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Atlantikinsel

St. Helena öffnet die Ehe für Schwule und Lesben

Die Heimat der 185-jährigen schwulen Schildkröte Jonathan stellt homosexuelle Paare im Ehe-Recht gleich.


Nur wenige Woche nach dem Outing der Riesenschildkröte Jonathan stellt die Insel Homo- und Heterosexuelle im Ehe-Recht gleich (Bild: David Stanley / wikipedia)

Das Parlament des britischen Überseegebiets St. Helena hat am Dienstag die Öffnung der Ehe beschlossen. Wie "St. Helena Online" berichtet, stimmten neun Abgeordnete des 15-köpfigen Legislative Council of Saint Helena für die Gleichbehandlung, zwei Parlamentarier votierten dagegen.

Das Gesetz zur Reform der Ehe (PDF) enthält den schlichten Hinweis: "Ehe bedeutet auch die Ehe zwischen Personen des gleichgen Geschlechts." Die Reform muss nun noch von der britischen Gouverneurin Lisa Phillips unterzeichnet werden, die das Staatsoberhaupt Königin Elisabeth II. auf der Insel vertritt. Dieser Schritt gilt als Formsache.

Bei der Parlamentsdebatte erklärten Befürworter der Gleichstellung, dass damit Diskriminierung beendet werde. Einer der Gegner der Ehe für alle, der Abgeordnete Cyril Leo, warnte angesichts des kontrovers diskutierten Gesetzes vor einem "tiefen Graben" in der Gesellschaft, forderte aber Gegner der Gleichstellung auf, das demokratisch zustande gekommene Ergebnis zu akzeptieren.

Im vergangenen Jahr hatten Abgeordnete bereits einen ähnlichen Entwurf ins Parlament eingebracht. Dieser scheiterte aber nach einem öffentlichen Aufschrei.

Ältester Inselbewohner ist kürzlich geoutet worden


Jonathan ist auch auf der Fünf-Pence-Münze abgebildet

Mitverantwortlich für den Erfolg des neuen Gesetzes könnte auch die Homosexualität von St. Helenas mutmaßlich ältesten Bewohner sein: Forscher hatten erst vor wenigen Wochen herausgefunden, dass die 185-jährige Seychellen-Riesenschildkröte Jonathan seit fast 30 Jahren mit einer männlichen Schildkröte kopuliert; bis dahin war Jonathans Kumpan "Federica" für ein Weibchen gehalten worden (queer.de berichtete).

Jonathan, der als älteste Schildkröte der Welt gilt, ist auf St. Helena praktisch das Nationaltier: Er lebt seit Ende des 19. Jahrhunderts im Garten der Gouverneurs-Residenz. Außerdem befindet er sich auf der Fünf-Pence-Münze des Landes.

St. Helena befindet sich abgelegen im Südatlantik – bis nach Südamerika sind es über 3.000 Kilometer, bis nach Afrika rund 2.000 Kilometer. Auf der Insel von der Größe Liechtensteins leben gerade einmal 4.200 Einwohner.

Im Gegensatz zu St. Helena hatten die Bermudainseln, die ebenfalls ein britisches Überseegebiet mit weitgehender Selbstbestimmung sind, erst vergangene Woche die Ehe-Öffnung für Schwule und Lesben wieder rückgängig gemacht (queer.de berichtete). (dk)



#1 Fox-NewsAnonym
#2 Patroklos
#3 DankeSchildiAnonym
  • 20.12.2017, 22:17h
  • Das ist mal eine besondere Situation für eine Eheöffnung. Die Natur sorgt für Einsicht bei den Menschen :-)
    Ob das in der Form auch in Deutschland funktioniert hätte? Wahrscheinlich nicht.

    Freut mich für diese Insel.
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