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Symposium "Öffnung der Ehe – Folgen für alle"

"Demo für alle" kommt nach Frankfurt – Gegenkundgebung geplant

Die homofeindliche Bewegung will am 20. Januar in der Mainmetropole ein "wissenschaftliches Symposium" abhalten, um die Ehe für alle zu "kippen".


"Ehe bleibt Ehe" – Hauptbanner bei einem Protest der "Demo für alle" in Stuttgart 2016 (Bild: nb)

Nach Stuttgart im Jahr 2016 und Wiesbaden 2017 will die homo- und transfeindliche Bewegung "Demo für alle" (DfA) im Januar 2018 ihr drittes "wissenschaftliches" Symposium in Frankfurt am Main abhalten. Die Veranstaltung am 20. Januar dient dazu, homofeindlichen Thesen einen "wissenschaftlichen" und "rechtlichen" Anstrich zu geben, mit diesen Thesen in die Medien zu kommen und zugleich Homo-Hasser zu vernetzen.

In diesem Jahr will der Kongress miit mehreren hundert Besuchern unter dem Titel "Öffnung der Ehe – Folgen für alle" vor allem gegen die Ehe-Öffnung Front machen: "Der Deutsche Bundestag hat am 30. Juni 2017 handstreichartig und ohne Verfassungsänderung die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet", heißt es in der Einladung. "Das jahrtausendealte Verständnis der Ehe als Lebensbund zwischen einem Mann und einer Frau, das auch dem Grundgesetz zugrunde liegt, ist damit auf den Kopf gestellt. Ob das umstrittene Ehe-Öffnungsgesetz verfassungsrechtlich haltbar ist und welche gravierenden ethisch-rechtlichen Folgen die Umdefinierung der Ehe für Kinder und die Gesellschaft hat, wird dieses Symposium ausführlich beleuchten."


Ausschnitt aus dem Flyer zum Symposium

So hat die "Demo für alle" Prof. Dr. Jörg Benedict von der Universität Rostock eingeladen, der im Rahmen der Anhörungen zur Ehe-Öffnung im Rechtsausschuss des Bundestags eines der Minderheiten-Gutachten (PDF) gegen entsprechende Gesetzentwürfe verfasst hatte. Darin bemühte er nicht nur ein von der Rechtswissenschaft und auch Karlsruhe längst abgelehntes "Abstandsgebot" zur Ehe, sondern schuf für diese auch ein "Heterosexualitäts-Prinzip", das nur durch eine Verfassungsänderung überwunden werden könne.

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Bewegung will Ehe für alle "kippen"

Die "Demo für alle" will mit dem Symposium an einem noch nicht benannten Ort wohl auch den Druck auf die CSU aufrecht erhalten: Bayern prüft derzeit immer noch, ob es gegen die Ehe für alle eine Klage in Karlsruhe anstrengen will (queer.de berichtete). Die inzwischen aus der CDU ausgetretene DfA-Organisatorin Hedwig von Beverfoerde, die in der Union weiterhin gut vernetzt ist, hatte vor rund einem Jahr mit einer Unterschriftenaktion erfolgreich beim bayrischen Bildungsministerium gegen eine fortschrittliche Sexualaufklärung an Schulen interveniert – aus den neuen Richtlinien wurden Sätze über die "Akzeptanz" von LGBTI wieder gestrichen (queer.de berichtete).

Davon beflügelt, hatte Beverfoerde im Sommer eine Online-Petition gegen die Ehe für alle gestartet, mit der Bayern zur Klage aufgefordert wird – sie kommt derzeit auf angeblich knapp über 62.000 Unterschriften. Mit der Ehe-Öffnung sei die "zivile Ehe zur leeren Hülle geworden, die, je nach Machtverhältnissen gesellschaftlicher Gruppen, beliebig mit neuen Inhalten gefüllt und pervertiert werden kann", heißt es in der Petition. "Bald" seien "Forderungen nach einer weiteren Ausweitung der 'Ehe' auf Polygamie und dann auch Kinderehe" sowie zur "Legalisierung der menschenverachtenden Leihmutterschaft" zu erwarten.


Ausschnitt aus der Petition an die bayerische Staatsregierung

Vor wenigen Tagen startete die "Demo für alle" zudem eine Postkartenaktion an den bayerischen CSU-Fraktionschef Thomas Kreuzer, damit "die 'Ehe für Alle' gekippt werden kann". "Die Bitten tausender Bürger an die CSU-geführte Bayerische Staatsregierung" zur Klageerhebung seien bislang ungehört geblieben, heißt es auf der Postkarte. "Dies hat der CSU bei der Bundestagswahl schwer geschadet. Ich bitte die CSU-Fraktion daher dringend, sich für eine sofortige Klageerhebung Bayerns einzusetzen, bevor weitere Kindesadoptionen vollzogen werden."

Kelle, Spaemann, Liminski & Co.

Zu den weiteren Rednern des Symposiums gehören der Psychiater Christian Spaemann, der sich für eine "Heilung" Homosexueller einsetzt und in Frankfurt in einem Interview Stellung beziehen soll zum Thema "Diversity und Elternschaft – brauchen Kinder Vater und Mutter?" Moderator ist der ehemalige Deutschlandfunk-Mitarbeiter Jürgen Liminiski, der seit Jahren gegen LGBTI-Rechte Stellung bezieht und bei einer "Demo für alle" in Hannover meinte, dass es bei den Bildungsplänen zu sexueller Vielfalt um "Verunsicherung der Kinder" und das "Niederreißen ihrer Schamgrenzen" gehe, was "vor allem Pädophilen" nütze (queer.de berichtete).

Ein Teil der Veranstaltung in Frankfurt soll sich explizit dem Thema "Leihmutterschaft" widmen: Zu ihr sprechen der neurechte Shooting-Star Birgit Kelle ("Gender-Gaga") und Stephanie Merckens, Juristin und Leiterin der Abteilung Politik am "Institut für Ehe und Familie" der österreichischen Bischofskonferenz. Ein noch nicht benannter Redner soll zudem zum Thema "Nächster Öffnungsschritt Polygamie" referieren.


Im September war Hedwig von Beverfoerde mit der "Demo für alle" und dem Partner "CitizenGo" mit einem "Bus der Meinungsfreiheit" durch Deutschland getourt, um zum Abschluss dem Bundeskanzleramt angeblich über 220.000 Unterschriften gegen die "Ehe für alle" zu übergeben (queer.de berichtete). In allen Städten gab es größere Gegenproteste. Bild: nb

Einen Überblick über die Ehe in Europa soll Tobias Teuscher geben, der von der AfD-Politikerin Beatrix von Storch, die aus ihrem Berliner Büro einst die "Demo für alle" gegründet hatte, zum Fraktionsgeschäftsführer der AfD im Europaparlament gemacht wurde. Der Politikwissenschaftler war jahrelang persönlicher Referent der slowakischen EU-Abgeordneten Anna Zaborska, die Aids einst eine "göttliche Strafe gegen Homosexuelle" nannte (queer.de berichtete) und in einer Petition einen Finanzierungsstopp für "homosexuelle Gruppen und NGOs" forderte.

Teuscher, der in Frankreich zur Europawahl für eine homofeindliche Kleinstpartei antrat und in einem Deutschlandfunk-Interview mit Jürgen Liminski Bildungspläne zu sexueller Vielfalt als "Legitimierung von Pädophilie" bezeichnete, war einer der federführenden Initiatoren der europäischen Bürgerinitiative "One of Us" zum Schutz menschlicher Embryonen, die Abtreibungsgegner und LGBTI-Gegner aus vielen Ländern zusammenbrachte und ihre Fortsetzung in der Bürgerinitiative "Vater, Mutter, Kind" fand. In Deutschland wurden beide Kampagnen von Hedwig von Beverfoerde organisiert; mit letzterer sollte die EU gezwungen werden, Ehe und Familie rein heterosexuell zu definieren (queer.de berichtete).

"Demo der Vielfalt und Liebe"

Kurz nach Bekanntwerden des neuen DfA-Symposiums haben Gruppen bereits mit der Planung einer Gegenkundgebung begonnen. Das Bündnis für Akzeptanz und Vielfalt Frankfurt lädt für den 20. Januar zu einer "Demo der Vielfalt und Liebe" zwischen 11 und 16 Uhr, die an der Hauptwache starten soll und flexibel auf die teils noch unbekannten Pläne der "Demo für alle" reagieren will.



"Die DfA ist für ihre rechts-konservative, homophobe, trans*phobe, inter*phobe und sexistische Einstellung bekannt", heißt es in der Einladung bei Facebook. "So einer Einstellung muss, vor allem in einer so vielfältigen Stadt wie Frankfurt, die Stirn geboten werden. Frankfurt ist bunt und wird es auch immer bleiben!" Die Veranstaltung werde von einer "breiten Gruppe bestehend aus den unterschiedlichsten LGBTIQ*-Organisationen Frankfurts" geplant, so das Aktionsbündnis. "Liebe kennt keine Grenzen. Hass muss sie kennen!"

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#1 DummFürNiemandAnonym
  • 19.12.2017, 12:32h
  • So, ihr Dummies für alle habt also noch nicht genug. Dann lasst euch überraschen, was euch in Frankfurt erwartet.
    Die Daumen sind schon dazu trainiert, um längst möglich nach unten gehalten zu werden.
    Eure Dummheit dulden wir nicht, Punkt!
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#2 SchwachmatenAnonym
  • 19.12.2017, 12:53h
  • Die Spinner können sich einfach nicht damit abfinden, auf ganzer Linie gescheitert zu sein.

    Diese Witzfiguren werden gar nichts mehr "kippen" oder was auch immer. Über 80% befürworten die v volle Gleichstellung und damit muss sich diese schrille Minderheit endlich abfinden.
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#3 StussAnonym
  • 19.12.2017, 13:11h
  • Das letzte Aufbäumen dieser geistigen Tiefflieger.
    Erbärmlich. Schon diese billige Polemik auf dem Bus.
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#4 TimonAnonym
  • 19.12.2017, 16:42h
  • "[...] Leiterin der Abteilung Politik am "Institut für Ehe und Familie" der österreichischen Bischofskonferenz. "

    Da sieht man wieder mal, dass sich die Kirche aus Marketing-Gründen gerne angeblich fortschrittlich präsentiert, hinter den Kulissen aber die übelste Hetze befeuert...
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#5 Kölner JungAnonym
  • 19.12.2017, 17:15h
  • Der Abschaum der Gesellschaft will sich nochmal stark fühlen indem sie einen Aufmarsch organisieren.
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#6 Tommy0607Profil
  • 19.12.2017, 17:29hEtzbach
  • Einfach schlimm , wieviele "Ewiggestrige " es gibt ! Hauptsache gegen Menschlichkeit und Toleranz sein . Und was von "Religionen " reden. Nur Ahnung haben DIE wieso nichts von Menschen . DIE sind nicht besser als Diktatoren !
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#7 queergayProfil
  • 19.12.2017, 19:27hNürnberg
  • Polygamie soll da ja auch thematisiert werden. Wollen die sich auch mit Islamanhängern anlegen, bei denen ein Mann bis zu 4 Frauen offiziell ehelichen kann?
    Oder nur auf die Schwulen einhacken?
    Wenn das mit der islamischen 5-er Ehe möglich ist, bin ich dafür, daß auch eine muslimische Kopftuch-Frau bis zu 4 Ehemänner haben kann, wenn sie will.
    Und dann fordere ich selbstverständlich, daß auch bis zu 5 Männer einander heiraten können oder 5 Frauen einander oder 3 Männer heiraten 2 Frauen etc. etc. - incl. Transmänner und Transfrauen.
    Gleiches Recht für alle. Der Mief der verklemmten Kleinbürgerlichkeit braucht frischen Wind. Ziel ist eine herrschaftsfreie Gesellschaft ohne Bevormundung und ohne Herrschaftsgebaren von Heteronormierten gegenüber allen anderen Normvarianten in einer freien Gesellschaft.
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#8 kuesschen11Profil
  • 19.12.2017, 23:20hFrankfurt/Main
  • Das bunte Frankfurt wird sich durch die DfA nicht einschüchtern lassen. Die Ewiggestrigen wollen die Zeit zurückdrehen mit ihren dummen Parolen.

    Wichtig ist dabei immer, dass die Gegendemonstration für Liebe und Vielfalt nicht einschläft. Dafür setzen wir ein großes Zeichen auch nach der Ehe-Öffnung. Mein Mann und ich werden am 20.01.18 in der Gruppe vor Ort sein und der DfA ein starkes Contra setzen.
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#9 herve64Profil
  • 19.12.2017, 23:33hMünchen
  • Was adelige U:nzucht Hedwig von Bevernfoerde als "wissenschaftlich" ansieht, ist weithin bekannt. Hört endlich auf, über diese kranken Gestalten zu berichten, sondern leitet endlich Maßnahmen ein, dass sie wieder dahin gebracht werden, wo sie hin gehören: in die Gummizelle!
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#10 Homonklin44Profil
  • 20.12.2017, 03:30hTauroa Point
  • Grade deswegen muss man darüber berichten, weil die versuchen, ihrem ideologischen Brunz einen "wissenschaftlichen" Anstrich zu verleihen, indem sie gegenerische Positionen verbreitende Personen instrumentalisieren, welche einen Doktortitel in der Referenz stehen haben.
    ass hier anstatten von einem "wissenschaftlichen" ein ideologisches Symposium abgehalten wird, ist klar. Man findet überhaupt nur Redner mit GLBTIQ*-kritischen bis -hostilen Ansichten vor.
    Auf einem wissenschaftlichen Symposium würden sich zu Pro und Contra verschiedenste Stimmen äußern, und über aus verschiedenen Perspektiven gefundene Erkenntnisse diskutieren.

    Das ist da so ähnlich, als wenn man 10 christliche RednerInnen zu einem Symposium lädt, bei dem über die Frage der Existenz des Christengottes diskutiert wird. Auch da würde man kaum Vertreter finden, die jene Idee negieren.

    Also von wegen wissenschaftlich -- dann kann mannschaftlich" nennen.
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