und aus Habgier ermordet zu werden, eine absolut üble Unterstellung und ein absolutes No Go.

    Dass so eine Aussage aus dem Munde eines Sprechers der Mordkommission kommt, ist nach meinem Dafürhalten ein Grund für eine Dienstaufsichtsbeschwerde. Derart reißerische Statements haben von Behördenangehörigen gefälligst zu unterbleiben.

    Das gilt erst Recht für die Presse.
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#7 schwulenaktivist
  • 18.12.2017, 11:35h
  • Bürgerliches Leben birgt immer irgendwo Gefahren, weil es als Fassade gelebt wird! Ich bin überzeugt, wenn mal viele Schwule "verheiratet" sein werden, wird es für diese auch "gefährlich" werden. Denn meistens geht es ums Geld!
    Mit Männern erheiratete Gays können sich dann auch nicht mehr "überall sehen lassen", weil das ihrer Fassade abträglich ist. (siehe Gabbana!)
    Da sollte sich die Kritik nicht an die Ermittler, sondern an die bürgerlichen Schwulen richten!
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#8 TheDadProfil
  • 18.12.2017, 11:43hHannover
  • Antwort auf #4 von Laurent
  • ""Ist es denn nicht auch so, dass nicht wenige lustvoll/besonderen Wert darauf legen, sich bewusst von der Gesamtgesellschaft zu separieren und sich die Zuordnung zu dem bzw. die weitere Verwendung des entsprechenden Begriffs, der lt. Duden hier nicht besonders negativ besetzt ist bzw. abwertend gebraucht wird, damit mehr oder weniger selbst zuzuschreiben haben?""..

    Ach ?
    Und wenn dann die Hetero-Gesellschaft dieses bewußte separieren dazu nutzt die sich Separierenden als "kriminell" zu beschreiben, dann ist Dir das also nach über 135 Jahren in dem dieser Begriff durch die Gesellschaft meandert, immer noch nicht klar geworden ?
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#9 TheDadProfil
#10 schwarzerkater