Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?30345

Hetze zu Weihnachten

Gegen Ehe für alle und Mehrelternschaft: Kardinal Marx beklagt "Angriff auf die Zivilisation"

Der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz fordert "Respekt vor der Schöpfung" statt LGBTI-Rechte – Familienbischof Heiner Koch räumt derweil eine Schuld der Kirche an "tiefen Verletzungen" ein.


Zwei selbsternannte Ehe-Experten unter sich: Reinhard Kardinal Marx (rechts) beim Kuscheln mit dem Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki (Bild: Raimond Spekking / wikipedia)

Reinhard Kardinal Marx hat sich noch immer nicht mit der rechtlichen Gleichstellung von lesbischen und schwulen Paaren abgefunden. "Die Ehe sollte auf die Beziehung zwischen Mann und Frau bezogen bleiben", kritisierte der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz die am 1. Oktober in Kraft getretene Ehe für alle in einem Interview mit der "Welt am Sonntag".

"Der Staat kann diesen Begriff nicht einfach umdefinieren", beklagte Marx. "Denn er basiert ja auf der Tatsache, dass die Ehe als Verbindung von Mann und Frau und auf Weitergabe des Lebens ausgerichtet schon vor ihm da ist, sie ist gewissermaßen die Voraussetzung dafür, dass es den Staat überhaupt gibt."

Ehe-Verbot für Homosexuelle "keine Diskriminierung"

Ein Verbot gleichgeschlechtlicher Ehen sei "keine Diskriminierung", meinte der 64-Jährige: "So sah es das Bundesverfassungsgericht bislang übrigens auch." Über schwule und lesbische Paare meinte er: "Dass es diese Partnerschaften gibt, ist in Ordnung, so ist es in dieser Welt, und ich kann es auch nicht schlecht finden, wenn Menschen füreinander einstehen und Verantwortung übernehmen."

In dem Interview mit der "Welt am Sonntag" warnte der Kardinal darüber hinaus vor einem Erziehungsrecht für mehr als zwei Elternteile, etwa für den biologischen Vater und zwei lesbische Mütter. Die Gesellschaft sollte "nie so weit kommen", so Marx. "Zur Kultur und Zivilisation gehört auch der Respekt vor der Schöpfung. Ein solches Gesetz wäre – denke ich – ein Angriff auf die Zivilisation selbst."

Der Chef der Bischofskonferenz kritisierte, "dass man das Kind in solchen Debatten zum Produkt macht und dass es angeblich ein Recht auf ein Kind gibt". Das Kind werde zum Objekt, so Marx. "Das verletzt die Menschenwürde. Niemand hat ein Recht auf ein Kind."

Familienbischof Koch: Ausgrenzung führte zur Gleichstellung

Im Interview mit dem "Tagesspiegel" kritisierte auch Familienbischof Heiner Koch die Ehe für alle, weil sie Unterschiede nivelliere, "die es aber gibt". Allerdings räumte der Berliner Erzbischof eine Mitschuld der katholischen Kirche an der Geringschätzung homosexueller Partnerschaften ein. Bei der Öffnung der Ehe sei für viele Menschen die Wertschätzung für gleichgeschlechtliche Liebe das Hauptziel gewesen, so Koch. "Dass dahinter Erfahrungen stehen, diese Wertschätzung nicht erlebt zu haben, tiefe Verletzungen, und dass wir als Kirche da auch Schuld haben, ist unstrittig." (cw)



#1 supergrobiAnonym
  • 23.12.2017, 10:21h
  • Angesichts solcher Ansichten ist es Zeit sich darüber Gedanken zu machen, ob man die Kirche überhaupt noch ernst nehmen kann.

    Wenn Menschen ihr Leben zusammen verbringen wollen, ist das keine Errungenschaft der Kirche, auch wenn sie sich das gerne selber zuschreibt, wie auch unsere sonstigen Moralvorstellungen, welche Produkte der Evolution sind, und nicht der Kirche.

    Ihr Schöpfungsmärchen ist nicht mehr zeitgemäß, aber der Schritt das zuzugeben ist zu groß, ohne dabei das eigene Kartenhaus zum Einstürzen zu bringen.

    Man kann nur eines tun, sich abwenden und austreten, solange das Geld vom Finanzamt frei Haus kommt wird die Kirche sich auch nicht ändern.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 LaurentProfil
  • 23.12.2017, 10:58hMetropolregion Rhein-Neckar
  • Wenn ich auch die Auffassungen der zwei "selbsternannten (kuschelnden) Ehe-Experten" weitgehend nicht teile, ist es für mich dennoch befremdlich, wenn abweichende Meinungen reflexartig als "Hetze" bezeichnet werden.

    Auch hier gilt: Weniger wäre mehr!
  • Antworten » | Direktlink »
#3 panzernashorn
  • 23.12.2017, 11:08h
  • Dieses saudumme, menschenverachtende Sektengeschwurbel kann man langsam nicht mehr hören!

    Kümmert Euch um die Aufarbeitung Eurer permanenten Pädöphilie-Verbrechen und lasst friedliche Mitbürger endlich in Ruhe!

    Widerliches, egoistisches, weltfremdes Pack ohne Empathie - von der sogenannten "christlichen Nächstenliebe" so weit entfernt wie die Enden des Universums.

    Hätten diese Gestalten auch nur einen Funken Charakter, würden sie sich abgrundtief schämen
    anstatt ihr klaffendes Schandmaul aufzureißen.

    Si tacuisses philosophus mansisses.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 Marv89Anonym
  • 23.12.2017, 11:42h
  • Mit solchen Aussagen schafft sich die Kirche mehr und mehr selbst ab.... Zumal es für mich mehr als Heuchlerei ist, denn viele Pfarrer und Bischöfe sind selbst schwul... und stehen nicht dazu, weil es ja angeblich das Weltbild der Kirche zerstören würde!

    Die Ehe für alle nimmt keinem was, sondern gibt etwas... Den nötigen Respekt und auch Wertschätzung ungeachtet welches Geschlecht die Ehepaare haben.

    Also liebe Kirche, es wird aller höchste Zeit zum umdenken, ist dies mit einem Kardinal Marx nicht möglich, so ersetzt Ihn bitte und stellt einen Kardinal der "zeitgemäßer" ist.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 JamboAnonym
  • 23.12.2017, 11:52h
  • Also ich habe Herrn Marx und Herr Woelki beide erlebt und gerade Herr Woelki war dann der Grund weshalb ich auch aus der katholischen Kirche ausgetreten bin.

    Aufregen braucht man sich deshalb nicht weil dieses Gebilde sich von innen heraus aushöhlt und nur noch eine Hülle kurz über lang sein wird welches zum Schluss selbst in sich zusammenfällt.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 AFD-WatchAnonym
  • 23.12.2017, 11:54h
  • Angesichts der Tatsache, dass Jesus eigentlich 3 Väter hatte und eine Taufpatenschaft auch eine Art Mehrelternschaft ist, passt hier der Spruch mit dem Balken vor der Stirn ganz gut. Und überhaupt: angesichts von Abtreibungen und Misshandlungen unerwünschter Kinder, ist es ziemlich schäbig, Menschen dafür zu verurteilen, dass sie Kinder haben und für sie sorgen wollen! Das soll ein Angriff auf die Zivilisation sein?
  • Antworten » | Direktlink »
#7 LindGerdeAnonym
  • 23.12.2017, 12:01h
  • Antwort auf #2 von Laurent
  • Abweichend von Deiner persönlichen Meinung vertrete ich die Auffassung, dass Du als Mensch zweiter Klasse hier bei queer nicht posten solltest.

    Hetze oder nicht? Und wenn ja, wo ist der Unterschied?
  • Antworten » | Direktlink »
#8 Ralph
  • 23.12.2017, 12:09h
  • Doch, Herr Marx, der Staat kann das, und nur er kann es - definieren, was Ehe im Familienrecht ist. Die Kirche oder irgendwer anders kann das nicht festlegen. Auch was kulturelle und zivilisatorische Errungenschaften sind, entzieht sich der Bestimmung durch die kath. Kirche. Dieser Glaubensgemeinschaft gehört ein rundes Drittel der deutschen Bevölkerung an und davon die wenigsten mit Überzeugung und unter Zustimmung zu den kath. Dogmen. Die kath. Kirche muss sich damit bescheiden, dass sie eine Minderheit mit gesetzlich geregelten Rechten, ja gar Vorrechten ist, aber dass im säkularen Staat Menschenwürde und Grundrechte der Maßstab sind und nicht Belletristik aus Nebukadnezars Zeit und Fantasyliteratur aus den Tagen Neros.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 panzernashorn
  • 23.12.2017, 12:17h
  • Mit zunehmender Bildung der Bevölkerung wird sich das verbrecherische Lügenkonstrukt Religion im Laufe der Zeit von alleine erledigen, nur befürchte ich, dass wir momentan hier auf Erden Weilenden dies nicht mehr selbst erleben werden..............

    Solche Gestalten sind für mich gesellschaftlicher Abschaum, vor dem es mich mittlerweile nur noch ekelt.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 Ralph